(Bildquelle: IMAGO / Panthermedia / Bearbeitung GIGA)
Steht bei euch eine Urlaubsreise vor der Tür? Google Maps ist vielfältiger als man oft denkt. Mit diesen 11 Tipps taugt die App nicht nur als Routenplaner, sondern als kostenloser Reiseführer.
Bevor wir mit den Tipps zu Google Maps starten, noch eine Info: Google Maps wird erst so richtig benutzerfreundlich, wenn man sich mit einem Google-Konto in der App anmeldet. Einige Funktionen sind ohne Anmeldung leider überhaupt nicht möglich.
Und los geht es, so nutzt man Google Maps als Reiseführer:
Offline-KartenSo einfach könnt ihr in Google Maps Karten herunterladen. (Bildquelle: Screenshot GIGA)
Offline-Karten gehören auf jedes Smartphone, sobald es ins Ausland oder empfangsarme Gegenden geht. Zum Glück hat Google Maps die Möglichkeit mittlerweile stark vereinfacht, Kartenausschnitte offline auf dem Gerät zu speichern. So könnt ihr auch Routen planen, wenn ihr kein mobiles Datennetz habt.
Hierfür sucht ihr zunächst den Urlaubsort und tippt dann oben rechts auf euer Profilbild, um die Einstellungen zu öffnen. Wählt anschließend die Option „Offlinekarten“ und tippt auf den Button „Eigene Karte auswählen“. Jetzt könnt ihr den Ausschnitt noch verschieben und vergrößern, um die Karte danach herunterzuladen.
Fahrt planen
Als Navigations-App für Autos hat Google Maps schon zusätzliche Geräte ersetzt. Wer seine Routenplanungen am liebsten am Desktop-Rechner erledigt, loggt sich hier mit seinem Konto ein und sendet die Route dann an das Smartphone. Falls euer Smartphone nicht mit dem Google-Konto verbunden ist, könnt ihr die Route auch per E-Mail verschicken.
Übrigens: Mautstraßen und Fähren kann man im Browser und in der App abwählen.
Bus, Bahn und mehr
Doch auch wer per Bahn und Fernbus (Flixbus) die Reise antritt, bekommt von Google Maps Unterstützung: Wie für die Autoroute gibt man in der App den Zielort ein und tippt dann auf das blaue Route-Symbol. Dann schaltet man oben auf Bahn um.
Über einen Tipp auf die Abfahrtszeit öffnet man die Auswahl für den gewünschten Tag und Stunde, unter Optionen optimiert man sich die Verbindung (wenig umsteigen, kurze Fußwege etc.). Über den Reisevorschlägen könnt ihr noch die Zeit und das Datum ändern. Maps integriert auch Fahrdienste wie Uber sowie verfügbare E-Scooter und Leihfahrräder in der Nähe – inklusive Preis- und Akkuschätzung.
Stadtplan und Nahverkehr
Nicht nur die Autonavigation ist hilfreich, sondern auch die für Fußgänger: Google Maps kann jeden Stadtplan ersetzen. Besonders praktisch ist die Zeitschätzung für den Weg: Gebt einfach den Zielort ins Suchfeld ein und startet die Navigation über den Button rechts unten. Jetzt kann man Fortbewegungsmittel und gegebenenfalls einen anderen Startpunkt wählen.
Und ist es zu Fuß doch etwas zu weit, einfach auf das Ebenen-Symbol tippen. Hierüber gelangt man nämlich nicht nur zur Satellitenansicht, sondern kann sich auch S- und U-Bahnen einblenden lassen.
Staus umgehen(Bildquelle: Screenshot GIGA)
Google Maps wertet anonymisierte Daten anderer Nutzer aus und kann so Staus und erhöhtes Verkehrsaufkommen vorhersagen. Plant ihr eine Autofahrt in der Zukunft, könnt ihr eine Schätzung erhalten, wie lange die Fahrt abhängig vom Verkehr dauern würde. Die Planung erhaltet ihr, wenn ihr wie oben beschrieben zunächst eine Fahrt im ÖPNV zu einem gewünschten Zeitpunkt sucht. Wechselt danach auf die Auto-Übersicht. Der Zeitpunkt wird so übernommen. Für die Prognose berücksichtigt Google Maps historische Daten. So könnt ihr zum Beispiel eine Einschätzung für euren Weg während einer Rush-Hour erhalten.
Maps zeigt falsche Richtung an?
Was tun, wenn die Navigation nicht vernünftig ausgerichtet ist? Auf Android-Geräten erkennt man das an einem geöffneten Trichter am Ortungspunkt. Mit einem Tipp darauf gelangt man zur Kompasskalibrierung, in der man eine 8 in der Luft zeichnet.
iOS erledigt die Kompasskalibrierung mit Hilfe der Ortungsdaten, sofern sie eingeschaltet ist. Siehe iOS-Einstellungen -> Datenschutz -> Ortungsdienste -> Systemdienste -> Kompasskalibrierung.
Orte und Informationen suchen
Je stärker man in der Karte hineinzoomt, desto mehr interessante Punkte zeigt die App an. Ein Tipp auf Sehenswürdigkeit, Museum, Fotopunkt, Restaurant, Park etc. führt über die Namensleiste unten zu weiteren Informationen und Fotos.
