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Der Name unserer Tagesheiligen bedeutet: die Geisel. Und das wurde sie auch, aber es ist gut ausgegangen, soviel sei vorab verraten. Die Rede ist von Gisela, der Ehefrau des ungarischen Königs Stephan. Geboren wurde Gisela um 985. Ihr Vater Heinrich II. hatte den charmanten Beinamen der Zänkerer. Gisela wurde mit zehn Jahren mit Prinz Stephan verheiratet. Bereits zwei Jahre später wurde sie an der Seite ihres Mannes Königin von Ungarn. Rund 40 Jahre lang übte sie dieses Amt aus.
Sie unterstützte die Idee Stephans von der – mitunter gewalttätigen – Christianisierung Ungarns. Sie stiftete auch eine Kasel, auf der sie abgebildet ist, nicht etwa ihr Mann, und die wurde später der Krönungsmantel der ungarischen Könige. Besonders tragisch war der Tod des Thronfolger Emmerichs 1031 auf der Jagd. 1038 starb dann Stephan. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Peter. Gisela wurde danach von ihren heidnischen Gegnern verfolgt und vier Jahre gefangen gehalten. 1042 wurde Peter gestürzt und die Königin befreit. Sie ging daraufhin zurück in ihre Heimat und trat ins Kloster Niedernburg in Passau ein, wo sie im damals hohen Alter von 75 Jahren am 7. Mai 1060 starb. Ihr Grab ist bis heute Ziel ungarischer Wallfahrer. In Wien erinnert die Giselagasse im 14. Bezirk an sie.
Philippus war neben Andreas der einzige Jünger Jesu mit griechischem Namen. Für Griechen, die Zugang zu Jesus wünschen, fungierte er als Mittelsmann. Philippus forderte von Jesus beim Letzten Abendmahl, ihnen den Vater zu zeigen: „Das genügt uns.“ Im Johannesevangelium ist die Antwort eine Rüge: „Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen!“
Er könnte auch einer der sieben Diakone in der Apostelgeschichte gewesen sein. Dann wäre er der erste Missionar gewesen, der sich in einer heidnischen Stadt niederließ, und der Gründer der Gemeinde von Antiochia, der ersten quasi ökumenischen Gemeinde, die aus früheren Juden und Heiden bestand. Nach der Legende predigte er dann 20 Jahre lang in der heutigen Ukraine und wurde um 81 gekreuzigt.
Dargestellt wird Philippus meistens mit einem Brotlaib, um an das Wunder der Brotvermehrung zu erinnern, wo er zwischen griechischen Pilgern und Jesus vermittelte. Philippus teilt seinen Namenstag übrigens mit Jakobus dem Jüngeren, dargestellt mit einer Stange, weil dieser mit einer Tuchwalker-Stange erschlagen wurde. Und eine Bauernregel sagt: Auf Philippi und Jakobi Regen folgt ein großer Erntesegen.
Es gehört zu den Standardrätselfragen, welche Attribute die Evangelisten haben. Markus hat einen geflügelten Löwen. Nicht wegen einer Versicherung, sondern wegen des Kirchenvaters Hieronymus, der in der Bibel beschriebene Lebewesen deutete und zuwies. Markus erhielt von ihm den Löwen, da dessen Evangelium mit der Predigt von Johannes dem Täufer beginnt, also mit der Stimme des Rufers in der Wüste.
Wer aber war Markus? Das Neue Testament und einige Kirchenväter sagen, er war der konvertierte Jude Johannes Markus aus der Apostelgeschichte. Er begleitete Paulus und seinen Cousin Barnabas auf einer Missionsreise, gab aber nach einer Weile auf. Deshalb wollte ihn Paulus auf die nächste Reise nicht mehr mitnehmen. Weiters weiß man von einem Aufenthalt in Rom. Dort versöhnte sich Markus mit Paulus und schrieb sein Evangelium. Im Jahr 65 zog er nach Alexandrien, gründete die heute koptische Kirche und wurde deren erster Bischof. Um 67 erlitt er dort den Märtyrertod. Im 9. Jahrhundert wurden seine Reliquien geraubt und nach Venedig geschmuggelt, wo sie großteils noch heute im Markusdom ruhen. 1968 gab Papst Paul VI. als ökumenisches Zeichen Teile davon zurück. Es ist nie zu spät.
Was tut man mit einem Besen? Man kehrt mit ihm. Und anschließend stellt man ihn in die Ecke. Maria hat mich benutzt und nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz.“ Diese nüchterne Erkenntnis stammt von Bernadette Soubirous.
Die nur 1,40 Meter große Bernadette wurde 1844 in Lourdes in Südfrankreich geboren. Die Müllersfamilie rutschte wirtschaftlich ab, bis sie mit ihren Kindern in einer früheren Gefängniszelle endete.
