Ein schlechtes Ende kann einen ganzen Film verderben. (Bildquelle: IMAGO / Depositphotos / Bearbeitung GIGA)
Vielen Hollywood-Streifen scheinen im Finale die Ideen ausgegangen zu sein. Vollkommen seltsame Enden sollen entweder einen schnellen Schlussstrich ziehen oder eine Fortsetzung offenhalten. Wir stellen euch unsere Ideen vor, wie so mancher Film besser ausgegangen wäre.
Was wir von einem guten Filmende erwarten: Der Held hat alle Probleme gelöst, bekommt das Mädchen, alle Wünsche nach Rache sind befriedigt und der Bösewicht ist erledigt.
Was wir nicht sehen wollen: Der Bösewicht entkommt trotz guter Gelegenheit, ihn zu erledigen. Das Mädchen ist tot und der Held muss fliehen, weil die Polizei ihn drankriegen will.
Was wir oft zu sehen bekommen: Der Held liegt im Krankenhaus, wo das Mädchen ihm eröffnet, ihren Klempner zu lieben. Der Bösewicht wird Pfarrer und traut auf einer tropischen Insel einen Fischer und seinen Pudel.
No Country for Old Men
Was wir bekommen: Die Handlung baut die Konfrontation zwischen Llewelyn Moss und dem Killer Anton Chigurh auf, bricht dann aber abrupt ab; wichtige Ereignisse passieren im Hintergrund und es endet in einer langen Monolog-Szene statt in einem emotionalen Abschluss.
Was wir gerne gesehen hätten: Die Verfolgung und der Tod von Moss werden direkt gezeigt, inklusive einer letzten Begegnung zwischen Sheriff Bell und Chigurh, in der Bell klar wird, dass er verliert.
Lost in Translation
Was wir bekommen: Der Film lebt komplett von der unausgesprochenen Spannung zwischen den Figuren Bob und Charlotte. Das geflüsterte Ende bleibt absichtlich unverständlich. Nach einem Kuss gehen einfach beide ihres Weges.
Was wir gerne gesehen hätten: Die gleiche Verabschiedung, aber die geflüsterten Worte wären verständlich. Etwa ein kurzer Satz wie „Vergiss mich nicht“ und die klare Einladung, Kontakt zu halten. Das wäre immer noch offen, aber würde Hoffnung bieten.
Star Wars: The Rise of Skywalker
Was wir bekommen: Palpatine, den alle schon vergessen hatten, kehrt zurück. Ein Haufen ständig ungeklärter Konflikte ist plötzlich lösbar und ein Nostalgie-Trip setzt uns viele alte Figuren vor, die eigentlich keine Rolle mehr spielen.
Was wir gerne gesehen hätten: Ben Solo überlebt und stellt sich mit Rey der Aufgabe, den Jedi-Orden neu aufzubauen und zu reformieren.
John Wick: Chapter 4
Was wir bekommen: John Wick gewinnt eigentlich, aber überlebt ungerechterweise seinen Sieg nur ein paar Augenblicke.
Was wir gerne gesehen hätten: John Wick überlebt, gilt aber offiziell als tot und wir sehen ihn in einer Schlussszene, wie er mit seinem Hund eine Waldhütte verlässt und spazieren geht.
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Was wir bekommen: Plötzlich sind es die Aliens und das übertriebene CGI-Finale – inklusive drehendem UFO – verderben die sonst vorherrschende humorbetonte Action.
Was wir gerne gesehen hätten: Die „Kristallschädel“ sind ein irdisches Artefakt mit übernatürlicher, aber nicht unbedingt außerirdischer Herkunft. Der Tempel kollabiert klassisch und begräbt seine Geheimnisse. Es gibt keinen UFO-Abflug und Indiana Jones entkommt knapp.
I Am Legend
Was wir bekommen: Das Kino-Ende macht Robert Neville zum klassischen Märtyrerhelden und ignoriert die Buchaussage, dass er aus Sicht der Mutanten selbst zum Monster geworden ist.
