(Bildquelle: IMAGO / imagebroker / Torsten Krüger / Bearbeitung: GIGA)
Wer Hilfe bei einer Kündigung sucht, landet möglicherweise bei der Seite GoodbyeGuru. Im Gegensatz zu anderen Seiten ist dieser Service allerdings nicht kostenlos. Das wird oft übersehen und führt zu bösen Überraschungen. Wie seriös ist das Angebot?
Heutzutage sind schriftliche Kündigungen nicht einmal notwendig, weil Abo-Anbieter seit Juli 2022 einen einfachen Kündigungsbutton bereitstellen müssen. Der muss sogar ohne Login erreichbar sein, sodass ihr in vielen Fällen keinen Kündigungsdienst benötigt. Trotzdem machen Anbieter wie etwa Aboalarm weiterhin gute Geschäfte. Die hat sich wohl auch GoodbyeGuru versprochen und ist auf den Zug aufgesprungen – allerdings zu unverschämten Preisen.
Ist GoodbyeGuru seriös?
Prinzipiell ist bei diesem Angebot einiges sehr dubios. Das fängt damit an, dass es keinerlei deutsche Niederlassung zu geben scheint und als einziger Kontakt eine Adresse in den USA genannt wird, die offenbar zu einer Reinigung gehört.
Außerdem berichten u.a. bei Trustpilot einige Nutzer, dass sie für eine Kündigung zahlen sollen, die niemals erfolgt ist. Auf Beschwerden scheint bei GoodbyeGuru niemand zu reagieren. Stattdessen wird schnell mit Inkasso gedroht, wenn keine Zahlung erfolgt.
Dass die Inanspruchnahme etwas kostet, wird allerdings an verschiedenen Stellen genannt. So steht beispielsweise direkt unter dem Abmeldeformular „gegen eine einmalige Gebühr von 42 eu“ (sic!) und auf dem Button selbst steht „zahlungspflichtig“. In den AGB steht „Die Bearbeitungsgebühr beträgt EUR 42 pro Kündigung“ und in der FAQ steht „Die Kündigungsgebühr beträgt €42 pro Kündigung.“ Das wird aber offensichtlich von vielen übersehen und so erhalten sie dann eine Mahnung.
Es darf jedoch bezweifelt werden, dass GoodbyeGuru wirklich Kündigungen verschickt, da die in den meisten Fällen nicht einmal gültig wären. In dem Kündigungsformular werden nämlich außer dem Namen, der Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse keine weiteren Angaben abgefragt. Für eine Kündigung benötigt man aber in der Regel zumindest eine Kunden- oder Vertragsnummer sowie einen Kündigungstermin.
Was tun, wenn man auf GoodbyeGuru hereingefallen ist?
Die Betreiber verschicken schnell Rechnungen, weisen allerdings nicht nach, dass sie dafür auch eine Leistung erbracht haben. In den AGB beruft sich das Unternehmen auf den Paragrafen § 356 Abs. 4 BGB, der das Widerrufsrecht einschränkt, wenn die Dienstleistung erbracht wurde. Das lässt sich GoodbyeGuru auch beim Absenden des Formulars bestätigen.
Wenn die Firma also beginnt Forderungen zu stellen, solltet ihr euch sofort rechtliche Hilfe holen. Ein rechtsgültig in der EU registriertes Unternehmen mit deutschem Ansprechpartner hätte durchaus gute Chancen, das Geld einzutreiben, da eigentlich alle gesetzlichen Pflichten erfüllt werden. Allerdings müsste GoodbyeGuru dazu auch nachweisen können, die angebotene Leistung erbracht zu haben und hier könnte ein Widerspruch ansetzen.
Mit den abgefragten Daten lassen sich nämlich die meisten Abo-Verträge nicht kündigen und es gibt auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass die angeblich sichere Kündigung nie erfolgt ist.
Wir empfehlen, sich im ersten Schritt an die Verbraucherzentrale zu wenden. Dort könnt ihr auch online eine Beschwerde einreichen. Dort werdet ihr beraten, welche rechtlichen Möglichkeiten ihr habt und welche Abwehrmaßnahmen ihr ergreifen könnt.