Als sie 14 Jahre alt war, erschien ihr 18 Mal die Gottesmutter, die ihr die heute noch fließende Quelle zeigte und zum Bau einer Kirche aufforderte. Mit den Erscheinungen handelte sich Bernadette aber nur Schwierigkeiten ein. Erst glaubte man ihr nicht, dann entstand ein Hype um sie. Sie mochte weder das eine noch das andere. Nach der letzten Erscheinung sprach sie nie wieder darüber. Mit 22 Jahren trat sie bei den Barmherzigen Schwestern ein und widmete sich der Krankenpflege. An ihrer Liebe zur Gottesmutter hielt sie aber ihr Leben lang fest. Bernadette Soubirous starb am 16. April 1879 mit 35 Jahren an Knochentuberkulose und wurde 1933 heiliggesprochen – nicht wegen der Erscheinungen, sondern wegen ihres Umgangs damit. Lourdes ist bis heute einer der größten Wallfahrtsorte der Welt.
Er prägte das Salzburger Stadtbild für Jahrhunderte und gilt deshalb nach Rupert als „zweiter Gründer der Salzburger Kirche“: Erzbischof Konrad I. von Salzburg. Sein Leben war wahrlich aufregend.
Geboren um 1075 in eine Grafenfamilie, am Hof von Kaiser Heinrich IV. erzogen, war er Domherr in Hildesheim. Wohl weil er Heinrichs Sohn beim Sturz seines Vaters unterstützte, wurde er 1106 Erzbischof vom fast 800 km entfernten Salzburg.
Doch dort wollte man ihn vorerst nicht. Als Konrad mit zwei Brüdern und 1.000 Rittern eintraf, war das Schloss besetzt, und er musste es sich erst militärisch erkämpfen. Jahrelange Auseinandersetzungen führten sogar zu seiner Inhaftierung.
Nach seiner Rückkehr aber ging Konrad mit Feuereifer seine Projekte an. In den folgenden 26 Jahren reformierte er Klerus und Stifte, baute den abgebrannten Salzburger Dom wieder auf und ließ das Domstift sowie die erzbischöfliche Residenz erbauen. Damit prägte er das Stadtbild Salzburgs für Jahrhunderte. Aber auch die Armenfürsorge und die Förderung von Handel waren ihm wichtig. Konrad starb am 9. April 1147.
Ein wenig störrisch dürfte Richard von Chichester gewesen sein. Zum Beispiel nicht zu heiraten. Ja, das war mitunter auch für Männer schwierig. Richard stammte aus verarmtem Adel, war früh Waise und sollte nach dem Willen seines Bruders heiraten, was er ablehnte. Er lehnte dann auch sein Erbe ab.
Mitte 30 trat er als Jurist in den Dienst des Erzbischofs von Canterbury. Dieser bemühte sich, Reformen im Klerus durchzusetzen. Richard unterstützte ihn darin und in seiner Kritik an König Heinrich III. und dessen Verschwendungssucht. Dem gefiel das gar nicht, und deshalb musste der Bischof ins Exil. Richard begleitete ihn. Erst mit 43 Jahren begann er ein kurzes Theologiestudium, wurde Priester und kehrte zurück nach Canterbury. Bald darauf, 1244, wurde er Bischof von Chichester. König Heinrich war strikt dagegen und verbot Richard, seinen Amtssitz einzunehmen. Kurzerhand wurde er zum Wanderbischof.
Nach zwei Jahren gab der König nach, da der Papst ihm mit Exkommunikation drohte. Richard blieb volksnah und bescheiden und setzte sich für die Bedürftigen ein. Er stiftete Krankenhäuser und Kirchen und sorgte für eine gute Ausbildung der Geistlichen. Richard starb am 3. April 1253 und wurde nur neun Jahre später heiliggesprochen.
Eine ökumenische Ehe im England des 16. Jahrhunderts, die mit einer Hinrichtung endete. Das ist die tragische Geschichte der Margaret Clitherow, die man die „Perle von York“ nennt.
Geboren wurde sie 1556 als Margaret Middleton in York. Mit 15 heiratete sie den vermögenden und verwitweten Fleischhauer John Clitherow. Das Paar, beide Anglikaner, bekam drei Kinder. Drei Jahre nach der Hochzeit aber wurde Margaret katholisch und das in Zeiten, in denen Katholiken im Zuge der englischen Reformation verfolgt wurden. John, der Anglikaner blieb, unterstützte seine Frau. Er zahlte Strafen für sie, weil sie nicht in die Kirche ging. Dreimal musste sie sogar ins Gefängnis. Ihr drittes Kind wurde während einer eineinhalbjährigen Haft geboren.
