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Vom Schweißtuch zum Foto
Sie soll Jesus am Kreuzweg ein Tuch gereicht haben, damit er sich Blut und Schweiß vom Gesicht wischen konnte. In der Bibel steht davon nichts, aber es gibt eine hartnäckige Tradition. So soll die Frau jene sein, die Jesus von Blutungen geheilt hat. Diese trägt im apokryphen Nikodemusevangelium, das nicht in die Bibel aufgenommen worden ist, den Namen Berenike, die Sieg-Bringende. In der lateinisch-griechischen Übertragung wurde daraus Veronika – das wahre Bild.
Im 4. Jahrhundert wurde ihr Fest am 4. Februar liturgisch gefeiert. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Verehrung ab 1300. In der Wiener Schatzkammer ist eine Kopie des Schweißtuches, die 1721 Kaiser Karl VI. geschenkt wurde. Veronika soll nach Südfrankreich gegangen und dort um 70 nach Christus im Ort Soulac gestorben sein. Ihre Reliquien hat man im 19. Jahrhundert nach Bordeaux überführt. Wen wundern ihre Patronate? Veronika ist Patronin der Wäscherinnen, Leinweber und – und das ist wirklich originell – der Photographen.
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Der Patron der Bleistiftfabrikanten als Bierliebhaber
In Neapel lernte er den jungen Dominikanerorden kennen. Mit 19 trat er dort ein. Gegen den Willen seiner Eltern, die ihn nicht in einem Bettelorden wollten. Er studierte weiter in Bologna, Paris und Köln, wo er erste Vorlesungen hielt. Mit 27 begann er seine Lehrtätigkeit in Paris. Fortan widmete er sein Leben der Wissenschaft. Er setzte sich mit allem auseinander – leider, würde man heute sagen, denn er mischte sich in jeden Lebensbereich ein. Theologie als Wissenschaft – das ist aber eines seiner Verdienste.
Thomas von Aquin starb 1274. 1323 wurde er heiliggesprochen, später Kirchenlehrer. Naheliegend seine Patronate: Wissenschaft, Universitäten, Bleistiftfabrikanten. Gut, Bleistifte braucht man in der Wissenschaft. Aber Thomas ist auch Patron der Bierbrauer. Er soll so dick gewesen sein, dass man in die Tischplatte eine Ausbuchtung sägen musste, damit er dort sitzen konnte. Vielleicht war er ja Bierliebhaber.
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Gentleman unter den Heiligen
Chablais, Diözese Genf, Ende des 16. Jahrhunderts. Im Schutz der Dunkelheit heftet ein Mann Flugblätter an Türen, Bäume und Tore. Warum? Nun – bis vor kurzem war Chablais von Calvinisten besetzt, der Bevölkerung ist aber noch immer von den Machthabern unter Strafe verboten, katholische Predigten zu hören.
Mit seiner Idee zum Erfolg
Der junge Mann ist Priester und denkt sich daher: Wenn die Leute nicht zu meinen Predigten gehen dürfen, gehen meine Predigten eben zu ihnen. Er hat Erfolg – vier Jahre später ist die Bevölkerung wieder katholisch. Und fast 400 Jahre später wird ihn diese „Presseaktion“ das Patronat für die Journalisten einbringen.
Besagter Priester ist Franz von Sales. 1567 in Savoyen geboren, wurde er Jurist, Priester, Ordensgründer, Bestsellerautor und Bischof seiner Heimatdiözese Genf. Er war ein echter Seelsorger, besuchte als erster Bischof alle Pfarrkirchen, kümmerte sich um die Kinder- und Erwachsenenbildung, sprach so viel wie möglich in der Landessprache und nicht in Latein, und das alles mit großer Herzlichkeit.
Franz von Sales starb, hoch verehrt, im Alter von 55 Jahren am 28. Dezember 1622. 1877 wurde er zum Kirchenlehrer erklärt.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Wir begeben uns in die Wüste nach Ägypten zum Wüstenvater Antonius, dem Vater des Mönchtums. Er wurde um 250 in eine reiche christliche Bauernfamilie geboren.
