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Der Neurochirurg Prof. Stephan Klessinger aus Ulm erklärt im Gespräch mit Podcastgastgeberin Lucia Schmidt, welche unterschiedlichen Schmerzformen es gibt und warum Nacken oder Unterrücken überhaupt anfangen können zu zwicken. Er weiß, wann man erst einmal selbst versuchen kann, sich zu therapieren, aber auch, bei welchen Signalen ein Arztbesuch absolut notwendig wird. Und der Spezialist verrät, warum der Hexenschuss Hexenschuss genannt wird.
Host: Lucia Schmidt
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Das Operieren per Roboter wurde einst entwickelt, um Verletzte in Kriegsgebieten operieren zu können. Dieser Plan erwies sich als Trugschluss; doch mittlerweile existiert diese Option großflächig in der allgemeinen Chirurgie. Benjamin Babic, Facharzt für Chirurgie und für Viszeralchirurgie, also für die Verdauungsorgane, erläutert im Gespräch mit Podcastgastgeberin Lucia Schmidt, was Robotik genau bedeutet und wo die Unterschiede zu anderen Operationstechniken liegen, zum Beispiel zur Schlüssellochtechnik. Babics Spezialgebiet ist die Tumorchirurgie bei Speiseröhrenkrebs. Er erklärt, welche Vorteile die Robotik speziell für Krebspatientinnen und Patienten, aber auch für Chirurginnen und Chirurgen hat – und welche Grenzen.
Babic empfiehlt Patienten bei der Entscheidung, wie und wo sie sich operieren lassen, vor allem, auf die Häufigkeit zu achten, mit der Zentren robotisch gesteuerte OPs anbieten. Zudem versucht er sich an einer Prognose, wie es mit Robotik und KI in der Medizin weitergehen wird – und ob deutsche Ärzte dem Beispiel eines Kollegen folgen werden, der von Südfrankreich aus Prostataoperationen in Nordafrika vornimmt.
Dr. Julia Hafner, die sich am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main auf häufig wiederkehrende Harnwegsinfektionen spezialisiert hat und eine entsprechende Sprechstunde leitet, berichtet im Gespräch mit Podcastgastgeberin Lucia Schmidt, davon, dass noch immer wenig über die Auslöser von Blasenentzündungen bekannt ist. Die meisten Mythen, wie man sie verhindern könne (nicht auf kaltem Stein sitzen beispielsweise), würden, wenn überhaupt, nur einen Funken Wahrheit enthalten.
Während diese nur einmal oder nur ab und an im Leben auftretenden Infektionen meist relativ gut zu behandeln sind, stellen die immer wiederkehrenden Infektionen eine komplett andere Form der Krankheit dar, wie die Infektiologin berichtet. Frauen, die von dieser rezidivierenden Form betroffen sind, haben eine stark eingeschränkte Lebensqualität, die auch die Partnerschaft in Mitleidenschaft zieht.
Warum eine Östrogengabe nach den Wechseljahren sehr wichtig sein kann, was das Mikrobiom mit der Entzündung zu tun haben könnte, und weshalb Infektiologie, Urologie und Gynäkologie interdisziplinär zusammenarbeiten sollten, um zu mehr Verständnis und einer besseren Versorgung zu kommen – auch darauf hat Julia Hafner Antworten.
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Ausdauersport ist das beste Medikament gegen Zivilisationskrankheiten – da ist die Studienlage eindeutig. Fahrradfahren wiederum ist orthopädisch nicht so belastend wie Joggen und zugänglicher als Schwimmen. Sebastian Mühlenhoff vom Frankfurter Trainingsinstitut IQ Athletik empfiehlt im Gespräch mit Podcast-Gastgeberin Lucia Schmidt, drei bis fünf Mal in der Woche aufs Rad zu steigen. Er sagt: Jeder kleine Weg tut gut.
Sein Plädoyer: Das Rad muss richtig eingestellt sein. Das sogenannte Bikefitting bezeichnet er als „Beziehungshilfe zwischen Mensch und Maschine“, beiden sollen bestmöglich miteinander harmonieren. Mühlenhoff gibt Tipps, wie man grob alleine prüfen kann, ob das eigene Rad gut passt, erklärt aber vor allem, wie professionelles Bikefitting vor Ort funktioniert. Das Ziel ist, typische Schmerzen wie zum Beispiel im Schulter/Nackenbereich, die beim Radfahren entstehen können, zu minimieren.
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Volker Manz, Sportwissenschaftler und Ernährungsexperte, ruft im Gespräch mit Podcastgastgeberin und F.A.S.-Redakteurin Lucia Schmidt dazu auf, den Supermarkt als „Fitnesscenter der Ernährung“ zu verstehen.
Er berichtet, wie manipulativ psychologische Tricks rund um Gerüche, Musik, Farbe und Konsumentenführung eingesetzt werden, um uns zum Kaufen zu animieren. Und sagt, was er vom Nutri Score auf Verpackungen hält, bei welchen Produkten man auf biologischen Anbau achten sollte, woran man gesundes Brot erkennt, und weshalb Tiefkühlkost besser ist als ihr Ruf – zumindest bestimmte.