Aber auch danach hörte Margaret nicht auf. Sie versteckte in ihrem Haus im Stadtzentrum Priester und ließ Messen feiern. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden katholische Messgewänder gefunden. Das genügte, um Margaret zu verhaften. Um ihre Familie vor Folter zu schützen, verzichtete sie auf eine Verhandlung und unterschrieb damit ihr grausames Todesurteil. Tod durch Zerquetschen. Details erspare ich Ihnen. Das Urteil wurde am 25. März 1586, einem Karfreitag, vollzogen. Margaret war 30 Jahre alt und schwanger mit ihrem vierten Kind. Königin Elisabeth I. protestierte danach gegen die Exekution. Doch Margarets Saat ging auf. Ihre beiden Söhne wurden Priester, ihre Tochter Nonne. 1970 wurde sie heiliggesprochen.
Die Farbe Grün dominiert den heutigen Tag. Die englischsprachige Welt feiert Patrick, den Patron von Irland, der den Iren die Dreifaltigkeit mittels eines Kleeblatts erklärt hat. Aber auch eine grüne Dame hat Gedenktag, und zwar die Belgierin Gertrud von Nivelles, geboren 625. Sie ist nämlich Patronin der Gärtner, und daher ist heute Saisoneröffnung für die Garten- und Feldarbeit.
Gertrud trat in das von ihrer Mutter gegründete Augustinerinnen-Kloster in Nivelles ein. Sie war sehr gebildet, ließ sich sogar geistliche Literatur aus Rom kommen und setzte sich dafür ein, dass auch Mädchen die Bibel lasen. Und sie hat noch eine Verbindung zu Patrick: Gertrud lud irische Mönche nach Nivelles ein, um den Schwestern die Heilige Schrift auszulegen. Und weil Männer offenbar schon im Mittelalter als wehleidig galten, ließ sie für sie ein Spital bauen. Dort wurden aber natürlich auch andere Kranke betreut, weshalb Gertrud im Mittelalter Patronin zahlreicher Spitäler wurde.
Gertrud starb am 17. März 659 mit etwa 34 Jahren. Und jetzt auf in den Garten, denn eine Bauernregel besagt: „An St. Gertrud ist es gut, / wenn in die Erd’ man Bohnen tut.“
Sie wird als schön, anmutig und gebildet beschrieben, die erste deutsche Königin: Mathilde.
Sie wurde um 895 in Nordrhein-Westfalen geboren, mit 14 die Frau des 16 Jahre älteren, späteren Königs Heinrich I. und Mutter von fünf Kindern. Mathilde soll mit ihrem Mann gleichberechtigt regiert haben und wurde so zum Vorbild für nachfolgende Königinnen. Mathilde war 40, als Heinrich starb. Im Kloster St. Servatius in Quedlingburg ließ sie ihren Mann bestatten. Sie leitete es 30 Jahre lang. Mit dieser Sorge um die „memoria“, um die Erinnerung an Verstorbene, erfüllte Mathilde die vornehmste Aufgabe der Witwe im frühen Mittelalter. Man nannte sie daher die „gute Mutter der Nation“.
Mathilde starb am 14. März 968 mit etwa 73 Jahren und wurde neben ihrem Mann begraben. Das Kloster wurde nach 600 Jahren evangelisch und weitere 300 Jahre später aufgehoben. Die Stiftskirche ist evangelisch. Im Ort Quedlingburg wurde im 19. Jahrhundert eine katholische Kirche erbaut, die Mathilde geweiht ist und einen Bezug zu Wien hat, denn der Architekt war Friedrich von Schmidt, der spätere Erbauer des Wiener Rathauses.
Franz von Sales nannte Franziska von Rom eine der größten Heiligen überhaupt, und doch ist diese Heilige des 15. Jahrhunderts bei uns praktisch unbekannt.
Geboren in eine römische Adelsfamilie, wollte sie schon als Kind Nonne werden, wurde aber mit zwölf Jahre verheiratet. Neben ihren Pflichten machte sie aber auch Krankenbesuche und 1417 aus einem Teil ihres Palastes ein Krankenhaus. Durch ihr Talent, vor allem Frauenleiden mit selbstgerührten Salben und Pasten zu heilen, erwarb sie den Ruf der Wundertäterin. Und das in einer Zeit, wo im Petersdom Schafe weideten und es drei Päpste parallel gab.
1423 gründete Franziska die Oblatinnen des Olivetanerordens, die sich besonders um Kranke kümmerten. Als sie nach dem Tod ihres Mannes von der Schwiegertochter aus dem Haus vertrieben wurde, ging sie dorthin, wo sie immer schon sein wollte: in ihr Kloster. Als Franziska starb, trauerte ganz Rom.
Und warum das Patronat der Autofahrer? Eine Erklärung lautet so: Franziskas Schutzengel begleitete sie stets und soll ihr Licht gespendet haben.
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