(Bildquelle: Getty / China News Service)
Durch Fortschritte in Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotik drohen Millionen von Jobs in Deutschland und auf der ganzen Welt bis 2030 zu verschwinden. Betroffen dürften vorrangig repetitive Tätigkeiten sein. Roboter bedienen Kassen im Supermarkt, KI schreibt Code für Programme und Drohnen stellen Pakete zu.
Nachfolgend zeigen wir euch betroffene Berufe und liefern eine Erklärung, warum sie der Technologie weichen müssen. Vielleicht ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, Skills wie Kreativität und Problemlösung zu schärfen und sich auf die neue Job-Ära vorzubereiten. Denn auch wenn viele Jobs wegfallen, können mindestens ebenso viele neue entstehen.
Kassierer im Einzelhandel(Bildquelle: Getty / VCG)
Ein Kassierer im Einzelhandel scannt Waren, wickelt Zahlungen ab, gibt Wechselgeld heraus oder bearbeitet Reklamationen. Es gibt gleich mehrere Gründe, warum dieser Job bis 2023 vollständig verschwinden könnte. Die größte Bedrohung für klassische Kassierer dürften Self-Checkout-Systeme sein, die schrittweise in Supermärkten Einzug erhalten.
Auch mobile Zahlungs-Apps wie Apple Pay oder Amazon Go werden immer beliebter und machen die Tätigkeiten eines Kassierers überflüssig. Laut Forbes wird ein Stellenrückgang von etwa 11 Prozent erwartet. Auch wer in den vergangenen Jahren Fast-Food-Ketten wie McDonald’s besucht hat, stand eher sogenannten Bestell-Terminals gegenüber. Das Personal hinter der Theke wird immer weiter eingeschränkt.
Taxi- und Uberfahrer(Bildquelle: Getty / Patrick T. Fallon)
Taxifahrer transportieren ihre Fahrgäste sicher zum gewünschten Ziel, sie planen Routen, kassieren Fahrgelder und helfen beim Verstauen des Gepäcks. Dieser Job hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund von Navigationshilfen oder der Einführung von Uber in Deutschland stark verändert. Bis 2023 könnten diese Berufe gänzlich verschwinden.
In den USA ist autonomes Fahren weit fortgeschritten und bereits im Einsatz. Auch in Deutschland werden selbstfahrende Taxis ohne menschliche Fahrer nur eine Frage der Zeit sein. Unternehmen wie Waymo, Tesla und Cruise schicken bereits Robotaxis auf amerikanische Straßen und auch Ride-Sharing-Dienste wie Uber setzen auf fahrerlose Autos, um Kosten zu sparen.
Bankangestellte und Schalterkunden(Bildquelle: Getty / Adam Berry)
Bankangestellte am Schalter beraten Kunden der Bank bei Fragen zu Konten, Krediten oder Sparplänen. Sie führen Ein- und Auszahlungen durch, bearbeiten Überweisungen, wechseln Geld und geben Hilfe bei Formularen. Für Jobs wie diese wird ein Stellenrückgang von 15 Prozent erwartet, da die Digitalisierung weiter voranschreitet.
Schon seit einigen Jahren nutzen immer mehr Menschen Online-Banking-Apps oder mobile Zahlungsdienste wie Apple Pay oder Google Pay. Einige Neobanken wie N26 oder DKB operieren sogar schon lange ohne Filialen. Oft sind günstigere Konditionen die Folge, da diese filiallosen Banken viele Kosten für Miete und Personal sparen. Einige traditionelle Banken liefern mit KI-Chatbots Abhilfe bei Transaktionen.
Telemarketer(Bildquelle: IMAGO / Zoonar)
Telemarketer kontaktieren Kunden per Telefon und bieten ihnen Produkte oder Dienstleistungen an. Sie führen Verkaufsgespräche, bearbeiten Einwände, qualifizieren Leads und dokumentieren ihre Kontakte in CRM-Systemen. Künstliche Intelligenz dürfte der Grund sein, warum es diese Jobs bis 2030 nicht mehr geben wird.
Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-Chatbots im Service und sogar automatisierte Anrufsysteme sind keine Seltenheit mehr. Für unaufgeforderte Verkaufsanrufe kommen Google Dialogflow oder Amazon Lex, die Anrufe effizienter, personalisierter und rund um die Uhr durchführen. Das senkt Kosten, erleichtert die Datenanalyse und vermeidet potenziell menschliche Fehler.
Buchhalter und Lohnabrechner(Bildquelle: IMAGO / Zoonar)
Buchhalter führen Buchungen durch, erstellen Bilanzen und Jahresabschlüsse, prüfen Rechnungen, beraten zu Steuerfragen und unterstützen bei finanziellen Entscheidungen. Lohnabrechner haben ganz ähnliche Aufgaben mit Fokus auf der Berechnung von Gehältern, Abzügen oder Sozialversicherungen.
