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Fabian Schreiber ist Gründer von trackiwi aus Schwäbisch Hall, einem GPS-Tracker speziell für Wohnmobile. 2019 lösten er und seine heutige Frau ihre Wohnung in Ludwigsburg auf und lebten drei Jahre im Wohnmobil. Unterwegs zeichnete er seine Routen erst mit einem Raspberry Pi auf, einfach für sich selbst, und baute während der Reise einen trackiwi‑Prototypen.
Heute verkauft trackiwi den Tracker für 149 Euro, verdient wird an der Mitgliedschaft für 60 Euro im Jahr, ohne automatische Verlängerung. Wir sprechen über einen Presale aus Griechenland mit nur einer Handvoll Bestellungen, warum die Kunden eher Wolfgang als Surfer-Dude heißen und wie ein YouTube-Video eine Eurobox voller Pakete brachte.
Außerdem: der Tech-Stack mit Erlang-Backend, Laravel und Ionic, lokale KI für den Support, 600 bis 700 Geräte im Lager und die Umwandlung vom Einzelunternehmen in die GmbH. Inzwischen lebt Fabians Familie von trackiwi.
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Polina Speidel ist Mitgründerin von menstruflow aus Berlin. Aus ihren eigenen Periodenschmerzen entstand 2023 das ONEflow, ein elektrisches Periodenpad, das mit elektrischen Impulsen arbeitet. Über 15.000 Kundinnen, im ersten Quartal zeitweise 1.000 Bestellungen im Monat – gebootstrapped, mit einem Gründungsteam aus vier Personen, von denen nur Polina Vollzeit arbeitet.
Dann kam im Mai ein Schreiben der Behörde: Das Gerät war unter einem Begriff vermarktet worden, der auf ein Medizinprodukt hindeutet, die Zertifizierung fehlte. Polina erzählt, warum das Team komplett offline ging, welches Worst-Case-Szenario der Anwalt skizzierte und wie sie sich seit Juli zurückarbeiten.
Außerdem: 400 Bestellungen an einem Wochenende nach einem Influencer-Post, 1.000 Pakete im Monat aus fünf Quadratmetern Self Storage, Nachkauf-Pads als Geschäftsmodell, Kredite über Shopify Capital und warum Polina erst nach eineinhalb Jahren ein Minijob-Gehalt bekam.
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Simon Bauer ist einer von drei Geschäftsführern der Halleluja Sauna® aus Erding. Was 1998 als Schreinerei seines Vaters begann, baut seit 2023 nur noch ein Produkt: eine patentierte Infrarotsauna mit sieben Therapieformen und ohne Aufheizzeit, von knapp 18.000 bis 120.000 Euro.
Mit fast 35 Mitarbeitenden fertigen die Brüder heute 20 bis 40 Saunen pro Monat und kommen auf rund 6,4 Millionen Euro Umsatz – ohne Investor, finanziert über Anzahlungen. Die ersten Kunden kamen aus dem eigenen Telefonbuch, ohne Website und ohne CRM. Heute laufen Meta-Ads mit fünf- bis sechsstelligem Monatsbudget.
Simon erzählt, warum ein Messestand langsamer verkauft als digitale Kanäle, warum Wachstumsschmerzen ein Unternehmen umbringen können und weshalb die Familie Investoren und Generalimporteuren absagt. Außerdem: wie sich drei Brüder Marketing, Produkt und Vertrieb aufteilen – und warum Simon Handwerksbetrieben rät, verkaufen zu lernen.
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Dominik Albers ist Geschäftsführer und einziger Mitarbeiter von meinMPP. Das Mitarbeiter-PC-Programm überträgt das Dienstrad-Prinzip auf Smartphones, Tablets und Laptops: Mitarbeitende bekommen Hardware per Entgeltumwandlung und sparen laut Dominik bis zu 30 Prozent gegenüber dem Barkauf. Das Bestellvolumen hat sich bisher im Schnitt jedes Jahr verdoppelt, für dieses Jahr plant er mindestens 2,1 bis 2,4 Millionen Euro.
