Glüxpiraten Podcast - Unterwegs zuhause

Glüxpiraten Podcast - Unterwegs zuhause

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Glüxpiraten Podcast - Unterwegs zuhause episodes

  • Der Segeltalk
    Hallo, Ahoi und Willkommen zum Glüxpiraten Segeltalk!

    Hier in Folge 0 machen wir das, was sich zum Beginn eines Podcasts gehört: Wir stellen uns und den Segeltalk erst mal vor!

    Babsi und Eric beim Ostseestammtisch 2016 in Hamburg
    Ich schenke Dir eine Insel

    Fangen wir also bei den Protagonisten an: Babsi und Eric leben zusammen in Groß-Gerau, einer Kreisstadt im Rhein-Main-Gebiet und arbeiten dort selbstständig in ihrem Werbetechnikbetrieb D-SIGN Werbung. Während Eric bereits sehr früh in die Selbstständigkeit gestartet ist, hat Babsi schon recht viele verschiedene Berufserfahrungen gesammelt:

    Lehre als Bürokauffrau, selbstständige Gärtnerin, psychologische Beraterin und aktuell bei D-SIGN im Büro als Mädchen für alles, was sich um Buchhaltung und Kommunikation dreht. Und ganz nebenbei ist Babsi auch noch Buchautorin: sie veröffentlichte das Buch "Ich schenke Dir eine Insel" im Selbstverlag und als e-book.

    Babsi hat schon immer die starke Anziehungskraft des Wassers wahrgenommen und träumt schon lange von einem Boot und dem Fahren auf dem Wasser. Eric brachte schließlich das Thema Segeln ins Spiel.

    Sein Vater segelte regelmäßig mit teils fester, teils wechselnder Crew auf gecharterten Schiffen zumeist im griechischen Mittelmeer und auch auf der Ostsee.

    Erics erster richtiger Segeltörn führte ihn kurz nach dem Tod seines Vaters in Etappen von Athen bis zur Insel Milos, um dort mit dessen alter Stammcrew seine letzte Ruhestätte im Mittelmeer zu besuchen.

    Ausbildungen bis jetzt:

    Babsi:

    • Sportbootführerschein Binnen & See/Motor: beide gleichzeitig 10/2016

    Eric:

    • Sportbootführerschein Binnen/Motor: 08/2013
    • Sportbootführerschein See/Motor: 12/2015
    • Funkscheine UBI/SRC: 06/2016
    • Für Anfang 2017 ist der SKS geplant
    Unser Schiff

    Alle wichtigen Infos zu unserer Makani findest Du auf ihrer Seite hier auf unserer Website.

    Nachdem wir sie zunächst hier im Rhein-Main-Gebiet ins Wasser gelassen hatten und dort auch die ersten Fahrten unternahmen, zog Makani dann im September um nach Holland ins friesische Warns. Dort, im Wassersportcenter de Stormvogel, liegt sie nun auch im Winterlager.

    Warum der Podcast?

    Wir lernen segeln! Seit Anfang 2016 hat uns der Segelvirus gepackt und wir wollen in jeder freien Minute auf's Wasser. Und wenn man wie wir bei fast null beginnt, stellen sich mit jeder beantworteten Frage gleichzeitig zehn Neue. Und wir glauben, daß es nicht nur uns so geht.

    Genau genommen wären wir froh gewesen, wenn es unseren Podcast schon gegeben hätte, als wir anfingen mit dem Segeln.

    Wir möchten Dich, lieber Zuhörer und Mitleser, gerne teilhaben lassen, an unserer Entwicklung und wünschen uns, daß auch Du von den vielen interessanten Interviews und Berichten etwas für Dich mitnehmen kannst.

    Unser großes Zwischenziel ist: Wir wollen 2020 zu einer Weltreise starten!

    Bis da hin muss noch viel geschehen und wir müssen noch unglaublich viel lernen. Wir brauchen bis dahin ein geeignetes Schiff und müssen es ausrüsten und dann auch kennenlernen. Und vielleicht hast auch Du diesen Traum!? Vielleicht möchtest auch Du bald auf Langfahrt gehen und glaubst, das dies nicht möglich wäre für Dich. Wir möchten zeigen, wie es doch gelingen kann, ein normales Leben mit einem mehr oder minder geregelten Job für eine gewisse Zeit gegen ein Leben auf dem Wasser unterwegs um die Welt einzutauschen.

    Welche Themen wird es hier geben?
    • Segeln, um zu segeln, ohne vordringlich sportlichen Aspekt, Genuss-Segeln
    • Segeltechnik, Segeltrimm
    • Reisen im Eigenen oder mit gecharterten Schiffen
    • Segelreviere
    • Törnplanung
    • Blauwasserleben
    • Ozeanüberquerungen
    • Ausstattung für Schiff und Besatzung
    • verschiedene Bauweisen von Schiffen und deren Eigenarten
    • Recht und Versicherungen
    • Erfahrungsberichte von Spezialisten
    Wir suchen Dich!

    Kannst Du auch etwas zu unserem Podcast beitragen?

    Bist Du vielleicht schon mal auf Langfahrt gewesen?
    Hast Du ein Schiff schon mal aus- oder umgebaut? Warum und was genau?
    Arbeitest Du an oder mit Schiffen?
    Oder hast Du Ideen oder Kenntnisse, die Du an die Glüxpiraten-Community weiter geben möchtest?

    Dann melde Dich bitte bei uns:

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    Ein Interview ist jederzeit möglich, denn wir sind ausgestattet: entweder, wir treffen uns persönlich und schnacken einfach live miteinander oder wir nutzen Onlinetools und treffen uns im Internet!

    Wie wird der Podcast produziert? Zoom H4n Pro mit Zubehör

    Als Aufnahmegerät für unseren Segeltalk verwenden wir einen Zoom H4N Pro. Ein mobiles 4-Kanal Aufnahmegerät mit guter Sprachqualität.

    Mit diesem Teil sind wir auch zum Beispiel auf Messen und Veranstaltungen unterwegs und können so jederzeit loslegen.

    Die Postproduktion erfolgt dann mit Garageband von Apple. Ein Audiotool, das bei jedem Mac kostenlos dabei ist und ein tolles Ergebnis liefert, auch wenn man kein Toningenieur ist.

    Wie erfährst Du, wenn eine neue Episode online ist?

    Am Besten, Du abonnnierst den Glüxpiraten Segeltalk bei iTunes oder in dem Podcatcher Deiner Wahl. Dann verpasst Du ab sofort keine Folge mehr und kannst auch ältere Episoden jederzeit nachhören. Schau einfach im Appstore mal nach dem Stichwort Podcast. Du bekommst dann einige Vorschläge und suchst Dir die passende App raus!

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    33 min
  • Hanseboot-Special 01 mit Annette Kilch und Stephan Boden

    Gleich zum Einstieg in den Glüxpiraten Segeltalk waren Babsi und Eric in Hamburg auf der Hanseboot und trafen dort tolle Leute, die sich alle gerne die Zeit für ein Interview genommen haben. Daraus ist ein dreiteiliges Special entstanden. Den Anfang machen wir mit Annette Kilch die Ihre Segelakademie Ocean's Eleven vorstellt und Stephan Boden, Autor, Blogger und Miterfinder der Bente24, der uns über zahlreiche Neuigkeiten berichten kann.

    Annette Kilch Ocean's Eleven

    Annette ist die Inhaberin der Ocean's Eleven GmbH. Ein Segelreise-Veranstalter, der sich vor allem auf Frauen-Segeltrainings und Themen-Segeltörns spezialisiert hat.

    Segeltechnik, Manöver, Törnplanung aber auch Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel im Rahmen von Coaching-Törns stehen bei Ocean's Eleven im Vordergrund. Dabei legt Annette großen Fokus auf's Frauensegeln, veranstaltet aber auch einige Touren mit gemischten Crews.

    Bei den Frauen, die Annette auf ihren Schiffen begrüßt, herrscht der große Wunsch vor, beim allem, was auf dem Segelboot Spaß macht, aktiver und mit mehr Selbstbewusstsein dabei zu sein. Ihre Mitseglerinnen wollen am Ruder stehen und sich diesen Spaß nicht aus der Hand nehmen lassen.

    Oft nehmen sich Frauen in gemischten Crews ganz automatisch zurück und überlassen den Männern auf dem Schiff das Ruder und das Kommando. Das haben sie aber eigentlich gar nicht nötig. "ich habe das bei mir selbst beobachtet", erklärt Annette im Interview mit Babsi, "Wenn ein Mann an Bord war, sagte ich mir: 'Lass ihn doch segeln, der kann das gut. Wenn was passiert, dann kann der das besser als ich.' Das stimmt aber so nicht".

    Aufgaben sinnvoller verteilen Babsi im Interview mit Annette Kilch

    Frauen sind sehr geschickte Rudergängerinnen und dort besser aufgehoben als beispielsweise bei der Leinenarbeit. Hier steckt bei segelnden Paaren oft großes Konfliktpotential weil schlicht die Aufgaben falsch verteilt sind.

    Selbstbewusstsein und mentale Stärke sind die Eigenschaften, die Annette hier bei den Frauen stärken möchte. Seit September 2015 veranstaltet sie die Frauentrainings und hat hier sehr großen Erfolg. "Hier ist keine Frage zu doof und kein Fehler zu schlimm. Fehler passieren. Und man kann sie bei uns einfach machen, ohne sich rechtfertigen zu müssen."

    Frauen begleiten in einer Paarbeziehung und in der Familie ohnehin die Führungsposition. Und auf dem Schiff vertauschen sich plötzlich die Rollen. "Warum führt denn die Frau nicht einfach weiter? Sie kann's doch?", fragt Annette hier zu Recht.

    Starkes Team

    Für ihre Trainings erhält sie kompetente Unterstützung:

    • Monika Lehn, die bereit selbst einen Katamaran gebaut hat, unterstützt das Skipper-Team bei Fragen rund um die Bootstechnik wie etwa Motorenkunde. Monika ist aber auch Systemische Beraterin und kann so auch bei persönlichen Themen weiter helfen.
    • Mareike Guhr ist im September 2016 von einer vierjährigen Weltumsegelung zurückgekehrt und unterstützt fortan das Team als Skipperin und Ausbilderin mit ihrem riesigen Erfahrungsschatz.

    Wer Interesse an dem breiten Angebot von Annette Kilchs Segelakademie hat, der findet alle wichtigen Infos unter: www.oceans11.de

    Stephan Boden aka diggerhamburg

    Alle Unkenrufen zum Trotz war für Stephan auf dem Bente-Messestand der Hanseboot die Veranstaltung ein voller Erfolg. Die neuen Öffnungszeiten wurden vom Publikum gut angenommen und ansonsten etwas ruhigere Zeiten waren nun sogar besser besucht.

