Warum du nicht alles verändern musst, nur weil nicht mehr alles zu dir passt
Bevor es in dieser Folge um Veränderung geht, gibt es etwas zu feiern: „Haltung statt Harmonie“ hat die ersten 100 Downloads erreicht.
Danke fürs Zuhören, Weiterempfehlen, für eure Nachrichten und dafür, dass dieser noch junge Podcast langsam seinen Platz findet.
Und irgendwie passt dieser kleine Meilenstein ziemlich gut zum Thema dieser Folge.
Denn ich wusste beim Start des Podcasts auch nicht genau, was daraus wird. Ich wusste nur, dass ich anfangen möchte.
Nach „Wer bin ich heute?“ und „Wofür stehe ich?“ kommt heute die dritte Frage:
Denn Erkenntnis allein verändert noch kein Leben.
Ich kann verstehen, dass bestimmte Rollen nicht mehr zu mir passen. Ich kann meine Werte kennen, Erwartungen hinterfragen und ziemlich genau wissen, was ich nicht mehr möchte.
Und trotzdem kann ich weitermachen wie bisher.
In dieser Folge geht es um die Strecke zwischen Erkenntnis und tatsächlicher Veränderung.
Ich erzähle davon, warum ich mir nach mehr als zwei Jahrzehnten im Konzern nicht einfach möglichst schnell ein neues Leben bauen möchte, das am Ende genauso funktioniert wie mein altes, nur mit einem anderen Jobtitel.
Und von einer Frage, die mich deshalb gerade sehr beschäftigt:
Wie möchte ich eigentlich leben, während ich das mache, was ich als Nächstes mache?
Psychologisch schauen wir auf das Konzept der Possible Selves von Hazel Markus und Paula Nurius. Dabei geht es um Vorstellungen davon, wer wir einmal sein könnten, gerne wären oder auch nicht werden möchten.
Der Blick richtet sich damit nicht nur darauf, wer wir bisher waren, sondern auch darauf, wer wir noch sein könnten.
Aber Möglichkeit allein ist noch kein Grund für Veränderung.
Nur weil ich etwas sein könnte, heißt das nicht, dass ich es sein möchte.
Und Veränderung bedeutet auch nicht, dass vorher alles falsch war.
Vielleicht ist dein Leben eigentlich ziemlich gut und passt trotzdem nicht mehr überall.
Vielleicht möchtest du etwas verändern, ohne dein ganzes Leben auf links zu drehen.
Vielleicht ist Bleiben richtig.
Vielleicht darf sich etwas verändern.
Und vielleicht weißt du es gerade einfach noch nicht.
Drei Fragen kannst du aus dieser Folge für dich mitnehmen:
1. Wo passt mein heutiges Leben bereits richtig gut zu der Person, die ich heute bin?
2. Wo merke ich eine Lücke zwischen der Person, die ich heute bin, und dem Leben, das ich gerade führe?
3. Welcher Bereich meines Lebens fühlt sich gerade so an, als dürfte ich ihn genauer anschauen?
Mit dieser Folge endet die kleine Serie:
Teil 1: Wer bin ich heute? Zwischen alten Rollen und neuem Selbstbild
Teil 2: Wofür stehe ich? Zwischen eigenen Werten und fremden Erwartungen
Teil 3: Was mache ich daraus? Wenn Erkenntnis allein noch nichts verändert
Identität. Haltung. Veränderung.
Und weil ich die Gedanken aus diesen drei Folgen nicht einfach mit der letzten Episode beenden wollte, entsteht daraus gerade auch etwas zum Weiterdenken:
Ein Reflexionsjournal mit neun Fragen für Frauen, deren Leben eigentlich gut ist, aber nicht mehr überall passt.
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Zum Weiterlesen
Hazel Markus & Paula Nurius (1986): Possible Selves, American Psychologist, 41(9), 954–969.