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Die politischen Entwicklungen des Nachbarlandes mit Expert:innen diskutieren? Mehr zu den Hintergründen tagesaktueller Entscheidungen erfahren? Sich eine fundierte Meinung bilden? Die interaktive Online-Veranstaltungreihe 'Was Frankreich bewegt' der Bergischen Universität Wuppertal, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, des Institut français Deutschland und des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) setzt es sich zum Ziel, Frankreichs National- und Europapolitik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Laura Wiemer, Projektverantwortliche und Doktorandin an der Bergischen Universität Wuppertal gibt Einblicke in die Idee, die Genese und die aktuellen Veranstaltungen
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Zur Veranstaltungsreihe 'Was Frankreich bewegt'
Auch wissenschaftliche Diskurse sind nicht gefeit vor diskriminierenden Mustern. So werden in ihnen häufig die immer selben Namen zitiert von weißen, europäischen Männern und auch in Bereichen, die sich nach außen hin als objektiv positionieren, wie beispielsweise dem medizinischen Diskurs, gibt es gewisse häufig unreflektierte Verzerrungseffekte. Wie geht man als feministische Forschende, aber auch als weiblich gelesene Patientin mit diesen Umständen um? Hannah Volland erzählt uns von feministischen Forschungshaltungen, erklärt uns, was es mit dem Begriff Autotheorie auf sich hat und warum ‚Les allongées‘ im gleichnamigen Essay von Martine Delvaux und Jennifer Bélanger ein Begriff ist, der sich nicht nur auf kranke Frauen beziehen lässt.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Textpassage aus:
Zum Weiterlesen:
Sitzen, beobachten und alles dokumentieren, was sich zeigt - und das über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Auf eine solche Idee kann nur ein Mitglied der Avantgarde kommen. Dr. Benjamin Loy, bis dato post doc an der Universität Wien, von nun an frisch gebackener Professor für iberoromanische Literaturwissenschaft an der LMU München, hat in einem außergewöhnlichen Lehrexperiment mit seinen Studierenden auf den Spuren Georges Perecs ausprobiert, wie sich die Wahrnehmung verändert und welche neuen Realitätsdimensionen sich auftun, wenn man die Stadt Wien auf sich wirken und sprechen lässt.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Reinklicken ins Wiener Projekt
Georges Perecs Experiment Lieux
Das gelesene Zitat stammt aus: Georges Perec: L’infra-ordinaire. Paris: Seuil 1989, S. 12.
Serien sind ein bevorzugtes Medium, um marginalisierte Identitäten zu
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
Zur Monographie: Charlotte Kaiser, Agentivité queer. Une
Kampagnen wie #metoo, #EndRapeCulture oder #balancetonporc, zahlreiche medial intensiv begleitete Gerichtsverfahren, neue Protestformen wie NiUnaMenos oder die Choreographie UnVioladorEnTuCamino: Auf den ersten Blick scheint das langwährende Schweigen rund um sexualisierte Gewalt gebrochen. Und doch wird nur ein Bruchteil aller Übergriffe gemeldet, victim blaming bleibt eine häufig angewandte diskursive Strategie und Scham, Angst und Trauma verhindern, dass die erlebte Gewalt sicht- und hörbar gemacht wird. Das gilt insbesondere für jene Betroffene, die intersektionaler Diskriminierung ausgesetzt sind. Auch in der Literatur ist sexualisierte Gewalt kein neues Thema. Ana Nenadović, Lecturer an der SOAS University of London, zeigt anhand von Romanen aus Brasilien, Mexiko und Südafrika die unterschiedlichen Formen und Funktionen des Sprechens, aber auch des Schweigens über sexualisierte Gewalt auf.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Zur Monographie: Nenadovic, Ana 2023: Zwischen Schweigen und Sprechen. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen in lateinamerikanischer und südafrikanischer Literatur. Bielefeld: transcript.
