(Bildquelle: IMAGO / Everett Collection / Bildbearbeitung GIGA)
Es war wieder so weit: In der Nacht auf den 16. März wurden die Oscars 2026 zum 98. Mal verliehen. Ihr konntet mitverfolgen, wer sich in insgesamt 24 Kategorien über einen der begehrten Academy Awards freuen durfte.
Doch bevor wir uns der aktuellen Gewinnerin widmen, blicken wir zurück: Diese Schauspielerinnen holten sich seit der Jahrhundertwende den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“. Kennt ihr sie alle?
2000: Hilary Swank in „Boys Don’t Cry“
Der Film „Boys Don’t Cry“ erzählt die wahre Geschichte des Transmannes Brandon Teena und thematisiert eindringlich Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung. Hilary Swank überzeugte mit einer intensiven körperlichen und emotionalen Verwandlung; besonders die dramatischen Szenen voller Angst, Hoffnung und Verletzlichkeit wurden von Kritikern gelobt.
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2001: Julia Roberts in „Erin Brockovich“
In Steven Soderberghs mitreißendem Drama „Erin Brockovich“ verkörperte Julia Roberts eine alleinerziehende Mutter, die einen mächtigen Umweltkonzern zu Fall bringen will. Sie zeigte eine starke, unabhängige Frau voller Charme, Humor und Durchsetzungsvermögen, die sowohl sympathisch als auch inspirierend wirkt.
Roberts brachte die wahre Geschichte der Umweltaktivistin mit so viel emotionaler Tiefe und Glaubwürdigkeit auf die Leinwand, dass ihr Oscar mehr als verdient war: Kritiker bezeichneten ihre herausragende Performance als „One-Woman-Show“, da sie den Film quasi allein auf ihren Schultern trug.
2002: Halle Berry in „Monster’s Ball“
Halle Berry spielte in „Monster’s Ball“ die jähzornige Kellnerin Leticia Musgrove, die eine Beziehung mit dem rassistischen Gefängniswärter Hank (Billy Bob Thornton) eingeht, ohne zu wissen, dass dieser kurz zuvor ihren Mann hingerichtet hat.
Berry zeigte eindrucksvoll die emotionale Achterbahn ihrer Figur, geprägt von Trauer, Schuld, Liebe und Sehnsucht. Ihre mutige und intensive Performance schrieb Filmgeschichte: Sie war die erste afroamerikanische Schauspielerin, die den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ gewann.
2003: Nicole Kidman in „The Hours“
In „The Hours“ verkörperte Nicole Kidman die Schriftstellerin Virginia Woolf während der Arbeit an „Mrs. Dalloway“ mit großer psychologischer Tiefe und emotionaler Intensität – und das, obwohl sie während des gesamten Drehs eine Nasenprothese trug, um ihrem Vorbild möglichst nahe zu kommen.
Kidman ließ Woolfs innere Zerrissenheit, den Kampf gegen ihre Depression und ihre kreative Leidenschaft auf beeindruckende Weise sichtbar werden. Kritiker lobten ihre Performance als eine der herausragendsten Darstellungen historischer Persönlichkeiten.
2004: Charlize Theron in „Monster“
Charlize Theron gewann als erste südafrikanische Schauspielerin den Oscar für ihre nuancierte Darstellung der Serienmörderin Aileen Wuornos. Ausschlaggebend für die Jury war ihre beeindruckende psychische und körperliche Verwandlung: Sie trug eine Maske und nahm für die Rolle bereitwillig erheblich an Gewicht zu.
Theron erweckte eine Figur zum Leben, die brutal, tragisch und zutiefst menschlich zugleich ist, und ließ das Publikum die quälende Verzweiflung, Wut und Zerbrechlichkeit der Frau hautnah miterleben.
2005: Hilary Swank in „Million Dollar Baby“
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Hilary Swank spielte in „Million Dollar Baby“ die Boxerin Maggie Fitzgerald mit großer Intensität und Authentizität. Für die Rolle bereitete sie sich körperlich intensiv vor und absolvierte ein hartes Boxtraining. Ihre emotionale Tiefe und starke körperliche Präsenz prägten den Film entscheidend und verhalfen ihr zu ihrem zweiten Oscar.
2006: Reese Witherspoon in „Walk the Line“
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Reese Witherspoon gewann den Oscar für ihre Rolle in „Walk the Line“, weil sie die Country-Sängerin June Carter Cash besonders authentisch und emotional verkörperte. Sie sang die Songs im Film selbst und überzeugte sowohl musikalisch als auch schauspielerisch mit großer Hingabe.
