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Die Woche ist voll und die Tage eng getaktet. Für Glaube, Gemeinde oder Gottesdienst fehlt mir die Zeit und die Kraft. Überhaupt ist das Ganze mit dem Glauben wenig alltagstauglich, oder?
"Das ganze Leben des Menschen steht im beständigen Widerspruch zu dem, was er als seine Pflicht erkannt hat. In jedem Lebensbereich handelt er im Ungehorsam und Gegensatz zu dem, was ihm das Gewissen und der gesunde Menschenverstand befiehlt." ( Leo Tolstoi) Ist die Hoffnung auf eine bessere Welt somit utopisch oder realistisch?
Wer schon mal in einer Gemäldegalerie war, weiß, dass Bilder sehr verschieden interpretiert werden können. Entscheidend sind dabei der persönliche Hintergrund sowie die Intension des Künstlers. Je mehr über die Intension bekannt ist, je treffender kann das Werk interpretiert werden. Dasselbe gilt für die Kreuzigung Jesu. Ohne biblisches Hintergrundwissen sind Fehlinterpretationen und Missverständnisse vorprogrammiert.
Bezüglich Verkauf, Verbreitung und Wirkung schlägt die Bibel jedes andere Buch. Sie ist der ungeschlagene Bestseller. Auch was die Qualität der Überlieferung angeht, kann kein anderes antikes Buch mithalten. Trotzdem steht sie oft verstaubt im Schrank.
Es ist vieles wichtig, aber nicht alles existentiell. Was existentiell ist zeigt sich häufig erst in Krisen. So war beispielsweise am Anfang der Coronazeit Toilettenpapier plötzlich sehr wertvoll. Vorher hätte das niemand gedacht. Wir neigen dazu, die wirklich existentiellen Dinge schnell aus dem Blick zu verlieren. Gott und Jesus nicht.
Vom Kommen eines neuen Reiches zu sprechen ist heutzutage mindestens missverständlich. Trotzdem geht es im „Vater unser“ gerade darum. Wir bitten darin: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Wichtig ist, das Reich Gottes nicht mit einem uns bekannten Weltreich zu verwechseln. Denn sein Reich ist nicht von dieser Welt.
Ein guter Name ist in unserer Welt Geld wert. Bei vielen Produkten zahlt man den Namen mit. Name und Produkt sind untrennbar verbunden. Bei Personen ist das nicht anders. Wird der Name von jemandem in den Schmutz gezogen, wird damit die Person in den Schmutz gezogen. Wird der Name als guter Name geführt und gehandelt, ist auch die Person entsprechend geehrt. Im "Vater unser" wird derselbe Zusammenhang vorausgesetzt.
Das "Vater unser" ist nicht nur ein persönliches Gebet Jesu, sondern ein genereller Leitfaden für Gebet. Entscheidend ist, es tatsächlich aus der Perspektive Jesu zu verstehen und anzuwenden.
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