Eins aufs Leben!

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Eins aufs Leben! episodes

  • Demokratie ist Demokratie und überall gleich - oder doch nicht ganz? Deutschland und die Schweiz

    Am 27. September fand in der Schweiz eine Volksabstimmung zur Neutralität statt. Kurz danach trafen wir, Didi und Frank, uns mit unserem Freund Wolf-Dieter, der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt. Gerne verweisen die Rechtspopulisten in Deutschland auf die Schweiz mit dem Hinweis, dass dort – (angeblich) anders als in Deutschland – der Wille des Volkes zähle und Volksabstimmungen auch in Deutschland verstärkt eingeführt werden sollten. So ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf und wollten mehr über die Schweizer Demokratie erfahren. Dabei machten wir interessante Entdeckungen. Denn die Demokratie in der Schweiz lebt vom Willen zum Finden guter Lösungen für alle oder doch für möglichst viele, und sie lebt von der Fähigkeit zu Kompromissen. Eigentlich das Gegenteil dessen, was die Rechten, ob populistisch oder extrem, für sich in Anspruch nehmen (keine Kompromisse, unser Programm ohne Abstriche!). Wir entdeckten, dass unsere beiden Länder, obwohl benachbart, doch sehr unterschiedliche Traditionen und geschichtliche Hintergründe haben. Daher sind die Systeme nicht einfach übertragbar. Eines jedoch bleibt gleich: Nur diejenigen sollten regieren, die Probleme wirklich lösen wollen zum Wohl des ganzen Landes und dabei die Fähigkeit haben, auf andere, auch Andersdenkende, zuzugehen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wer „diejenigen“ in Deutschland sind, muss jeder, muss jede selbst mit kritischem Verstand prüfen. Solche, die sich ständig immer nur profilieren auf Kosten anderer, um an die Macht zu kommen, damit sie die Gesellschaft noch mehr spalten und weiter Misstrauen säen können, sind es jedenfalls nicht.

    (Anmerkung: Im Gespräch ist einmal von der „NZZ“ die Rede – das steht für „Neue Zürcher Zeitung“)

     

    30 min
  • Böse x böse = gut?

    „Wenn ein Böser einen anderen Bösen angreift und siegt, ist das dann gut?“ So wurde ich (Frank) vor ein paar Wochen in einer Arztpraxis gefragt. Gemeint war der US-Angriff unter Trump gegen den Iran. Diese Frage beschäftigt uns in dieser Episode. Einerseits ist klar: Menschen zu töten, das kann niemals gut sein. Andererseits gab es schon immer Situationen, in denen Menschen abwägen mussten: Wenn ich mich z.B. an einem Attentat gegen einen Tyrannen beteilige, lade ich Schuld auf mich. Wenn ich nichts tue, aber ebenfalls. Aus einem solchen Dilemma führt im Grunde kein Ausweg. Was ich auch tue, es ist nicht gut – und doch muss entschieden werden. Wir können keine „gute“ Antwort auf das Problem finden, wollen es in dieser Episode aber aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Dabei geraten Begriffe wie „gut“ und „böse“ ins Schwimmen und am Ende tun sich mehr Fragen als Antworten auf. Und doch ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Wenn ein paar Impulse zum weiteren Nachdenken dabei rüberkämen, fänden wir das jedenfalls „gut“.

    33 min
  • Irgendwie Religion – nur wie?