    Drei Boote auf dem Stand von Bente
    • Die Weltpremiere! Die MK3 "Piece of ship" mit der Baunummer enthält viele Verbesserungen und Anpassungen wie zum Beispiel eine neue Farbe für den Rumpf, geänderter Ruderführung, mehr rutschhemmende Bodenbeläge und einige weitere Details und Optimierungen.
    • Die Bio-Bente. Das nachhaltig gebaute Modell zum ersten Mal komplett fertig auf einer Messe.
    • Die Golden Snatch. Die edle und schnelle Variante. Hier zeigt der Bootsbauer, was mit dem Schiff alles möglich ist.

    Bente beschreitet beim Bau seiner Modelle einen ausgewogenen Mittelweg zwischen Performance und praktikablem Daysailer, der auch prima für den zweiwöchigen Urlaub geeignet ist. Gleich zu Beginn der Entwicklung standen hier die Wünsche der Kunden im Fokus. Ein Konzept, das sich auszahlt: "Streng genommen sind der drittgrößte Anbieter im deutschen Markt.", berichtet Stephan nicht ganz ohne Stolz. Ein beachtliches Ergebnis nach nur einem Jahr!

    Ein Händlernetz entsteht im Moment europaweit, so daß es auch am Bodensee, am IJsselmeer und auch an der Ostsee bald die Möglichkeit der Besichtigung und der Probefahrt geben wird.

    Nah dran!

    Ähnlich wie beim Bootsbau ging das Bente-Team auch bei der Konzeption des Messestands vor: wie in einem Hafen gibt es hier die Boote, die im Mittelpunkt stehen und wirklich zu Anfassen sind. "Ohne goldene Kordel oder einen Zaun davor", witzelt Stephan. "Hier stehen ein paar Biertische, Du kannst hier Dein Butterbrot essen und das ganze Team ist für alle Späße zu haben. Ein bisschen näher dran tut mal ganz gut. Gerade bei einem Boot wie diesem."

    Also Goodie für die Standbesucher gibt's noch einen 3D-Drucker, der kleine Bente-Modelle anfertigt und eine T-Shirt-Presse, mit der vor Ort Merchandise-Klamotten bedruckt werden.

    Einhandsegeln Stephan Boden, Einhandsegeln

    Neben den Booten stellt Stephan auf dem Stand und in Bühnenvorträgen sein neues Buch "Einhandsegeln" vor.

    Hier beschreibt er seinen Weg zum Segeln und die Erfahrungen, die er auf dem Weg gemacht hat. Viele Tipps und Kniffe, die beim Aufbau seiner eigenen Boote Anwendung fanden, sind hier beschrieben. Praktische Tips zu Segel- und Hafenmanövern und nützliche Hilfsmittel aus etlichen tausend Seemeilen Segelerfahrung:

    • Das einhandtaugliche Boot und die Ausstattung
    • Die perfekte Bootsgröße
    • Sicherheit und Ordnung
    • Pflege, Kontrolle und Checklisten
    • Vorteile beim segeln ohne Crew
    • Anlegen und Ablegen
    • Leinenwurf
    • Ankern
    • Fehler machen. Fehler üben
    • Navigation
    • Das erste Mal allein
    • Umgang mit Stress
    • Auswirkungen des einhand unterwegs sein
    Es geht weiter

    Winterzeit ist Messezeit und so trifft man Stephan auf den Bootsmessen in Deutschland. Sowohl im Januar auf der BOOT in Düsseldorf, als auch auf der Boot & Fun in Berlin, wo eine weitere, bisher geheime Neuheit aus der Bente-Ideenschmiede vorgestellt wird. Wer die Bente im Wasser sehen und testen möchte, hat auf der Hanseboot Ancora Boat Show im Mai 2017 die Gelegenheit.

    Alle Infos zur Bente findest Du unter www.bente24.com

    Stephan erreichst Du unter www.diggerhamburg.com

    21 min
  • Hanseboot-Special 02 mit Sven Staude und Mareike Guhr

    Im zweiten Teil unsere Hanseboot-Specials treffen wir Sven Staude am Stand von Hanse, der uns etwas über den neuen e-motion rudder drive in der Hanse 315 erzählt. Und wir sprechen mit Mareike Guhr. Die sympathische Weltumseglerin kam im September 2016 von ihrer vierjährigen Weltumsegelung zurück und schenke uns einige Minuten ihrer knappen Zeit.

    Sven Staude von der Hanse Group

    Sven Staude leitet den After Sales Service der Hanse-Vetriebs GmbH in Deutschland. Er erklärt uns den neu entwickelten e-motion rudder drive, der in der aktuellen Hanse 315 verbaut wird.

    Sven Staude erklärt uns, das wegen der immer strengerer Vorschriften vor allem in Binnengewässern die herkömmlichen Dieselmotoren oft nur noch eingeschränkt eingesetzt werden dürfen. Trinkwassereinzugsgebiete und die im Jahr 1992 beschlossenen FFH-Gebiete erfordern ein Umdenken beim Wassersport auf Seen und Flüssen zugunsten der Tier- und Pflanzenwelt. So ist es beispielsweise in vielen Gebieten mittlerweile die Benutzung von Verbrennungsmotoren nur noch innerhalb der Häfen erlaubt. Außerhalb darf nur noch gesegelt werden. Bodensee, Chiemsee, Ammersee oder die ehemaligen Tagebau-Gebiete in Sachsen aber auch der Balaton sind bereits von dieser Vorschrift betroffen aber auch aus Kanada und den USA kamen Anfragen nach alternativen Antrieben. Diesem Ruf folgend entwickelte Hanse in Zusammenarbeit mit den Partnern Jefa und Torqeedo den rudder drive.

    Zum ersten Mal in Serie

    Hanse hat die Produktionslinie der 315 angepasst, so daß hier erstmals Elektroantriebe in einer Serienfertigung verbaut werden können. Das Nachrüsten eines ursprünglich mit Dieselmotor ausgestatteten Schiffs ist im Moment nicht angedacht.

    Der rein elektrische rudder drive Antrieb mit Faltpropeller sitzt direkt im Ruderblatt. "Das Schiff fährt sich wie ein Gabelstapler!", schmunzelt Sven Staude. Der direkt in Ruderrichtung anliegende Drehmoment sorgt dafür, daß das Schiff sofort beginnt zu drehen, sobald der Motor angeschaltet wird. Fast lautlos und ohne störende Vibrationen und Dieselgerüche dreht die Hanse 315 auf der Stelle.

    Reichweitenanzeige per App

    Mit vollen Akkus legt die Hanse 315 mit 4,5 Knoten eine Strecke von etwa 30 Seemeilen zurück, bei Topspeed von 6 Knoten sind es noch 20 Seemeilen. Damit der Skipper die mit der aktuellen Akkuladung mögliche Reichweite bequem einsehen kann kommt der Antrieb - wie soll es anders sein - mit einer Smartphone-App. Hier wird auf einer Gebietskarte angezeigt, wie weit der Akku bei der gewählten Geschwindigkeit noch reicht. Um die Akkus wieder aufzuladen benötigt das autarke System mit einer separaten Landsteckdose circa acht Stunden.

    Mareike Guhr Mareike Guhr

    Im September 2016 kehrte Mareike mit Ihrem Katamaran "La Medianoche" von ihrer viereinhalbjährigen Weltumsegelung zurück. Auf der Hanseboot berichtete sie in ihrem Vortrag über die interessantesten und bewegendsten Stationen. "30 Minuten sind dafür natürlich viel zu wenig.", erklärt die Skipperin. Aus diesem Grund startet sie eine Vortragsreihe, in der sie mit vielen Bildern und auch Filmen von ihrer Reise, aber auch von ihrem Hilfsprojekt berichten wird. "Das Schönste ist, daß man den Leuten ein kleines bisschen von der weiten Welt nach Hause holen kann.", lächelt Mareike. Mit diesem Vorsatz arbeitet sie auch an ihrem Buch, das Anfang 2017 erscheinen wird.

    Die Skipperin ist Mädchen für alles

    Die erfahrene Seglerin umrundete den Globus mit einem geliehenen 15 Meter Aluminium-Katamaran, auf dem sie als Gegenleistung die drei Gästekabinen vercharterte. "Ein sehr sicheres Schiff!", nickt sie, "Wenn ich mich so weit weg vom Land und von jeglicher Hilfe begebe, dann möchte ich auch Vertrauen in mein Schiff haben.". In den viereinhalb Jahren Ihrer Reise konnte Mareike so sehr viele spannende Menschen auf ihrem Schiff begrüßen. Hier bestand die Herausforderung auch darin, das Konfliktpotential zwischen den Mitseglern auf dem engen Raum auszugleichen. Als Skipperin hatte sie also neben der rein technischen Aufgabe, das Schiff immer sicher zu führen und anstehende Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten durchzuführen auch oft noch den Job eines Reiseleiters mit psychologischer Konfliktbewältigung.

    Schöne neue Welt?

    Nach ihrer Rückkehr ereilt die Hamburgerin die westliche Hektik in einem Tempo, das man sich auf einer Weltumsegelung auf erholsame Weise gerade abgewöhnt hatte. Vorbei die Zeiten ohne Fernsehen, Radio, Internet und Termine. "Man glaubt gar nicht, was sich hier in diesen vier Jahren alles verändert hat, weil das ja so schleichend passiert, daß das die meisten gar nicht merken." Mehr Wohlstand, mehr Hektik, weniger Zeit und auch weniger Respekt. Das sind die augenfälligsten Veränderungen, die Mareike in Miteinander der Menschen feststellen muss.

    Wo war es denn jetzt am schönsten? Ankerbucht vor Antigua

    "Das kann ich eigentlich nicht wirklich beantworten.", überlegt Mareike auf die häufig gestellte Frage. Viele schöne Orte gab es, und auch Orte, die als Meilensteine auf ihrer Reise in ihrem Herzen bleiben werden. Das Ankommen auf den Marquesas, in einer Bucht, die man bisher nur auf Fotos bewundern durfte oder auch die Einfahrt in den Hafen von Sydney gehörte sicher dazu. Hier lagen schon viele Weltenbummler deren Bücher Mareike schon als Kind verschlungen hat.

    Nachdenklich berichtet Mareike, das viele dieser Orte nun einen anderen Stellenwert bekommen haben. Viele Traumziele hat sie erreicht und viele wunderschöne Strände entdeckt. Und das erste Mal, wenn man an einem solchen Ort ankommt ist immer etwas besonderes. Auch wenn sie an einige dieser Plätze bestimmt zurückkehren wird, so wird dieses "Erste Mal" immer etwas besonderes bleiben. "Immer wenn ich mit neuen Gästen in der Karibik unterwegs war, habe ich sie um dieses erste Mal beneidet. Dafür das sie das zum ersten Mal machen dürfen.", erzählt sie.

    Doch auch die Menschen, die man in den fernen Ländern treffen darf, verändern die Sicht auf das eigene Leben. "Gerade Tonga bringt einen wirklich runter!", schmunzelt die Seglerin, "Da herrscht Ruhe, Zufriedenheit und ganz, ganz, viel Gemütlichkeit." An solchen Orten ist Mareike oft befremdet von Mitreisenden, die versuchen, die westliche Effektivität und Profitgier hier zu implantieren. "Lasst es!", fordert sie, "Diese Menschen sind genau so richtig und zufrieden! Man muss nicht immer höher und schneller."

