Ein Fanal gegen die scheinbar ewig währende Unterdrückung des russischen Volkes
Boris Godunow ist die radikalste russische Oper des neunzehnten Jahrhunderts und ist es vielleicht bis heute geblieben. Nahezu vollständig abgewandt von europäischer Ästhetik und Erwartungshaltung ist sie ein rein politisches Werk, das in seiner Urfassung sogar ganz ohne Liebesgeschichte auskommt – bis dahin eine vollkommen singuläre Erscheinung in der Musikgeschichte. Gleichzeitig ist sie eine große Mahnung davor, wie Macht die Mächtigen genauso vernichtet wie die Machtlosen, ein Fanal gegen Machtmissbrauch und Despotismus. Mussorgsky beklagt in seinem Meisterwerk das Schicksal und die Unterdrückung des russischen Volkes und besingt die Schönheit seiner Seele und Kultur.
Sind das vielleicht Themen, die uns heute mit erneuerter Dringlichkeit beschäftigen sollten?
Thomas und Philipp sprechen über den historischen Hintergrund von Boris Godunow, über die musikhistorische Bedeutung der Oper, über die Handlung, die vielen verschiedenen Fassungen, die komplexe Aufführungsgeschichte und über die tragisch-geniale Figur ihres Schöpfers: Modest Petrowitsch Mussorgsky.
David Brown: Mussorgsky: His Life and Works. Oxford 2002
Attila Csampai und Dietmar Holland (Hg.): Modest Mussorgskij: Boris Godunow. Reinbek bei Hamburg 1984
Caryl Emerson & Robert William Oldani: Modest Musorgsky & Boris Godunov: Myths, Realities, Reconsiderations. Cambridge University Press 1994
Gergiev, Mariinskytheater. Beide Fassungen in einer Einspielung
Abbado, Berliner Philharmoniker. Zweite Fassung
Nagano, Göteborg Symphonieorchester. Urfassung
Rostropovich, National Symphony Orchestra. Mischfassung mit allen Szenen aus beiden Fassungen
Karajan, Wiener Philharmoniker. Rimsky-Korsakov-Fassung
Am 8.9.2026 erscheint Thomas neuer Roman „Schwestern“ im S. Fischer Verlag – nicht unwesentlich beeinflusst von Heimito von Doderer.
https://www.fischerverlage.de/buch/thomas-von-steinaecker-schwestern-9783103976434
Philipps Aufnahme der Fünften Symphonie von Gustav Mahler mit dem Mahler Aacdemy Orchestra ist jetzt Alpha-Classics erschienen! Es handelt sich dabei um die erste Einspielung auf den Originalinstrumenten, die Mahler zwischen 1897 und 1907 für das Orchester der Wiener Hofoper anschaffen ließ – es sind die Jahre, in denen Doderers Romane in Wien angesiedelt sind.
https://lnk.to/Mahler5OnPeriodInstrumentsAr
Album-Info und Vorbestellung:
https://outhere-music.com/de/alben/mahler-symphony-no-5-period-instruments
Philipp wird mit dem Mahler Aacdemy Orchestra und der Neunten Mahler im September auf Europatournee sein. Hier der Link zu den Konzertdaten:
https://www.busoni-mahler.eu/academy/de/originalklang-project-de/
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