Mit 25 Jahren verkaufte er nach einem Bekehrungserlebnis seinen Besitz und wurde Einsiedler, zunächst nahe seines Heimatortes. Bald schon zog er sich weiter zurück in eine alte ägyptische Grabkammer, und dann in die Wüste, wo er 20 Jahre lang lebte. Während seines langen Wüstenaufenthalts wurde er immer wieder von quälenden Visionen, er nannte sie Dämonen, heimgesucht. Danach ging er ans Rote Meer.
Antonius war aber trotz seines Einsiedlerlebens weder menschenscheu noch unpolitisch. So ging er nach Alexandria, um die verfolgten Christen zu ermutigen, und er setzte sich für Arme und Gefangene ein. Egal, wo Antonius wohnte – es suchten ihn Menschen auf und erbaten Rat, Kranke Heilung, Geistliche und Asketen wollten von ihm lernen. Männer sammelten sich um ihn, es bildeten sich zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens, und er wird deshalb Vater des Mönchtums genannt. Er soll um das Jahr 356 im Alter von 105 (!) Jahren gestorben sein.
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Der Namenspatron des Erzbischofs
Dabei weiß man von Christophorus, der populäre Nothelfer: Er soll im 3. oder 4 Jahrhundert in der heutigen Türkei gelebt haben und sehr groß gewesen sein und entweder einen hundeähnlichen Kopf gehabt oder aus Kanaan gestammt sein. Christophorus soll Soldat gewesen sein und nach seiner Taufe als Missionar herumgezogen und als Märtyrer enthauptet worden sein.
454 wurde ihm im heutigen Istanbul eine Kirche geweiht. Die berühmteste Legende erzählrt, dasss ihn ein Bub bittet, ihn über den Fluss zu tragen. Dabei wird dieser immer schwerer. Er gibt sich als Christus zu erkennen, tauft den Riesen und gibt ihm den Namen Christophorus, Christusträger. Die Verehrung des Christophorus reicht vom Pilgerheiligen bis zum Patron der Autofahrer und Verkehrsmittel. Schließlich ist eer Namenspatron von Kardinal Christoph Schönborn. Wie der Heilige ist er sehr groß und hat schon viele Aufgaben gestemmt.
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Der Wanderbischof als Patron der Schuhmacher
Erhart stammte aus Südfrankreich und gründete im Elsass und in Regensburg einige Kirchen und Klöster. Im Elsass taucht er auch auf im Zusammenhang mit der Schutzpatronin der Region, der heiligen Odilie. Sie war von Geburt an blind, und er soll sie als zwölfjähriges Mädchen getauft haben, wodurch sie das Augenlicht erlangte. Mutmaßlich wegen Eroberungszügen von Arabern ging er nach Regensburg. Dort gilt er durch seine Missionstätigkeit, die er wandernd ausübte, als Wegbereiter des Christentums in Bayern.
Sein Sterbedatum wird um das Jahr 715 angenommen. Erhart wurde in der Regensburger Niedermünsterkirche bestattet. Sein Grab ist bis heute erhalten. 1052 wurde er heiliggesprochen. Erhart ist Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden. Außerdem wird er als Schutzpatron der Schuhmacher verehrt. Kein Wunder, gegangen ist er ja sehr viel.
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Für ein gutes neues Jahr
An wichtigen Entwicklungen in der Kirche hatte er – keinen Anteil. Silvester wurde Papst ein Jahr nach der Konstantinischen Wende, der Anerkennung der Christen durch Kaiser Konstantin. Zu tun hatte er mit deren Zustandekommen im Jahre 313 – nichts, auch wenn eine Legende besagt, dass Gott den Christenverfolger Konstantin mit Aussatz bestrafte, bis Silvester ihn heilte, bekehrte und taufte. Auch am für die Kirche so wichtigen Konzil von Nicäa 325, an dem das erste Glaubensbekenntnis geschrieben wurde, ließ er sich vertreten. Nur der Bau der ersten Petruskirche über dem Petrusgrab kann als Leistung in 20 Jahren Amtszeit verbucht werden.