    Haiti braucht Hilfe

    Ein Herzensprojekt, dem sich Mareike seit Langem verschrieben hat ist die Hilfe für die Bevölkerung von Haiti, dem ärmsten Land der westliche Hemisphäre. Nachdem sich die Erbebenregion der Insel gerade begann etwas zu erholen, ereilte sie nun der Hurrican "Matthew" mit unbarmherziger Gewalt. Die Menschen auf Haiti hungern, sauberes Trinkwasser ist längst nicht mehr selbstverständlich und eine Cholera-Epidemie kündigt sich an. "Es geht dort um Leben und Tod!", berichtet sie sichtlich bewegt.

    Mareike unterstütze bereits mehrmals ein Waisenhaus auf der vorgelagerten "Ile a Vache", das von einer frankokanadischen Schwester betreut wird. Effektivität ist hier das oberste Ziel der engagierten Seglerin. Sie möchte gezielt Hilfe Leisten, ohne einen unnötigen Verwaltungs-Wasserkopf zu finanzieren, damit möglichst viele Mittel bei denen ankommen, die sie wirklich benötigen: die Kinder! Hierfür nutzt Mareike auch ihr Netzwerk: aktuell ist die befreundete Besatzung eines Katamaran unterwegs nach Haiti und bringt eine Lieferung direkt zu den Betroffenen. Ähnliche Lieferungen hat sie bereits selbst mit "La Medianoche" durchgeführt. Für weitere Hilfslieferungen ist Mareike ständig auf der Suche nach Spendern und auch nach Crews, die mit ihren Schiffen eine Hilfslieferung dort hin bringen können.

    Wenn Du Deinen Beitrag zur Unterstützung von Mareikes Projekt leisten möchtest:

    Treuhandkonto zur Unterstützung des Waisenhauses St. Francois:

    RA Malte Arp
    Treuhandkonto Spende Waisenhaus St. Francois/Haiti
    OstseeSparkasse Rostock
    Kontonummer: 207000859
    BLZ: 13050000
    IBAN: DE44130500000207000859
    BIC: NOLADE21ROS

    Alle weiteren Infos findest Du auf Mareikes Website: www.magsail.de

    Fotos: © Mareike Guhr, magsail.de

    25 min
  • Hanseboot Special 03 mit Sönke Roever und Rainer Lenthe

    Im dritten und letzten Hanseboot Special unterhalten wir uns mit Sönke Roever unter anderem über den Götakanal, den er uns als ideales Urlaubsrevier mit Kindern vorstellt und erfahren von Rainer Lenthe welche Aufgaben die Tier- und Umweltschutzorganisation Sea Shepherd im Moment bewältigt.

    Sönke Roever Sönke Roever im Interview mit Eric

    Als wir Sönke auf dem Ostseestammtisch am Samstag in Hamburg trafen, erklärte er sich spontan bereit, uns am nächsten Tag ein Interview zu geben. Also nix wie hin zu einem seiner zahlreichen Vorträge, die sich unter anderem um die Technik des richtigen Ankerns aber auch um den schwedischen Götakanal drehten.

    Auf der Hanseboot veranstaltete Sönke zusätzlich noch das Ostsee-Seminar, das den Besuchern alles mitgibt, was für einen Törn auf der Ostsee nötig und wichtig ist. Sönke führt die Seminarteilnehmer an die Idee heran, die Ostsee doch auch mal etwas weiter zu erschließen als nur bis in die Dänische Südsee. "Haparanda, der nördlichste Punkt der Ostsee, liegt von Kiel weiter entfernt als Rom!", erklärt er. Es gibt also eine Menge zu entdecken.

    Zum Beispiel den Götakanal, der für Segler sicher ein besonderes Reiseziel darstellt.

    Der Götakanal

    Das schwedische Bauwerk erstreckt sich auf insgesamt 190km von Mem an der Ostsee bis nach Sjötorp am Vänernsee. Wer von dort weiter in die westliche Ostsee fahren möchte, benutzt den Trollhättan Kanal, der den Vänernsee an dessen Südende mit der Ostsee bei Göteborg verbindet. Auf der Stecke sind insgesamt 58 Schleusen und 50 Brücken zu durchfahren.

    Sönke empfiehlt, sich dort auf das entschleunigte Leben im 5-Knoten-Takt einzulassen und die Strecke mit der nötigen Ruhe anzugehen. Eine Möglichkeit zum Segeln bietet sich auf den großen Seen, die es im Verlauf des Kanals zu durchqueren gilt.

    Unter http://www.gotakanal.se/de/ gibt's eine Menge Infos und sogar eine App für Besucher des Kanals.

    Segeln als Beruf

    Nach Jahren des Reisens unter Segeln um die Welt hat Sönke Roever nun den Entschluss gefasst, seine liebste Nebenbeschäftigung nun zu seinem Beruf zu machen. Unter www.blauwasser.de schreibt er fundiert und umfangreich über seine Erfahrungen und alles Wissenswerte rund ums Segeln.

    Wer noch mehr von ihm lesen möchte, dem steht außerdem umfangreiche Winterlektüre auf Papier zur Verfügung:

    Der Hund, der während des Interviews mit Sönke im Hintergrund zu hören ist, ist übrigens Polly. Stephan Boden bringt sie mit auf den Messestand von Bente, denn Polly ist der einzige Hund mit offiziellem Messeausweis!

    Reiner Lenthe von Sea Shepherd Rainer Lenthe von Sea Shepherd

    Am Stand von Sea Shepherd treffen wir Rainer Lenthe, der bei Sea Shepherd Deutschland für die Koordination der Online-Auftritte und Social Media verantwortlich ist.

    Die 1977 in den USA gegründete Meeresschutzorganisation trägt als Logo einen Totenkopf mit gekreuztem Hirtenstab und Neptuns Dreizack. Jolly Roger ziert dann auch die zahlreichen Merchandise-Artikel, deren Verkauf die Arbeit von Sea Shepherd unterstützt.

    Neptuns Navy

    Haie, Delfine, Wale, Meeresschildkröten. Viele Arten sind in Ihrem Bestand stark bedroht und werden trotzdem von Wilderern gejagt und in großen Mengen geschlachtet. Oft enden die Tiere als "Beifang" der einfach achtlos wieder ins Meer geworfen wird, nachdem sie im Netz verendet sind.

    Die Mitglieder von Sea Shepherd haben sich den Schutz des Meeres und dessen Bewohner zur Aufgabe gemacht. Seit 2009 betreibt die Organisation auch eine Niederlassung in Deutschland. Jede Gruppe erarbeitet hier eigene Kampagnen, die landesspezifisch ausgerichtet sind. Wenn aber besonders umfangreiche Aktionen anstehen, arbeiten alle Niederlassungen zusammen. Während der Hanseboot liefen aktuell die Vorbereitungen für die Operation Nemesis:

    Gegen den illegalen Walfang in der Antarktis

    Entgegen dem Urteil des obersten Gerichtshofs in Den Haag planen die japanischen Walfänger erneute Kampagnen. Sea Shepherd ist dann in den Fanggründen unterwegs, um diese Wilderer zu behindern und wirkungsvoll zu stören. Und selbst wenn die Walfänger diesmal dort nicht auftauchen sollten, besteht in diesen Regionen enorm großes Potential für den gesetzteswidrigen Fang von Tiefseedorsch mit illegalen Stellnetzen.

    Bereits 2014 gelang es dem Team, dort ein 74 km langes Stellnetz zu bergen. Das Netz wurde nach der Bergung untersucht und konnte einigen dort zu dieser Zeit befindlichen Schiffen zugeordnet werden. Diese Erkenntnisse übergab Sea Shepherd dann an Interpol, die dann die Strafverfolgung einleiteten.

    Auch an der westafrikanischen Küste ist Sea Shepherd tätig und kontrolliert die dortigen Thunfisch-Flotten auf Einhaltung der gesetzlichen Fangbestimmungen. Rainer erzählt uns von dem abscheulichen "Nebengeschäft" bei dem Haien die Rückenflossen abgeschnitten werden, um die verstümmelten Tiere anschließend zu "entsorgen".

    Weltweit verfolgt Sea Shepherd zahlreiche Kampagnen wie zum Beispiel:

    • Operation Relentless - gegen den Walfang im Südpolarmeer
    • Operation Henkaku und Sleppid Grindini - zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen
    • Apex Harmony - zum weltweiten Schutz der Haie
    • Operation Icefish und Operation Driftnet - gegen illegalen Fischfang und Wilderei
    • Sea Shepherd Dive - als Anlaufstelle für Taucher, die bei Ihren Tauchgängen auf illegale Machenschaften aufmerksam werden
    Stören im Namen des Gesetzes

    Die Schiffe und Teams von Sea Shepherd sind in vielen Regionen der Welt oftmals die einzigen, die sich um die Beseitigung solcher Missstände kümmern. Die Regierungen vieler Staaten verfügen oft schlicht nicht über die Mittel, sich um den Schutz der eigenen Gewässer selbst zu kümmern. Hierbei handelt Neptuns Navy immer im Rahmen der geltenden Gesetze und in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden.

    Wie kannst Du Dich beteiligen?

    Die Sea Shepherd Deutschland veranstaltet zahlreiche "Beach Cleanups" bei denen gemeinschaftlich Küstenabschnitte von Plastikmüll befreit werden. Diese Aktionen werden sowohl an den Stränden von Nord- und Ostsee aber auch entlang der Flussläufe durchgeführt. Für Schulklassen oder Jugendgruppen gibt es hier die Möglichkeit, ein Beach Cleanup Support Team zu bilden und Teil der weltweiten Organisation zu werden. Hier gibt's alle Infos zur Mitarbeit!

    Wenn Du heute etwas tun möchtest und gleichzeitig auf die Arbeit von Neptuns Navy aufmerksam machen möchtest, dann kannst Du die Organisation unterstützen, indem Du einen Merchandise-Artikel im Sea Sheperd Online Shop kaufst.

    Die Einnahmen aller Artikel gehen direkt zugunsten der Organisation, ohne kompliziertes Händlernetz. Das ist auch nur möglich durch die Mitarbeit zahlreicher freiwilliger Mitarbeiter, die derzeit schon das Team bereichern.

    Sea Shepherd gewinnt im Lotto

    Der neueste Zugang in der Flotte der Bewegung gelang durch einen grandiosen Glücksfall: Bei der holländischen Postcode-Lotterie können Hilfsorganisationen Projektvorschläge einreichen, die dann immer am Jahresende mit dem Überschuss im Lotterietopf unterstützt werden. 2015 fiel dann das Los auf Sea Shepherd. Das ermöglichte den Bau der Ocean Warrior, ein hypermodernes Schiff mit mehr als genug Motorpower, um mit den Flotten der Walfänger mithalten zu können.