Ein Trick für die Suche: Wählt den gewünschten Kartenausschnitt auswählen und gebt einen Suchbegriff wie „Camping“ oder „Eisdiele“ ein. Dann werden die entsprechenden Kategorien angezeigt, selbst wenn man nicht stark in die Karte zoomt (die kleinen unbeschrifteten roten Punkte nicht übersehen!). Auch ein Suchbegriff wie „Eisdiele nahe Brandenburger Tor“ funktioniert. So könnt ihr zum Beispiel auch Altglascontainer oder öffentliche Toiletten in der Umgebung finden.
Euer persönlicher KI-Reiseführer: Stellt Maps eure Fragen(Bildquelle: IMAGO / SOPA Images / Bearbeitung GIGA)
Die revolutionärste Neuerung ist die generative KI in Maps. Statt nur nach „Restaurant“ zu suchen, könnt ihr jetzt ganze Fragen stellen. Probiert es aus mit Suchen wie:
- „Orte mit Vintage-Flair in Berlin“
- „Eine kinderfreundliche Aktivität für einen regnerischen Nachmittag in Hamburg“
- „Zeig mir Restaurants mit der besten Aussicht in Lissabon“
Maps versteht den Kontext und liefert euch kreative, sortierte Listen mit Bildern und Bewertungen – fast so, als würdet ihr einen Einheimischen fragen.
Stoßzeiten
An welchen Tagen sind die Sehenswürdigkeiten besonders überlaufen? Bietet sich ein Besuch am Vormittag oder lieber am Nachmittag an? Und wie ist die Situation jetzt gerade? Nicht für alle, aber doch viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Geschäfte bietet Google einen Indikator an.
Wählt den gewünschten Ort in der Karte aus und tippt auf den Namen. Wenn ihr nach unten scrollt, findet ihr die Stoßzeiten sowie Öffnungszeiten und Kontaktdaten.
Sich selbst finden
Die Kinder sind am Strand, die Eltern bei Sehenswürdigkeiten und ihr wollt euch nachmittags zum Eis treffen? Die Echtzeitstandortfreigabe gibt den aktuellen Aufenthaltsort und Ortsänderungen live einen festgelegten Zeitraum lang an Kontakte weiter.
Hierfür klickt ihr in der Suchleiste auf das Listensymbol und wählt dann in der Seitenleiste Standort teilen. Nun gebt ihr noch einen Zeitraum und den gewünschten Empfänger an. Er sieht dann den Standort direkt im Stadtplan (rechte Karte im Bild). Achtung, die Ortungsdaten beschleunigen den Akkuverbrauch.
Sind 5 Sterne wirklich 5 Sterne?So sieht die Anzeige aus. (Bildquelle: Screenshot GIGA)
In Google Maps kann man anhand der Sterne-Bewertungen Orte ausmachen, die man besuchen sollte und andere Plätze, die es eher zu meiden gilt. Nach deutschem Recht haben Betreiber aber die Möglichkeit, schlechte Rezensionen löschen zu lassen. Google Maps zeigt inzwischen an, wenn 1-Sterne-Bewertungen häufig gelöscht wurden. So könnt ihr selbst entscheiden, wenn ihr zum Beispiel zu einem Restaurant gehen wollt, das zwar 4,6 Sterne zeigt, im Hintergrund aber auch Hunderte von Bewertungen löschen ließ.
Reiseroute protokollieren
Wo ist man überall gewesen? Die Zeitachse verrät es, sofern ihr sie vor Beginn des Urlaubs aktiviert habt. Nur dann speichert Google nämlich die Orte ab. In der Zeitachse wählt ihr rechts oben den gewünschten Tag aus, um die Besuchspunkte zu sehen. Fehler könnt ihr dort auch korrigieren und löschen.
Den Ein- und Ausschalter des Standortverlaufs findet ihr in den Einstellungen innerhalb der App unter Standortfreigabe.
Erkundet Orte vorab mit der „Immersive View“
» Video ansehen: Immersive View in Google Maps: Berliner Fernsehturm
Ihr wollt wissen, ob das Restaurant wirklich so einen schönen Ausblick hat oder wie die Umgebung eures Hotels aussieht? Mit der „Immersive View“ könnt ihr viele Sehenswürdigkeiten und Gegenden in einer fotorealistischen 3D-Ansicht erkunden. Fliegt wie mit einer Drohne über die Stadt und taucht in die Atmosphäre ein, noch bevor ihr dort seid. Das ist Reiseplanung auf einem völlig neuen Level!
Nie wieder verlaufen: Findet euren Weg mit der „Live View“So aktiviert ihr das Live-View-Feature in Google Maps (Bildquelle: Google Maps für Android)
Ihr kommt aus der U-Bahn und wisst nicht, in welche Richtung ihr laufen sollt? Die Live View ist die Lösung. Sie nutzt Augmented Reality und blendet riesige Pfeile und Straßennamen direkt in das Kamerabild eures Handys ein. So seht ihr sofort, wohin ihr gehen müsst. Um die Funktion zu starten, wählt eine Fußgängerroute und tippt auf den „Live View“-Button.
Reiseführer Google Maps: Urlaubsorte teilen
Wer lediglich seine Lieblingsorte vor oder nach der Reise weiterempfehlen möchte, der spare sich akkufressendes Tracking und gehe den Weg über eine Liste: Stadt oder Sehenswürdigkeit antippen, dann in der Beschreibung Speichern wählen. Nun kann man ein Label hinzufügen und eine Liste erstellen.
Zur Liste gelangt man über die Seitenleiste -> Meine Orte -> Gespeichert. Oben rechts gelangt man zu den Bearbeitungs- und Teilen-Optionen.
Viel Erfolg bei eurer Reiseplanung und gute Reise!