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„Schild und Schwert der Partei“ – so verstand sich das Ministerium für Staatssicherheit selbst. Die Stasi steht bis heute wie kaum eine andere Institution für Überwachung, politische Verfolgung und Repression in der DDR. Doch was für eine Sicherheitsbehörde war sie eigentlich? Nachrichtendienst, Geheimpolizei, Strafverfolgungsbehörde – oder alles zugleich?
Ein Blick auf ihre Geschichte führt überraschenderweise zunächst zur Kriminalpolizei und zeigt, wie eng nachrichtendienstliche Informationsgewinnung und polizeiliche Befugnisse im Sicherheitsapparat der DDR miteinander verbunden waren.
Wir fragen deswegen:
Klar wird: Die Geschichte der Stasi erzählt nicht nur von Überwachung und Repression. Sie zeigt auch, welche Macht entstehen kann, wenn geheime Informationsgewinnung und polizeiliche Eingriffsbefugnisse in einer Institution zusammenkommen – und wirft damit die Frage auf, wie staatliche Sicherheitsmacht organisiert und begrenzt werden sollte.
Weiterführende Literatur
Dümmel, Karsten (2014): „Schild und Schwert der SED“ – Was war die Stasi?, in: Karsten Dümmel & Melanie Piepenschneider (Hrsg.): Was war die Stasi? Einblicke in das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. 5. Überarb. Aufl., Sankt Augustin/Berlin: Konrad Adenauer Stiftung, 11-15.
Höffner, Volker (2019): Im Spannungsfeld von Kooperation und Überwachung. Die DDR-Volkspolizei und die Stasi, in: Lernen aus der Geschichte – Magazin vom 24.04.2019, 4-15.
Schneider, Nora (2019): Das Gebot der Trennung von Polizei und Nachrichtendiensten im Spannungsfeld von Freiheitsschutz und effektiver Gefahrenabwehr - eine Bewertung des Sicherheitssystems und der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Antiterrordatei vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohungslage, Berlin: Lang.
"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.
Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll.
Wir freuen uns über Kommentare, Themenvorschläge und Anregungen!
Datenschutzerklärung: https://www.dhpol.de/datenschutz.php
Ferne Front, neue Polizei? Der „Korea-Effekt“ in Deutschland
2026 können die Bereitschaftspolizeien und die Bundespolizei auf 75 Jahre Geschichte zurückblicken. Ihre Entstehung führt zurück in die frühen Jahre des Kalten Krieges – und zu einem Konflikt, der tausende Kilometer von Deutschland entfernt stattfand: dem Koreakrieg (1950-1953).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland bewusst entmilitarisiert. Doch nur wenige Jahre später entstanden mit Bereitschaftspolizei und Bundesgrenzschutz (1951) sowie der Kasernierten Volkspolizei (1952) erneut schwer bewaffnete und kasernierte Verbände.
Wir fragen deswegen:
Klar wird: Die Gründungsgeschichte von Bereitschaftspolizei und Bundespolizei lässt sich nicht allein mit Blick auf Deutschland erzählen. Der sogenannte „Korea-Effekt“ macht sichtbar, wie vermeintlich weit entfernte Konflikte die Aufgaben und Strukturen von Sicherheitsbehörden prägen können – damals wie heute.
Stöver, Bernd (2021): Geschichte des Koreakriegs. Schlachtfeld der Supermächte und ungelöster Konflikte, 4., akt. Aufl., München: C.H. Beck.
Bastian, Daniell (2010): Westdeutsches Polizeirecht unter alliierter Besatzung (1945-1955). Tübingen: Mohr Siebeck.
Köhler, Lars (2022): Soldatenspielerei - die Aufstellung des Bundesgrenzschutzes im Spannungsfeld zwischen Bundespolizei und Ersatzarmee. Hamburg: Verlag Dr. Kovač.
Diedrich, Torsten & Wenzke, Rüdiger (2003): Die getarnte Armee: Geschichte der kasernierten Volkpolizei der DDR 1952 bis 1956. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Berlin: Links.
"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.
Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll.
Wir freuen uns über Kommentare, Themenvorschläge und Anregungen!
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Heute schützt die Polizei selbstverständlich CSDs und begleitet Demonstrationen queerer Communities. Weit über ein Jahrhundert hinweg war sie jedoch Teil einer Verfolgungspraxis, die schwule Männer kriminalisierte, überwachte und aus dem öffentlichen Leben verdrängte.