    Drei altkirchliche Glaubensbekenntnisse sind uns überliefert: das sog. Apostolische Glaubensbekenntnis („Apostolikum“), das häufig im Gottesdienst gesprochen wird, außerdem das im Gottesdienst nahezu nie auftauchende (sehr lange) Athanasianische Glaubensbekenntnis („Athanasianum“) und das in der Gottesdienstliturgie ebenfalls immer wieder vorgesehene „Nicäno-Konstantinopolitanum“ (oft auch nur „Nicänum“ genannt, 325/381 n.Chr.). In ihm, dem Nicänum, ist von der „unsichtbaren Welt“ die Rede. Was ist damit gemeint? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt unserer 21. Folge mit dem Thema „Religion“. Im Verlauf des Gespräches kommen wir nicht umhin, auf die gefährlichen Seiten von Religion zu verweisen, die es selbstverständlich gab und gibt. Mit dem Nicänum ausgehend von einer Welt, die viel größer, weiter und tiefer ist, als es ein technisierter Zeitgeist zugestehen will, kann Religion jedoch zugleich Räume der Geborgenheit und Freiheit öffnen, kann helfen, mit Ambivalenz und Ambiguität zuversichtlich zu leben und zur Freude am Leben beitragen. Doch ist sie dabei stets auch auf Vernunft angewiesen, damit Fehlentwicklungen entdeckt und umgeleitet werden können. Denn wo Religion z.B. mit Angst arbeitet, geht es in Wahrheit um Etablierung und Erhalt von Machtstrukturen. Daher bedarf Religion immer zugleich der Religionskritik. Kurz: In dieser Episode geht es irgendwie um Religion – nur wie?

    31 min
  • Es bröckelt - Demokratie in Gefahr?!

    Das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen schwindet – so zumindest heißt es immer wieder und bestätigt sich durch Wahlergebnisse und Umfragen. Wem es gelingt, Andersdenkende in die Enge zu treiben, wer es schafft, Politikerinnen und Politiker in Widersprüche zu verwickeln, wird gehört und darf mit dem Applaus einer zunehmend breiteren Öffentlichkeit rechnen. Lösungsorientiert ist das nicht, und indem wir uns gerne mitreißen lassen von einem allgemeinen Genörgele, tragen wir zum gesellschaftlichen Unmut bei. Woher kommt diese Stimmung, die uns dann zunehmend Sorgen machen lässt um den Zustand unserer Demokratie? Gewiss, es gibt Dinge, die laufen nicht gut. Zudem leben wir in einer Zeit voller Krisen. Andererseits ist das nicht neu. Die Zeit 1949 bis 1989 war ebenfalls geprägt von zahlreichen Krisen – international (Kalter Krieg, Koreakrieg, Kongo-Krise, Kuba-Krise, Vietnamkrieg …) wie national (Ölkrisen, Arbeitslosigkeit, „Deutscher Herbst“ 1977 …). Letztlich gibt es nie nur einen Grund für bestimmte Entwicklungen, sondern eine Vielzahl von Ursachen und Hintergründen, die bei der Betrachtung der aktuellen Lage zu berücksichtigen sind. Einige davon versuchen wir in dieser Episode zu entdecken und zu erhellen. Denn aus Misstrauen und Angst entstehen keine guten Lösungen. Sicher, an der ein oder anderen Stelle bröckelt es – doch wenn auch unsere Lust auf Zukunft bröckelt, was dann? Da machen wir uns jetzt ran …!

    35 min
  • Alles Echo oder was?

    In der Natur dient das Echo vielen Tieren zur Orientierung. Stehen wir jedoch z.B. an einem Waldrand, dann gilt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Anders ausgedrückt: Man hört sich selbst. So ein Echo kann Spaß machen, doch wird es zum Problem, wenn unsere Kommunikation insgesamt nur noch dazu dient, dass wir uns selbst hören. In der Folge nämlich leben wir dann in „Blasen“, in denen wir uns vorwiegend nur noch selbst wahrnehmen und uns in „Echoräumen“ selbst bestärken. Das Phänomen selbst ist alt, doch die sogenannten „Sozialen Medien“ und dazugehörige Algorithmen verstärken dies. Umso wichtiger ist es zu schauen, wo es Begegnungsräume gibt, in denen unterschiedlichste Menschen aufeinandertreffen und im besten Falle zu echter, konstruktiver, weiterführender Kommunikation finden. Mehr noch: Wo und wie können wir solche Räume schaffen? Wenn es nur noch ums Rechthaben geht, kommen wir nicht wirklich voran – weder als Einzelne noch als Gesellschaft. In der Begegnung mit fundamentalistischen Positionen jedoch stoßen wir unweigerlich an unsere Grenzen. Und was dann? Irgendwo in diesem Raum zwischen Echo, Blase und echter Verständigung bewegen wir uns in dieser Episode. Dabei stoßen wir auf viele Ideen. Überhaupt: Wie wär’s mal mit Ikkimel beim nächsten Kirchenkonzert?  

