Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania

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Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania episodes

  • 52: Im Garten des Verständnisses. Laura Wiemer über die Veranstaltungsreihe 'Was Frankreich bewegt'

    Die politischen Entwicklungen des Nachbarlandes mit Expert:innen diskutieren? Mehr zu den Hintergründen tagesaktueller Entscheidungen erfahren? Sich eine fundierte Meinung bilden? Die interaktive Online-Veranstaltungreihe 'Was Frankreich bewegt' der Bergischen Universität Wuppertal, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, des Institut français Deutschland und des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) setzt es sich zum Ziel, Frankreichs National- und Europapolitik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Laura Wiemer, Projektverantwortliche und Doktorandin an der Bergischen Universität Wuppertal gibt Einblicke in die Idee, die Genese und die aktuellen Veranstaltungen

    eines gesellschaftsrelevanten Lehr- und Third Mission-Projekt am Puls der Zeit.

    Interview: Teresa Hiergeist

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zur Veranstaltungsreihe 'Was Frankreich bewegt'

    20 min
  • 51: Sick and tired. Hannah Volland über feministisches Zitieren, chronische Krankheit und Kritik am Medizindiskurs

    Auch wissenschaftliche Diskurse sind nicht gefeit vor diskriminierenden Mustern. So werden in ihnen häufig die immer selben Namen zitiert von weißen, europäischen Männern und auch in Bereichen, die sich nach außen hin als objektiv positionieren, wie beispielsweise dem medizinischen Diskurs, gibt es gewisse häufig unreflektierte Verzerrungseffekte. Wie geht man als feministische Forschende, aber auch als weiblich gelesene Patientin mit diesen Umständen um? Hannah Volland erzählt uns von feministischen Forschungshaltungen, erklärt uns, was es mit dem Begriff Autotheorie auf sich hat und warum ‚Les allongées‘ im gleichnamigen Essay von Martine Delvaux und Jennifer Bélanger ein Begriff ist, der sich nicht nur auf kranke Frauen beziehen lässt.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Textpassage aus:

    Delvaux, Martine; Bélanger, Jennifer 2022: Les allongées. Montréal: Heliotrope

    Zum Weiterlesen:

    Sara Ahmeds Blog feministkilljoys
    Johanna Hedvas Blog SickWomanTheory
    Delvaux, Martine 2019: Le boys club. Montréal: Les éditions du remue-ménage

    22 min
  • 50: Unterhalb des Gewöhnlichen. Benjamin Loy über Georges Perecs Dokumentationen von Raum und Zeit

    Sitzen, beobachten und alles dokumentieren, was sich zeigt - und das über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Auf eine solche Idee kann nur ein Mitglied der Avantgarde kommen. Dr. Benjamin Loy, bis dato post doc an der Universität Wien, von nun an frisch gebackener Professor für iberoromanische Literaturwissenschaft an der LMU München, hat in einem außergewöhnlichen Lehrexperiment mit seinen Studierenden auf den Spuren Georges Perecs ausprobiert, wie sich die Wahrnehmung verändert und welche neuen Realitätsdimensionen sich auftun, wenn man die Stadt Wien auf sich wirken und sprechen lässt.

    Interview: Teresa Hiergeist

    Schnitt: Mariana Arrién

    Reinklicken ins Wiener Projekt

    Georges Perecs Experiment Lieux

    Das gelesene Zitat stammt aus: Georges Perec: L’infra-ordinaire. Paris: Seuil 1989, S. 12.

    21 min
  • 49: Queer agency. Charlotte Kaiser über die queeren Weiblichkeiten in Webserien

    Serien sind ein bevorzugtes Medium, um marginalisierte Identitäten zu

    erforschen, wie zum Beispiel die LGBTI-Community. Im
    französischsprachigen Raum ist Féminin/féminin ein gutes Beispiel dafür:
    Anhand von Frauenfiguren, die sich in Montreal bewegen, hinterfragt die
    Regisseurin Chloé Robichaud unsere Vorstellungen von zeitgenössischen
    queeren Weiblichkeiten. Charlotte Kaiser, wissenschaftliche
    Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erklärt,
    inwiefern die Arbeit der Regisseurin sowohl unsere Vorstellungen als
    auch die Frage des feministischen, lesbischen und queeren Aktivismus
    hinterfragt und wie wichtig es ist, Leben zu dokumentieren, die heute
    noch marginalisiert und diskriminiert werden.