Was wir gerne gesehen hätten: Wie in der alternativen Fassung: Neville erkennt, dass die Mutanten eine eigene soziale Ordnung, Gefühle und Kommunikation haben, überlebt und zieht sich zurück. Er bekämpft die Mutanten nicht länger.
Krieg der Welten
Was wir bekommen: Die Aliens sterben plötzlich durch irdische Mikroorganismen und der „Held“ ist eigentlich völlig unbeteiligt. Dafür findet er seine Familie unbeschadet wieder.
Was wir gerne gesehen hätten: Die Mikroorganismen schwächen die Aliens zwar sehr, aber die Menschen müssen trotzdem einen gemeinsamen Gegenangriff durchführen.
How I Met Your Mother
Was wir bekommen: Neun Staffeln lang wird die Mutter aufgebaut, nur um sie im Finale schnell „abzuräumen“ und Ted wieder mit Robin zusammenzuführen.
Was wir gerne gesehen hätten: Die Mutter bleibt lebendig; Ted erzählt die Geschichte, um zu erklären, warum sie die richtige Partnerin ist – Robin bleibt eine wichtige Vergangenheit, aber nicht die Endstation.
Atemlos – Gefährliche Wahrheit
Was wir bekommen: Der Showdown im Stadion folgt bekannten Klischees, der Vater bleibt als nie präsentes Schutz-Phantom mit Gewehr im Hintergrund, und Nathan landet ohne echte Konsequenzen in einem quasi normalen Leben.
Was wir gerne gesehen hätten: Nathan entscheidet sich bewusst gegen den Schatten seines Vaters und wählt die Agenten als sein Team. Anstatt einfach nur wieder in die Schule zu gehen, versucht er das Beste aus seiner bisherigen Ausbildung zu machen.
Code Ava
Was wir bekommen: Nach einer letzten Tötung kehrt sie zu ihrer Schwester zurück, gibt ihr Geld und fordert sie zur Flucht auf. Als sie das Haus verlässt, sieht es so aus, als würde sie weiterhin gejagt.
Was wir gerne gesehen hätten: Ava verlässt ihre Familie und stellt die Organisation öffentlich bloß. Danach zieht sie sich zurück und lebt endlich ein selbstbestimmtes Leben.
Even Lambs Have Teeth
Was wir bekommen: Katie und Sloane bekommen ihre Rache und metzeln jeden nieder, der an ihrer Entführung beteiligt war. Katies Onkel tappt im Dunkeln, während die Mädchen glücklich und unbeschadet nach Hause zurückkehren.
Was wir gerne gesehen hätten: Eine realistischere Darstellung wäre hier angebracht gewesen. Die Rache ist verständlich, aber sie sollte die Mädchen nicht völlig unberührt lassen. Das ist im Grunde so psychopathisch wie ihre Entführer. Der Onkel sollte hinter die Machenschaften kommen und alles aufdecken, während Katie und Sloane ihre Erlebnisse aufarbeiten.
Last Samurai
Was wir bekommen: Der letzte Samurai ist der Japaner Katsumoto, aber der stirbt auf dem Schlachtfeld, während Nathan Algren zurückkehrt, um die Geschichte zu erzählen und schließlich in das japanische Dorf zurückkehrt.
Was wir gerne gesehen hätten: Der ohnehin perspektivlose Algren hätte ebenfalls in der Schlacht sterben sollen, anstatt sich mit seiner Rolle in den Vordergrund zu drängen. Katsumotos Geschichte hätte von den Menschen aus seinem Dorf zu Ende erzählt werden sollen. Vielleicht hätte sogar Katsumoto überleben und in sein Dorf zurückkehren sollen.
Sucker Punch
Was wir bekommen: Babydoll opfert sich, um Sweet Pea die Flucht zu ermöglichen. Im Sanatorium wird sie einer Lobotomie unterzogen. Sweet Pea flüchtet in einem Bus, der von dem Mann gefahren wird, der als weiser Mann in Babydolls Träumen auftauchte.
Was wir gerne gesehen hätten: Nach all dem Leiden wäre es angebracht und von den meisten Zuschauern sicher auch gewünscht, dass Babydoll die Flucht gelingt, während das Sanatorium geschlossen wird.