Kryptowährungen sind hochvolatil und weit entfernt von klassischen Sparprodukten. (Bildquelle: R. Tsubin / Getty Images / Bildbearbeitung GIGA)
Auf der Suche nach einer rentablen Altersvorsorge bieten moderne Digital-Assets spannende neue Möglichkeiten abseits klassischer Sparbücher und Tagesgeldkonten. Damit der Vermögensaufbau langfristig gelingt, kommt es vor allem auf die richtige Balance im Portfolio an. Wir erklären euch, worauf ihr achten solltet.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken – bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals – verbunden.
Kryptowährungen statt Sparbuch: eine realistische Alternative?
In Niedrigzinsphasen sind klassische Sparkonten für renditebewusste Anleger unattraktiv. Derzeit rücken daher Kryptowährungen als mögliche Alternative in den Mittelpunkt des Interesses. Große Vermögensverwalter und institutionelle Investoren drängen in den Markt und Kryptowährungen werden stärker in bestehende Finanzstrukturen integriert. Für Privatanleger kann deswegen schnell der Eindruck wachsender Relevanz und Akzeptanz entstehen.
Doch die Klassifizierung von Kryptowährungen als Sparbuchalternative ist falsch. Ein Sparbuch bietet Zinssicherheit und hundertprozentigen Kapitalerhalt durch die Einlagensicherung, während Kryptowährungen eine hochvolatile Anlageklasse darstellen.
Zwischenfazit: Kryptowährungen können niemals ein „besseres Sparbuch“ sein, sondern stellen eine hochspekulative Anlageergänzung mit einem völlig anderen Profil dar.
Der zentrale Unterschied: die Volatilität
Der größte Unterschied – auch zu anderen klassischen Anlagen – liegt in der Volatilität. Natürlich unterliegen auch breit gestreute Aktieninvestments Schwankungen, doch Kryptowährungen bewegen sich viel stärker. Diese extremen Ausschläge entstehen im Wesentlichen durch:
- geringe Marktregulierung
- starke Abhängigkeit von Marktstimmung
- geringere Liquidität im Vergleich zu traditionellen Märkten
Zwischenfazit: Für Anleger bedeutet das, dass ihr Anlagehorizont nicht nur lang sein muss, sondern dass sie mit einem entsprechenden „Mindset“ ins Investment starten müssen. Sprich: Sie müssen die hohe Volatilität auch aus- und durchhalten können.
Wie bei jedem Investment, solltet ihr auch bei Kryptowährungen über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen. Die Bitcoin-Grundlagen gibt es im Video.
» Video ansehen: Bitcoin - Grundlagen
Stablecoins bieten mehr Stabilität? Ja, aber mit Einschränkungen
Stablecoins wie USDT oder USDC sollen in enger Anbindung an eine Währung – meist ist es der US-Dollar – für mehr Wertstabilität sorgen. Innerhalb des Kryptomarktes stellen sie eine Art ruhigen Gegenpol zu stark schwankenden Assets dar.
Sie werden häufig genutzt, um Gewinne zwischenzuparken oder Kapital aus volatilen Positionen herauszunehmen, ohne dass die Anleger den Kryptomarkt vollständig verlassen müssen. Genau daraus entsteht schnell der Eindruck, Stablecoins seien eine Art digitales Tagesgeld. Das ist ein Trugschluss. Grundsätzlich lassen sich zwei Stablecoin-Modelle unterscheiden:
- Fiat-besicherte Stablecoins: Sie sind durch Reserven wie Bargeld oder Staatsanleihen gedeckt.
- Algorithmische Stablecoins: Hier wird die Stabilität über Marktmechanismen hergestellt.
Gerade Letztere haben sich aber als besonders anfällig erwiesen. Der Zusammenbruch von TerraUSD im Jahr 2022 hat gezeigt, wie schnell ein solch vermeintlich stabiles System kollabieren kann (nachzulesen bei Stiftung Warentest).
Und auch bei fiat-besicherten Stablecoins bleibt ein Restrisiko bestehen. Die tatsächliche Deckung ist nicht immer vollständig transparent und es gibt keine Einlagensicherung. Die Anleger sind vom Emittenten abhängig.
Die Risiken von Stablecoin-Anlagen lassen sich also nur begrenzt reduzieren. Wer sich für Stablecoins entscheidet, sollte auf etablierte Emittenten achten und die Coins in einer eigenen Wallet verwahren, um das Risiko von Hacks oder Plattformpleiten zu minimieren.
Zwischenfazit: Stablecoins reduzieren zwar die Volatilität, sind jedoch keine sichere Geldanlage. Sie können sinnvoll eingesetzt werden, bleiben aber ein risikobehaftetes Instrument innerhalb des Kryptomarktes.
