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Die Nothelferin der Bergleute
Gelebt haben soll sie gegen Ende des 3. Jahrhunderts in der heutigen Türkei. Gegen den Willen ihres Vaters ließ sie sich taufen. Ein Turm, mit dem sie dargestellt wird, spielte eine zentrale Rolle. Hier wurde sie von ihrem Vater eingeschlossen. Sie floh, wurde wieder gefangen. Details des schaurigen Martyriums erspare ich Ihnen. Am Schluss wurde die Arme von ihrem Vater eigenhändig enthauptet. Dieser wurde gleich darauf vom Blitz getroffen und verbrannte. Das soll sich am 4. Dezember um das Jahr 306 abgespielt haben.
Dieser Blitzschlag machte Barbara später zur Schutzheiligen der Artillerie. Da die Heilige – der Legende nach – von einem Felsen geschützt wurde, der sich öffnete und sie verbarg, wählten die Bergleute sie zu ihrer Patronin, und neben ihnen noch Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, ... Die Barbarazweige soll sie übrigens selber in der Gefangenschaft zum Blühen gebracht haben.
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Falls Sie Andreas heißen, dann darf ich Ihnen zum Namenstag gratulieren. Andreas ist einer der Namen, die tatsächlich über Jahrtausende hinweg populär geblieben sind. Momentan rangiert er auf Platz 32 der beliebtesten Vornamen. Es ist ein kraftvoller, denn das griechische Wort „andreios“ heißt „mannhaft, tapfer, tüchtig“. Populär wurde der Name durch einen Apostel.
Andreas war der Bruder des Petrus. Dieser hat zwar kirchlich die größere Karriere gemacht, im profanen Alltag aber hat sich Andreas durchgesetzt. Spuren von ihm finden sich in Form des Andreaskreuzes, das wie ein X aussieht. In der Chemie warnt es vor gesundheitsschädlichen Stoffen. An Bahnübergängen mahnt es zur Vorsicht vor möglicherweise herannahenden Zügen. Der Ursprung des Andreaskreuzes liegt im Martyrium des Apostels. Er wurde gekreuzigt, allerdings auf einem Kreuz, das die Form eines X hatte, weil der Todeskampf dadurch noch verlängert wurde. Die Brüder Petrus und Andreas sind daher leicht zu unterscheiden. Petrus hält den Schlüssel zum Himmelreich, Andreas trägt das x-förmige Kreuz.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Sie hatte einen ausgeprägten Hang zur Wohltätigkeit und gründete ein Spital. Sie besuchte Armenviertel. Während einer Hungersnot ließ sie die Kornkammern öffnen und half aus der Staatskasse. Sie verschenkte Schmuck und teure Kleidung. Zwar unterstützte sie ihr Mann, aber der Hof war strikt dagegen. Als Ludwig nach nur fünf Jahren Ehe starb, war Elisabeth mit dem dritten Kind schwanger und fortan schutzlos der Verwandtschaft ausgesetzt. Ihr Schwager vertrieb sie mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder. Mit einer Entschädigung, die sie statt ihres Erbes erhielt, ließ Elisabeth in Marburg ein Spital errichten und pflegte persönlich Leprakranke. Das alles überlebte sie nicht lange. Am 17. November 1231 starb sie mit nur 24 Jahren. Elisabeth wird bis heute verehrt.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Unzählige Kinder gehen mit Laternen durchs Land und erinnern an Martin von Tours, vor allem an die Mantelteilung, nach der er als Soldat einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs geschenkt hat. Geboren wurde Martin im Jahr 316. Wie sein Vater wurde er römischer Offizier. Erst mit gut 35 Jahren klappte es mit der Taufe. Die Legende mit der Mantelteilung stammt aus dieser Zeit. Die zweite Hälfte seines Lebens war er Priester und Bischof. Die Legende mit den Gänsen stammt aus jener Zeit.
