Chinesische Hersteller setzen auf Elektroantrieb. (Bildquelle: Pixels / Kindel Media / Bearbeitung GIGA)
Chinesische Elektrofahrzeuge gewinnen weltweit an Beliebtheit und sind auch auf Deutschlands Straßen immer häufiger zu finden. Produzenten wie BYD und NIO erweitern ihren Einfluss in Europa. Vor allem bei Akkutechnik, Ausstattung und Software holen die Hersteller aus China schnell auf. Wir informieren euch über aktuelle Modelle und prüfen die Leistungsfähigkeit dieser Fahrzeuge aus dem östlichen Raum.
Sind chinesische E-Autos empfehlenswert?Das sagt der ADAC
Chinesische E-Autos haben sich in den letzten Jahren technologisch und qualitativ stark verbessert. Der ADAC bestätigt, dass viele Modelle inzwischen europäischen Qualitätsstandards und Sicherheitstests entsprechen. Auch wenn China-Stromer noch vor 15 Jahren gravierende Sicherheitsprobleme zeigten, bekamen alle der 13 getesteten chinesischen E-Autos mindestens die Note „gut“ und gelten damit laut ADAC als empfehlenswert.
Die meisten Modelle absolvierten den Euro-NCAP-Crashtest sogar mit der Bestnote. Die Verbraucherschützer loben zudem die passablen Reichweiten, die ausgereifte Akkutechnik und selbst die Verarbeitungsqualität gibt kaum Anlass zur Kritik. Auch die vorwiegend guten Serienausstattungen sowie die weitreichenden Garantien wirkten sich positiv im Test aus.
Als ehemaliger Batteriehersteller hat der chinesiche Hersteller Byd enorme Erfahrungen und produziert die Akkus selbst.
Was günstig sind chinesische E-Autos wirklich?
In China können E-Autos preislich bereits mit Benzinern und Diesel konkurrieren. So kostet etwa der Bestseller BYD Seagull umgerechnet unter 10.000 Euro. Der Dolphin Surf wurde Ende Mai 2025 auch in Europa vorgestellt. Aufgrund von höheren Sicherheitsstandards und Zöllen wird der Preis hierzulande voraussichtlich bei rund 20.000 Euro liegen.
Damit wäre der Seagull zwar nicht der günstigste elektrische PKW, aber würde im Niedrigpreissegment eine wichtige Rolle einnehmen. Er könnte etwa dem 2027 kommenden VW ID.1, dem Dacia Spring und dem Fiat 500 Elektro, Konkurrenz machen.
Dennoch bleibt es bei den preisgünstigen E-Autos übersichtlich. Wer sich für ein chinesisches Elektroauto interessiert, sollte eher mit einem Preis zwischen 30.000 Euro und 50.000 Euro rechnen – also genauso viel wie für europäische, koreanische und amerikanische Fahrzeuge. Nach oben hin gibt es auch kaum eine Grenze, da die chinesischen Firmen mittlerweile selbstbewusst auftreten und Stromer im gehobenen Preissegment anbieten. Beispielsweise kostet der Nio ET7 mit einem 100-kWh-Akku rund 100.000 Euro.
Chinesische E-Autos können auch teuer. Der NIO ET7 kostet mit dem größten Akku rund 100.000 Euro. (Bildquelle: NIO)Chinesische E-Autos in Deutschland: Alle Modelle in der Übersicht
Bitte beachtet, dass die Preise zur Orientierung dienen. Sie beinhalten nur die Grundausstattung und je nach Händler und Aktionen können sie schwanken.