    Interview: Alex Lachkar

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zur Monographie: Charlotte Kaiser, Agentivité queer. Une

    conceptualisation transdisciplinaire de féminités queer dans le film et
    le militantisme à Montréal et à Berlin, Würzburg, Königshausen und
    Neumann, 2023.

    23 min
  • 48: Schreiende Stille. Ana Nenadović über Schweigen und Intersektionalität in Narrationen sexualisierter Gewalt

    Kampagnen wie #metoo, #EndRapeCulture oder #balancetonporc, zahlreiche medial intensiv begleitete Gerichtsverfahren, neue Protestformen wie NiUnaMenos oder die Choreographie UnVioladorEnTuCamino: Auf den ersten Blick scheint das langwährende Schweigen rund um sexualisierte Gewalt gebrochen. Und doch wird nur ein Bruchteil aller Übergriffe gemeldet, victim blaming bleibt eine häufig angewandte diskursive Strategie und Scham, Angst und Trauma verhindern, dass die erlebte Gewalt sicht- und hörbar gemacht wird. Das gilt insbesondere für jene Betroffene, die intersektionaler Diskriminierung ausgesetzt sind. Auch in der Literatur ist sexualisierte Gewalt kein neues Thema. Ana Nenadović, Lecturer an der SOAS University of London, zeigt anhand von Romanen aus Brasilien, Mexiko und Südafrika die unterschiedlichen Formen und Funktionen des Sprechens, aber auch des Schweigens über sexualisierte Gewalt auf.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zur Monographie: Nenadovic, Ana 2023: Zwischen Schweigen und Sprechen. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen in lateinamerikanischer und südafrikanischer Literatur. Bielefeld: transcript.

    Erwähnte Romane:

    Bolaño, Roberto 2010: 2666. Barcelona: Anagrama

    Lisboa, Adriana 2013: Sinfonia em branco. Rio de Janeiro: Alfaguara
    Mda, Zakes 2002: The Madonna of Excelsior. New York: Picador.
    Rivera Garza, Cristina 1999: Nadie me verá llorar. Barcelona: Tusquets
    Wicomb, Zoë 2001: David’s Story. New York: Feminist Pr.

    25 min
  • 47: Was wäre wenn? Santiago Contardo über Jorge Luis Borges‘ Texte als Gedankenexperimente

    Gedankenexperimente wie Schrödingers Katze, sind als eine Art Hilfsmittel der Wissenschaft, um Theorien zu verdeutlichen, bestätigen oder widerlegen. Es werden hierbei Szenarien entworfen, die zwar in ihren wesentlichen Zügen denkbar, jedoch nicht oder nur schwer realisierbar sind. Aufgrund dieses hypothetischen Aspektes lässt sich eine gewisse Nähe zu literarischen Texten feststellen, die ebenfalls häufig mögliche, aber nicht wirkliche Arrangements entwerfen. Santiago Contardo, prae doc an der Romanistik Wien, hat Wintersemester 2023/24 eine Lehrveranstaltung geleitet, in der er und seine Studierenden Jorge Luis Borges Kurzgeschichten unter diesem Gesichtspunkt analysiert haben. Wir sprechen über das Potential von Literatur und Sprache, deren möglichen Schnittmengen mit Philosophie und Mathematik und bekommen einen Einblick in ein literaturwissenschaftliches Proseminar am Institut für Romanistik der Universität Wien.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Gelesene Textpassage aus:

    Borges, Jorge Luis. "La biblioteca de Babel". Obras completas (1923–1949). Barcelona: Emecé, 1996.

    Zum Weiterlesen:

    Bornmüller, F; Franzen, J & Lessau, M. (Hg.)._ Literature As Thought Experiment?: Perspectives from Philosophy and Literary Studies_. Paderborn: Wilhelm Fink, 2019.

    Macho, T. & Wunschel, A. (Hg.). Science & Fiction: Über Gedankenexperimente in Wissenschaft, Philosophie und Literatur. Frankfurt a.M.: Fischer, 2004

    27 min
  • 46: Bühnen des Benehmens. Jenny Augustin über transkulturelle Verhandlungen von Verhaltensidealen im barocken Frk und Es

    Theatertexte und Traktate stellten im Zeitalter des Barocks gleichermaßen Gattungen und Orte der Aushandlung gesellschaftlicher Verhaltensregeln dar. Jenny Augustin, Post-Doc am Institut für Romanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, untersucht in ihrem Habilitationsprojekt, wie sich in spanischen und französischen Texten der Epoche transkulturelle Formen gesellschaftlichen Wandels und der damit einhergehenden Verhaltensideale lesen lassen – und beleuchtet dabei Fragen, wie etwa warum Don Juan in Frankreich ganz anders küsste als in Spanien.

