(Bildquelle: Severin Pick / Bearbeitung GIGA)
Der Wechsel von einem vertrauten Betriebssystem wie Windows hin zu ChromeOS ist für viele mit der Sorge verbunden, gewohnte Abläufe zu verlieren. Mit dem Acer Chromebook Plus Spin 514 habe ich den Selbstversuch gewagt und meinen Alltag komplett umgestellt.
Ewelina Walkenbach (Eigene Meinung):
Fazit zum Chromebook
Auch nach jahrelanger Windows-Nutzung ist der Umstieg auf ein Chromebook eine ernstzunehmende Option. Wenn ihr bereit seid, euch auf das App-basierte Arbeiten und die Flexibilität eines Convertibles einzulassen, werdet ihr bemerken, wie befreiend es ist, sich nicht mehr um technische Altlasten kümmern zu müssen.
Vor allem wer viel Wert auf Sicherheit legt, ist aus meiner Sicht mit einem Chromebook gut beraten. Die Bedienung ist durch die Nähe zum Android-Smartphone zudem einfach zu erlernen und damit keine Herausforderung. Ich bereue den Umstieg nicht, werde aber meinen Windows-Laptop zum Drucken und Ausführen von diversen Programmen nicht so schnell entsorgen.
- + Keine manuellen Updates, keine Suche nach Treibern.
- + System müllt nicht zu und bleibt dauerhaft performant.
- + Man braucht keinen zusätzlichen Virenscanner.
- + Lässt sich als Laptop und Tablet (Touchscreen) nutzen.
- + Verbindung zu Android-Smartphones funktioniert reibungslos.
- + Zugang zu Googles KI-Tools.
- - Viele bekannte Windows-Programme sind nicht verfügbar.
- - Anspruchsvolles Gaming meist nur via Cloud möglich.
- - Manche Android-Apps sind nicht an das Tablet-Format angepasst.
- - Alte Drucker und Peripheriegeräte können oft nicht verbunden werden.
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Umstieg vom Windows-Rechner auf das Acer Chromebook Plus Spin 514
Mein Wechsel-Experiment habe ich mit dem Acer Chromebook Plus Spin 514 durchgespielt (Chromebook auf Amazon ansehen). Das „Plus“ im Namen verspricht eine hohe Leistung, um selbst dann flüssig zu laufen, wenn ihr viele Apps und Browser-Tabs gleichzeitig nutzt. Mit 16 GB Arbeitsspeicher ist es so ausgestattet, dass es nicht ins Stocken geraten sollte, egal, wie viele Aufgaben ihr parallel erledigt.
Das „Spin“ soll maximale Flexibilität bieten. Dank des 360-Grad-Scharniers lässt sich das Display komplett umklappen. Besonders der Touchscreen in Kombination mit dieser Tablet-Funktion schlägt die Brücke zur gewohnten Smartphone-Bedienung und erleichterte meinen Umstieg von Windows spürbar.
Das schlanke Acer Chromebook Plus Spin 514. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)Die Umstellung beginnt mit der Tastatur
Doch so schlicht das Gerät zunächst erscheint, beim Anblick der Tastatur merke ich: Diese Umstellung ist größer als gedacht. Am offensichtlichsten (und wenig überraschend) ist die fehlende Windows-Taste, die durch eine Chromebook-Plus-Taste ersetzt wurde.
Der neue „Everything Button“. Einst eine Lupe, ein Kreis und jetzt ein Plus im Viereck. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)
Bei dieser Taste handelt es sich um das wichtigste Werkzeug, das euch zur Verfügung steht. Sie öffnet die zentrale Suche für Apps, Dateien und das Internet. Wer von einem älteren Chromebook kommt, stellt fest: Die bekannte Lupe ist verschwunden.
Beinahe zum Verrücktwerden ist anfangs die Suche nach der Feststelltaste oder der Entfernen-Taste, die nicht existieren. Für diese Aufgaben musste ich mir ein paar Shortcuts merken. Die folgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten Abkürzungen, die ihr beim Wechsel von Windows zum Chromebook brauchen werdet.
Funktion
So geht es am Chromebook
Rechtsklick
Mit zwei Fingern gleichzeitig auf das Touchpad tippen.