2007: Helen Mirren in „Die Queen“
Helen Mirren stellte Königin Elizabeth II. in dem Film „The Queen“ unglaublich nuanciert und glaubwürdig dar. Sie zeigte eindrucksvoll den inneren Konflikt der britischen Monarchin in den Tagen nach dem Tod von Prinzessin Diana. Mit ihrer zurückhaltenden, präzisen Spielweise machte sie die Figur zugleich würdevoll, menschlich und verletzlich.
2008: Marion Cotillard in „La Vie en Rose“
Marion Cotillard verkörperte Édith Piaf über mehrere Jahrzehnte hinweg und brachte dabei sowohl ihren Ruhm als auch Krankheit, Einsamkeit und Zerbrechlichkeit zum Ausdruck. Besonders gelobt wurden ihre Hingabe und intensive Vorbereitung, dank der ihr eine vollständige körperliche und emotionale Verwandlung gelang.
2009: Kate Winslet in „Der Vorleser“
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Kate Winslet verkörperte in „Der Vorleser“ Hanna Schmitz, eine Frau, die zugleich Opfer und Täterin ist, mit großer emotionaler Tiefe. Sie machte die inneren Konflikte, Schuldgefühle und die Verletzlichkeit ihrer Figur spürbar. Ihre subtile und zugleich kraftvolle Performance zählt zu den intensivsten Leinwanddarstellungen literarischer Figuren.
2010: Sandra Bullock in „Blind Side – Die große Chance“
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Sandra Bullock gewann den Oscar für „Blind Side – Die große Chance“, weil sie Leigh Anne Tuohy, eine starke und warmherzige Frau, authentisch verkörperte. Mit viel Humor, Herz und emotionaler Tiefe zeigte sie, wie Tuohy den als Problemkind verschrienen Michael Oher unterstützt und ihm zu einer Footballkarriere verhilft.
2011: Natalie Portman in „Black Swan“
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Natalie Portman spielte die Ballerina Nina Sayers mit großer Intensität und physischer Hingabe. Sie absolvierte ein strenges Training und nahm für die Rolle 20 Pfund ab. Für ihre beeindruckende Darstellung von Ninas Perfektionsdrang, Angst und innerer Zerrissenheit wurde sie mit dem Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet.
2012: Meryl Streep in „Die eiserne Lady“
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In „Die eiserne Lady“ verkörperte Meryl Streep die britische Premierministerin Margaret Thatcher über vier Jahrzehnte hinweg. Sie überzeugte die Academy nicht nur mit ihrer herausragenden schauspielerischen Leistung, sondern auch mit ihrer verblüffenden Verwandlungsfähigkeit. 2012 gewann sie dafür ihren dritten Oscar.
2013: Jennifer Lawrence in „Silver Linings“
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2013 gewann die damals 22-jährige Jennifer Lawrence den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle der jungen, psychisch labilen Witwe Tiffany Maxwell. Sie zeigte deren Trauer, Unsicherheit und impulsives Verhalten mit Humor und Tiefe. Die Kritiker waren begeistert von ihrer lebendigen, nuancierten und zutiefst menschlichen Performance.
2014: Cate Blanchett in „Blue Jasmine“
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Cate Blanchett gewann 2014 den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für „Blue Jasmine“ dank ihrer herausragenden Darstellung einer High-Society-Diva am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ihre packende Performance als neurotische und verletzliche Jasmine Francis gilt als eine der stärksten Rollen ihrer Karriere.
2015: Julianne Moore in „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“
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Julianne Moore spielt in „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ die Linguistikprofessorin Alice Howland, die früh an Alzheimer erkrankt. Sie wurde für ihre intensive Vorbereitung gelobt, die ihr eine authentische, tief berührende Darstellung des schleichenden Gedächtnisverlusts und dessen emotionaler Folgen ermöglichte.
2016: Brie Larson in „Raum“
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Brie Larson spielt in Drama „Raum“ die junge Mutter Joy, die nach ihrer Entführung zusammen mit ihrem Sohn jahrelang in einem verschlossenen Raum gefangen gehalten wird. Sie zeigt eindringlich die Angst, Hoffnung und Liebe einer Frau in Extremsituationen. Für diese kraftvolle, nuancierte Darstellung gewann Larson den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“.
