Gustave Flauberts Werk gilt als Inbegriff des Realismus. Die Literaturwissenschaftlerin Professor Barbara Vinken sagt, Flauberts Thema sei zwar die Realität, diese sei aber gespeist und gefiltert durch eine riesige Bibliothek. Das entscheidende Buch, das den großen französischen Schriftsteller lange Jahre geistig genährt habe, sei die Bibel. Flaubert, so ihre Lesart, leite aus der Religion eine spezifische Poetik ab, deren grundlegender Gedanke Literatur als ein „Monument für das Leiden“ auffasst.