Heiligenschein

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Heiligenschein episodes

  • 23. April: Heiliger Georg

    Georg ist der Urtypus des edlen Ritters, der die Königstochter unter Einsatz seines Lebens vor dem Ungeheuer rettet, indem er es mit einer Lanze, auf der ein Kreuz abgebildet ist, tötet, dadurch die ganze Stadt befreit und die Einwohner zum Christentum bekehrt. Die Legende inspirierte die Menschen über Jahrhunderte. Ein ganzes Land, Georgien, ist nach ihm benannt und etliche Landstriche.

    In vielen Wappen und Flaggen ist das Georgskreuz enthalten, das rote Kreuz auf weißem Grund. Die bekannteste Flagge mit Georgskreuz ist die englische. In Tirol ist er Landespatron. Er ist einer der 14 Nothelfer und Patron der Pfadfinder.

    Georg der Drachentöter

    Georg wird auf Darstellungen besonders leicht erkannt, denn fast immer ist er mit einer Lanze mit Kreuz abgebildet, einen Drachen durchbohrend. Jedoch – was davon ist wahr? Nun, so genau weiß man das nicht. Georg lebte in der heutigen Türkei, setzte sich für die Armen ein und wurde während einer Christenverfolgung an einem 23. April um das Jahr 305 enthauptet. Schon früh wurde er verehrt. Der Drachentöter kam im 12. Jahrhundert während der Kreuzzüge dazu. Aufgrund dieser dürftigen Infos wurde Georg 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen, sechs Jahre später jedoch wieder eingefügt.

    2 min
  • 14. April: Heiliger Benedikt von Avignon

    Die Brücke von Avignon ist dank des gleichnamigen Volkslieds sehr bekannt. Nun, es gibt sie wirklich, und unser heutiger Heiliger, Benedikt von Avignon, war der Initiator für ihren Bau. Sie heißt daher bis heute nach ihm Saint Bénézet. Benedikt war ein französischer Schafhirte, geboren um 1165.

    Brücke über die Rhône

    Mit zwölf Jahren brachte er die Bevölkerung in Avignon zum Staunen, denn er kam und sagte, Gott habe ihm den Auftrag erteilt, eine erste Brücke über die Rhône zu errichten. Man glaubte ihm zunächst nicht. Das änderte sich erst, als er auf Befehl des Bischofs einen Riesenstein hochhob, ihn zum Fluss trug und ihn an jener Stelle ins Wasser warf, wo er das Fundament haben wollte.

    Benedikt durfte nun die Bruderschaft der Brückenbauer gründen, einen Verein, der aus Laien bestand. Das Vorhaben gelang. Die Bruderschaft sammelte Geld und finanzierte den Bau und dazu eine Herberge für Reisende. Benedikt starb noch vor der Fertigstellung der Brücke von Avignon mit nur 19 Jahren 1184. Kurios war sein Grab: eine Kapelle im zweiten Brückenpfeiler. Er wurde 1233 heiliggesprochen und ist Patron von Avignon.Die Brücke wurde 1226 zerstört, wieder aufgebaut, aber 1660 aufgegeben, da sie durch Kriege und Hochwasser stark beschädigt war. Die Reste sind heute UNESCO-Weltkulturerbe.

    2 min
  • 7. April: Heiliger Johannes de La Salle

    Er war ein echter Schulreformer. Der Orden, den er dafür gründete, war eigentlich ein Nebenprodukt. Johannes-Baptist de la Salle wurde 1651 als erstes von elf Kindern einer adeligen Juristenfamilie geboren und wurde Priester. Seelsorgerlich störte ihn, dass Bildung nur für Reiche möglich war. Deshalb gründete er 1679 zwei kostenlose Schulen. Ein Jahr später begann er, seine Lehrer zum Essen in sein Haus einzuladen, aber bald zogen sie zusammen. Zusätzlich bekam die Gemeinschaft eine geistliche Prägung. 1684 gründeten sie die Brüder der Christlichen Schulen. Und – sie waren Laien, keine Priester.