    Alle Infos zu Sea Shepherd findest Du unter www.sea-shepherd.de oder auch über die neue App im iTunes-Store oder im GooglePlayStore.

    22 min
  • Interview mit Marcus Hertel von www.skipper-marcus.de

    Heute spricht Eric mit Marcus Hertel von www.skipper-marcus.de

    Marcus ist neben seinem Job als Frontend-Entwickler auch begeisterter Segler und unternimmt sowohl im heimischen Binnenrevier um Leipzig als auch auf Ostsee und Mittelmeer regelmäßig Törns.

    Hallo Marcus! Bitte stell Dich doch kurz unseren Hörern vor. Marcus Hertel an Bord seiner Charteryacht in Griechenland

    Ich bin 30 Jahre alt und wohne (auch geboren) in Leipzig.

    Bin Frontend Entwickler, heißt HTML, CSS Javascript :)

    Wie bist Du zum Segeln gekommen?

    Ich habe im Binnenbereich auf offenen Kielbooten (Aquila) angefangen. Das war in Leipzig auf dem Cospudener See, die Segelschule gibt es aber nicht mehr (André Schabacker).

    Das Jahr drauf bin ich dann mit auf SKS Ausbildungstörn (allerdings ohne Prüfung für mich) mitgekommen. Hatte sich spontan so ergeben, eigentlich wollte ich nur Binnensegeln. Hat aber viel Spaß gemacht und ich habe das weiter ausgebaut.

    Mehr Infos zu meinem Segellebenslauf hier.

    Besitzt Du eigenes Schiff?

    Jaaa, eine Ixylon Jolle mit dem Namen "Santa Maria".

    Die Ixylon ist ein sehr stabiles Boot, dass sehr schwer zu kentern ist. Außerdem ist das Cockpit ziemlich trocken.

    Mir war wichtig ein Boot zu haben, dass ich sowohl zum sportlichen segeln als auch für den Badeausflug mit Familie und Freunden nutzen kann. Da die Ixylon noch gebaut wird, ist auch die Ersatzteil Versorgung sehr gut.

    Charterst Du auch?

    Meine Erfahrung beschränkt sich auf Mittelmeer und Ostsee.

    Meinen ersten Törn als Skipper bin ich letztes Jahr in Griechenland im Ionischen Meer auf einer Bavaria 32 gefahren.

    Dieses Jahr als Co-Skipper auf der Ostsee auf einer Norlin 37.

    Nächstes Jahr organisiere ich 2 Törns. Einmal von Elba aus mit einer Sun Odyssey 39i.

    Der zweite Törn in Griechenland mit einer Bavaria40.

    Ich wohne weit vom Meer weg und Chartern ist die einzige Chance mal mit einem etwas größeren Boot zu fahren.

    Welches ist Dein Traum-Schiff?

    Ich bin ein Nauticat Fan. Für eine Langfahrt ist das ein tolles Schiff.

    Für unseren Binnensee wäre eine Varianta18 eine gute Größe. Bei 4km Seelänge macht Größer keinen Sinn.

    Wo segelst Du am liebsten?

    Im Binnenbereich auf meinem Heimatrevier dem Cospudener See in Leipzig.

    Die Ostsee verwöhnt mich meist mit kaltem Wetter. Ich bin deshalb lieber im Mittelmeer. Griechenland/Ionisches Meer ist ein tolles Revier, auch für Anfänger. Nächstes Jahr geht es deshalb dort auch wieder hin.

    Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

    Wenn Geld keine Rolle spielen würde, dann ganz sicher eine Weltumseglung. Ich träume von einem längeren Törn, es muss ja vielleicht nicht gleich die Welt sein. Auch eine Ostsee Umrundung ist anspruchsvoll und reizvoll. Aber nur mit Heizung ;).

    Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

    Der Bootshaken. Man kann viele tolle Dinge mit machen. Sogar als Selfiestick Verlängerung einsetzbar!

    Bitte gib unseren Lesern eine Buchempfehlung Schwerwettersegeln von Adlard Coles und Peter Bruce

    Das Buch Schwerwettersegeln ist eins meiner Favoriten. Ist ein Klassiker.

    Es gibt dort zum Beispiel spannende Analysen von Regattafeldern die in einen Sturm gekommen sind. Welche Boote sind mit welcher Taktik heil herausgekommen.

    Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

    Ich habe letztes Jahr in Griechenland die Warnung vor Fallwinden nicht ganz ernst genommen. Ist dann doch für kurze Zeit recht aufregend geworden. Viele Situationen die ich erlebt habe könnte ich euch erzählen aber ich glaube vieles muss man doch selber erlebt haben.

    In der Segelschule war hat mein Segellehrer immer Stress gemacht, dass wir ja keine Patenthalse fahren. Empfanden wir damals als etwas übertrieben. Naja, die zweite Fahrt mit einer Jolle bin ich eine Patenthalse gefahren und dachte die Welt geht unter.

    Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

    Anfängern mit dem Ziel "SKS" rate ich nicht gleich beim ersten Törn den Schein anzupeilen. Ich selber hatte vor meinem SKS Törn 1 Woche Ausbildungstörn auf der Ostsee und 1 Woche Urlaubstörn in der Cote d' Azur hinter mir.

    Nächstes Jahr werden die SKS Manöver verschärft und da wird es noch wichtiger bereits vorher Erfahrung zu sammeln.

    Für Leute die sich weiterentwickeln möchten, empfehle ich einfach mal wieder eine Segelstunde zu nehmen. Es ist schön, wenn man von einem "Coach" auf paar Fehler die sich eingeschlichen haben hingewiesen wird. Auch ein anderes Boot ist eine spannende Herausforderung.

    Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf den Weg geben?

    Seid nicht so ernst und lacht auch mal über euch selber, wenn etwas schiefgeht.

    Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

    Den Blog von Marcus Hertel findet man unter www.skipper-marcus.de

    Bei Facebook bin ich mit https://www.facebook.com/skipperMarcus/

    44 min
  • Interview mit Hinnerk Weiler von SegelnBlogs Teil 01

    Heute spricht Eric mit Hinnerk Weiler über seinen Weg zum Segeln, seine große Reise über den Atlantik und quer durch die USA und Hinnerks Herzensprojekt: die Segelnblogs.

    Hallo Hinnerk! Bitte stell Dich doch kurz unseren Lesern vor

    Im Moment lebe ich in der Schweiz, stamme aber eigentlich aus Hamburg. Ich bin Journalist und schreibe unter anderem für das Segeln-Magazin und auch für SegelnBlogs, ein Online-Segelportal, das ich selbst aufgebaut habe. Mit dem Segelradio betreibe ich auch einen Podcast.

    Wie bist Du zum Segeln gekommen? Carina 20

    Bei mir war das echt ein Zufallstreffer: ein Freund fragte mich eines Tages "Hast Du Bock, einen Sportbootführerschein zu machen?". Nach kurzem Überlegen entschloss ich mich, mitzumachen. So kam ich mit etwa fünfzehn Jahren zunächst mal ans Thema Boot fahren und Wasser. Und seitdem hat es mich nicht wieder losgelassen.

    In der elften Klasse veranstaltete unser Sportlehrer einen Segelkurs. Hier hab ich dann Segeln gelernt: auf dem Oortkatensee in Hamburg Bergedorf.

    Zwischendurch schlief das Thema immer wieder mal ein wenig ein, bis zu dem Moment, als ich nach einigen Jahren der Berufstätigkeit dachte: "Jetzt musst Du echt mal was vernünftiges tun!". Da hab ich mir dann ein Boot gekauft!

    Das war damals eine 6m-Carina. Die Sumpfkuh! Mir ihr bin ich in der Deutschen Bucht und der Dänischen Südsee herum gepütschert.

    Das hat mit schon ganz gut gefallen und ich wollte mehr. Und so entschloss ich mich, für ein halbes Jahr die Ostsee zu erkunden. Job und Wohnung hängte ich an den Nagel und bin dann auf das Schiff gezogen. Die recht kleine Ostseerund ging über Rügen, nach Schweden, entlang der schwedischen Küste bis zum Götakanal. Dann drei Monate durch die Schleusen und auf der anderen Seite wieder zurück.

    Mit meinem Freund Michael konnte ich vorher noch einige "Fahrstunden" nehmen. Auf seinem 37-Fuß-Schiff sind wir bei ordentlich Wind mit Böen bis 8 Bft. durch die die Dänische Südsee. Genau das, was ich noch brauchte, um zu lernen. Schönwettersegeln konnte ich schon.

    Ruhe bewahren!

    Eins der Dinge, die ich bei verschiedenen Törns mit erfahreneren Skippern lernen durfte: behalte einen klaren Kopf und bleib ruhig. Für eine wirklich gefährliche Situation müssen einige Faktoren zusammen kommen. Und in allen anderen Momenten ist Ruhe einfach das Allerwichtigste. Das versuche ich auch zu leben, wenn ich selbst unterwegs bin.

    Die Zeichen stehen auf Langfahrt

    Irgendwann wurde mir die Carina zu klein und ich kaufte mir eine IW 31. Paulinchen!

    Mit ihr hatte ich von Anfang an das Ziel, eine längere Reise zu machen. Und das hab ich ja auch die folgenden sechs Jahre verwirklicht: 2009 zog ich auf das Schiff. Es folgte zunächst mal eine große Ostseerunde um Schiff, Ausrüstung und mich aneinander zu gewöhnen und kennenzulernen und mich ans Bordleben zu gewöhnen.

    Nach einem kurzen Winterstopp in Hamburg ging es weiter in Richtung Atlantik.

    Über den Atlantik: ja! Barfußroute: nein! Der Great Loop quer durch die USA und die großen Seen. Quelle: http://www.greatloop.org/

    Hier zog es mich dann in Richtung Kanada. Allerdings wollte ich nicht die klassische Tradewind-Strecke Spanien Portugal - Kanaren - Carverden - Karibik fahren. Ich hatte aber den absurden Plan, den Great Loop zu befahren. Eine Binnenroute quer durch die USA, die größtenteils mit stehendem Mast befahren werden kann.

    Um Zeit zu sparen wollte ich also im Frühsommer über die Azoren direkt in Richtung New York fahren, wo der Einstieg in den Great Loop erfolgen sollte.

    Den Wind hat man dann natürlich die gesamte Zeit von vorne. Und der Golfstrom fließt einem auch noch entgegen. Von einem französischen Skipperteam konnte ich trotzdem eine vernünftige Route erfahren, die alle Gegebenheiten auf ein machbares Maß brachte: ein Kurs, der etwas südlicher verläuft, zunächst von den Azoren in Richtung Bermudas und im letzten Drittel der Strecke bei passendem Wetter direkt nördlich und quer durch den Golfstrom.

    Dieser Plan ging nicht ganz auf. Unterwegs bekamen wir derart auf die Mütze, dass es uns schließlich nach Kanada verschlug! Eine Schwerwetterfront zwang uns zum Ausweichen und unsere Atlantiküberquerung endete in Halifax.