Der Grund, warum es diese Jobs vermutlich bald nicht mehr geben dürfte, sind Künstliche Intelligenz und Cloud-Software. Repetitive Aufgaben wie Buchungen, Rechnungsprüfungen oder Lohnabrechnungen werden von KI-Tools und RPA (Robotic Process Automation) übernommen. Buchhaltungssoftware wie Lexware oder SAP S/4HANA kann solche Prozesse vollständig automatisieren.
Postboten und Sortierer(Bildquelle: IMAGO / Martin Wagner)
Postboten stellen Briefe, Pakete und Zeitungen zu, prüfen Adressen und kümmern sich um Einschreiben. Ein Sortierer trennt Sendungen nach Postleitzahlen, bedient Maschinen, leert Fächer und scannt Pakete in Logistikzentren. Auch wenn das schwer vorstellbar ist, dürften diese Jobs bald von der Technik erledigt werden.
In Ländern wie den USA, China oder Japan werden Zustellungen per Drohne bereits getestet. Amazon bietet mit Amazon Prime Air sogar einen eigenen Dienst für Lebensmittel und Pakete an. Außerdem wird das Briefvolumen durch E-Mails und Apps für digitale Post reduziert und KI hilft bei der Programmierung von automatisierten Sortieranlagen.
Rezeptionisten und Sekretäre(Bildquelle: IMAGO / imagebroker)
Rezeptionisten begrüßen ankommende Gäste, vermitteln Anrufe, verwalten Termine, organisieren Post und sind generell die erste Anlaufstelle in Hotels oder Büros. Sekretäre planen Terminkalender, bearbeiten Korrespondenz, protokollieren Meetings und unterstützen Führungskräfte administrativ.
Check-ins, Terminbuchungen oder ähnliche Anfragen können mithilfe von Tools wie Calendly oder Microsoft Teams vollständig automatisiert werden. Auch werden Menschen durch KI-Avatare ersetzt und Sprachassistenten wie Google Duplex übernehmen die Kommunikation. Routinebasierte Aufgaben wie die eines Rezeptionisten haben ein besonders hohes Automatisierungsrisiko.
Zählerableser(Bildquelle: IMAGO / Christian Ohde)
Strom-, Gas-, Wasser- oder Fernwärmezähler in Haushalten oder von Firmen werden von Zählerablesern mithilfe von mobilen Geräten oder Apps überprüft. Sie prüfen Zähler auf Manipulationen oder Defekte und notieren Verbrauchswerte für Abrechnungen. Bei Störungen oder unzugänglichen Zählern gelangen sie in Kontakt mit Kunden.
Der Job des Zählerablesers dürfte bis 2030 verschwinden, denn smarte Zähler, die Verbrauchsdaten automatisch und in Echtzeit übertragen, drängen auf den Markt. In Deutschland sind moderne Zähler seit 2025 ohnehin Pflicht, was die manuelle Ablesung in den meisten Fällen überflüssig macht.
Welche neuen Jobs bis dahin entstehen könnten oder immer wichtiger werden(Bildquelle: IMAGO / Arnulf Hettrich)
Die Digitalisierung und Automatisierung bis 2030 ist kein reines Schreckensszenario. Während repetitive Jobs verschwinden, entstehen viele neue Jobs in der Technologie, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Wer sich anpasst und neue Skills entwickelt, dürfte nach 2030 sogar bessere Chancen auf einen gesicherten Job und eine spannende Karriere haben.
Hier ein paar Jobs, die in der Zukunft an Bedeutung gewinnen könnten oder durch die aktuellen Entwicklungen gar erst entstehen:
- KI-Spezialist oder Machine Learning Engineer: Wohl einer der gefragtesten Jobs in der künftigen Tech-Branche: Systeme trainieren, die andere Berufe vollständig automatisieren.
- Cyber Security Experte: Mit zunehmender Digitalisierung steigt auch der Bedarf an IT-Sicherheitsprofis.
- Data Scientist oder Big Data Analyst: Die Welt besteht immer mehr aus Daten und Unternehmen benötigen Experten, die aus diesen Datenmengen wertvolle Erkenntnisse ziehen.
- Renewable Energy Engineer oder Nachhaltigkeitsberater: Green-Skills werden immer wichtiger und die Transformation zu erneuerbaren Energien treibt Jobs in Solar-, Wind- und Umwelttechnik an.
- UX Designer: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine muss intuitiv gestaltet werden.
- Cloud Engineer und DevOps: Automatisierungen und moderne IT-Infrastrukturen werden künftig unverzichtbar sein.
- Pflegekräfte oder Gesundheitsberufe: Stetig alternde Gesellschaften sorgen für großes Wachstum im Healthcare-Bereich.