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In seiner vielleicht berühmtesten Rede – in der Bergpredigt – macht Jesus eine steile Aussage über das Sorgen:
Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, was ihr zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, was ihr anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung! (Matthäus 6,25).
Damit lädt Jesus uns ein – Sie und mich auch – , realistisch nach vorne zu blicken. Und angesichts all der Unwägbarkeiten, die die Zukunft für uns bereit hält, das einzige zu tun, was wirklich sinnvoll ist: nämlich Gott zu vertrauen. Unserem Schöpfer voll und ganz zuzutrauen, dass er uns durchbringen wird. Dass er uns versorgen wird. Jeden Tag aufs Neue.
Das beste Gegenmittel: Gott vertrauen
Deshalb hat Jesus ja unmittelbar vor seiner Rede über die Sorgen, mit seinen Begleitern über das Beten gesprochen. Und ihnen dabei das Gebet genannt, das heute als das „Vater-Unser“ vielen Menschen auf der ganzen Welt bekannt ist. Und nach den ersten drei Bitten, die sich alle auf Gott beziehen, heißt die erste Bitte, die sich auf die Bedürfnisse von uns Menschen bezieht: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ (Matthäus 6,11). Noch vor den Bitten: „Und vergib uns unsere Schuld!“ „Und erlöse uns von dem Bösen!“ – vor diese Bitten setzt Jesus selbst das Gebet für das, was wir heute an diesem Tag zum Leben brauchen. Zu Essen, zu Trinken und zum Anziehen.
Der Zusammenhang zwischen dem, was Jesus über die Sorgen sagt und dieser Bitte ums tägliche Brot ist eindeutig. Und gar nicht zu übersehen. Und hier zeigt sich vielleicht auch schon, warum das Vertrauen auf Gott und dass er uns gut versorgen wird, so schwer sein kann.
Wir sollen uns jeden Tag aufs Neue ihm anvertrauen. Und ihn jeden Tag neu darum bitten, uns das zu geben, was wir heute brauchen – also für diesen einen Tag.
Das ist nicht immer so leicht, finde ich. Da hätte ich doch lieber große Vorratshäuser wie der reiche Bauer, den Jesus einmal in einer seiner Geschichten erwähnt. Jene bildhaften Vergleiche, die deshalb auch oft Gleichnisse genannt werden. Dieser reiche Bauer hat in einem Jahr eine so riesige Ernte eingefahren, dass er neue Vorratshäuser bauen muss. Und dann meint er, nun hätte er für viele Jahre ausgesorgt. So hätte ich das auch gerne. Aber Gott will es offensichtlich anders.
Er will, dass ich ihm jeden Tag neu zutraue, dass er mich versorgt. Und das wird er auch tun. Bis zu dem Tag, an dem er mich abruft aus dieser Welt. Und dann darf ich warten auf jenen Tag, an dem Jesus die Geschichte dieser Welt abschließt. Und alle, die an ihn glauben, auferstehen zum ewigen Leben. Zu einem Leben ohne Not, ohne Leid und ohne Tod. In einer völlig neuen Welt, in einem völlig neuem Universum, das Gott erschaffen wird (Offenbarung 19,11-21,5).
Jesus redet also davon: Bittet Gott an jedem Tag neu darum, euch alles zu geben, was für diesen einen Tag notwendig ist. Alles, was ihr heute zum Leben braucht. Damit spricht sich Jesus aber nicht grundsätzlich dagegen aus, dass wir auch vorrausschauend handeln und planen. Nein, darum geht es ihm hier wohl nicht. Ich meine, das wird bei seinem Beispiel von den freilebenden Vögeln auch sehr deutlich. Denn dort betont Jesus besonders, dass die kleinen gefiederten Vorbilder weder eine Saat ausbringen, noch eine Ernte einfahren. Ganz zu schweigen von Scheunen und Vorratshäusern, in denen wir Menschen gewöhnlich die Ernteerträge lagern.
Das alles machen sie nicht, die kleinen Flugkünstler. Und doch leben sie, weil ihr Schöpfer sie …