    In langen Schlägen ging es als nun entlang der Küste in Richtung New York. Von hier aus ging es den Hudson River hinauf, durch die großen Seen und dann nach Süden bis nach Mobile / Alabama. An einigen Stellen war es notwendig, den Mast zu legen. Zwar gibt es vielerorts Klappbrücken, die eine Durchfahrt mit stehendem Mast ermöglichen würden. Doch diese Brücken werden nur zwei Mal im Jahr für die saisonal bedingt umherziehenden Boote, die "Snowbirds", geöffnet. Und das auch nur mitten in der Nacht.

    Nachdem ich mir einige Beulen am nun liegenden und längs des Boots befestigten Mast geholt hatte, war ich froh, ihn in St. Louis wieder aufrichten zu können.

    Willkommen

    Alles in Allem ist die Segelszene in den USA vorbildlich: günstige Service- und Liegegebühren, überall freies WIFI und eine unglaublich freundliche Community. Und JEDE einzelne Straße, die hier ans Wasser führt, endet mit einem Holzsteg, an dem man sein Dinghy anbinden kann.

    Überall spürt man, das man als Segler willkommen ist und man es natürlich auch gerne sieht, wenn Du nach dem Anlegen am ortseigenen, kostenlosen Town-Dock ein wenig bummeln, essen oder einkaufen gehst.

    Zeitpläne kann man gerne mal mitnehmen, aber eher so als Inspiration.

    Geplant waren für den gesamten Great Loop etwa neun Monate. Gedauert hat das ganze im Endeffekt zweieinhalb Jahre! Es war eben alles etwas langsamer als gedacht und ein Motorschaden kostete ebenfalls außerplanmäßig einige Zeit. Und Geld.

    Arbeiten unterwegs

    Der Motorschaden gehörte zu den Szenarien, von denen ich am Anfang dachte, sie würden die Reise unplanmäßig beenden. Doch mit der Hilfe von Freunden und Familie konnte ich diese unliebsame Unterbrechung glücklicherweise überbrücken und meine Tour fortsetzen.

    Meinen normalen Lebensunterhalt verdiente ich auch damals schon als Journalist für das Segeln-Magazin. Insofern war ich mit meiner Arbeit ortsunabhängig und konnte meinen Schreibtisch in der Redaktion relativ unproblematisch gegen meinen Salontisch tauschen.

    Die Kommunikation mit dem Verlag konnte per Internet und WLAN, notfalls vom nächsten Cafè mit WIFI geschehen. Und sogar auf hoher See, ohne Anbindung an ein Handy- oder gar WLAN-Netz ist eine Datenübertragung per Kurzwellenfunk möglich. Eine wirklich nützliche Sache, auch um mit den Lesern meines Blogs und der Facebook-Audience in Kontakt zu bleiben.

    Weiter geht's in der nächsten Podcast-Folge

    Das Interview mit Hinnerk war so interessant und er konnte unglaublich viel erzählen. Daher haben wir unser Gespräch in zwei handliche Päckchen aufgeteilt. Den zweiten Teil gibt's dann in zwei Wochen!

    Wer bis da hin mit Hinnerk in Kontakt treten möchte, kann das auf einer seiner Webseiten tun:

    • www.hinnerk-weiler.de Hinnerks persönliche Seite. Journalist, Fotograf, Korrespondent zur See.
    • www.segelnblogs.de Das Onlinemagazin und Treffpunkt vieler Segelblogger. Mehr dazu in der nächsten Folge.
    • www-paulinchen-worldwide.de Die Seite über seine Reise mit Paulinchen über den Atlantik, quer durch die USA. To be continued.
    • oder bei Facebook
    Und ganz aktuell:

    Am 01. Februar 2017 um 20:30 Uhr wird Hinnerk bei Globetrotter in Hamburg einen Vortrag über seine USA-Reise halten! Wer Lust hat, ihn persönlich kennenzulernen hat dort eine prima Gelegenheit!

    Wer im Januar die Messe BOOT in Düsseldorf besucht, wird Hinnerk dort ebenfalls im Bühnenprogramm finden! Die genauen Termine stehen noch nicht fest, werden aber auf der Messe-Homepage veröffentlicht!

    51 min
  • Interview mit Hinnerk Weiler von SegelnBlogs - Teil 02

    Hier geht Eric mit dem Journalisten und Gründer von SegelBlogs Hinnerk Weiler in die zweite Runde des Interviews.

    Nachdem es im ersten Teil

    um Hinnerks Weg zum Segeln und seine Reisen auf der Ostsee, über den
    Atlantik und auf dem Great Loop quer durch die USA ging, sprechen wir
    heute über

    • Späße mit der amerikanischen Zollbehörde
    • das vorläufige Ende der großen Reise – und deren Fortsetzung
    • Paulinchens Suche
    • Hinnerks Lieblings-Revier
    • den wichtigsten Gegenstand auf seinem Schiff
    • und wie ein abgerissener Traveller ihn in ernste Schwierigkeiten brachte
    46 min
  • Interview mit Bernd Wagner von Meilen-Traeume.de

    Heute spricht Eric mit Bernd Wagner von www.meilen-traeume.de über seine Erlebnisse auf dem Wasser, zum Beispiel von der großen Ostseerunde, deren Erlebnisse er als Autor festgehalten hat.

    Bernd hat bereits zwei Bücher geschrieben. Reiseberichte der besonderen Art...

    Bernd Wagner privat: Bernd Wagner von www.meilen-traeume.de

    Ich bin 67 Jahre, verheiratet, habe 2 Töchter und 3 Enkel

    Ich lebe in Kössern, ein kleines Dorf in Sachsen bei Grimma, in der Nähe von Leipzig.

    Diplomingenieur für Elektronische Datenverarbeitung, seit 2 Jahren im Unruhestand.

    Hobbies: Segeln, Lesen, Bücher schreiben, Essen, Trinken, Feiern, Lebenslust.

    Vorsitzender des Jagdhausvereines Kössern, ein Kulturverein, der Dutzende Veranstaltungen in einem Barockschlösschen veranstaltet. Als "Benno von Muldenknick" im Barockkostüm Auftritte bei Führungen und Veranstaltungen, um den Gästen die Zeit August des Starken nahezubringen.

    Mit meinem mit Leisten und Brettern zum Schlafmobil getunten CADDY machen wir wochenlange Touren abseits der Touristenrouten, so nach Serbien, Mazedonien, Griechenland, nach Belgien, in die Bretagne, durch die Alpen und solche Sachen

    Wie bist Du zum Segeln gekommen?

    Seit 1995, Zufallsmitsegeln in vakanter Koje nach Bornholm, seitdem rettungslos infiziert, von einem alten Studienkollegen. Ich bin viele Jahre nur mitgefahren, erst ab 2002 die sogenannten Scheine gemacht, SBF und SKS, 2012 Yachtmaster Offshore der Royal Yacht Association im Solent bestanden.

    Inzwischen über 30.000 Seemeilen auf Ostseerunde, Côte D'Azur, Adria, Ägäis, Kanal, Kanaren, Nordsee.

    Charterst Du?

    Yachten zwischen 30 und 43 Fuß, vorwiegend Bavaria, ich liebe kleine Crews, sehr gern zu zweit, 4 - 5 ist die Obergrenze.

    Ist sozial verträglicher, mit großen Crews handelt man sich auch schnell mal einen faulen Apfel ein, der den ganzen Obstteller versaut.

    Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

    Nein. Nächster Hafen ist 500 km weg und schleifen und putzen und reparieren ist nicht mein Wunschtraum.

    Hast Du ein Traum-Schiff?

    Eine handliche Kielyacht, um die 35 Fuß, ohne viel Schnickschnack, der kaputtgehen kann, mit ordentlichem Segelkleid, viel Stauraum und ausreichend Möglichkeiten, sich auf und unter Deck festzuhalten. Das wird immer seltener.

    Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

    Ostsee. Die habe ich 2013 in neunzehn Wochen komplett umsegelt, habe alle Anliegerstaaten gesehen, einschließlich Russland und Norwegen, also die ganz große Runde, einschließlich ganz oben, in Törehamn, an der großen gelben Tonne.

    Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

    Eigentlich bin ich mit dem Ist-Zustand zufrieden. Weltumseglung oder Atlantiküberquerung ist nicht mein Wunsch, Küsten und Menschen sind mir wichtiger als Meereseinsamkeit.

    Vielleicht noch Rund England, da muss der Arzt aber noch ein Wort sagen, meine Knochen sind ziemlich mürbe.

    Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

    Die Papier-Seekarte. Da lässt sich träumen, zeichnen und Zurückgelegtes noch einmal erleben.

    Und der Handpeilkompass zum Spielen: Peilungen, terrestrische Ortsbestimmungen, Kollisionskurse vorhersagen...

    Der Autor

    Ich führe bei jedem größeren Törn ein Tagebuch, zum Teil auch über Facebook und drehe ein Video, damit ich und meine Mitsegler auch später, im Rollstuhl, noch einmal Erinnerungen an die schönen Zeiten abrufen können.

    Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

    Na ja, man ist ja bescheiden. Aber ich denke natürlich an meine beiden bisherigen Bücher:

    Ostseerunde 2013 Ein Segeltörn auf den Spuren des deutschen Polit- und Reiseschriftstellers von 1805 Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

    Mal eine Fahrwassertonne verwechselt und erst aufgewacht, als ein Segelneuling rief: "Von Navigation habe ich ja keine Ahnung. Aber dort, wo wir hinfahren, stehen Schwäne. Ist es da tief genug für uns?"

    Es wurde die schnellste Wende meines Lebens.

    Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

    Den SBF braucht man ja verbindlich. Dann heißt es mitsegeln, mitsegeln, mitsegeln und dabei mitmachen, mitmachen, mitmachen.

    Der SKS ist auch empfehlenswert, schon wegen der geforderten Praxis, danach heißt es aber: selbst ein Schiff führen, so oft es geht.

    Den Rest (SSS und SHS) sollte man sich nur antun, wenn man es unbedingt braucht oder zur Selbstbestätigung will, das ist dann jedem seine Sache.

    Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

    Meinen Leitspruch nach Mark Twain:

    In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.

    Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?
    • Email: [email protected]
    • Webseite: www.meilen-traueme.de
    • Facebook: https://www.facebook.com/meilentraeume
    • Skype: pcnahaus

     

    1 hr 5 min
  • Unser Törn von Teneriffa über die Kanaren

    Unser Silvestertörn führte uns von Teneriffa über La Gomera bis El Hierro und schließlich wieder zurück nach Teneriffa wo wir das Charterschiff wieder abliefern sollten.

    Die Anreise - mit Umweg

    Ursprünglich hatte unsere Skipper und Veranstalter des Törns Uwe Springer von springsail.de eine Bavaria 46 gebucht, die wir im Süden von Teneriffa, in Las Galletas, übernehmen sollten. Dementsprechend lauteten unsere Reisevorbereitungen auch auf einen Flug zum südlichen der beiden Flughäfen Teneriffas von wo aus die Marina Las Galletas etwa 10 Minuten mit dem Taxi entfernt wäre.

