(Bildquelle: IMAGO / YAY Images / Bearbeitung GIGA)
Beim Wocheneinkauf an der Kasse stehen und den vollen Wagen einfach mit digitalem Guthaben bezahlen – ohne Bankkarte oder Bargeld? Was im Supermarkt oder beim Online-Riesen wie Science-Fiction klingt, klappt im Alltag überraschend einfach. Man muss nur den richtigen Kniff kennen.
Die meisten kaufen sich Bitcoin, weil sie hoffen, dass der Wert steigt und sie dadurch Gewinne erzielen können. Dabei geht fast ein wenig unter, dass man inzwischen mit Bitcoin bezahlen kann. Viele Unternehmen machen es bereits seit einigen Jahren so vor, aber auch kleinere Geschäfte akzeptieren inzwischen Bitcoin und andere Kryptowährungen.
Im Vergleich zu den USA liegt Deutschland bei der Akzeptanz von Bitcoin noch ein wenig zurück. Zunächst stellen wir euch einige der bekannteren Marken vor, bei denen ihr mit Bitcoin bezahlen könnt.
Mit Bitcoin bezahlen: Welche Unternehmen bieten es an?
Bei diesen Unternehmen ist Bitcoin als Zahlungsmethode integriert:
- PayPal: In den USA können Nutzer ihr PayPal-Guthaben auch mit Bitcoin befüllen. Der Online-Bezahlriese PayPal bietet die Möglichkeit, sein Konto mit einer Kreditkarte oder einem Bankkonto zu verknüpfen. Bei der „Checkout with Crypto“-Option kann Bitcoin neben anderen Kryptowährungen direkt im Bezahlprozess ausgewählt werden.
- Microsoft: Beim bekannten Softwarehersteller Microsoft könnt ihr einige Services wie Xbox Live und Skype online per Kryptowährung bezahlen. Die Option bietet Microsoft schon seit 2014, zwischenzeitlich wurde sie aber aufgrund von Sicherheitsbedenken eine Weile auf Eis gelegt.
- Overstock: Der US-amerikanische Möbelhändler war der erste große Einzelhändler, der 2014 Bitcoin als Zahlungsmittel eingeführt hat. Kunden in den USA können also Bitcoin und andere Kryptowährungen beim Checkout auswählen.
- AT&T: Rechnungen des Mobilfunkanbieters können mit Bitcoin über BitPay beglichen werden.
Spenden mit Bitcoin
Spenden mit Bitcoin gelten als praktisch und unkompliziert, weil ihr weltweit anonym gemeinnützige Organisationen unterstützen könnt. Herkömmliche Zahlungsmethoden sind da oft eingeschränkt. So spart ihr euch auch die Überweisungsgebühren, wenn ihr Geld ins Ausland sendet.
- Wikipedia: Auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia nimmt Spenden in Bitcoin via Bitpay entgegen.
- Mozilla: Der Internetbrowser Firefox ist zwar eigentlich kostenlos. Wenn ihr wollt, könnt ihr aber eine Kleinigkeit spenden – und zwar auch in der Kryptowährung Bitcoin über BitPay.
- Save the Children: Diese internationale Hilfsorganisation setzt sich weltweit für die Rechte und den Schutz von Kindern ein.
- The Water Project: Die Organisation setzt sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern ein.
Urlaub bezahlen mit Kryptowährung
Einige Anbieter für Flüge und Hotels bieten die Zahlung mit Bitcoin an, um euch als technikaffine Zielgruppe anzusprechen. Die Bezahlung ist einfach und ihr spart euch Währungsumrechnungen oder Kreditkartengebühren. Das wird nämlich über externe Dienstleister geregelt, die den Bitcoin-Betrag sofort in Euro oder eine andere Währung umwandeln, sodass auch für die Anbieter kaum Risiko durch Kursschwankungen entsteht.
- Expedia bietet seit 2018 keinen direkten Bitcoin-Support mehr. Über Partnerschaften könnt ihr teilweise aber immer noch mit Bitcoin bezahlen. Auf der US-amerikanischen Seite ist es allerdings weiterhin möglich.
- Travala ist eine Plattform für Flug- und Hotelbuchungen, bei der ihr mit Bitcoin bezahlen könnt.
- AirBaltic ist eine lettische Fluggesellschaft, die Zahlungen mit Bitcoin unterstützt.