Dass Martin sich bei Gänsen versteckt haben soll, um seiner Bischofsweihe zu entgehen, davon berichten seine ersten Biographen nichts. Es dürfte damit zusammenhängen, dass am 12. November der Advent begann und damit die fleischlose Fastenzeit. Es durfte also noch einmal Gans gegessen werden. Martin blieb auch als Bischof bescheiden. Ein Zeitzeuge berichtet: „In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.“ Gestorben ist Martin mit 81 Jahren. Drei Tage dauerte seine Rückführung nach Tours, wo er am 11. November beigesetzt wurde. Und weil sein Leichenzug von einer Lichterprozession begleitet wurde, gehen heute Kinder mit ihren Laternen.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Fast 200 Jahre lang war seine Statue die mit 36 Metern weltweit höchste, von innen begehbare: der Koloss San Carlo, das Standbild des Karl Borromäus. Seine Heimatgemeinde Arona in Italien errichtete es zu seinen Ehren. Karl Borromäus kam 1538 in Arona am Lago Maggiore in einer einflussreichen Adelsfamilie zur Welt. Er wurde Jurist und Sekretär des Papstes. Sein Ruf war tadellos: Er galt als fleißig, fromm, unbestechlich und gleichzeitig als lebensfroher Renaissancefürst.
Das änderte sich, als er mit 24 plötzlich seinen Bruder verlor. Er wurde ein Asket und Priester und bald Erzbischof von Mailand, das damals eine heruntergekommene Diözese war. Karl kümmerte sich um den Wiederaufbau nach den Vorgaben des eben zu Ende gegangenen Tridentinischen Konzils. Er gründete soziale Einrichtungen sowie Leihhäuser zur Bekämpfung des Wuchers. Als 1576 die Pest ausbrach, richtete Karl Borromäus im erzbischöflichen Palais ein Spital ein, verkaufte den Kirchenschatz und pflegte die Kranken persönlich. Aber sein Körper hielt den Raubbau durch Fasten, Selbstgeißeln und Dauerarbeiten nicht lange aus. Im Alter von nur 46 Jahren erlag Karl Borromäus am 3. November 1584 einem Fieberanfall. 1610 wurde er heiliggesprochen.
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Zu den berühmtesten österreichischen Orten zählt St. Wolfgang am Wolfgangsee, und das nicht erst seit einer dort angesiedelten Operette. Der Ort war im Mittelalter einer der beliebtesten Wallfahrtsorte Europas. Zurück geht das auf seinen Namensgeber des Ortes, Bischof Wolfgang von Regensburg. Wie er vor über 1000 Jahren ins Salzkammergut kam?
Nun, der Wolfgangsee, der damals Abersee hieß, gehörte zur Diözese Regensburg und Wolfgang kannte ihn von Missionsreisen. Wolfgang wurde 924 in Schwaben in eine mäßig begüterte Familie geboren und war Leiter der Domschule in Trier, ehe er im fortgeschrittenen Alter von 40 Benediktiner und mit erst 44 Priester wurde. 3 Jahre später ging er kurz als Missionar nach Ungarn, bis er Bischof von Regensburg wurde.
Wolfgang war außerordentlich beliebt wegen seiner großen Menschenfreundlichkeit, Güte und Bescheidenheit. Unter anderem ermöglichte er die Abtrennung Böhmens von seiner Diözese und damit die Errichtung der Diözese Prag. Er gründete eine Domschule mit Chor, aus dem die heutigen Regensburger Domspatzen hervorgingen.
In der Gegend um den Wolfgangsee hielt sich Wolfgang ab 976 der Legende nach 7 Jahre, vermutlich aber nur ein Jahr auf, um der Eroberung Regensburgs zu entgehen. Er war zunächst Einsiedler auf dem Falkenstein, dann baute er die erste Kirche am Ufer des Sees, die heutige Pfarrkirche von St Wolfgang, und zwar der Legende nach an der Stelle, an die seine Axt fiel – weshalb er mit Axt dargestellt wird. Er starb nach 22jähriger Amtszeit mit 70 Jahren am 31. Oktober 994 und wurde 1052 heiliggesprochen.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Conan der Barbar war - der Verlobte der heiligen Ursula von Köln, das heißt, falls es die beiden überhaupt gab. Die Legende erzählt, dass Ursula im 4. Jahrhundert lebte und Tochter eines christlichen Königs in der Bretagne war. Der wollte sie mit dem englischen Fürstensohn Conanus verheiraten. Ursula hatte aber ein Problem damit, dass er Heide war. Sie erreichte einen Heiratsaufschub von drei Jahren. In dieser Zeit sollte Conanus getauft werden, und Ursula pilgerte mit 11 000 Jungfrauen nach Rom.
