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Die polnische Regierung ist kurz davor, ein weitreichendes Verbot von Handys an Schulen zu beschließen. In Deutschland ist die Lage weitaus komplizierter. Und auch die Wissenschaft ist sich uneins.
Polen will Kindern unter 16 Jahren Handys an Schulen verbieten
In Polen müssen bald wohl alle Unter-16-Jährigen während der Schule auf ihre Smartphones verzichten – sowohl im Unterricht als auch in den Pausen. Das sieht ein Gesetzentwurf der polnischen Regierung vor, über den noch das Parlament entscheiden muss.
Laut Reuters soll das Handyverbot ab dem 1. September 2026 für 7- bis 15-Jährige an Grundschulen gelten, sprich: bis einschließlich zur achten Klasse. Neben Smartphones sollen laut dpa auch andere smarte Geräte zur Ton- oder Bildaufnahme im Zuge dessen während des Unterrichts und der Pausen verboten werden. Ausnahmen aus pädagogischen, gesundheitlichen oder sicherheitstechnischen Gründen soll es demnach jedoch geben.
Deutschland: Bundesländer-Regeln variieren – Bremen wie Polen, Hessen noch krasser
In Deutschland ist es beim Handyverbot wie mit so vielen bildungspolitischen Themen: Es gibt einen Flickenteppich an Regelungen, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.
Ähnlichkeiten zum geplanten Entwurf für Polen gibt es in zwei Bundesländern: Bremen und Hessen. In Bremen wurde 2025 ebenfalls ein Handyverbot für junge Teenager beschlossen. Statt bei der achten Klasse zieht die Freie Hansestadt bei der zehnten Klasse die Grenze. Ab der Oberstufe (elfte Klasse) können die Schulen jedoch individuell bestimmen.
In Hessen ist das Verbot noch krasser als in Bremen (und ggf. auch bald Polen): Dort sind Smartphones für alle Schülerinnen und Schüler umfassend untersagt, auch in den Pausen. In Bayern sollen Handys ab dem Schuljahr 2026/27 an Schulen von den Klassen eins bis sieben verboten werden.
Andere Bundesländer setzen lediglich auf Empfehlungen, geben den Schulen weitreichende Kompetenzen oder untersagen die Nutzung von Smartphones teilweise nur in den Unterrichtsstunden – oder gar nicht.
Wissenschaft uneins – Schüler ebenfalls
Die Studienlage zu den Effekten solcher Verbote ist bisher dünn und teils widersprüchlich. Einzelne Studien ergaben im Ergebnis, dass derlei Verbote positive Effekte auf Schulleistungen und eine Abnahme von Cybermobbing-Fällen haben können. Eine Vergleichsstudie von 2024 kam jedoch zu dem Ergebnis, dass 22 bisherige Untersuchungen keine übereinstimmenden Antworten darauf gaben, wie sich Handyverbote auswirken.
Auch die Betroffenen Schüler selbst sind sich uneinig, ob Handyverbote sinnvoll sind. Die Postbank Jugend-Digitalstudie 2025 ergab, dass 57 Prozent der 16- bis 18-Jährigen ein Verbot an Schulen ablehnen, während nur 37 Prozent dafür sind.
Im Rahmen des ifo-Bildungsbarometers ergab eine Umfrage unter 14- bis 17-Jährigen im Jahr 2025 aber wiederum, dass eine Mehrheit von ihnen eher oder klar für Verbote von Handys im Unterricht ist; knapp die Hälfte ebenso für ein Handyverbot, das sich auf Pausen erstreckt (vor allem an Grundschulen). Das Thema bleibt kompliziert.