- 9Flats: Die App funktioniert wie Airbnb. Ihr bucht eine Unterkunft von Privatpersonen und könnt diese in Bitcoin bezahlen.
- AO Hostels: Auch Übernachtungen in AO Hostels lassen sich per Bitcoin buchen.
Kein Bitcoin: Diese Unternehmen sind nicht dabei
Daneben gibt es auch zahlreiche Firmen, bei denen man nicht oder nicht mehr mit Bitcoin bezahlen kann. Greenpeace hat die Bezahloption für Spenden zum Beispiel aufgrund des enormen Energieverbrauchs beim „Bitcoin Mining“ wieder eingestellt.
Im Fall des weltgrößten Online-Händlers Amazon besteht etwa eine große Nachfrage, allerdings sieht es aktuell nicht so aus, als ob das in näherer Zukunft möglich ist. Doch dass Amazon Bitcoin in seine Bezahloptionen aufnehmen könnte, scheint nicht vollends ausgeschlossen.
In einem Interview nennt auch Jamie Iannone, Vorstandschef von eBay, die Einführung von Bitcoin als Option für eBay als möglich. Der digitale Spielehändler Steam ging den umgekehrten Weg. Eine Bezahlung mit Bitcoin war zeitweise möglich – inzwischen wurde die Option wieder entfernt. Tesla hat Bitcoin ebenfalls lange Zeit akzeptiert, pausiert aktuell aber die entsprechende Option. Eine Fortführung ist aber in Planung.
Begründung: Die Währung sei zu instabil und es gebe technische Hürden. Ähnlich sieht es bei den Hardware-Händlern Dell und Alienware aus.
Indirekt mit Bitcoin bezahlen: Der Gutschein-Trick
Ein einfacher Weg, um mit Bitcoin zu bezahlen ist es, Gutscheine bei Bitrefill zu kaufen. Ihr nutzt Bitcoin, obwohl der Händler selbst keine Kryptowährungen akzeptiert.
Damit könnt ihr indirekt bei großen Marken zahlen:
- Amazon
- Media Markt
- Zalando
- Apple
- Netflix
- Lieferando
- Rewe
- Steam
- Kaufland
- Apple und viele mehr
» Video ansehen: Bitcoin - Wie seriös ist das?
Bitcoin in Restaurants und lokalen Geschäften
Eine vollständige Liste mit Orten, an denen man mit Bitcoin bezahlen kann, gibt es nicht. In der BTC Map könnt ihr euch Geschäfte, Dienstleister und Restaurants weltweit anzeigen lassen, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.
Auch abseits der großen Marken und der Bundeshauptstadt Berlin gibt es in Deutschland zahlreiche Firmen und Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren. Bei vielen davon handelt es sich um kleine oder mittelgroße Betriebe. Die Auswahl ist ziemlich groß und im Prinzip ist so gut wie alles vertreten.
Zur BTC Map
Von Arztpraxen, Druckereien, Rechtsanwälten, Speditionen bis zu Musikschulen: Irgendwo gibt es immer einen Betrieb, der Bitcoin akzeptiert. In der Bitcoin-Karte könnt ihr stöbern und Orte abchecken, die Bitcoin bals Zahlungsmittel vor Ort akzeptieren. Hier findet ihr in ganz Deutschland verteilt verschiedene Stellen.
Beispiel in Deutschland: Berlin
Gerade die deutsche Hauptstadt Berlin hat sich hierzulande zum echten Mekka für Anhänger von Kryptowährungen entwickelt. Eigentlich kein Wunder, wenn man die zahlreichen Tech-Start-Ups bedenkt, die hier wie Pilze aus dem Boden schießen.
Zu den bekanntesten Läden zählte das Room 77 im Szeneviertel Kreuzberg. Es handelte sich um eine der ersten Bars weltweit, in der Bitcoin akzeptiert wurde. Inzwischen wurde der Laden aber „im Guten“ geschlossen. Das Room 77 befand sich im Graefe-Kiez, der bei Berlinern oft auch Bitcoin-Kiez genannt wird.
