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Bitte einmal kurz die Lieblingsthemen in HR in Reihenfolge bringen! Na, wer hat Arbeitsrecht ganz oben? Der Ruf des Themas ist verbreitet und stabil: Schwierig, mühsam, eine echte Verhinderungskeule. Völlig zu Unrecht, sagt Katja Hinz. Die Fachanwältin für Arbeitsrecht kämpft im Podcast leidenschaftlich für ihr Thema und betont: Hier ist Gestaltungsspielraum.
Natürlich: Aktuelle Fachkenntnis braucht es schon. Zu oft geistern Halbwahrheiten zu Arbeitsrechtsfragen durch die Management-Flure. Beispiel: Alle Verträge müssen auf Papier unterschrieben werden. Stimmt schlicht nicht. Wir müssen alle Arbeitszeiten immer dokumentieren. Naja. Vielfach werden diese Themen auch von genau den - juristischen und sonstigen - Beratern getrieben, die darauf ihre Angebote aufbauen.
Arbeitsrecht ist eine Anforderung an Kreativität, an Kommunikation und gute Vorbereitung. Das eine oder andere Streber-Gen ist da schon hilfreich. Dann stehen die Türen weit offen, die Instrumente des Arbeitsrechts zu nutzen, um faire und tragfähige Lösungen zu finden. Insgesamt, so betont Katja, stehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen sich dabei im Grunde auf Augenhöhe gegenüber. Vor Gericht ohnehin und ebenso im Gespräch. Wer eine entsprechende Rechtsschutzversicherung hat, braucht das Arbeitsrecht nicht zu fürchten, sagt Katja Im Gegenteil: Spätestens seit die meisten Unternehmen händeringend Mitarbeiter:innen suchen, kann es sich kaum mehr jemand erlauben, hier unfair zu spielen.
Katja war bei der Aufnahme des Podcasts übrigens in Brasilien. Mobile Work geht auch Fachanwältin für Arbeitsrecht. Dann wird Arbeitsrecht auch zum Lieblingsthema unter Palmen.
Zu Gast: Katja Hinz, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Gründerin und Namensgeberin der Arbeitsrechtskanzlei Studio Hinz
"Handbuch Personal" entsteht auch dank der Partnerschaft mit Freelance Partner, dem wohl effizientesten und angenehmsten Partner für die Vermittlung von Freelancer und Interim-Managern.
Soll HR sich jetzt um alles kümmern? Ist Altersarmut tatsächlich ein Problem, das hier auf die Agenda gehört? Gegenfrage: Wenn uns der Mensch im Unternehmen so wichtig ist - ist uns derselbe Mensch ab dem Moment des Renteneintritts völlig egal? Carina Raddatz hat das Startup "Obstkäppchen" gegründet. Sie sagt: Unternehmen stehen hier in der Verantwortung, für den einzelnen wie auch in der Gesellschaft.
Obstkäppchen arbeitet wie das Rotkäppchen der Neuzeit: Die Großmutter besuchen, gutes Essen mitbringen - und Zeit zum Reden. Dabei sehen die Obstkäppchen Menschen, die auf viele Jahre im Beruf zurückblicken und jetzt in Altersarmut gefangen sind. Das trifft sie sowohl auf der materiellen Ebene als auch in ihrer Würde. Eine zentrale Erkenntnis dabei: Das Gesicht von Altersarmut ist in aller Regel weiblich.
Mit Eva und Michael diskutiert Carina über die Rolle und Verantwortung von Unternehmen: Was wird aus dem modernsten Programmen für Teilzeit und Sabbaticals, wenn es am Ende nur die Frauen sind, die weniger arbeiten und damit in der Rente weniger haben? Eva wie Carina sehen um sie herum stets die Frauen in Teilzeit gehen, sobald aus einem Paar eine Familie wird. So schreiben wir das Problem der Altersarmut eine um die andere Generation fort. Ein Teufelskreis.
Bleibt am Ende nur eine Frage: Warum sind die jungen Frauen nicht wütender?
Zu Gast: Carina Raddatz, HR-Expertin und Gründerin von Obstkäppchen.
"Handbuch Personal" entsteht auch dank der Partnerschaft mit Freelance Partner, dem wohl effizientesten und angenehmsten Partner für die Vermittlung von Freelancer und Interim-Managern.
Trennen wir doch mal die Spreu vom Weizen: Welche Wahrheiten zu Führung halten wissenschaftlicher Untersuchung stand - und welche sind doch eher Mythos, Wunschdenken, Phantasie? Ralf Lanwehr hat sich der empirischen Erforschung von Führung verschrieben. Er lehrt als Professor an der FH Südwestfalen. Er ist im Gespräch mit Eva und Michael. Bringen wir also Grund ins Thema.
Mythos geborene Führungskraft: Der wichtigste Faktor für Führung ist Charisma und Charisma lässt sich messen - und trainieren. Ralf hat mit seinem Team zum Beispiel untersucht, wie eine Fußballerin wie Alexandra Popp ein Team mitreißen und organisieren kann. Die wichtigste Botschaft: Mensch kann das lernen.
Mythos Diversity: Es gibt 1000 gute Gründe, Teams diverser zu entwickeln. Nur der Erfolg ist es nicht; diverse Teams sind nicht messbarer erfolgreicher als homogene.
