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Als plastischer Chirurg hat Jens in den letzten 5 Jahren über 2000 Konsultationen und zahlreiche Operationen mit transgender Patienten durchgeführt. In dieser Folge spricht er Tacheles. Die medizinische Definition von Transgender bezeichnet in erster Linie die Inkongruenz zwischen dem genetischen Phänotyp einer Person, also ihrem äusserlichen Erscheinungsbild, und ihrer Geschlechtsidentität. Aber davon gibt es viele verschiedene Spielarten mit unterschiedlichen Folgen für die Betroffenen. Transgender sind auch kein neuzeitliches Phänomen, aber der Zeitgeist spielt trotzdem eine Rolle: Das Problembewusstsein hat mit der Verbreitung des Begriffs "Transgender" und dem allgemeinen Hang zur Pathologisierung von physischen und psychischen Zuständen zugenommen. Die Behandlung von Transgender wirft auch grosse ethische Fragen auf: Gibt es genug wissenschaftliche Evidenz dafür, dass die Massnahmen - von Psychotherapie über Hormonbehandlungen bis zur Operation - wirksam sind? Sind wir als Gesellschaft dazu bereit, dafür die entsprechenden finanziellen Mittel einzusetzen? Und was bedeutet in diesem Zusammenhang psychisches und physisches Leid?
Aus aktuellem Anlass unterhalten sich Simon und Jens über Geld, Reichtum, Ungleichheit, finanzielle Unabhängigkeit und exzentrische Milliardäre. Wie steht es um den Sozialvertrag in der Schweiz und in den USA? Und wie um die soziale Mobilität? Aus US-Sicht erscheint die Schweiz als utopischer Hort des gesellschaftlichen Friedens. Amerika verliert im Vergleich dazu langsam die Kontrolle über die Ungleichheit. Jens beobachtet in Portland eine neue Zurückhaltung, die mehr mit Angst vor sozialem Backlash, als mit Bescheidenheit zu tun hat. In der Schweiz hingegen nimmt das eigene Problembewusstsein Dimensionen an, die weit über das Ziel hinausschiessen. Der schrille Umverteilungswahlkampf ist ein Anzeichen dafür, wie die eigenen Privilegien die Sicht vernebeln. Viel wichtiger für den sozialen Zusammenhalt ist aber die Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft.
Simon und Jens unterhalten sich über Culture Shock, Heimatgefühl, Freundschaften und die neue Europäisierung Amerikas. Was braucht es, um in einer neuen Kultur wirklich heimisch zu werden? Was hat es mit dem Klischee der oberflächlichen USA auf sich? Und ist die vornehme schweizerische Zurückhaltung wirklich ehrlicher? Nicht nur kulturelle Nuancen spielen eine Rolle, sondern auch die gewaltigen Unterschiede in der Geographie. Simon und Jens sind sich einig: Zwischenmenschliche Beziehungen entscheiden darüber, ob wir an einem Ort verweilen wollen, nicht das politische System oder die Parteizugehörigkeit des Präsidenten.
Simon und Jens wärmen sich für ihren transatlantischen Dialog auf und graben dazu in der Vergangenheit. Warum hat Simon eine Affinität für Amerika entwickelt? Wie ist Jens als Chirurg in Portland gelandet? Und was bringt ein transatlantischer Dialog zwischen einem Auslandschweizer und einem Heimwehamerikaner?
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