Erwähnte Romane:
Bolaño, Roberto 2010: 2666. Barcelona: Anagrama
Gedankenexperimente wie Schrödingers Katze, sind als eine Art Hilfsmittel der Wissenschaft, um Theorien zu verdeutlichen, bestätigen oder widerlegen. Es werden hierbei Szenarien entworfen, die zwar in ihren wesentlichen Zügen denkbar, jedoch nicht oder nur schwer realisierbar sind. Aufgrund dieses hypothetischen Aspektes lässt sich eine gewisse Nähe zu literarischen Texten feststellen, die ebenfalls häufig mögliche, aber nicht wirkliche Arrangements entwerfen. Santiago Contardo, prae doc an der Romanistik Wien, hat Wintersemester 2023/24 eine Lehrveranstaltung geleitet, in der er und seine Studierenden Jorge Luis Borges Kurzgeschichten unter diesem Gesichtspunkt analysiert haben. Wir sprechen über das Potential von Literatur und Sprache, deren möglichen Schnittmengen mit Philosophie und Mathematik und bekommen einen Einblick in ein literaturwissenschaftliches Proseminar am Institut für Romanistik der Universität Wien.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Gelesene Textpassage aus:
Zum Weiterlesen:
Bornmüller, F; Franzen, J & Lessau, M. (Hg.)._ Literature As Thought Experiment?: Perspectives from Philosophy and Literary Studies_. Paderborn: Wilhelm Fink, 2019.
Macho, T. & Wunschel, A. (Hg.). Science & Fiction: Über Gedankenexperimente in Wissenschaft, Philosophie und Literatur. Frankfurt a.M.: Fischer, 2004
Theatertexte und Traktate stellten im Zeitalter des Barocks gleichermaßen Gattungen und Orte der Aushandlung gesellschaftlicher Verhaltensregeln dar. Jenny Augustin, Post-Doc am Institut für Romanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, untersucht in ihrem Habilitationsprojekt, wie sich in spanischen und französischen Texten der Epoche transkulturelle Formen gesellschaftlichen Wandels und der damit einhergehenden Verhaltensideale lesen lassen – und beleuchtet dabei Fragen, wie etwa warum Don Juan in Frankreich ganz anders küsste als in Spanien.
Interview: Benjamin Loy
Schnitt: Mariana Arrién
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus Ana Caro: Valor, agravio y mujer, hg. v. Lola Luna, Madrid: Castalia 1993, vv. 1166-1175.
Queerness, in seiner Vielfalt an Begehren und Körperlichkeit, ist auf theoretischer Ebene mit einer normativen Erwartungshaltung konfrontiert, der eigene sexuelle Wünsche und Vorstellungen in Sprache und Bild entgegengesetzt werden. In diesem Sinne widmet sich José Esteban Muñoz in seinem Cruising Utopia: The Then and There of Queer Futurity (2009) der Frage nach dem gestaltenden Potential von Utopien und der queeren Zeitlichkeit. Wie in Muñoz Theorie sind auch im Film Fogo-Fátuo (2022) des Regisseurs João Pedro Rodrigues die Sprünge und Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besonders maßgeblich. Stefan Lessmann, Doktorand an der Yale University, erklärt, inwiefern der portugiesische Spielfilm als eine queere Utopie gelesen werden kann und welche Rolle das Bild- und Symbolhafte in diesem Zusammenhang spielt.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Weiterlesen: José Esteban Muñoz: Cruising Utopia. The Then and There of Queer Futurity
Zum Subjektbegriff ist unter anderem in der poststrukturalistischen Theorie viel gesagt worden. Wie und in welcher Form aber lassen sich diese Ansätze auch auf literarische Texte der Vormoderne anwenden? Wie lassen sich Anachronismen umgehen und Synergien schaffen? Dr. Stephanie Béreiziat-Lang, post doc an der Universität Heidelberg, berichtet von der Arbeit des interdisziplinären DFG-Netzwerks ‚An den Rändern der Moderne. Konvergierende Subjektkonzeptionen zwischen Vor- und Nachmoderne‘, das sie leitet, sowie von ihrem Habilitationsprojekt ‚Körperbeschriftungen: Text und Körper in den iberischen Literaturen der Vormoderne‘ und erklärt, wie gerade die Materialität die Überlegungen zur Subjektivität bereichern könnte.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Zur Homepage des Netzwerks 'An den Rändern der Moderne'
Zum Weiterlesen
Beschäftigt man sich in den Literaturwissenschaften mit Autor:innenschaft, so wird man häufig einer vereinfachten Textanalyse verdächtigt, bei der nur jene Aspekte berücksichtigt werden, die in Verbindung mit der Biographie der schreibenden Person in Verbindung gebracht werden können. Gabriele Hassler, prae doc an der Universität Innsbruck, erklärt uns, warum ein Miteinbeziehen der Autor:innenfigur – ganz im Gegenteil – zusätzliche neue Perspektiven eröffnen kann und gewährt uns Einblick in ihr Dissertationsprojekt über die spanische Autorin Gloria Fuertes und die argentinische Autorin María Elena Walsh.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Vorgelesenes Gedicht 'Cabra sola':
Zum Weiterlesen:
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