Suche / Startmenü
Chromebook-Plus-Taste
Entfernen (Delete)
Fn + Backspace
Feststelltaste (Caps Lock)
Fn + Chromebook-Plus-Taste
Screenshot machen
Screenshot-Taste (F5)
Task-Manager
Google-Taste (G) + Esc
Anschlüsse und Hardware: Licht und Schatten beim Stecker-Check
Ein wesentlicher Punkt beim Umstieg von Windows ist die Hardware. Hier zeigt sich das Chromebook als zweischneidiges Schwert. Während viele moderne Windows-Laptops so dünn sind, dass man für einen einfachen USB-Stick einen Adapter braucht, bleibt zumindest das Acer Chromebook Plus Spin 514 angenehm bodenständig. Dank der klassischen USB-A-Anschlüsse könnt ihr eure vorhandenen Sticks oder die gewohnte Maus einfach einstecken. Sie werden sofort erkannt.
Das Acer Chromebook Plus Spin 514 hat zwei USB-A-Anschlüsse. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)
Doch auch diese Anschlüsse können meinen größten Frust-Moment nicht verhindern: Das Drucker-Problem. Da ChromeOS keine Installation von klassischen Treiber-Dateien (.exe) zulässt, landete ich in einer Sackgasse. Einen alten Drucker, der zwingend per USB-Kabel verbunden werden muss, findet das Chromebook nicht, und ich konnte nichts dagegen tun.
Hier fühle ich mich fast schon gezwungen, auf einen aktuellen WLAN-Drucker umzusteigen, der „driverless printing“ (Erklärung am Ende des Artikels) unterstützt. Für Menschen, die ihre alte Hardware noch jahrelang nutzen wollen, ist das ein dicker Minuspunkt und ein Kostenfaktor, den man vor dem Umstieg unbedingt bedenken muss.
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Der goldene Käfig: Sicherheit hat ihren Preis
Im Mittelpunkt meines Umstiegs steht ein Versprechen, das für Windows-Nutzer fast zu gut klingt, um wahr zu sein: Ein System, das nicht langsamer wird und keine Viren kennt. Was bedeutet das in der Praxis?
Chromebooks arbeiten mit dem sogenannten „Sandboxing“. Das bedeutet, jede App und jeder einzelne Tab im Browser läuft in einem isolierten „Käfig“. Solltet ihr also versehentlich auf einer infizierten Webseite landen, bleibt der Schadcode in diesem einen Käfig gefangen. Er kann nicht auf das restliche System, eure Fotos oder Passwörter zugreifen.
Das sorgt für ein befreiendes Gefühl der Sicherheit. Man muss sich nicht mehr mit nervigen Virenscannern herumschlagen, die das System ausbremsen, oder beim Surfen Angst haben. Für Menschen, die Technik einfach nur nutzen wollen, ohne ständig auf der Hut zu sein, ist das ein riesiger Gewinn.
Doch genau hier zeigt sich, warum ich vom goldenen Käfig spreche. Eure alte Steuersoftware, das spezielle Fotoprogramm von vor fünf Jahren oder Nischen-Anwendungen für bestimmte Hobbys bleiben draußen. Ihr seid vollkommen auf das angewiesen, was der Google Play Store oder das Web bieten.
In den meisten Fällen findet man in Google Docs oder der Microsoft 365 Web-App einen hervorragenden Ersatz, aber der Weg dorthin erfordert Umgewöhnung. Ihr tauscht die grenzenlose Freiheit von Windows gegen einen sicher umzäunten, aber eingeschränkten Kleingarten ein.
Anmerkung: In den Einstellungen lässt sich die Linux-Entwicklungsumgebung aktivieren. Dadurch könnt ihr Linux-Programme direkt auf dem Chromebook installieren. So erhaltet ihr Zugriff auf viele Open-Source-Alternativen zu Windows-Programmen wie GIMP oder LibreOffice. Da die Linux-Apps in einem isolierten Bereich laufen, bleibt das restliche System geschützt. Wie reibungslos die Linux-Anwendungen bei euch laufen, hängt auch von dem jeweiligen Chromebook und seiner Ausstattung ab.
Problemloses Zusammenspiel mit Android-Smartphone
Einer der größten Vorteile des Chromebooks ist die gelungene Verbindung zu Android-Phones. Dabei seid ihr hier nicht auf ein bestimmtes Modell festgelegt. Die Integration funktioniert über den sogenannten „Phone Hub“ mit fast jedem modernen Android-Handy. In meinem Fall bot das Pixel 9 (bei Amazon ansehen) eine nahtlose Verbindung, aber auch Nutzer von Samsung, Xiaomi oder anderen Marken profitieren von denselben Vorteilen.