2017: Emma Stone in „La La Land“
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2017 gewann Emma Stone den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle als Mia in „La La Land“. Sie zeigte charmant und emotional, wie die junge Schauspielerin versucht in Los Angeles Fuß zu fassen, ohne dabei die Liebe aus den Augen zu verlieren. Stone überzeugte in dem Musical nicht nur schauspielerisch, sondern auch mit Gesang und Tanz.
2018: Frances McDormand in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
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Frances McDormand fordert in dem schwarzhumorigen Drama als wütende Mutter Mildred Hayes Gerechtigkeit für ihre ermordete Tochter und setzt alles daran, die örtliche Polizei zur Verantwortung zu ziehen. Sie überzeugt mit einer kraftvollen, nuancierten Darstellung einer unangepassten Frau die Humor, Wut und Verletzlichkeit vereint.
2019: Olivia Colman in „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“
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Olivia Colman gewann den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle im Historiendrama „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, in dem sie Königin Anne von Großbritannien spielt. Colman zeigt die Monarchin als launisch, seelisch labil und manipulativ, hin- und hergerissen zwischen Macht, Krankheit und emotionaler Bedürftigkeit.
2020: Renée Zellweger in „Judy“
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Renée Zellweger gewann den Oscar für ihre brillante, authentische Darstellung der letzten Lebensjahre von Judy Garland, die von Medikamenten und Alkohol geprägt waren. Für die Verwandlung nutzte sie Prothesen, Perücken und Kontaktlinsen. Zudem sang sie die Lieder im Film selbst, was ihre Darstellung noch glaubwürdiger machte.
2021: Frances McDormand in „Nomadland“
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Frances McDormand gewann 2021 bei den 93. Academy Awards den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle der Fern im Sozialdrama „Nomadland“. Sie überzeugte die Jury mit einer authentischen Darstellung der modernen Nomadin, die aus wirtschaftlicher Not in einem Van durch den amerikanischen Westen zieht.
2022: Jessica Chastain in „Die Augen der Tammy Faye“
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Jessica Chastain gewann 2022 den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle der TV-Predigerin Tammy Faye Bakker, die in den 1970er und 80er Jahren ein religiöses Imperium aufbaute. Sie überzeugte die Academy mit einer facettenreichen, emotional tiefen Performance, die den Aufstieg und Fall der Evangelistin packend dokumentiert.
2023: Michelle Yeoh in „Everything Everywhere All at Once“
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Michelle Yeoh gewann als erste asiatische Frau den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“. In „Everything Everywhere All at Once“ spielt sie Evelyn Wang, eine überarbeitete Wäschereibesitzerin, die zwischen unzähligen Paralleluniversen springt. Yeoh überzeugte mit einer emotionalen, humorvollen und kraftvollen Performance.
2024: Emma Stone in „Poor Things“
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Emma Stone spielt in der surrealen Sci-Fi-Komödie „Poor Things“ Bella Baxter, die nach einem fragwürdigen chirurgischen Eingriff wiedergeboren wird. Mit dem Körper einer Frau und dem Geist eines Kindes entdeckt sie ihre Sexualität, erlebt Emanzipation und erkundet ein skurriles 19. Jahrhundert.
In dieser modernen „Frankenstein“-Interpretation liefert Stone eine physisch und emotional beeindruckende Performance, die mit dem Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet wurde.
2025: Mikey Madison in „Anora“
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Mikey Madison gewann den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle in „Anora“, einem Comedy‑Drama über eine junge russisch-amerikanische Sexarbeiterin. Mit einer realistischen, intensiven und nuancierten Performance überzeugte sie die Academy und wurde zur überraschenden Gewinnerin des Awards.
2026: Jessie Buckley in „Hamnet“
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Jessi Buckley kann 2026 den Preis mit nach Hause nehmen. Dabei ist es nicht nur ihr erster Oscar: Sie ist die erste irische Schauspielerin, die in dieser Kategorie ausgezeichnet wird. In „Hamnet“ verkörpert sie Agnes Shakespeare, die Frau des berühmten Dichters und Theatermachers.
In einem Interview mit epd Film beschreibt, wie schnell sie von Agnes Figur beim Lesen des Romans, der den Stoff für den gleichnamigen Film lieferte (auf Amazon ansehen), in den Bann zog. „Selten war ich einer Figur begegnet, die derart stark und doch so zart ist.“