Die Marge ist dünn, bei iPhones rund ein Prozent im Einkauf. Verdient wird zwei Jahre später beim Restwertverkauf, den fast 90 Prozent annehmen. Neue Firmenkunden kommen heute vor allem über Benefit-Plattformen, Leasinggesellschaften und Distributoren, nicht über Messen oder Kaltakquise.
Außerdem: warum Dominik eine Anfrage des größten Mitbewerbers ablehnte und jetzt trotzdem über externes Kapital nachdenkt, wie die Forschungsförderung im zweiten Anlauf klappte, der Abschied von US-Tech bis 2027 und der Streit um eine kopierte Website.
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Marten Pieper ist Gründer und Geschäftsführer von re:fund, einer tech-gestützten Fördermittelberatung mit einem achtköpfigen Team in Berlin und Hamburg. Gestartet ist er 2021 mit dem Legal Tech LexHub, nach der Trennung von seinen Mitgründern kam der Pivot in die Innovationsförderung. Heute stehen über 150 Kunden und mehr als 200 Projekte in den Büchern, abgerechnet wird ausschließlich im Erfolgsfall. Von den Anträgen, die re:fund einreicht, gehen über 95 Prozent durch, der Marktdurchschnitt liegt deutlich darunter.
Wir sprechen über die Förderprogramme, wie die Forschungszulage, über die Kriterien, die ein Projekt erfüllen muss, und darüber, warum re:fund lieber vorab eine halbe Stunde prüft, statt jeden Fall anzunehmen. Dazu das Cashflow-Problem eines Bootstrappers, der erst nach der Auszahlung durchs Finanzamt seine Rechnung stellen kann.
Außerdem erzählt Marten, wie er re:fund im Juli verkauft hat, warum am Ende das Bauchgefühl entschieden hat und was die mentale Belastung als alleiniger Gründer mit ihm gemacht hat.
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Leon Schubert ist Geschäftsführer der Okeano GmbH in Lippstadt, einer Software-Agentur mit sieben Leuten, davon fünf Entwickler. Seit rund anderthalb Jahren verkauft das Team zusätzlich ein eigenes Produkt: pylo, eine Backend-as-a-Service-Plattform, die Leon als Betriebssystem fürs Unternehmen beschreibt.
Etwa 10.000 Euro MRR kommen inzwischen von pylo, rund 80 Prozent des Umsatzes macht weiterhin die Agentur. Ein Dutzend Firmen arbeitet mit der Plattform, dahinter steht eine vierstellige Zahl an Nutzern und bei einzelnen Kunden Millionen von Datensätzen. Abgerechnet wird nicht pro Nutzer, sondern nach Datenmenge, Speicher und Prozessschritten.
Wir sprechen darüber, wie pylo aus 20 bis 40 ähnlichen Kundenprojekten entstanden ist, über Laravel, modifiziertes Postgres und GraphQL als Stack, über Agenturen als Multiplikatoren im Vertrieb – und darüber, warum das Agenturgeschäft für Leon der bessere Investor ist als ein Investor. Dazu: der teuerste Fehler der Firmengeschichte und die Suche nach Entwicklern in einer 70.000-Einwohner-Stadt.
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Matthias Lugert ist CEO von Seobility, einem All-in-one-SEO-Tool aus Nürnberg. Er ist nicht der Gründer, sondern kam 2017 als vierter Mitarbeiter dazu und übernahm die alleinige Geschäftsführung nach dem Verkauf an die saas.group. Heute arbeiten dort knapp 20 Leute, der Umsatz liegt im mittleren siebenstelligen Bereich.