Fotos, Nachrichten und sogar die Internetverbindung werden ohne Kabel oder komplizierte Einstellungen geteilt. Wenn ihr unterwegs seid, könnt ihr den Hotspot eures Handys mit einem Klick vom Laptop aus aktivieren, ohne das Smartphone überhaupt in die Hand nehmen zu müssen.
Die Verbindung zwischen meinem Pixel 9 und dem Chromebook ließ sich ganz einfach über Bluetooth herstellen. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)
Hier spielt das „Spin“-Konzept seinen Trumpf aus. Klappt ihr das Display komplett um, wird aus dem Laptop ein Tablet. Surfen und Shopping im Browser wird dadurch angenehmer. Das Scrollen durch Angebote fühlt sich auf dem großen 14-Zoll-Display im Tablet-Modus viel intuitiver an als an jedem herkömmlichen Laptop und die dargestellten Produkte sind größer als auf eurem kleinen Smartphone oder Tablet.
Acer Chromebook Plus Spin 514 im „Zelt-Modus“: Umgeklappt als Tablet mit Touch-Screen. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)
Wer also zur steigenden Zahl der frustrierten Windows-Nutzer zählt, vor Linux zu viel Respekt hat und sich nicht in die teure Apple-Welt begeben möchte, findet im Chromebook eine schlanke Alternative.
Wichtige Begriffe, die ihr kennen solltet
Spin / Convertible
Bezeichnet die Bauweise des Laptops. Das Display lässt sich um 360 Grad umklappen, sodass ihr das Gerät wie ein Tablet oder im Zelt-Modus zum Video-Schauen aufstellen könnt.
Driverless Printing
Es ermöglicht euch, sofort zu drucken, ohne vorher eine spezielle Software des Herstellers (den Treiber) installieren zu müssen. Der Laptop und der Drucker nutzen stattdessen einen gemeinsamen Standard, den beide bereits automatisch beherrschen.
Chromebook-Plus-Taste
Die Taste mit dem Plus im Viereck auf der Tastatur. Sie ersetzt die Windows-Taste und öffnet die zentrale Suche für Apps, Dateien und das Web.
Sandboxing
Eine Sicherheitsfunktion, bei der jede App und jeder Browser-Tab in einem eigenen, isolierten Bereich läuft. Ein Virus in einem Tab kann dadurch nicht auf den Rest des Systems übergreifen.
Phone Hub
Ein Steuerungszentrum auf dem Chromebook, das euer Android-Smartphone einbindet. Hier seht ihr den Akkustand des Handys, könnt Nachrichten beantworten oder den Hotspot aktivieren.
Was muss ich noch zum Chromebook wissen?
Kann ich das Chromebook auch offline nutzen?
Ja. Viele Apps wie Google Docs, Google Präsentationen oder Mail-Programme haben einen Offline-Modus. Sobald ihr wieder WLAN habt, werden eure Änderungen automatisch synchronisiert. Auch Filme oder Musik, die ihr heruntergeladen habt, funktionieren ohne Internet.
Wie lange bekommt das Gerät Sicherheits-Updates?
Google gibt für Chromebooks eine Update-Garantie von bis zu 10 Jahren ab Erscheinen des Modells. In den Einstellungen könnt ihr das genaue Datum einsehen.
Was passiert mit meinen alten Windows-Dateien?
Fotos, PDFs oder Office-Dokumente könnt ihr problemlos auf das Chromebook übertragen (per USB-Stick oder Cloud). Das System kann diese Dateien öffnen und bearbeiten. Nur Programme (die .exe-Dateien) lassen sich nicht starten.
Brauche ich zwingend ein Google-Konto?
Ja, das Chromebook ist fest mit dem Google-Ökosystem verknüpft. Ohne Google-Konto könnt ihr das Gerät zwar im Gast-Modus nutzen, aber die volle Leistung und alle Apps stehen euch nur mit einem Login zur Verfügung.
Technische Details
Details
Acer Chromebook Plus Spin 514
Bauform
Spin / Convertible
Prozessor
MediaTek Kompanio 910 (Octa-Core)
Arbeitsspeicher
16 GB RAM
Display
14 Zoll Full-HD mit Touchscreen
Besonderheiten
Tablet-Modus, lüfterloses Design, KI-Bildbearbeitung
Anschlüsse
USB-C, USB-A, microSD-Kartenleser