Mythos Motivation von Mitarbeiter:innen: Weit verbreitet ist die Annahme, Mitarbeiter:innen müssten ihre intrinsische Motivation schon selbst mitbringen, von außen und schon gar durch die Führungskraft liesse sich die Motivation nicht steigern. Zahlreiche Führungsapostel verbreiten diese Botschaft, allein: Sie lässt sich in den Daten nicht erhärten.
Zu Gast: Ralf Lanwehr, Leadershipexperte, Professor für Internationales Management, FH Südwestfalen
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Matthias Wolter ist Bäcker. Nach jeder Statistik trifft ihn der Fachkräftemangel schon seit langem und überdurchschnittlich hart. Nur: Matthias hat alle Stellen in seiner Bäckerei besetzt. Und er hat dafür in zehn Jahren seit der Gründung seiner Bäckerei noch keine einzige Stellenanzeige geschaltet, keinen Zettel ins Schaufenster gehängt, erst recht keinen Personalvermittler beauftragt. Mit Eva und Michael diskutiert er seine Erfahrungen.
Sein Geheimnis: In Matthias‘ Bäckerei muss keiner um 2 Uhr in der Backstube stehen. Der erste am Morgen kommt um 6 Uhr, der Rest um 7 Uhr und erst dann öffnet auch die Ladentür. Sonntags und montags ist zu. Und wer seine Semmeln früher will? Der muss zur Konkurrenz gehen, sagt Matthias. Denen ja aber gleichzeitig das Personal fehlt …
Und wann wird der Teig gerührt? Wann die Brote vorbereitet? Das ist wahrscheinlich der spannendste Nebeneffekt von Matthias‘ Strategie: Eigentlich wollte der die Arbeitsbedingungen verbessern – und zusätzlich werden auch noch die Produkte besser. Der Teig entsteht am Vortag; er kann länger ruhen, das Brot wird bekömmlicher und besser.
Die Geschichte geht weiter: Die Backstube ist direkt neben der Ladentür; wer hineinkommt, kann gleich mit den Bäckern über Brot und Teig fachsimpeln. Die Azubis dürfen, nein. Sollen ausprobieren und auch komplexere Themen lernen. In der Berufsschule wundern sie sich dann, was die anderen nur tun dürfen.
Kurzum: Eine kleine, feine Geschichte, die zeigt: Wir haben noch lange nicht alle Register gezogen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Zu Gast: Matthias Wolter, Bäckermeister, Gründer und Inhaber der Brot- und Feinbäckerei Wolter in Rosenheim.
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Ein Traum: Die Teams im Unternehmen übernehmen Verantwortung, lernen laufend, hinterfragen ihre Prozesse und Produkte und entscheiden. Eine Illusion? Hier die gängigsten Ausflüchte: Unsere Leute scheuen die Verantwortung. Sie können es auch nicht. Und außerdem wollen sie es auch gar nicht. Markus Stelzmann, Kopf und Mitgesellschafter von TELE Haase hält sich nicht lang mit den Ausflüchten auf und hat genau dieser Transformation angestoßen. Mit Eva und Michael diskutiert er die Organisation der Zukunft.
TELE Haase produziert Steuergräte, hoch spezialisiert. TELE produziert in Wien und liefert nach China, nicht andersherum. Und: TELE wächst über dem Markt. Ihr Problem ist eher: Wir müssen das Wachstum bremsen, um gesund zu bleiben. Dabei stellt Markus den Kapitalismus an sich nicht in Frage, nur die Monokultur des Wirtschaftens. Er beschreibt TELE als eine Gemeinschaft, die gerne Leistung bringt.
Markus sagt: Wir suchen für uns und unsere Situation die passende Organisationsform. Das ist mehr als New Work. Wenn wir nach zehn Jahren Transformation immer noch als New-Work-Unternehmen beschrieben werden, dann würden wir etwas falsch machen. Das Vehikel New Work hat seine Schuldigkeit getan.
Was ist dann die Rolle der Geschäftsführung, abgesehen von den juristischen, umverhandelbaren Themen? Markus sagt: Mentor sein, Unterstützung geben, darauf achten, dass auch tatsächlich Entscheidungen getroffen werden. Bei TELE lernen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von der Produktion bis zur Buchhaltung, die wesentliche Unternehmenskennzahlen zu lesen. Es haben auch alle in Echtzeit Zugriff auf Kosten wie Erträge, Energieverbrauch wie Auftragseingang. Das sind die Inhalte von Schulungen; Office setzt TELE voraus.
Ein Ergebnis: Wenn die Produktion beschließt, die Energiekosten drastisch zu reduzieren, indem die Maschinen freitags nur noch in jeder zweiten Woche angefahren werden, wenn die Produktion dies mit allen relevanten Akteuren im Unternehmen bespricht und in den Testmodus bringt, dann kann es sein, dass der Geschäftsführer das erst erfährt, wenn er freitags in der dunklen Produktionshalle steht. Dann war er für den Prozess nicht nötig, in dieser Organisation der Zukunft.
Zu Gast: Markus Stelzmann, Gesellschafter und Geschäftsführer von Tele Haase und Organisation Playground
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