Die Grundlage dafür bildete der §175, der seit 1871 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Besonders im Nationalsozialismus entwickelte sich daraus ein System systematischer Verfolgung durch Kriminalpolizei und Gestapo mit vielen Todesopfern.
Diese Folge fragt deshalb:
Klar wird: Die lange Geschichte des §175 wirkt bis in die Gegenwart hinein und macht deutlich, warum der Schutz queerer Communities und ihrer Sichtbarkeit heute eine besondere Verantwortung professionellen polizeilichen Handelns darstellt.
Lücke, Martin; Mangold, Anna Katharina (2023): Verfolgung, Widerstand, Selbstbestimmung: zur Geschichte und Gegenwart queerer Menschen in Deutschland. Göttingen: Wallstein Verlag.
Munier, J. Noah (2026): Paragraf 175 StGB in der jungen Bundesrepublik - Verfolgung und staatliche Repression: Baden-Württemberg im Fokus eines sich wandelnden Sexualitätsdiskurses 1945-1969. Freiburg: wbg Academic.
Zinn, Alexander (Hrsg.) (2020): Homosexuelle in Deutschland 1933-1969: Beiträge zu Alltag, Stigmatisierung und Verfolgung, Göttingen: Verlag: V & R unipress.
Dobler, Jens (2020): Polizei und Homosexuelle in der Weimarer Republik: zur Konstruktion des Sündenbabels, Berlin: Metropol.
"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.
Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll.
Wir freuen uns über Kommentare, Themenvorschläge und Anregungen!
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Im März 1933 sucht der jüdische Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel das Münchener Polizeipräsidium auf, um sich im Namen seines ebenfalls jüdischen Mandanten zu beschweren und seine Entlassung aus der Schutzhaft zu erwirken – und wird stattdessen von Polizeibeamten misshandelt und öffentlich gedemütigt.
Die Folge nimmt das berühmte Foto seines „Prangermarschs“ zum Ausgangspunkt und fragt:
Deutlich wird: Der Fall Siegel macht sichtbar, wie schnell sich die Grenzen dessen verschieben können, was in einer Gesellschaft als legitim und rechtens gilt – und welchen Einfluss die Polizei darauf haben kann.
Michael C. Binert, Lars Lüdicke (Hrsg.) (2020): Preußen zwischen Demokratie und Diktatur. Die Durchsetzung der NS-Herrschaft in den Zentren und der Peripherie, 1932-1934, Berlin: Be.bra Wissenschaft Verlag.
Longerich, Peter (2007): "Davon haben wir nichts gewusst!". Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945, 4. Aufl., München: Pantheon.
Schuhmacher, Martin (2021): Ausgebürgert unter dem Hakenkreuz. Rassisch und politisch verfolgte Rechtsanwälte, Münster: Aschendorff.
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Dieser Beitrag nimmt am Wettbewerb Fast Forward Science 2026 teil!
Viele würden heute antworten: Nicht mehr.
Frauen arbeiten inzwischen in Deutschland in allen Bereichen der Polizei. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: ihr Weg dorthin war alles andere als einfach.
Diese Folge zeichnet die bewegte Geschichte von Frauen in der Polizei seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts nach und fragt:
Wie prägten Geschlechtervorstellungen die ersten Einsatzbereiche für Frauen in der Polizeiarbeit?
Klar wird: Die Integration von Frauen in die Polizei ist eine Geschichte von gesamtgesellschaftlichen und innerpolizeilichen Auseinandersetzungen und Widerständen – und von starken Frauen, die sich davon nicht haben aufhalten lassen.
Arendt, Henriettte (1910):_ Erlebnisse einer Polizeiassistentin_. München: Süddeutsche Monatshefte.
Barthel, Christian & Puglisi, Claudia (Hrsg.) (2022): Sexualität und Macht in der Polizei. Eine multiperspektivische Fallanalyse, Wiesbaden: Springer Fachmedien.
Blum, Bettina (2012): Polizistinnen im geteilten Deutschland. Geschlechterdifferenz im staatlichen Gewaltmonopol vom Kriegsende bis in die siebziger Jahre, Essen: Klartext-Verlag.
Nienhaus, Ursula (1999):_ "Nicht für eine Führungsposition geeignet…": Josephine Erkens und die Anfänge der weiblichen Polizei in Deutschland 1923 – 1933_. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Deutsche Hochschule der Polizei. Universität der Polizeien des Bundes und der Länder (2024)
Antidiskriminierungsstelle des Bundes / Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (2025).