Unterwegs erschien ihr in Köln im Traum ein Engel, der ihr vorhersagte, dass sie nach ihrem Besuch in Rom nach Köln zurückkehren und das Martyrium erleiden würde. Auch Conanus erschien im Traum ein Engel, der ihm auftrug, Ursula nachzureisen. Unterwegs ließ er sich taufen. Tatsächlich wurde die große Reisegruppe bei der Rückkehr in Köln ermordet, und zwar von Hunnen. Der Hunnenkönig wollte Ursula jedoch verschonen und sie heiraten, aber sie verweigerte, worauf sie mit einem Pfeil getötet wurde. Die Hunnen wurden daraufhin von Engeln vertrieben und die Stadt befreit. Ursula machte daher posthum in Köln Karriere: Sie erhielt eine Kirche, wurde ins Stadtwappen aufgenommen und Patronin der Stadt. Die Jungferninseln sind nach ihr benannt und der Ursulinenorden.
Schon im 4. Jahrhundert wurde in Köln eine Basilika über einem Grab errichtet, und im romanischen Neubau erzählt eine Inschrift vom Martyrium. Deshalb vermutet man einen wahren Kern in der Legende. Die Anzahl der Heiligen geht wahrscheinlich auf einen Lesefehler der auf lateinisch geschriebenen Geschichte zurück: ein M las man statt martyres als milia, tausend. So entstehen Legenden.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Ihr berühmtestes Zitat ist: „Wer Gott besitzt, dem kann nichts fehlen. Gott allein genügt.“ Die große Teresa von Avila, sie wurde 1515 als drittes von zehn Kindern in eine adelige Familie geboren. Mit 20 trat sie bei den Karmelitinnen im spanischen Avila ein. Sie sagte, aus Angst vor der Ehe und der damit verbundenen Diskriminierung der Frau, und aus Angst vor der Hölle. Das konnte als Motivation nicht gut gehen. Teresa wurde bald schwer krank, und weil man sie aufgrund ihres starren Körpers für tot hielt, wurde sie beinahe lebendig begraben. Sie blieb noch jahrelang gelähmt. Ihr Glaube wurde im Laufe der Zeit aber immer tiefer, bis sie mit 39 zur Mystikerin wurde und große innere Freiheit erlangte.
Diese half ihr bei der Umsetzung ihres Reformprojekts, nämlich gegen den Widerstand vieler Mitschwestern wieder die ursprüngliche Ordensregel einzuführen. Ab 1562 gründete Teresa 17 Frauen- und 16 Männerklöster, deren Kennzeichen ein geschwisterlicher Lebensstil und Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott waren. Damit hob sie sich klar vom damals gängigen Reformideal mit Bußübungen wie Selbstgeißelung und extremem Fasten ab.
Teresa starb mit 67 am 4. Oktober 1582. Da dieser Tag aber schon von Franz von Assisi besetzt war, wollte man ihren Gedenktag auf den nächsten Tag legen. Der war 1582 aber nicht der 5., sondern der 15., denn just an dem Tag trat die Gregorianische Kalenderreform in Kraft. 1622 wurde Teresa von Avila heiliggesprochen, und 1970 Kirchenlehrerin.
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Heute erzählen wir Ihnen etwas über einen Mann, dem man den Beinamen „der Rodungsmönch“ gegeben hat: Gunther. In Thüringen wurde er geboren, im Bayrischen Wald wurde er berühmt, im Böhmerwald ist er gestorben.
Zur Welt kam er um das Jahr 955. Da er aus einem Grafengeschlecht stammte, wurde er zunächst Ritter. Offenbar erfüllte ihn das aber nicht nachhaltig, denn nachdem er den Abt vom Benediktinerkloster Niederalteich kennengelernt hatte, änderte er sein Leben. Mit etwa 50 Jahren verschenkte er seine Güter an lokale Klöster in Thüringen. Dennoch war es mit dem Klostereintritt nicht so einfach. Erst musste er zu den sieben Pilgerkirchen in Rom wallfahrten, ehe er aufgenommen wurde. Er blieb aber nur zwei Jahre in Niederalteich, und zog dann mit einigen Gefährten als Einsiedler in den Bayrischen Wald. Noch heute zeugt die Kapelle Frauenbrünnl bei Rinchnach davon.