    31 min
  • Vom Leid mit dem Leid ...

    Dass wir in unserem Leben absurde, schmerzhafte, leidvolle, gar sinnlose Erfahrungen machen, lässt sich kaum bestreiten. Doch wie gehen wir damit um? Schon immer bedeutete dies eine Herausforderung für Menschen. Ein Mythos im alten Griechenland etwa handelt von Sisyphos: der „Held“ muss stets von neuem unter großen Mühen einen Stein den Berg hinaufwälzen, doch kurz vor dem Ziel rollt dieser jedes Mal zurück und die Arbeit beginnt aufs Neue … (Im Lied „17 Millimeter“ singt Hildegard Knef davon, neu interpretiert u.a. von Lisa Bassenge.) Wie lässt sich das mit Blick auf unser Leben interpretieren? In religiösen Kontexten wiederum gibt es verschiedene Vorstellungen, wenn es um diese Welt und das Leid in ihr geht: Reinkarnation, Vertröstung oder Kreuzigung. Der Blick geht weg von dieser Welt, aus der Welt und ihrem Leid hinaus – oder mitten in sie hinein. Das hat jeweils Konsequenzen, die wir in dieser Episode näher betrachten. Entsprechend mancher Vorstellung versucht man, sich selbst zu perfektionieren, um – religiös gesprochen – in den „Himmel“, in das „Nirvana“ … zu gelangen, oder um – säkular formuliert – die Welt zu retten. In anderer – sogar auch christlicher – Vorstellung ist genau das aber nicht so wichtig, denn es geht um dieses Leben hier und darum, (mehr oder weniger) Gutes zu tun aus Lebensfreude, nicht um etwas zu erreichen. Ein Stück weit aber bleiben wir sprachlos oder werden gar widersprüchlich, haben unser Leid mit dem Leid.

    33 min
  • Und jetzt Hegel: Dialektik-Brille – oder klarer Blick?

    Die Zeit vom 18. zum 19. Jahrhundert war in der Geistesgeschichte eine ungeheuer fruchtbare Epoche. Kant, Herder, Hölderlin, Schelling oder auch Goethe können hier als Beispiele genannt werden. Zu den ganz Großen zählt gewiss Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Dass die Geschichte einem Muster folgt, welches wir „Dialektik“ nennen, und dass die Welt fortschreitet – dies und mehr gehört zu seinem Denken. Dabei spielt der „Geist“ eine ganz besondere Rolle. Widersprüche und Spannungen bringen die Welt voran, indem sie in immer wieder neuen Synthesen „aufgehoben“ werden. Freilich kann es auch in dieser Episode lediglich um einzelne Aspekte gehen. Am Ende jedoch stellt sich die Frage, ob die Beschreibung der Sichtweise Hegels nur eine weitere Brillentönung bei der Betrachtung der Welt darstellt, oder ob es um den „klaren Blick“ geht. Was ist eigentlich „wahr“? Irgendwann werden wir um diese Frage nicht umhin kommen …

    32 min
  • Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"

    Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen erfolgen unmittelbar, aber ihre Deutungen und Interpretationen sind kulturell geprägt. Und wir betten sie ein in Theorien, die uns einleuchten und schlüssig erscheinen, sodass wir manches, das geschieht, besser nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen können. Wenn wir also über unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen nachdenken, schauen wir gewissermaßen mit einer „getönten Brille“ auf die Welt. Doch welche „Tönung“ hat unsere jeweilige Weltsicht, welche Theorie, welche Theorien haben uns geprägt? Mich (Frank) z. B. hat das Denken des britischen und als „Ruheständler“ in den USA lehrenden Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) besonders angesprochen, einige seiner Werke habe ich vor ca. vierzig Jahren während meines Studiums in den USA gelesen. Was er entworfen hat, nennt sich „Prozess-Philosophie“ oder auch „Organismus-Philosophie“. In dieser Episode stelle ich im Gespräch mit Didi vor, welche Aspekte seines Denkens mir bis heute wichtig sind – in der Hoffnung, dass ich Whitehead’s Überlegungen einigermaßen richtig verstanden habe. Allerdings kommen alle Philosophien an ihre Grenzen, wenn es um „Sinnlosigkeit“ – und ich denke hier insbesondere an menschliche Grausamkeit und Gewalt – geht, die sich philosophisch, so meine ich, nicht erklären lässt. Aber will „Philosophie“ das? Muss sie dies überhaupt können? Bietet hier nicht Religion, die religiöse Erzählung, den geeigneteren Zugang? Oder etwas ganz Anderes?

    In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt erläutern – mit anderer Brillentönung …

    35 min
  • Wiederholt sich Geschichte? Wir können etwas lernen! Oder auch nicht …

    Aktuelle politische Entwicklungen zu besprechen ist nicht einfach. Erst recht nicht, wenn es um Geopolitik und weltweite Dynamiken geht. Kaum jemand verfügt über alle Informationen und oft bleibt der Diskurs an der Oberfläche haften. Andererseits sind wir nicht nur Zuschauerinnen und Zuschauer des Weltgeschehens, sondern müssen uns entscheiden, wo und wie wir agieren wollen oder tatsächlich handeln müssen. Denn sich nicht zu entscheiden und untätig zu bleiben, das führt ebenfalls zu Konsequenzen. Darum befassen wir uns in dieser Episode mit einem aktuellen Konflikt, nämlich dem Krieg Russlands gegen die Ukraine. Dabei stoßen wir auf die Frage: Wiederholt sich Geschichte? Lassen sich Parallelen entdecken zwischen dem Deutschland der 1920er / 1930er Jahre und Russland seit den 1990er Jahren? Von hier aus öffnet sich ein weites Feld hin zu ökonomischen Betrachtungen und Gefahren für unsere Demokratie. Perspektivisch nehmen wir zugleich Lösungen mit in den Blick – denn vielleicht können wir doch etwas lernen. Oder?

    33 min
  • Ich glaube an das Gute im Menschen. Echt? Ich nicht!

    Mehr als wir oft denken ist unsere Wahrnehmung von unseren Grundeinstellungen abhängig. Diese grundlegenden Positionen sind letztlich nicht beweisbar, zugleich auch nicht widerlegbar. Sie bewähren sich in dem Maße, wie wir meinen, die Welt damit besser verstehen zu können. Die Antwort auf die Frage: „Ist der Mensch gut?“ hängt daher ebenfalls sehr von unserer Grundüberzeugung ab. Tatsächlich entdecken wir, Didi und Frank, in dieser Episode unsere unterschiedlichen Ausgangspunkte. Sind wir von Geburt an gut, doch das Gute in uns wird manchmal getäuscht und verzerrt, kann aber nie ganz ausgelöscht werden? Oder braucht es einen Geist von außen, der sich mit uns verbindet und zum Guten befähigt? „Geist“ natürlich nicht im Sinne von „Gespenst“, sondern als „Geisteskraft“, die wirkt und in Bewegung setzt. Solche Fragen beschäftigen uns in dieser Episode. Herzliche Einladung zur Mit-Beschäftigung …

    29 min

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„Eins aufs Leben!“ kann verstanden werden als „Draufhauen“, aber auch als „Ein Hoch aufs Leben!“ In unserem Podcast denken wir, Didi und Frank, zwei mittsechziger Pensionäre, über Themen nach, die uns…