Über 800.000 Menschen haben einen Account, jährlich kommen rund 100.000 dazu – zahlen tut davon etwa ein Prozent. Der Rest bleibt im Free-Tarif, und genau das ist Teil des Modells: Die kostenlosen Checks bringen bis heute den meisten Traffic und die meisten Anmeldungen. Bewusst kann Seobility weniger als Ahrefs oder Semrush und kostet dafür einen Bruchteil.
Wir sprechen über Product-Led Growth ganz ohne Vertrieb, über den neuen MCP-Server, über die Frage, ob KI SEO überflüssig macht – und darüber, wie autonom eine Marke innerhalb einer Portfolio-Gruppe wirklich ist.
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Pascal Lukas rettet krummes Obst und Gemüse. Mit Rübenretter kauft er direkt beim Erzeuger auf, was wegen Größe, Form oder Schalenfehlern nie in den Handel käme, und verschickt es im Abo. Rund 3 bis 3,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 10 bis 15 Tonnen pro Woche, 2.000 bis 2.500 Kisten. Geerntet wird extra für ihn.
Angefangen hat es im Mai 2017 in der Garage hinter dem Obst- und Gemüsestand: sechs Kisten in der Woche, rund 2.000 Euro Startkapital, kein Kredit, kein Investor. Die ersten Kunden kamen über Regionalpresse und Influencer, die damals für eine einzige Box posteten. In der Spitze waren es 6.000 Kisten pro Woche und 40 Leute im Packteam.
Wir sprechen über Margen im Frische-E-Commerce, über zwei Jahre gescheiterte Shop-Migration, über Lagersoftware, die er selbst gebaut hat, und darüber, warum die ausgelagerte Logistik zum Januar zurück ins eigene Haus kommt.
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Markus Hetzenegger vermarktet Online-Tickets. Mit NYBA aus Frankfurt betreut er rund 1.200 Veranstaltungen im Jahr, unter anderem für Live Nation, Superstruct, Merlin Entertainment, Cirque du Soleil und die Adele-Shows in München. Daraus sind seit dem Start 75 Millionen verkaufte Tickets geworden, bei rund 400 Millionen Euro Werbebudget in 25 Märkten. Das Team dahinter: etwa 20 Leute.
Angefangen hat alles mit 17 und Uni-Events, die statt mit Flyern über Facebook-Gruppen ausverkauft wurden. Davor: ein südspanisches Fischerdorf, Absagen von fast jeder Schule in Bayern, ein abgebrochenes duales Programm bei BMW und ein Lagerjob, um die frische Selbstständigkeit zu finanzieren. Kredit oder Investor gab es nie, die eigene Plattform ist ein guter siebenstelliger Betrag aus dem Cashflow.
Wir sprechen über das Preismodell aus kleiner Lizenzgebühr und Performance-Anteil, über Meta, Google und TikTok, über Fuck-Ups und darüber, warum ein Exit für ihn kein Ziel ist.
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Ben Kohler ist Patchwork-Papa von vier Kindern, arbeitet Vollzeit als Angestellter und baut FamilyManager morgens vor allen anderen und abends, wenn alle schlafen. Die App bündelt Kalender, Aufgaben, Einkaufslisten und ein Credit-System für Kinder – und rechnet von Anfang an mit zwei Haushalten. Entstanden ist sie, weil keine der getesteten Familien-Apps ein Wechselmodell abbilden konnte.
Seit dem ersten Commit im Februar 2026 sind rund 1.440 Nutzer in etwa 1.100 Haushalten dazugekommen, rein organisch, bei bislang etwa 2.500 Euro Umsatz. Knapp 4.700 Commits stecken darin, dazu über 1.500 automatisierte Tests und zwei KI-Review-Schleifen pro Pull Request. Auf die Produktivumgebung schreibt trotzdem nur Ben selbst.
Wir sprechen über das Preismodell zwischen Abo und Lifetime, über den Vorwurf, die App sei KI-Slop, und über die ehrlichste Diagnose der Folge: Produkte bauen kann er, verkaufen nicht. Bis Ende 2027 will er trotzdem 2.000 zahlende Familien haben.
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