Einsiedler war man übrigens nicht allein, man war nur weg vom Schuss. 1011 war es aber vorerst aus mit dem Einsiedeln, denn da hatten sich so viele Männer um Günther gesammelt, dass er mit ihnen tiefer in den Wald zog und das Benediktinerkloster Rinchnach gründete. Die Männer rackerten sich ab, rodeten Wald und bauten Straßen. Man nennt Gunter daher den „Rodungsmönch“. Sein Kloster war die erste Siedlung in der Gegend und Impulsgeber für die Besiedlung des Bayerischen und des Böhmerwaldes. Zwischendurch wurde Gunther als Diplomat für den deutschen Kaiser eingesetzt. Nach rund 30 Jahren verließ er Rinchnach und zog als Einsiedler in den Böhmerwald ins heutige Dobra Voda in Tschechien. Dort starb er ungefähr 90-jährig am 9. Oktober 1045. Sein Grab war lange in Prag und wurde 1420 von den Hussiten zerstört. Das Kloster Rinchnach hingegen bestand 800 Jahre und ist heute Pfarre.
Eine besonders nette Tradition ist 1995 wieder aufgenommen worden, nämlich die Wallfahrt zur Günther-Kirche in Dobra Voda. Dahin gehen Menschen aus der Umgebung und aus Rinchnach – alle zu Fuß auf einem Weg, der unter Gunther erschlossen wurde und den er selbst begangen hat. Drei Tage sind die Pilger am Gunthersteig unterwegs. Gunter wurde zwar nie heiliggesprochen, aber seine Verehrung ist durch diverse päpstliche Dekrete empfohlen.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Am 29. September ist das Erzengelfest. Es werden die drei Engel Gabriel, Michael und Raphael gefeiert. Für alle drei ist an dieser Stelle kein Platz, daher habe ich jenen ausgewählt, der der Namensgeber für meinen Sohn ist: Raphael. Er gilt als der freundlichste und lustigste von den dreien, vermutlich, weil er als Regent der Sonne gilt. Engel sind übrigens keine Verstorbenen, sondern von Gott erschaffene Wesen, deren Aufgabe es ist, Boten zu sein. Der angelus ist der Bote Gottes. Man denke an den Erzengel Gabriel, der Maria die Botschaft überbringt, dass sie vom Heiligen Geist schwanger werden wird.
Der Name Raphael heißt übersetzt: „Gott heilt“. Raphael ist also der Heilende. Er wird aber nicht als Arzt dargestellt, sondern meist mit Engelsflügeln und einem Kind oder einem jungen Mann an der Seite. Der wiederum trägt einen Fisch. Oft wird Raphael als Schutzengel dargestellt, mit zwei Kindern an der Hand, die aber keinen Fisch in der Hand tragen. Der Ursprung dessen liegt in der Bibel im Buch Tobit. Darin wird erzählt, dass Raphael inkognito den jungen Tobias auf einer gar nicht lustigen Reise begleitet. Aus diesem Motiv des Begleiters ist der Schutzengel geworden.
Aber woher kommt der Heilende? Nun, der Grund, warum Gott Raphael zu Tobias schickt, sind Gebete von verzweifelten Menschen, die sterben möchten. Durch Raphael aber werden sie geheilt. Und zwar so: Sarah, eine junge Frau, die im Laufe der Geschichte zu Tobias Braut wird, hat schon sieben Ehemänner verloren. Sie wird nämlich von einem Dämon geliebt, der die Bräutigame in der Hochzeitsnacht umbringt. Das macht depressiv. Und Tobias Vater Tobit ist erblindet und daher hoffnungslos. Unterwegs leitet Raphael Tobias an, einen Fisch zu fangen und dessen Innereien aufzuheben. Mit einem Teil der Innereien, die Tobias in der Hochzeitsnacht verbrennt, wird der Dämon vertrieben. Die Galle wiederum wird dem Vater auf die Augen geschmiert und heilt ihn von seiner Blindheit. Raphael zieht alle Fäden. Am Schluss gibt es nur Gewinner. Erst dann gibt er sich zu erkennen.
Er ist - naheliegend - Patron der Blinden, Kranken und Apotheker sowie der Reisenden.
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