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Dr. David Werner, niedergelassener Radiologe, berichtet im Gespräch mit Podcast-Gastgeberin Lucia Schmidt, wo er in seiner Praxis KI einsetzt. Bislang passiert das vor allem bei Prostata-MRTs, zukünftig aber sollen auch Abrechnungen und andere organisatorische Aufgaben von der KI übernommen werden.
Werner sagt, dass KI, an welcher Stelle auch eingesetzt, immer dazu dienen muss, mehr Zeit für den direkten Kontakt zum Patienten zu haben. Werner wirbt Patienten gegenüber daher sehr für die Verwendung von KI und verweist auf die Chancen der Technologie. Was aus seiner Sicht aber nicht passieren darf: Entscheidungen, die die Künstliche Intelligenz alleine trifft.
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Die F.A.S.-Redakteurinnen Lucia Schmidt und Johanna Kuroczik, beide nicht nur Journalistinnen, sondern auch Medizinerinnen, nähern sich dem Altern in dieser Stunde auf zwei unterschiedlichen Ebenen.
Zum einen im Gespräch mit dem 104 Jahre alte Ernst Gerhardt. Er prägte die Entwicklung seiner Heimatstadt Frankfurt über Jahrzehnte, unter anderem als Stadtkämmerer und Kirchendezernent. Mit 29 Dienstjahren war er so lange im hauptamtlichen Magistrat der Stadt tätig wie kein anderer Politiker.
Zum anderen mit dem Neurowissenschaftler Gerd Kempermann, Professor an der TU Dresden, der seit vielen Jahren dazu forscht, wie sich das Gehirn im Alter verändert – und was man tun kann, um Nervenzellen möglichst lange gesund zu halten.
Das Gespräch zeigt: Vieles, was heute wissenschaftlich übers gute Altern bekannt ist, konnte der betagte Ernst Gerhardt gar nicht anwenden, weil es noch nicht erforscht war. Daher geht es neben dem heutigen Kenntnisstand auch um die Bedeutung der Gene und wie wichtig es ist, einen Sinn im Leben zu haben, wie beispielsweise den christlichen Glauben.
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Prof. Christian Taube vom Uniklinikum Essen dröselt im Gespräch mit Medizinerin und Podcastgastgeberin Lucia Schmidt die Mythen auf, die sich seit Einführung der E-Zigarette etabliert haben. Sie verdampfen Flüssigkeit, was zu einem Aerosol führt, das dann eingeatmet wird. Die E-Zigarette kommt zwar ohne Tabak aus, kann dafür aber schon alleine 16.000 Aromastoffe beigemischt bekommen, von denen die Wissenschaft noch gar nicht weiß, wie die Lunge auf sie reagiert, denn chronische Lungenschädigungen treten meist erst nach Jahrzehnten auf.
Der Pneumologe warnt jedoch vor allem, dass der Konsum der E-Zigarette häufig auch zum Doppelkonsum mit Zigaretten führt.
Die beiden Ärzte reden in der Podcastfolge auch über den Passivraucherschutz, der in Deutschland nicht gut geregelt ist, und welche Methoden wirklich effektiv sind, wenn man aufhören möchte. Die gute Nachricht ist: Bis ins Alter hinein bringt es statistisch gesehen eine deutliche Verlängerung des Lebens, wenn auch langjährige Raucher mit dem Rauchen aufhören.
Zuletzt sprechen sie darüber, dass ab April alle starken Raucher ein jährliches Lungenkrebsscreening absolvieren können, um
COPD-Patienten bekommen schlecht Luft und leiden unter starkem Husten, da die Krankheit die Atemwege verengt und Lungengewebe zerstört. Der größte Risikofaktor ist jahrelanges Rauchen, auch in der passiven Form. Claus Franz Vogelmeier, Direktor der Klinik für Pneumologie am Uniklinikum Marburg, warnt im Gespräch mit der Ärztin und F.A.S.-Gesundheitsredakteurin Lucia Schmidt daher vor den seit der Coronapandemie gestiegenen Zahlen an jungen Rauchern. Die, die als 12-16-Jährige bereits zur Zigarette greifen, sind besonders gefährdet: Wer früh anfängt zu rauchen, bleibt überdurchschnittlich häufig sein ganzes Leben lang dabei.
Auch der vermeintlich „sichereren“ E-Zigarette kann der Pneumologe nichts abgewinnen. Die Langzeitanwendung sei noch nicht erforscht, mehrere Erkenntnisse über die Auswirkungen der E-Zigarette verhießen nichts Gutes.
Neben dem Rauchen können unter anderem ein genetisches Risiko, eine verschlechterte Lungenreifung und eine Tuberkuloseerkrankung dazu führen, dass ein Mensch COPD entwickelt.
Vogelmeier fordert, dass sich Prävention und Früherkennung verbessern müssen, zum Beispiel im Rahmen des Checkups beim Hausarzt ab dem Alter von 35 Jahren. Zudem wäre ein Lungen Check-up im Alter von 50 sinnvoll, um die Erkrankung möglichst früh zu erkennen. Momentan wird COPD mit Medikamenten behandelt, die man inhaliert und die die Bronchien weiterstellen. Der Pneumologe schaut jedoch auch in die Zukunft und entwirft die Vision einer Präzisionsmedizin, die den natürlichen Verlauf der Krankheit beeinflussen kann.
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