Und wieso ist ein ganzer Tag nach ihm benannt? Das war – Zufall. Silvester starb am 31. Dezember 335, übrigens als erster Papst eines natürlichen Todes. 1582 wanderte durch die gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember und damit auf Silvesters Gedenktag. Dadurch ist er auch zufällig zum Patron für ein gutes neues Jahr geworden.
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Gärtnerin und Schneiderin
Eva wird freundlich als Urmutter der Menschheit bezeichnet, erschaffen von Gott persönlich. Dann aber lässt sie sich von einer Schlange überreden, von einer verbotenen Frucht zu essen. Kein Apfel, wohlgemerkt, eine Frucht. Und damit gewinnen sie und ihr Mann Adam plötzlich die Erkenntnis, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Und überhaupt kommen sie drauf, dass sie nackt sind. Und damit ist es Schluss mit dem Leben im Paradies. Man hat sämtliche Probleme, die Frauen haben, wie etwa den Geburtsschmerz, auf diese Ursünde zurückgeführt. Oder damit auch das Patriarchat begründet. Alles Böse hat man auf Eva geschoben, und erst Maria hat es lösen können.
Wo wieder der Humor hereinkommt, ist ihr Patronat. Eva erkannte ja nach dem Sündenfall, dass sie nackt war, und ist deshalb Patronin der Schneider. Der Gedenktag am Heiligen Abend bringt zum Ausdruck, dass mit der Menschwerdung Gottes die Tür zum Paradies wieder geöffnet ist. Frohe Weihnachten!
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Im 23. Bezirk befindet sich das Schulzentrum Sankta Christiana. Dessen Namensgeberin war eine der großen Frauen der Kirche. Sie hat der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert das Christentum nach Georgien gebracht. Die Georgische Orthodoxe Apostelkirche stellt sie den Aposteln gleich. Auf den Ikonen wird sie als Priesterin abgebildet.
Christiana wurde wohl um die Wende zum vierten Jahrhundert in der Türkei geboren, war Sklavin und entkam ins heutige Georgien. Dort lebte sie als Einsiedlerin und erwarb sich einen Ruf als Heilerin. Bald nannte man Nino (Nina), wie die fromme Frau eigentlich hieß, Christiana, die zu Christus Gehörende. Nachdem sie den König und dessen Frau geheilt hatte, erklärte dieser das Christentum zur Staatsreligion.
Christiana starb 361. Über ihrem Grab steht heute ein Kloster. Unterhalb dessen ist eine Quelle, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Der Platz zählt zu den heiligsten in Georgien. Und wie kommt diese georgische Heilige in den 23. Bezirk? Nun, sie ist die Patronin des Ordens der Schwestern der heiligen Kindheit Jesu und Mariens, dem Schulerhalter des nach ihr benannten Schulzentrums.
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Patronin der Notare und der Elektriker
Ihr Name ist Programm: Lucia, das ist die Leuchtende. Sie bringt das Licht. Das ist besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig. Geleuchtet hat Lucia für Christus. Sie lebte an der Schwelle zum 4. Jahrhundert auf Sizilien im heutigen Siracusa. Lucia verbinden wir mit dem Brauch, dass ein Mädchen einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf trägt und der Familie Süßigkeiten bringt. Tatsächlich ist überliefert, dass sich Lucia einen Lichterkranz aufsetzte, um nämlich in der Dunkelheit beide Hände zum Tragen von Speisen für Bedürftige freizuhaben. Eine Art Stirnlampe des 4. Jahrhunderts. Das rief auch die Elektriker auf den Plan, die Lucia deshalb zu ihrer Patronin erwählten.
Lucia wurde ermordet, weil sie ihre Verlobung löste, um sich Gott zu weihen. Der Ex-Verlobte zeigte sie aus Rache als Christin an. Der Schuß ging aber nach hinten los, denn Lucias Popularität begann dadurch erst so richtig, die Liste der Bräuche, die sich um sie ranken, und der Patronate, die die Lichtbringerin innehat, ist schier endlos.
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