Übersicht: Das sind die zentralen Risiken von Kryptowährungen
Damit ihr die Krypto-Risiken im Hinterkopf behalten könnt, haben wir sie kompakt für euch zusammengefasst:
Risiko
Erklärung
Marktrisiko
Kryptowährungen schwanken stark im Wert. Hohe Schwankungen können zu Verlusten führen.
Plattformrisiko
Broker können gehackt werden, Insolvenz erleiden oder Probleme bei Auszahlungen haben.
Regulatorisches Risiko
Neue Gesetze können die Rahmenbedingungen verändern.
Steuerliches Risiko
Falsche Dokumentation von Transaktionen oder Haltedauern kann zu Steuernachzahlungen oder Bußgeldern führen.
Technisches Risiko
Fehlerhafte Wallet-Verwaltung, verlorene Keys oder falsche Transaktionen können zum Totalverlust führen.
Marktmanipulations- und Liquiditätsrisiko
Kryptowährungen unterliegen teilweise geringer Liquidität und Manipulationsrisiken.
Psychologisches Risiko
Hohe Schwankungen können zu emotional getriebenen Fehlentscheidungen führen.
Krypto-Sparpläne: ein strukturierter Einstieg für einen langfristigen Anlagehorizont
Ein häufiger Fehler beim Einstieg in Kryptowährungen ist der Versuch, den perfekten Zeitpunkt für den maximalen Gewinn zu treffen. Gerade bei volatilen Assets wie Bitcoin oder Ethereum kann das zu gravierenden Fehlentscheidungen führen.
An dieser Stelle kommen Krypto-Sparpläne ins Spiel. Man investiert dabei regelmäßig einen festen Betrag, zum Beispiel monatlich 50 Euro. Durch den sogenannten Cost-Average-Effekt können die Kaufpreise über die Zeit geglättet werden, das heißt, man kauft mal niedrig, mal hoch.
Viele europäische Plattformen bieten inzwischen Sparpläne an. Zum Beispiel auf Kraken.com (Plattform hier ansehen) können Nutzer regelmäßig Kryptowährungen kaufen, verwalten und langfristig aufbewahren. Eine Möglichkeit für Einsteiger, Schritt für Schritt zu investieren, ohne sich täglich intensiv mit dem Marktgeschehen beschäftigen zu müssen.
Bitte beachtet: Krypto-Sparpläne reduzieren lediglich das Timing-Risiko, nicht das Marktrisiko. Auch diese Anlageform erfordert einen langfristigen Anlagehorizont und das Bewusstsein für die Risiken von Kryptowährungen.
Steuerliche Aspekte: Was ihr zu Haltedauer und Freibeträgen wissen müsst
Der Handel mit Kryptowährungen unterliegt in Deutschland grundsätzlich diesen steuerlichen Regelungen:
- Wer Kryptowährungen länger als ein Jahr hält, muss auf Gewinne grundsätzlich keine Steuern zahlen.
- Bei kurzfristigen Gewinnen unter einem Jahr fällt Einkommensteuer auf den Gewinn an. Dabei gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für private Veräußerungsgeschäfte.
- Hinweis: Steuerliche Auswirkungen hängen stark von der individuellen Situation ab. Pauschale Aussagen sind nur begrenzt verlässlich. Eine individuelle Prüfung durch einen Steuerberater ist empfehlenswert.
Unabhängig von der Haltedauer ist eine sorgfältige Dokumentation aller Transaktionen notwendig, insbesondere wenn mehrere Wallets oder Plattformen genutzt werden, um steuerliche Pflichten korrekt erfüllen zu können.
Fazit: Kein Sparbuchersatz, bestenfalls eine Beimischung
Kryptowährungen sind keine Alternative zum Sparbuch. Dafür sind die Risiken zu hoch und die Schwankungen zu stark. Als wohldosierte Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio können sie unter den folgenden Voraussetzungen jedoch sinnvoll sein:
- Ihr habt einen langen Anlagehorizont.
- Ihr könnt Schwankungen aushalten und euch eventuelle Verluste leisten.
- Ihr wollt euer Portfolio möglichst breit aufstellen.
Stablecoins können dazu dienen, das Krypto-Portfolio zu „beruhigen“, doch auch sie ersetzen die klassischen Anlageformen nicht.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: „Investiere ich in Kryptowährungen oder in ein Sparbuch?“, sondern „Wie viel Risiko passt zu meinem Anlegerprofil und zu meinem Vermögenshintergrund?“
Das Krypto-Quiz: Wie gut kennst du dich mit Bitcoin und Co. aus?(Bildquelle: IMAGO / CHROMORANGE)
Frage 1 von 10
Wofür steht „BTC“ am häufigsten?
A) Eine Abkürzung für Bitcoin
B) Die Bezeichnung einer Bitcoin-Börse
C) Der Name des Bitcoin-Erfinders
D) Ein spezieller Kontotyp für Krypto