Weitere in Berlin ansässige Läden, bei denen man mit der Kryptowährung zahlen kann, sind unter anderem die „Fabelhaft Bar“ und das „Floor's“, beide in der Schönleinstraße. Sehr beliebte Cafés in Berlin, die Bitcoin akzeptieren, sind daneben:
- Leuchtstoff Kaffeebar: Siegfriedstraße, Neukölln
- Chipi Chipi Bombon Eis: Warschauer Straße
Natürlich kann man in Berlin Bitcoin nicht nur für Essen oder Trinken ausgeben. Es gibt auch einige Geschäfte oder Sehenswürdigkeiten, die ihr nicht verpassen solltet, die ebenfalls Bitcoin akzeptieren.
- Computerspiele-Museum in Friedrichshain
- Sci-Fi/Fantasy-Buchladen Otherland in Kreuzberg
- Graffiti-Laden Legacy BLN in der Yorckstraße
- Plattenladen Tricky Tunes in der Mainzer Straße
Wie funktioniert das Bezahlen mit Bitcoin?
Wollt ihr vor Ort in einem Restaurant oder Geschäft mit einer Kryptowährung bezahlen, könnt ihr das Geld natürlich nicht in Scheinen aus dem Portemonnaie holen. Ihr braucht dafür stattdessen euer Wallet. Den Rechnungsbetrag schickt ihr dann per Wallet an den Händler. Das klappt einfach mit Hilfe eines QR-Codes, den euch der Händler zur Verfügung stellt. Auch bei Online-Händlern erreicht ihr das Wallet des Anbieters über einen QR-Code. Gebt nach dem Einscannen den Betrag ein, der in Bitcoin überwiesen werden soll.
- Wallet öffnen
- QR-Code scannen
- Betrag bestätigen
- Transaktion abschließen
Lightning Network: Schneller und günstiger zahlen
Das Lightning Network ist eine sogenannte „Layer-2“-Technologie für Bitcoin. Zahlungen sollen schneller für euch möglich sein. Sehr vereinfacht gesagt: Ihr und ein weiterer Nutzer eröffnen einen Zahlungskanal, in dem ihr fast in Echtzeit eine Transaktion durchführen könnt. Für kleine Zahlungen wie einen Kaffee oder Trinkgeld ist es super alltagstauglich.
Die Bitcoin-Städte Europas
Die niederländische Stadt Arnhem ist ein internationaler Vorreiter für Kryptowährungen. Die Stadt bezeichnet sich selbst als die „Bitcoin-freundlichste Stadt der Welt“. In über 100 Geschäften kann man hier mit Bitcoin bezahlen. Häufig sind mit der Bezahloption spezielle Rabatte verbunden. Eine Übersicht über alle teilnehmenden Shops gibt es auf der Webseite der niederländischen Stadt.
Zug in der Schweiz gilt als „Crypto Valley“. Es ein Hotspot für Krypto-Start-ups, Investoren und Blockchain-Innovationen, ähnlich wie Silicon Valley für klassische Tech-Firmen.
Bitcoin funktioniert als Zahlungsmittel – aber mit Einschränkungen.
Bitcoin als Währung entwickelt sich natürlich rasend schnell. Deshalb kann eine solche Übersicht natürlich immer nur eine Momentaufnahme sein. Viele, auch namhafte Unternehmen wie Tesla oder Valve haben die Bezahloption nach kurzer Zeit aufgrund von Unsicherheiten wieder gestrichen. Auch kleine Läden können sich also schnell vom Bitcoin als Bezahloption verabschieden.
Das sind die Vor- und Nachteile für Bitcoin:
- + Internationale Zahlungen möglich
- + Teilweise anonym
- + Unabhängig von Banken
- - Kursschwankungen
- - Steuerliche Relevanz in Deutschland
- - Noch geringe Akzeptanz
In der Realität sieht es eher so aus, dass selten direkte Zahlungen möglich sind. Die Nutzung von Drittanbietern und Gutscheinen dominiert im Moment noch. Wenn ihr Bitcoin aktiv nutzen wollt, führt aktuell kaum ein Weg an Umwegen vorbei.
Das Krypto-Quiz: Wie gut kennst du dich mit Bitcoin und Co. aus?(Bildquelle: IMAGO / CHROMORANGE)
Frage 1 von 10
Wofür steht „BTC“ am häufigsten?
A) Eine Abkürzung für Bitcoin
B) Die Bezeichnung einer Bitcoin-Börse
C) Der Name des Bitcoin-Erfinders
D) Ein spezieller Kontotyp für Krypto