    Einige Tage vor Reiseantritt schrieb Uwe dann an alle Teilnehmer, daß wegen eines Zusammenstoßes der Charteryacht mit einem Fischerboot das Schiff nun nicht mehr zur Verfügung stände und wir stattdessen eine Bavaria 50 bekämen. Allerdings liege diese im Norden der Insel. Wir sollten bitte versuchen dort hin zu kommen.

    Babsi wäre nicht Babsi, wenn sie nicht innerhalb weniger Minuten die optimale Verbindung vom Flughafen Tenerife Sur bis nach Santa Cruz gefunden hätte: etwa jede halbe Stunde fährt ein Bus entlang der Inselautobahn in nördliche und südlicher Richtung und verbindet so die Städte und Dörfer der Kanareninsel. Er hält unmittelbar am Flughafenterminal und macht auch einen Halt an der großen Busstation in Santa Cruz, die etwa 20 Gehminuten von der Marina entfernt liegt. Optimal!

    In weiser Voraussicht hatte Babsi für die Flüge schon im Voraus die Sitzplätze an den Notausgängen gebucht. Das ist zwar etwas teurer aber Erics lange Haxen sind in einem normalen Sitzplatz schwierig zu verstauen. Der Flug am Silvestertag 2016 von Frankfurt nach Teneriffa war also sehr angenehm und läutete unser wunderbares Segelabenteuer schon richtig ein.

    Wir fliegen mit dem Bus!

    Angekommen in Teneriffa Süd fanden wir schnell den richtigen Bus und waren eine Stunde später an der großen Busstation von Santa Cruz angekommen. Immer noch beeindruckt vom Augenmaß unseres Busfahrers, der zum Abschluss des "Flugs" über die Autobahn eine Unterführung in der Innenstadt von Sant Cruz, die nur einige Zentimeter breiter war als unser Bus mit Rekordgeschwindigkeit nahm.

    Mit Google Maps war schnell der Fußweg zur Marina gefunden. Eric beschloss vollmundig, das es sich für die paar Meter nicht lohne, ein Taxi zu nehmen und schulterte entschlossen die Reisetaschen.

    Unsere Bavaria 50 in der Marina von Santa Cruz

    Mit schmerzverzerrtem Gesicht kamen wir etwa eine Dreiviertel Stunde später - es dämmerte bereits -  in der Marina an, wo wir direkt Uwe in die Arme liefen. Erste Begrüßung und ein schnelles Anheuerbier zusammen mit Uwes Frau Uta und Barbara und Tom aus der Schweiz. Das vierte Pärchen sollte zwischen zehn und elf zu uns stoßen, damit wir dann gemeinsam in Santa Cruz Silvester feiern konnten.

    Marina del Atlantico

    Die Marina del Atlantico liegt am Ende des Handelshafens von Santa Cruz. Seit Kurzem ist sie zu Fuß über eine indirekt beleuchtete Brücke vom Plaza de España zu erreichen.

    Der Hafen dient als Charterstützpunkt und verfügt über vier lange Schwimmstege mit Strom und Wasser. Das Sanitärgebäude ist großzügig ausgebaut und wirkt recht sauber.

    Silvester in Santa Cruz - Unglaublich!

    Wir hatten alle Hunger und wollten also nun auch bald los, um ein Restaurant zu finden und zu schauen, wo wir denn Silvester feiern würden. Also ging es über die beeindruckend beleuchtete Zubringerbrücke des Yachthafens mit fünf Minuten Fußweg direkt in die Innenstadt. Kurz Sondierung und es stellte sich heraus: viele Restaurants waren entweder komplett ausgebucht, schweineteuer oder zu! An Silvester! Der Spanier weiß, Prioritäten zu setzen.

    Direkt an einer großen Promenade neben einer verwaisten Bühne fanden wir im Souterrain dann ein Lokal, das bereit war, sechs hungrigen Seglern ein Abendessen zu bereiten. Während wir dann also Käse, Tapas, Brot und schließlich noch eine Paella vernichteten, füllte sich die Innenstadt zusehends. Immer mehr Menschen waren in der Fußgängerzone rund um die dunkle Bühne unterwegs. Vom Smoking und dem kleinen Schwarzen bis zum Freizeitlook war alles vertreten. Buntes Treiben in Santa Cruz.

    Schließlich stieß auch das letzte Pärchen, Thea und Martin zu uns und so war unsere Crew komplett und bereit, den Jahreswechsel als Einstieg in den Wochentörn zu feiern. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang entdeckten wir, dass auf der Bühne die Beleuchtung angegangen war und unterhalb Mitarbeiter damit beschäftigt waren, glitzernde Tüten an das Publikum zu verteilen! Neugierig mischten wir uns unter die Menschen vor der Bühne und ergatterten schließlich für jedes Crewmitglied eine der geheimnisvollen Tüten. Drinnen fanden sich Luftschlangen, ein Hütchen und allerlei Tand und Glitter, der ein buntes Fest garantieren sollte. Schnell war die gesamt Mannschaft geschmückt und bereit für das bevorstehende Bühnenprogramm.

    Musik! Silvester 2016 auf Teneriffa

    Was dann folgte war einer der rauschendsten Silvesterabende ever! Ever, ever! Gegen halb zwölf enterte eine Combo die Bühne und der Bandleader begann, begleitet von eine Percussion- und Bläserband und zwei Backgroundsängern und -performern, die Bühne zum Kochen zu bringen. Leichtfüßig tanzend schmetterten die Musiker Salsa, Merengue und Rumba in die begeisterte Menge. Von einem auf den anderen Moment stand kein Fuß mehr still. Alles, was Füße hatte, tanzte.

    Im Licht der Kamera eines einheimischen Fernsehteams steigerte sich die Stimmung bis sich um zwölf Uhr mit einem fulminanten "¡Feliz Año Nuevo!" alle in den Armen lagen.

    Über dem Hafen, hinter der Bühne, erhob sich ein wunderschönes, buntes Feuerwerk, dessen Höhepunkte von Applaus und Begeisterungsrufen begleitet wurden. Später setzte die Musik wieder ein und das neue Jahr wurde ebenso tanzend begrüßt, wie das Alte verabschiedet wurde.

    Gegen eins beschlossen wir, gemeinsam zum Schiff zurückzukehren. Für den ersten Segeltag war ein Schlag zur Marina San Miguel geplant und die Wetterprognose verhieß nichts Gutes...

    Santa Cruz - San Miguel

    Nach einer kurzen Nacht und einem gemeinsamen (Kater-)Frühstück lösten wir zum ersten Mal die Leinen und fuhren aus dem Hafen. Bevor wir des schützende Hafenbecken endgültig verließen, ließ Uwe den Rudergänger Thomas noch einige Runden im Vorbecken drehen, bis alle Fender und Leinen in Schapps und unter Deck verstaut waren und alle ihren Platz im Cockpit gefunden hatten. Noch ein schnelles Foto von der zufällig dort liegenden Alexander von Humboldt II und dann ging es vorbei an riesigen Ölplattformen, die im Hafen von Santa Cruz zur Reparatur liegen, hinaus auf den unruhigen Atlantik.

    Uns erwartete eine unruhige See mit ziemlich harter Welle und 5-6 Windstärken Raumschots. Das nahmen dann auch einige Besatzungmitglieder zum Anlass, sich ihr Frühstück ein weiteres Mal anzusehen und sich dann ziemlich grün im Gesicht in ihre Kojen zu verziehen. Bis wir schließlich in San Miguel ankamen, war es bereits dunkel und wir waren froh, endlich im Schutz des Hafenbeckens wieder etwas ruhigeres Wasser unter dem Schiff zu haben.

    Die Marina San Miguel in Teneriffa Gemischtes Publikum in San Miguel

    Wir manövrierten unseren 50-Füßer in eine "Parklücke" an der langen Hafenmauer und waren nicht die Letzten, die an diesem Abend in den kleinen Yachthafen einlaufen sollten.

    Die Marina unterhalb des Golf Resort Amarilla Golf verfügt sowohl entlang der Hafenmole als auch gegenüber über moderne Schwimmstege, die teilweise mit Fingerstegen ausgestattet sind. Alle Liegeplätze verfügen über Wasser und Strom. Bei Südwestwind steht ein ziemlicher Schwell in der Marina, der die Nächte recht unruhig macht. Das Sanitärgebäude an der Südwestspitze der Anlage ist recht gepflegt und verfügt über Toiletten und Duschen, die angeblich auch warmes Wasser liefern sollen. Persönlich konnten wir uns aber nicht davon überzeugen. Brrrr.

    Wir beschlossen den Abend bei einem üppigen Abendessen mit Fisch und Pasta aus der Küche des La Marina, einem Fischrestaurant oberhalb des Playa San Miguel. Vergessen waren die Strapazen des ungemütlichen ersten Schlags entlang der Ostküste Teneriffas. Zurück am Schiff fanden wir eine weitere Yacht, die sich zu uns ins Päckchen gelegt hatte.

    San Miguel - Valle Gran Rey

    Bei herrlichem Sonnenschein macht der nächste Tag den Anschein, er wolle sich für den Gestrigen entschuldigen. Wir nutzen die Gelegenheit zum Duschen und frühstücken anschließend zusammen im großzügigen Salon der Bavaria.

    Bei einem Blick entlang der Stege fallen viele Yachten auf, die für die Langfahrt ausgestattet sind: Solarkollektoren und Windgeneratoren an mit vielen Antennen gespickten Heckaufbauten legen den Gedanken nahe, das auch dieser Hafen als Absprunghafen für Atlantiküberquerungen genutzt wird.

    Unser nächstes Ziel liegt zwar auch im Westen, wir werden es aber bereits an diesem Abend erreichen: Heute wollen wir nach La Gomera. Schon morgens erzählen uns Uwe und Uta von Musikern und Akrobaten, die in der Hoffnung auf etwas Gage jeden Abend am Strand von Valle Gran Rey den Sonnenuntergang mit Gaukeleien und einem Konzert feiern. Dorthin soll unser Schlag heute gehen.

    Dolphins! Pilotwale zwischen Teneriffa und La Gomera

    Das Gebiet zwischen der Südspitze von Teneriffa und La Gomera ist auch das Ziel der zahlreichen Walewatcher-Boote, die unter Anderem von Las Galletas Touristen zu den Meeressäugern bringen. Das Meer ist heute recht ruhig, so dass wir schon bald ebenfalls Besuch von den verspielten Tieren erhalten. Neugierig umrunden Pilotwale und Delfine die anwesenden Schiffe und man fragt sich schon bald, wer hier wen beobachtet. Begeistert zücken auch wir unsere Kameras und versuchen, ein schönes Bild einer auftauchenden Rückenflosse zu erhaschen.

    Nach einer ausgiebigen Pause mit den faszinierenden, pfeilschnellen Tieren setzen wir unsere Fahrt fort und nehmen bei 3-4 Beaufort Kurs auf die Südspitze von La Gomera um gegen Nachmittag dann den Motor zu starten. Der Wind war komplett eingeschlafen.