Gesellschaft für Freiheitssrechte (2025)
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Anlässlich des 2026 erstmals begangenen Tages der Demokratiegeschichte richtet diese Folge den Blick auf den 18. März als Datum umkämpfter Demokratie in Deutschland. Der Tag erinnert an historische Momente, in denen die demokratische Ordnung nicht selbstverständlich war, sondern verteidigt oder neu erkämpft werden musste.
Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Kapp-Putsch von 1920, ein Putschversuch rechtsgerichteter Militärs, Freikorps und ziviler Unterstützer gegen die noch junge Weimarer Demokratie, der erst durch einen reichsweiten Generalstreik der Zivilbevölkerung zum Scheitern gebracht wurde.
Wie kam es zu dem Putsch und welche politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen machten ihn möglich?
Die Folge ordnet den Kapp-Putsch historisch ein und zeigt, wie staatliche Institutionen in demokratischen Krisen handeln – oder nicht handeln. Am Beispiel der Polizei wird deutlich, warum Neutralität nicht zwingend eine unpolitische Haltung ist und weshalb Fragen nach demokratischer Verantwortung bis heute relevant bleiben.
Weiterführende Literatur:
Platt, Martin (Hrsg.) (2024): Auf der Suche nach Sicherheit? Die Weimarer Republik zwischen Sicherheitserwartungen und Verunsicherungsgefühlen, Stuttgart: Franz Steiner Verlag.
Gietinger, Klaus (2020): Kapp-Putsch: 1920 - Abwehrkämpfe - Rote Ruhrarmee. Stuttgart: Schmetterling Verlag, 2020.
Leßmann-Faust (2012): Die preußische Schutzpolizei in der Weimarer Republik: Streifendienst und Straßenkampf. Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft.
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Dieser Beitrag nimmt am Wettbewerb Fast Forward Science 2026 teil!
Was hat der Tod von George Floyd mit Polizeigeschichte zu tun? In dieser Folge blicken wir hinter das Ereignis von 2020 und ordnen den Fall historisch ein:
Warum wurde gerade der Fall George Floyd zu einem weltweiten Symbol?
Wir zeichnen zentrale Linien von den Slave Patrols über die Jim-Crow-Ära bis in die Gegenwart nach und zeigen institutionelle Routinen, Deutungsmuster und Machtverhältnisse auf, die über Generationen hinweg fortwirken.
Hinton, Elizabeth (2021): America on Fire. Rassismus, Polizeigewalt und die Schwarze Rebellion seit den 1960ern, Karl Blessing Verlag.
Hunold, Daniela; Singelnstein, Tobias (2022): Rassismus in der Polizei: Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, Wiesbaden: Springer Nature.
Black Past: Racial Violence in the United Stated since 1526
Deutsche Hochschule der Polizei. Universität der Polizeien des Bundes und der Länder (2024)
Antidiskriminierungsstelle des Bundes / Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (2025).
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhang (2026)
Spencer Piston, Kaneesha R. Johnson, Selma Hedlund, Chas Walker (2025)
Brennan Center for Justice (2021).
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Dieses Foto aus dem Jahr 1933 zeigt einen Schutzpolizisten und einen SS-Mann nebeneinander – ein Bild, das mehr ist als ein Zufallsmoment. Es markiert den Beginn eines Prozesses, in dem Polizei und SS Schritt für Schritt immer enger miteinander verschmelzen.
Welche Botschaft sollte dieses gemeinsame Auftreten 1933 vermitteln?
Diese Folge untersucht, wie aus zwei getrennten Akteuren ein politisch gesteuerter Sicherheitsapparat entstand – und wie die Polizei dadurch ihre Bindung an rechtsstaatliche Prinzipien verlor und zu einem Werkzeug nationalsozialistischer Gewalt wurde.
Paul, Gerhardt; Wildt, Michael (2022): Nationalsozialismus: Aufstieg - Macht - Niedergang – Nachgeschichte. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung.
Die Polizei im NS-Staat: Beiträge eines internationalen Symposiums an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster / Wolfgang Schulte (Hrsg.). Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft, 2009.
Vera, Antonio (2019): Von der 'Polizei der Demokratie' zum 'Glied und Werkzeug der nationalsozialistischen Gemeinschaft': Die Polizei als Instrument staatlicher Herrschaft im Deutschland der Zwischenkriegszeit (1918-1939). Baden-Baden: Nomos, 2019.
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