    Interview: Benjamin Loy

    Schnitt: Mariana Arrién

    Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus Ana Caro: Valor, agravio y mujer, hg. v. Lola Luna, Madrid: Castalia 1993, vv. 1166-1175.

    Der Link zur im Interview genannten Ausstellung „Tan sabia como valerosa“ (2020)

    21 min
  • 45: Quee.irrlicht. Stefan Lessmann über Muñoz' Queer Futurity und das Leben in Symbolwelten bei Fogo-Fátuo (2022)

    Queerness, in seiner Vielfalt an Begehren und Körperlichkeit, ist auf theoretischer Ebene mit einer normativen Erwartungshaltung konfrontiert, der eigene sexuelle Wünsche und Vorstellungen in Sprache und Bild entgegengesetzt werden. In diesem Sinne widmet sich José Esteban Muñoz in seinem Cruising Utopia: The Then and There of Queer Futurity (2009) der Frage nach dem gestaltenden Potential von Utopien und der queeren Zeitlichkeit. Wie in Muñoz Theorie sind auch im Film Fogo-Fátuo (2022) des Regisseurs João Pedro Rodrigues die Sprünge und Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besonders maßgeblich. Stefan Lessmann, Doktorand an der Yale University, erklärt, inwiefern der portugiesische Spielfilm als eine queere Utopie gelesen werden kann und welche Rolle das Bild- und Symbolhafte in diesem Zusammenhang spielt.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zum Weiterlesen: José Esteban Muñoz: Cruising Utopia. The Then and There of Queer Futurity

    22 min
  • 44: Subjektive Materie. Stephanie Béreiziat-Lang über literarische Artikulationen des Ichs in der Vor- und Nachmoderne

    Zum Subjektbegriff ist unter anderem in der poststrukturalistischen Theorie viel gesagt worden. Wie und in welcher Form aber lassen sich diese Ansätze auch auf literarische Texte der Vormoderne anwenden? Wie lassen sich Anachronismen umgehen und Synergien schaffen? Dr. Stephanie Béreiziat-Lang, post doc an der Universität Heidelberg, berichtet von der Arbeit des interdisziplinären DFG-Netzwerks ‚An den Rändern der Moderne. Konvergierende Subjektkonzeptionen zwischen Vor- und Nachmoderne‘, das sie leitet, sowie von ihrem Habilitationsprojekt ‚Körperbeschriftungen: Text und Körper in den iberischen Literaturen der Vormoderne‘ und erklärt, wie gerade die Materialität die Überlegungen zur Subjektivität bereichern könnte.

    Interview: Teresa Hiergeist

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zur Homepage des Netzwerks 'An den Rändern der Moderne'

    Zur Homepage des SFB 933 'Materiale Textkulturen'

    Zum Weiterlesen

    Stephanie Béreiziat-Lang über Körperlichkeit und Materialität in Ritterromanen

    18 min
  • 43: Verrückte Ziegen. Gabriele Hassler über Autor:innenschaft als Performanz bei Gloria Fuertes und María Elena Walsh

    Beschäftigt man sich in den Literaturwissenschaften mit Autor:innenschaft, so wird man häufig einer vereinfachten Textanalyse verdächtigt, bei der nur jene Aspekte berücksichtigt werden, die in Verbindung mit der Biographie der schreibenden Person in Verbindung gebracht werden können. Gabriele Hassler, prae doc an der Universität Innsbruck, erklärt uns, warum ein Miteinbeziehen der Autor:innenfigur – ganz im Gegenteil – zusätzliche neue Perspektiven eröffnen kann und gewährt uns Einblick in ihr Dissertationsprojekt über die spanische Autorin Gloria Fuertes und die argentinische Autorin María Elena Walsh.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Vorgelesenes Gedicht 'Cabra sola':

    Fuertes, Gloria (2008)[1975]: Obras incompletas, Madrid: Cátedra, S. 212.

    Zum Weiterlesen:

    Wer sein, als Autorin - wer sein, als (lesbische) Frau?

    31 min

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Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Alex Lachkar, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der…