    Pünktlich zum Sonnenuntergang lassen wir zunächst den Hafen Puerto de Vuelta an Steuerbord liegen und fahren weiter zum Strand von Valle Gran Rey, wo sich schon Musiker, Sänger und Akrobaten zum heutigen Happening eingefunden haben. Wir lassen den Anker fallen und geniessen bei aufziehender Dunkelheit die Musik, die vom Strand in unser Cockpit plätschernde Musik.

    Musiker und Artisten am Strand

    Nach dem Ende der Darbietungen umrunden wir den Wellenbrecher der Hafenanlage und quetschen uns an der inneren Hafenmauer in eine Lücke zwischen einem großen Felsblock am Grund des Beckens und eine Yacht mit englischer Besatzung, die uns nach einigem Hin und Her einige Meter Platz gewähren, indem sie Ihr Schiff etwas nach hinten verholen. Mit ausreichen Längenvorrat in unseren Anlegeleinen machen wir hier fest, wissend, dass der hier herrschende Tidenhub von bis zu 2-3m unser Schiff heute Nacht ordentlich anheben und absenken wird.

    Puerto de Vuelta Puerto de Vuelta in Valle Gran Rey auf La Gomera

    Strom oder Wasser sucht man hier ebenso vergebens wie ein Sanitärgebäude. Die einzige Anlegemöglichkeit für Yachten in diesem Hafen ist die lange Hafenmole. Weiter innen nimmt die Wassertiefe recht schnell ab. Dort liegen auch nur einige Fischerboote an Bojen.

    Nachdem das Schiff aufgeklart ist, ziehen wir uns landfein an und entern den Ort, der an seiner Hafenpromenade mit einem gut besuchten Restaurant aufwartet, dessen Terrasse wir alsbald in Beschlag nehmen und aus einigen zusammengeschobenen Tischen schnell eine schöne Tafel für unsere achtköpfige Crew schaffen. Bevor wir nach einem ausgiebigen und schmackhaften Abendessen wieder zum Schiff zurück gehen, wollen uns Uwe und Uta noch einen Geheimtipp in Valle gran Rey zeigen: Die Bar Cacatua, die Kakadu-Bar, deren deutscher Betreiber seinem bunten Publikum vom Frühstück bis zum nächtlichen Cocktail bei guter Musik serviert. Der DJ versteht sich auf einen abwechslungsreichen Mix echter Klassiker und modernerer Musik, sodaß wir erst recht spät den Weg in die Kojen antreten.

    Valle Gran Rey - La Restinga

    Die Morgentoilette gestaltet sich in Ermangelung der geeigneten Einrichtungen spärlich. Lediglich das Klo der Fischerkneipe direkt am Hafen dient der Erleichterung im obligatorischen Tausch gegen die Investition in eine Tasse Kaffee.

    Gestärkt durch das gemeinsam bereitete Frühstück legen wir schon bald ab und nehmen nun Kurs auf die westlichste Kanareninsel El Hierro und ihren einzigen Hafen mit Schwimmstegen: La Restinga.

    Ein stabiler Südost bringt uns mit 2-3 Beaufort auf direktem Weg unserem Ziel näher und wir erreichen nach etwa sieben ruhigen Segelstunden den Hafen. Auch hier machen wir längsseits an der nahezu unbelegten Hafenmauer fest.

    Puerto da la Restinga

    Neben Schwimmstegen mit Fingern für Yachten bis 14m steht für größere Schiffe nur die Hafenmauer zum Anlegen bereit. Strom gibt es auf beiden Seiten der Marina.

    Ein Sanitärgebäude sucht man vergebens. Lediglich am Strand des Örtchens, der im hinteren Teil des Hafens liegt, steht ein einzelnes Toilettenhäuschen für Damen, Herren und Rollstuhlfahrer.

    Inselerkundung - anders als geplant

    Auf El Hierro planen wir einen Tag Aufenthalt um die Insel zu erkunden. Das dies ganz anders verlaufen würde als geplant, ahnen wir jetzt noch nicht.

    Der Abend verläuft ähnlich entspannt wie der gesamt Tag: nach einer kurzen Erkundungsrunde durch den kleinen Ort entschließen wir uns für eine Gaststätte mit Blick auf unsere Yacht und geniessen ein weiteres Mal den frischen Fisch und die Spezialitäten der Region zu sehr erschwinglichen Preisen. Bald darauf fallen alle müde und satt in die Kojen.

    Der Mittwoch beginnt mit der Tagesplanung beim Frühstück. Wir beschließen einen Ausflug über die Insel und die Erkundung der wenigen Sehenswürdigkeiten. Noch eben spülen und dann geht's los! Im Internet finden wir lückenhafte Informationen der Busgesellschaft und entschließen uns dazu, direkt vor Ort nach einer geeigneten Verbindung zu suchen.

    Planänderung Bade- und Sonnenpause vor El Hierro

    Schon bald stellt sich aber heraus, das die Busse der Insel nur recht selten verkehren und wir den letzten Bus bis auf weiteres verpasst haben. Etwas betrübt geht es zurück zum Schiff. Uwe macht noch einen kleinen Umweg über die Fischhalle, in der es gerade die wenigen Fische des Tages zu kaufen gibt. Mit vier Doraden und somit auch der heutigen Abendplanung kehrt er zurück. In der Zwischenzeit hat Theas Vorschlag zu einem Schnorchelausflug an einem markanten Felsen vor der Insel großen Anklang gefunden und schnell ist das Schiff zur Weiterfahrt aufgeklart.

    Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt, größtenteils unter Motor entlang der Ostküste El Hierros, erreichen wir die Bucht, in der der markante Monolith wenige Meter vor der Küstenlinie aus dem ruhigen Wasser ragt. Nach dem obligatorischen Ankerkreis fällt also am Roque de Bonanza der Anker zu einem ausgiebigen Schnorchel-, Bade- und Sonnentag bei 27°C. Herrlich!

    Als wir gegen Nachmittag den Hafen Puerto Estaca erreichen, beschließen wir, die Inselerkundung nun doch mit einer Taxifahrt in die Hauptstadt El Hierros umzusetzen.

    Puerto Estaca

    Der Hafen im Nordosten von El Hierro ist brandneu eingerichtet und liegt direkt neben dem ultramodernen Terminal für die täglich mehrfach einlaufenden Fähren, die dann während ihrer Haltezeit ihre Abgase über die Marina pusten.

    Nachdem man sich durch die Wellenbrecher geschlängelt hat, liegen hier großzügige Schwimmstege mit Fingerstegen, die auch unsere Bavaria 50 aufnehmen. Strom und Wasser sind überall verfügbar. Die ganze Anlage wirkt gepflegt und der Hafenmeister nimmt seinen Job sehr genau und kontrolliert und kopiert die Ausweise von allen Crewmitgliedern.

    Das Sanitärgebäude ist großzügig, modern und freundlich. Das Licht in den Duschen und Toiletten wird per Bewegungsmelder aktiviert und dann recht schnell wieder ausgeschaltet sodaß es passieren kann, dass man sich plötzlich im Dunklen einseift...

    Villa de Valverde Villa de Valverde

    Vom Fährterminal rufen wir zwei Taxis, die binnen zehn Minuten eintreffen. Wir verteilen uns in die beiden Wagen und fahren los. Gut gelaunt witzeln wir im Auto etwas herum woraufhin der Taxifahrer beginnt zu schmunzeln. In schwäbelndem Deutsch fragt er uns schließlich: "Wo soll's denn nun hin gehen?". Schon wieder haben wir einen Deutschen getroffen, der hier auf den Kanaren hängen geblieben ist. Wir lachen gemeinsam und er erzählt uns auf der zehnminütigen Fahrt ein wenig von "seiner" Insel.

    Ich frage ihn nach dem Baum, den Valverde in seinem Wappen führt und er erzählt, dass es diesen Baum tatsächlich gibt! Er steht in den Bergen El Hierros in einem Gebiet, in dem oft Nebel durchzieht. An den Blättern bleibt dann der Nebel hängen und tropft dann wie Regen herunter. So bekam der Baum den Titel "Regenbaum" und gilt als heilig. Das ist nachvollziehbar auf einer Insel, die über keine eigenen Quellen verfügt und die ihr Wasser heute aus drei Meerwasserentsalzungsanlagen bezieht.

    Verwundert fragt uns unser Fahrer bei der Ankunft, ob wir wirklich nur unsere Sommerkleidung dabei hätten. Kurz nachdem wir das Taxi dann verlassen haben, verstehen wir die Frage: Waren es eben noch auf Meereshöhe angenehme 27°C, so sind wir jetzt 600m höher und die Temperaturen sind um etwa zehn Grad gesunken. Der Passatnebel hängt über der Stadt und verleiht ihr einen Grauschleier. Die Einheimischen begegnen uns mit dicken Winterjacken und Pudelmützen.

    Fröstelnd erkunden wir den Ort, der sich entlang der Straße an den Berg schmiegt. Im Zentrum finden wir wie in vielen kanarischen Orten einen Platz, der für die großen Feste benutzt wird und auch jetzt die Spuren der gerade vergangenen Neujahrsfeier trägt. Wir besichtigen die nahe gelegene Kirche und beschließen bald, angesichts der ungemütlichen Temperaturen, nach einem kleinen Snack in einem Bistro den Heimweg anzutreten.

    Skipper und Meisterkoch Meisterkoch Uwe

    Zurück an Bord beginnen wir gemeinsam mit den Vorbereitungen des Abendessens. Unser Skipper ist ein hervorragender Koch und hat vor seinem Wechsel aufs Wasser viele Jahre Restaurants und zusammen mit Uta letztlich sogar eine Skihütte in Österreich geführt. Heute veranstaltet er auch regelmäßig Segeltörns mit dem Titel "Eat & Sail". Hier begleiten ihn die Crewmitglieder in die Fischmärkte des kroatischen Segelreviers. Die eingekauften Fische und Meeresfrüchte werden dann während des Törns gemeinsam an Bord zubereitet.

    Nach Uwes Anweisungen bereiten wir die Zutaten für unser Abendessen vor während Uwe die Doraden in den Backofen schiebt. Bald sitzen wir im Salon beim Captains Dinner und anschließender Bordparty.

    Puerto Estaca - Las Galletas

    Satt und zufrieden besprechen wir anschließend die Törnplanung für den nächsten Tag: in den nächsten Tagen wird beständiger Südostwind erwartet, der allmählich auf Süd drehen soll und uns dann beinahe von vorne erwischt. Die Wellenhöhe steigt jeden Tag etwas mehr. Wir müssen heute bereits daran denken, dass das Schiff am Samstag in Las Galletas übergeben werden soll und so beschließen wir, zunächst La Gomera anzulaufen und im Tagesverlauf zu entscheiden, ob wir dort übernachten oder gleich den langen Schlag nach Teneriffa machen, um am letzten Tag nicht zu sehr gegen Wind und Welle anzuzackern.

