So gelingen Sonnenuntergangsbilder mit Tiefe, Farbe und Atmosphäre. (Bildquelle: Getty Images / molchanovdmitry / Bearbeitung GIGA)
Mit dem richtigen Timing, passenden Einstellungen und einfachen Tricks könnt ihr Sonnenuntergänge eindrucksvoll fotografieren und starke Stimmungen einfangen.
Das braucht ihr, um einen Sonnenuntergang zu fotografieren
Für gute Sonnenuntergangsfotos braucht ihr nicht viel: eine Kamera oder ein Smartphone, etwas Geduld und einen passenden Standort. Ein Stativ ist hilfreich, aber kein Muss. Wichtig ist vor allem, dass ihr vorbereitet seid und den richtigen Moment nicht verpasst.
Planung und Timing nicht unterschätzen
Der Sonnenuntergang verändert sich schnell, deshalb solltet ihr früh vor Ort sein. Die besten Ergebnisse erzielst ihr nicht nur beim eigentlichen Untergang, sondern auch in der „goldenen Stunde“ davor und der „blauen Stunde“ danach:
- In der „goldenen Stunde“, etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang, steht die Sonne tief am Himmel. Das Licht wird in der Atmosphäre gestreut, wodurch der Himmel in warmem, weichem Licht mit Gold- und Orangetönen erstrahlt. Das ist perfekt für Landschaften, Porträts und natürliche Szenen.
- In der „blauen Stunde“, kurz nach dem Sonnenuntergang, steht die Sonne tief unter dem Horizont und sorgt für kühles, tiefblaues Licht – ideal für stimmungsvolle Architektur- und Stadtfotos.
Am Ende zählt vor allem Geduld und Beobachtung. Die schönsten Sonnenuntergänge dauern oft nur wenige Minuten, aber genau in diesem kurzen Fenster entstehen die eindrucksvollsten Bilder.
Clevere App-Unterstützung für den perfekten Zeitpunkt
Spezielle Planungs-Apps helfen euch, das perfekte Zeitfenster für euren Schnappschuss exakt zu bestimmen, darunter „Golden Hour“ für Android und „Blue Time“ für iOS.
Profis greifen bevorzugt zu PhotoPills. Die kostenpflichtige App berechnet das Zeitfenster extrem präzise und das für nahezu jeden Standort weltweit. Viewfindr geht dabei noch einen Schritt weiter und kann sogar die Himmelsfärbung voraussagen.
Sonnenuntergang mit dem Smartphone fotografieren
Mit dem Smartphone könnt ihr sehr gute Ergebnisse erzielen. Wenn ihr direkt auf die Sonne tippt, wird der Rest des Bildes insgesamt dunkler. Wählt ihr einen anderen Bereich, wird mehr Licht eingefangen, die Sonnenstrahlen verschmelzen mit der Umgebung. In den Foto-Einstellungen der Kamera-App könnt ihr die Belichtung manuell anpassen.
Vermeidet Zoom, da die Qualität leidet. Nutzt wenn möglich den HDR-Modus, um mehr Details in hellen und dunklen Bildbereichen zu erhalten. Für scharfe Aufnahmen solltet ihr außerdem ein Smartphone-Stativ verwenden (bei Amazon ansehen).
Welches iPhone hat die bessere Kamera? Im Video erfahrt ihr, ob das iPhone 17e oder das iPhone 13 Pro die Nase vorn hat:
» Video ansehen: iPhone 17e vs. 13 Pro: Welches iPhone macht die besseren Fotos?
Sonnenuntergang mit der Kamera fotografieren
Überlegt euch vorher, was euer Bild zeigen soll, und wählt das Objektiv passend zum Motiv:
- Wenn ihr die Sonne groß im Bild zeigen wollt, nutzt ihr am besten ein Teleobjektiv (70–200 mm).
- Wollt ihr dagegen Landschaft, Wasser oder Personen im Vordergrund integrieren, eignet sich ein Weitwinkelobjektiv mit etwa 24 mm oder weniger.
Nutzt eine niedrige ISO-Zahl, um Rauschen zu vermeiden. Blendwerte zwischen f8 und f11 sorgen für mehr Schärfe im gesamten Bild. Startet mit einer Belichtungszeit von 1/125 Sekunde. Wird euer Bild zu hell, wählt ihr eine kürzere Belichtungszeit. Wird es zu dunkel, verlängert ihr sie.
Weitere Tipps für das perfekte Bild
- Ein Stativ hilft euch bei längeren Belichtungszeiten, besonders wenn das Licht schnell schwächer wird. So bleiben eure Aufnahmen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen scharf.
- Der Weißabgleich kann manuell angepasst werden, um die warmen Farbtöne des Himmels zu betonen. Dazu solltet ihr die Einstellung entweder auf „Wolken“ oder „Sonne“ setzen.
- Ein Polfilter kann Reflexionen auf nassen Steinen oder der Wasseroberfläche reduzieren. Die Farben und Kontraste des Himmels wirken dadurch intensiver. Besonders starke Effekte erzielt ihr, wenn die Sonne seitlich im 90-Grad-Winkel zur Kamera steht.
- Fotografiert möglichst im RAW-Format, wenn eure Kamera das erlaubt. RAW-Dateien enthalten mehr Bildinformationen als herkömmliche JPGs. In der Nachbearbeitung könnt ihr Belichtung, Farben und Kontraste gezielt anpassen, um mehr aus euren Bildern herauszuholen.
Bildgestaltung für bessere Ergebnisse
Achtet auf eine klare Bildkomposition. Nutzt die Drittelregel und platziert die Sonne nicht immer mittig. Wenn ihr einen kräftigen Sonnenuntergang mit starkem Licht festhaltet, platziert ihn im unteren Drittel des Bildes. Ist die Sonne fast untergegangen und nur noch schwach und diffus, nutzt ihr das obere Drittel.
Für spannendere Bilder solltet ihr nicht nur den Himmel fotografieren, sondern auch Vordergrundelemente einbeziehen. Silhouetten von Bäumen, Personen oder Gebäuden geben dem Bild Tiefe und machen den Sonnenuntergang greifbarer. Linien wie Ufer, Wege oder Zäune können zusätzlich den Blick des Betrachters führen.
Befindet sich ein Objekt oder eine Person im Vordergrund, setzt ihr die Sonne mittig ins Bild. Tipp: Mit dem Raster auf dem Smartphone- oder Kameradisplay könnt ihr euren Bildausschnitt präzise ausrichten und besser gestalten.
Übung macht den Unterschied
Vielleicht gelingt euch das perfekte Foto nicht sofort, bleibt trotzdem dran. Jeder Sonnenuntergang ist anders und genau das macht diese Aufnahmen so spannend. Mit etwas Übung, dem richtigen Timing und passenden Einstellungen entstehen beeindruckende Bilder, ganz egal, ob ihr mit Smartphone oder Kamera fotografiert.