(Bildquelle: Midjourney / GIGA)
Dystopische Erzählungen veranschaulichen die möglichen Konsequenzen, wenn Technologie, Autorität oder Furcht die Menschlichkeit beseitigen und die Welt, wie wir sie kennen, völlig umgestürzt wird.
Hier kommen acht Romane, die euch garantiert noch lange beschäftigen werden, und vielleicht ein kleines bisschen anders auf die Welt blicken lassen.
#1 Institut für gute Mütter
Jessamine Chan: Institut für gute Mütter bei Thalia ansehen
Darum geht's: Was passiert, wenn Elternschaft zum Überwachungsprojekt wird? Frida Liu macht einen Fehler, der vielen passieren könnte, und verliert daraufhin das Sorgerecht für ihre Tochter. Um sie zurückzubekommen, muss sie sich in einem staatlichen Trainingsinstitut beweisen, das mit künstlichen Kindern, Kameras und psychologischem Druck arbeitet.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: „Das Institut für gute Mütter“ ist eine erschreckend aktuelle Dystopie über Leistungsdruck, Kontrolle und den gesellschaftlichen Blick auf Mütter. Emotional, beklemmend und trotzdem voller leiser Hoffnung.
#2 The Circle
Dave Eggers: Der Circle bei Hugendubel ansehen
Darum geht's: Mae Holland landet bei „The Circle“, einem Tech-Unternehmen, das alles miteinander vernetzt und Transparenz zum höchsten Gut erklärt. Anfangs ist sie begeistert: kostenloses Essen, smarte Tools und ein berauschendes Gemeinschaftsgefühl. Doch je mehr sie sich auf die Firmenideale einlässt, desto stärker verliert sie ihre Privatsphäre.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: Dave Eggers zeigt, wie aus digitalem Komfort ein totaler Kontrollstaat wird. Eine moderne Warnung vor der Sehnsucht nach Anerkennung und der Angst, offline zu sein.
Wenn euch „The Circle” gefallen hat, könnt ihr direkt mit der Fortsetzung „Every” weitermachen. Hier wird das mächtige Unternehmen von einer Technikskeptikerin infiltriert. Ihr Ziel: das Monopol zu Fall bringen und die Menschheit von der allumfassenden Überwachung befreien. Leider gestaltet sich dieses Unterfangen jedoch schwieriger als erwartet...
Dave Eggers: Every bei Amazon ansehen
#3 Vox
Christina Dalcher: Vox bei Amazon ansehen
Darum geht's: In Christina Dalchers Welt dürfen Frauen nur noch hundert Wörter am Tag sprechen. Wer mehr sagt, bekommt einen Stromschlag. Dr. Jean McClellan, einst erfolgreiche Linguistin und Mutter einer kleinen Tochter, erlebt, wie aus Gleichgültigkeit ein autoritäres Regime entsteht, und beschließt, nicht länger zu schweigen.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: „Vox“ ist eine rasante, feministische Dystopie, die sich liest wie eine Mischung aus „The Handmaid’s Tale“ und Thriller. Wütend machend, spannend und leider gar nicht so abwegig.
„Vox” ist übrigens nicht der einzige dystopische Roman von Christina Dalcher, der einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt. „Q” handelt von einer Zukunft, in der das Schicksal eines jeden von einer einzigen Zahl bestimmt wird. „Vita” beleuchtet hingegen das Thema Todesstrafe von einer neuen Seite und stellt die Frage: Sollte man je ein Urteil sprechen, das man niemals zurücknehmen kann?
#4 Die neue Wildnis
Diane Cook: Die neue Wildnis bei Hugendubel ansehen
Darum geht's: Die Luft in der Stadt ist giftig, das Leben dort kaum noch möglich. Bea und ihre Tochter Agnes schließen sich einem staatlichen Experiment an und ziehen in die letzte unberührte Wildnis. Anfangs wirkt alles befreiend – kein Lärm, keine Regeln –, doch das Überleben in der Natur fordert sie schon bald heraus.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: Diane Cook erzählt eindringlich davon, wie eng Mensch und Natur miteinander verbunden sind. Poetisch, roh und sehr gegenwärtig.
#5 Die Straße
Cormac McCarthy: Die Straße bei Amazon ansehen
Darum geht's: Eine zerstörte Welt, ein Vater und sein Sohn auf der Suche nach Sicherheit. Gemeinsam ziehen sie durch eine postapokalyptische Landschaft aus Asche, Hunger und Angst vor anderen Überlebenden. Ihr Ziel ist der Süden, wo sie ein wenig bessere Lebensbedingungen vermuten. Aber stirbt die Hoffnung wirklich zuletzt?
Deshalb können wir das Buch empfehlen: „Die Straße“ ist kein typischer Endzeitroman, sondern eine Geschichte über Liebe, Menschlichkeit und das Festhalten am Guten, wenn alles verloren scheint. McCarthy schreibt klar, fast karg, und genau das macht die Geschichte so intensiv. Ein stilles, tiefgehendes Buch, das lange nachhallt.
#6 Die Vorhersage
Nikki Erlick: Die Vorhersage bei Thalia ansehen
Darum geht's: Eines Morgens erhält jeder Mensch eine kleine Box mit einem Faden darin, der die eigene Lebenszeit anzeigt. Manche wollen wissen, wie lang ihrer ist, andere nicht. Schnell verändert diese Entdeckung alles: Beziehungen, Politik und sogar den Glauben.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: „Die Vorhersage“ ist weniger düster als viele andere Dystopien, dafür umso nachdenklicher. Es geht um die Frage, was wir mit unserem Leben anfangen, wenn wir vor Augen gehalten bekommen, wie endlich es ist. Und ob wir nicht lieber in Unwissenheit schwelgen.
#7 Der Würfel
Bijan Moini: Der Würfel bei Amazon ansehen
Darum geht's: In Bijan Moinis Zukunftswelt sorgt ein allmächtiger Algorithmus für Sicherheit und Gerechtigkeit. Straftaten, Armut, Zufälle – all das scheint überwunden. Doch der Preis dafür ist die totale Überwachung. Der junge Taso beginnt am System zu zweifeln und gerät in ein Netz aus Manipulation und Macht.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: „Der Würfel“ verbindet Technologie, Philosophie und Spannung zu einer Dystopie, die in Deutschland spielt, und erschreckend real wirkt.
#8 Die Stadt der Blinden
José Saramago: Die Stadt der Blinden bei Hugendubel ansehen
Darum geht's: Mitten im Straßenverkehr erblindet plötzlich ein Mann – und kurz darauf die ganze Stadt. Nur eine Frau behält ihr Augenlicht und versucht, in einem System aus Chaos und Gewalt die Menschlichkeit zu bewahren.
Deshalb können wir das Buch empfehlen: Saramagos Roman ist keine einfache Lektüre, aber eine zutiefst beeindruckende Parabel über Zivilisation und Moral. Eine Geschichte, die zeigt, wie dünn der Schleier zwischen Ordnung und Anarchie wirklich ist.
Auch zu Saramagos experimentellem Roman gibt es eine Fortsetzung: In „Die Stadt der Sehenden“ stoßen die „weißen Blinden“ eine Revolution an, die die bestehende Regierung plötzlich handlungsunfähig macht und zu diktatorischen Maßnahmen greifen lässt.