    So kommt es dann auch: Wir brechen am Donnerstag schon um 08:15 auf und haben Wind und Welle von Steuerbord mit 3-5 Beaufort. Mittags beginnt es noch zu regnen. So beschließen wir mit La Gomera querab, direkt Teneriffa anzulaufen um uns einen letzten ungemütlichen Segeltag zu ersparen.

    Bei ordentlich Wind und Schwell legen wir uns endlich in Los Christianos an den Anleger, als bald ein aufgeregter Uniformierter angerannt kommt um uns mit Händen und Füßen zu erklären, dass wir hier nicht bleiben könnten. Frustriert und müde legen wir wieder ab und umrunden die Südspitze Teneriffas um schließlich im Heimathafen Las Galletas eine Mooringbox zu ergattern.

    Das anschließende Abendessen bei Paella und Fisch weckt unsere Lebensgeister und der anschließend offerierte Caramel verlieh uns den letzten Rest Bettschwere, der uns bald zum Schiff zurückkehren ließ.

    Marina del Sur Marina del Sur

    Die Marina in Las Galetas im Süden Teneriffas wurde 2007 eröffnet. Seitdem hat sich aber scheinbar niemand mehr wirklich um die Anlage gekümmert. Das von außen in frischem türkis gehaltene Hafengebäude an der westlichen Spitze des Wellenbrechers offenbart sich innen als ziemlich wartungsbedürftig. Der Zugang wird per Chipkarte gewährt. Allerdings ist es uns in den zwei Tagen dort nicht gelungen, eine solche Karte zu erhalten. Die Mooringstege verfügen über Strom und Wasser.

    Verschiedene Walewatching-Schiffe und Jetski-Vermietungen sorgen für reges Treiben auf den Stegen und im gesamten Hafen.

    Segeln nach Lust und Laune Segeln nach Lust und Laune

    Den letzten Tag auf dem Schiff nutzen wir für einen Segelausflug auf dem bei frischem Wind noch einmal die Segeleigenschaften der Bavaria auf allen Kursen testen konnten. Den von Barbara aufgestellten Geschwindigkeitsrekord von 11,4 Knoten konnten wir aber am heutigen Segeltag nicht mehr toppen.

    Um 16:00 Uhr sollte der Taucher des Vercharterers unser Unterwasserschiff untersuchen und so endete dieser schöne Segeltag bereits am Nachmittag mit einer zufriedenen Crew, die die vergangenen Tage nochmal Revue passieren lassen konnte.

    Wir beschlossen den letzten Tag mit Aufräumarbeiten, einer Bordparty, einem fulminanten Restemenü und Musik bis in den späten Abend.

    Insgesamt konnten wir nach dieser Segelwoche drei neu entdeckte Inseln und insgesamt 277 Seemeilen in unsere Meilenbücher eintragen. Alle Crewmitglieder haben neue Freunde gewonnen und wir verabschiedeten uns voneinander mit dem gemeinsamen Plan, uns bald schon wieder beim Segeln zu treffen.

    23 min
  • Interview mit Zeitmillionär Claus Aktoprak

    Eric spricht mit Claus Aktoprak. Schriftsteller, Filmemacher, Musiker. Und Segler. Claus berichtet von seinen aktuellen Projekten, seinen Plänen und von den Erlebnissen während seiner vergangenen Reisen.

    Claus Aktoprak privat:

    Ich bin Claus Aktoprak, bin verheiratet und wohne in Hamburg. Meine Brötchen verdiene ich als Musiker und Musikproduzent und seit 2015 auch als Buchautor und Filmemacher. Meine Hobbies Segeln und Musikmachen verschmelzen in meinem Beruf. Angetrieben werde ich von meinem großen Reisefieber und so probiere ich, neben meinen Auftritten, auch stets viele Wochen im Jahr unterwegs zu sein. Über meine Reisen berichte ich in meinem Blog http://luvgier.blogspot.de/

    Wie bist Du zum Segeln gekommen?

    Ich bin mit 47 Jahren eigentlich sehr spät zum Segeln gekommen. Ich war vor 6 Jahren noch als Produktmanager in einer Musikinstrumentenfirma beschäftigt und suchte einen Ausgleich zu diesem recht stressigen Job. Den fand ich, als ich in der Ägäis einem Segelboot träumend hinterhersah, und mich danach aus Spaß einmal nach Gebrauchtbooten umsah. 3 Monate später hatte ich meinen SBF-Schein. Es folgten der SKS Schein und eine Kojencharter in der Türkei. Ein Jahr nach der ersten Idee ersteigerte ich dann bei ebay das erste eigene Boot, eine Friendship 23. Auf diesem Boot lernte ich dann mehr oder weniger selbst das Segeln.

    Charterst Du?

    Ich bin bisher 2 Chartertörns als Skipper gefahren. Zum einen in der Türkei und Griechenland, zum anderen in der Karibik. Auf beiden Törns waren jeweils meine Frau und ein befreundetes Pärchen dabei. Der Bootstyp ist mir beim Chartern relativ egal und orientiert sich eher am Preis. Mir geht es beim Chartern um den Spaß am gemeinsamen Reisen und die Freude am Entdecken neuer Reviere. Lediglich gepflegt und zuverlässig sollte die Charteryacht schon sein. Ein Getriebeschaden bei der letzten Karibikcharter war daher wirklich lästig.

    Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

    Nachdem ich zwei Jahre mit meiner Friendship unterwegs war, hat sie mir ein Freund abgekauft und ich habe von privat eine Dufour 2800 erstanden. Das Platzangebot und das Gefühl der Sicherheit auf einem größeren Boot gaben dabei den Ausschlag. Allerdings hatte ich 2 Jahre mit großen technischen Problemen an dem Boot zu kämpfen. Besonders arbeitsintensiv war dabei die Sanierung des weichgewordenen Sandwichdecks. 2014 war ich mit meiner Dufour dann 6 Monate in den schwedischen Schären unterwegs, und nach der umfangreichen Vorbereitung des Bootes auf diesen langen Törn, begleitet sie mich sehr zuverlässig. Eine Neuanschaffung ist daher zur Zeit nicht geplant. Ich bin glücklich mit meiner "La Mer".

    Hast Du ein Traum-Schiff?

    Ein Traumschiff wäre für mich jedes hochseetaugliche Schiff über 40 Fuß mit Mittelcockpit. Alternativ auch gerne eine 14 Meter Reincke aus Aluminium. Auf der Ostsee bin ich mit meinen einhand gut zu bedienenden 28 Fuss aber sehr zufrieden. Mein Traumschiff würde daher nur zusammen mit der Erfüllung eines Langfahrttraumes Sinn machen.

    Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

    Traumreviere gibt es so viele, das eine Auflistung hier keinen Sinn machen würde. Ich liebe die Herausforderung des Unbekannten, von daher hat für mich alles Neue einen großen Reiz. Die Schären habe ich 2014 sehr liebgewonnen und auch die Ostsee vor der Haustür ist für mich ein Traumrevier. Aber solange ich irgendwo segeln kann, ist mir jedes Revier recht.

    Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

    Ganz einfach! Ein halbes Jahr Musik machen und produzieren, danach ein halbes Jahr Segeln und das Leben geniessen. Und dabei möglichst viel von der Welt kennenlernen. Grundsätzlich würde ich auch nicht gerne von  Hafen zu Hafen eilen, sondern bewusst länger in einem Land leben, um es wirklich kennenzulernen. Nur eben an Bord meines eigenen Bootes.

    Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

    Mein Heckkorbgrill und der geliehene Spinnaker sind zur Zeit meine Favoriten.

    Musiker, Filmemacher, Schriftsteller. Und Segler.


    Während meiner 6-monatigen Reise habe ich an Bord 15 Songs in einem kleinen Studio komponiert und die Songs dann danach in Hamburg, mit 30 internationalen Musikern, aufwendig produziert. Die Single "Ich geh' segeln" lief diesen Sommer schon auf vielen Schiffen, und ich habe sogar einen Videocontest dazu veranstaltet. Die Musik der CD "Zeitmillionär" ist gleichzeitig der Soundtrack zu dem, ebenfalls während der Reise entstandenen, gleichnamigen Film. Der Film erzählt in 15 Kapiteln von den Phasen und Emotionen einer langen Auszeit. Wie Aufbruch, Trennung, Glück und Heimweh. Und von dem Gefühl einmal "Zeitmillionär" zu sein. Nach der Reise entstanden außerdem das Buch: "SchärenSegeln" mit vielen Informationen zu dem Revier, sowie das Lehrvideo "Allein an Bord" mit vielen Tipps zur Praxis des Einhandsegelns. Alle Infos dazu und die Links zu meinem Blog und YouTube Channel findet ihr unter www.luvgier.de

    Claus Aktoprak live


    Im Sommer 2017 plane ich viele Konzerte an der Küste zu spielen und dabei selber mit dem Segelboot unterwegs zu sein.
    Die Termine findet ihr auf facebook und auf www.luvgier.de

    Wer einmal in meine CD reinhören möchte kann das hier tun: iTunes

    Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

    Ich mag die Seglergeschichten von den Pionieren des Tourensegelns wie Wilfried Erdmann und Rollo Gebhard:

    Der Verlag millemari hat im letzten Jahr auch viele interessante Titel rund ums Segeln veröffentlicht: www.millemari.de

    Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

    Die falsche Wahl von Ankerplätzen hat mir gerade auf der ersten Charter schlaflose Nächte bereitet. Erst mit der Zeit habe ich hier das richtige Gespür für Ankerplatz, Kettenlänge und Landleinen aufgebracht. Anfangs habe ich auch stets zu spät gerefft, was dann immer zu viel Hektik an Bord geführt hatte. In den Schären ist es wichtig die Betonnungsrichtung im Auge zu behalten, da diese häufig wechselt und der Grund fast immer felsig ist. Hier haben sich für mich eine rote und eine grüne Wäscheklammer an der Sprayhood bewährt um mein Boot vor größeren Schäden zu schützen.

    Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

    Natürlich kann man sich nie genug Theorie aneignen, aber es geht nichts über die Praxis. Mein Tipp daher: aktiv bei Freunden oder Bekannten mitsegeln und fragen, fragen, fragen! Das theoretische Wissen des SBF reicht meiner Meinung nicht zum Tourensegeln, SKS sollte es schon sein. Auf Ausbildungstörns habe ich eigentlich nie viel gelernt; besser war da die Kojencharter in der Türkei, denn ich war der einzige Gast an Bord und somit immer gefordert.

    Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

    Wenn du eine Reise planst, setze dir dafür einen Termin. Selbst wenn der erst in drei Jahren ist. Sag NIEMALS "Irgendwann", denn dann wird es nie etwas.

    Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

    Kontaktieren kann man mich per EMail unter:

    sowie über die facebook Accounts:

    • luvgier
    • The-Sailing-Bassman

    Oder direkt über meine Homepage

    www.luvgier.de

     

    1 hr 19 min

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