Name
Typ
Kleinste Batteriekapazität
Preis
BYD Atto 2
BYD Atto 3
BYD Dolphin
BYD Seal
BYD Tang
BYD Han
NIO EL6
NIO EL7
NIO EL8
NIO ET5
NIO ET7
Aiways U5
Aiways U6
MG4
MG5
MG ZS EV
MG Marvel R
MG Cyberster
XPENG G6
XPENG G9
XPENG P7
GWM ORA 03
GWM ORA 07
GWM WEY 03
GWM WEY 05
Polestar 2
Polestar 3
Polestar 4
Lotus Eletre
Kompakt-SUV
Kompakt-SUV
Kompaktwagen
Limousine
SUV
Limousine
SUV
SUV
SUV
Limousine
Limousine
SUV
SUV
Kompakt
Kombi
SUV
SUV
Roadster
SUV
SUV
Limousine
Kompakt
Limousine
SUV
SUV
Limousine
SUV
SUV
SUV
45,1 kWh
62 kWh
46 kWh
84 kWh
86,4 kWh
85,4 kWh
75 kWh
75 kWh
75 kWh
75 kWh
75 kWh
63 kWh
63 kWh
51 kWh
50,3 kWh
50,3 kWh
70 kWh
77 kWh
66 kWh
78,2 kWh
82,7 kWh
48 kWh
63,5 kWh
34 kWh
39,66 kWh
69 kWh
111 kWh
100 kWh
112 kWh
Ab 32.000 Euro
Ab 38.000 Euro
Ab 33.000 Euro
Ab 47.000 Euro
Ab 75.000 Euro
Ab 69.000 Euro
Ab 53.500 Euro
Ab 74.000 Euro
Ab 83.000 Euro
Ab 48.000 Euro
Ab 82.000 Euro
Ab 36.000 Euro
Ab 46.000 Euro
Ab 36.000 Euro
Ab 40.000 Euro
Ab 40.000 Euro
Ab 47.000 Euro
Ab 65.000 Euro
Ab 44.000 Euro
Ab 60.000 Euro
Ab 50.000 Euro
Ab 39.000 Euro
Ab 42.000 Euro
Ab 48.000 Euro
Ab 60.000 Euro
Ab 49.000 Euro
Ab 79.000 Euro
Ab 62.000 Euro
Ab 99.000 Euro
Bei den angegebenen Preisen der Nio Modelle ist die Batteriemiete nicht inbegriffen und wird zusätzlich berechnet.
Diese chinesischen E-Auto-Hersteller solltet ihr kennenBYD
BYD zählt zu den wichtigsten Elektroautoherstellern weltweit und ist Marktführer bei sogenannten New Energy Vehicles (NEV). In Europa wächst BYD derzeit besonders schnell. Modelle wie der Dolphin oder der Seal gelten als modern ausgestattet und preislich konkurrenzfähig.
Nio
NIO baut elegante und teils hochpreisige Elektroautos. Bekannt ist der Hersteller vor allem für seine Akkuwechselstationen. Der Batterietausch dauert nur wenige Minuten und funktioniert ähnlich schnell wie ein Tankvorgang beim Verbrenner.
MG
MG richtet sich an preisbewusste Fahrer. Trotz der günstigen Preise gelten die Elektroautos als gut ausgestattet und fahren sich spritzig. Besonders der MG4 entwickelte sich in Europa zuletzt zu einem echten Verkaufserfolg.
Aiways
Aiways bietet in Deutschland bislang nur wenige Modelle an. U5 und U6 sind günstig und schnitten im ADAC Test solide ab.
Chinesische E-Autos: Die Lage auf dem deutschen Markt
Die Produktionszahlen von chinesischen Elektroautos steigen unentwegt. Bereits im Juli 2024 waren in China über 50 % der Neuzulassungen sogenannte New Energy Vehicles (NEV). Darunter zählen sowohl vollelektrische Fahrzeuge, als auch Plug-in-Hybride. Zum Vergleich: Deutschland kam im selben Monat nur auf 19 %.
Chinesische Hersteller beliefern aber nicht nur den eigenen Heimatmarkt, wie eine E-Auto-Verkaufsauswertung des Fraunhofer-Instituts zeigt. Von 17 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2024 gingen 6 Millionen ins Ausland. 2025 verkauften chinesische Hersteller mehr als 7 Millionen reine Elektroautos nach Europa.
Die hohen Spritpreise und die angekündigte E-Auto-Förderung kurbelt den Markt an. (Bildquelle: Agora Verkehrswende)
Das Ziel der Bundesregierung war es eigentlich, 15 Millionen vollelektrische Autos bis 2030 auf die Straßen zu bringen. 2026 erreicht Deutschland erstmals die 2 Millionen-Marke. Chinesische Hersteller werden den deutschen Markt in den kommenden Jahren deutlich stärker prägen als bisher. Vor allem BYD, MG und XPENG bauen ihre Präsenz in Europa immer weiter aus.
Quelle: Agora Verkehrswende