    Gründung vieler Schulen

    De La Salle gründete viele Schulen, ja er erfand sogar die unterschiedlichsten Schultypen für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Ausbildung von Lehrern. Er krempelte das gesamte französische Unterrichtswesen um. So war die Unterrichtssprache Französisch, nicht mehr Latein. Der Unterricht wurde mit Anschauungsmitteln lebensnah gestaltet.

    Tod von Johannes de La Salle

    Johannes de La Salle starb mit 68 Jahren am 7. April 1719 und wurde 1900 heiliggesprochen. Die Schulbrüder betreuen heute in 80 Ländern in fast 1.000 Einrichtungen an die 900.000 Kinder und Jugendliche, in Österreich an vier Standorten in Wien.

    2 min
  • 4. April: Heiliger Isidor

    Seit Jahren ist er im Gespräch als Kandidat für das Amt des Patrons des Internets, aber noch immer hat der Vatikan keine Entscheidung gefällt. Und so bleibt er vorerst, was er immer war – der Verfasser der größten antiken Enzyklopädie: Isidor von Sevilla.

    Mönch, Priester und Abt

    Er wurde um 560 in eine vornehme römische Familie in Spanien geboren. Er wurde als Jugendlicher Mönch, später Priester und Abt. Sein Steckenpferd waren die Wissenschaften. Seine Klosterbibliothek gehörte zu den berühmtesten der Zeit. Als Erzbischof von Sevilla legte er besonderes Gewicht auf die Ausbildung des Klerus, richtete Schulen, Schreibstuben und Bibliotheken ein.

    Isidors Tod

    Seine Kandidatur um das Amt des Internetpatrons brachte ihm aber etwas anderes ein: Er hatte die eigentlich völlig verrückte Idee, das gesamte verfügbare Wissen der Antike zu sammeln und seiner Zeit zu erklären. 20 Bände wurden daraus und ein Standardwerk für die nächsten 1.000 Jahre. Kein Student bis in die frühe Neuzeit kam daran vorbei. Er starb am 4. April 636 in Sevilla und mit ihm der letzte Kirchenvater. Isidor wurde 1598 heiliggesprochen und 1722 Kirchenlehrer. Er ist der Nationalheilige von Spanien. Und ein Mondkrater ist auch nach ihm benannt.

    2 min
  • 26. März: Heiliger Castulus

    Die Kirche kümmert sich um ihre Gläubigen, und die Heiligen spielen dabei eine große Rolle. Noch vor den Zeiten, in denen man sich zum Beispiel einen Ehemann übers Internet finden konnte, gab es selbstverständlich einen Heiligen, den man zu diesem Zweck anrufen konnte. Man kann eigentlich immer noch. Und zwar wendet man sich dann an Castulus.

    Verraten und gefoltert

    Dieser hat im 3. Jahrhundert in Rom gelebt. Seinem Namen nach zu schließen war er freigelassener Sklave. Er war am Hof Kaiser Diokletians in einer gehobenen Position tätig. Dieser rief eine Christenverfolgung aus. Castulus war Christ und stellte sein Haus für Messen zur Verfügung. Er soll auch missionarisch tätig gewesen sein. Das ging nicht lange gut. Castulus wurde verraten, gefoltert und in eine Grube gestoßen, die anschließend mit Sand zugeschüttet wurde. Deshalb wird er mit einem Spaten in der Hand dargestellt.

    Schutz vor Blitz und Pferdedieben

    Seine Witwe Irene pflegte der Legende nach später den von Pfeilen durchbohrten Sebastian gesund.

    Er wird vor allem zum Schutz vor Blitz und Pferdedieben angerufen, aber eben auch, um einen Ehemann zu finden. Warum war nicht herauszufinden, aber egal, Hauptsache, es wirkt.

    2 min
  • 19. März: Heiliger Josef

    Ich kenne Pfarrer, die ständig Geld für ihre Pfarren auftreiben und sagen: „Das macht der heilige Josef.“ Josef, wahlweise als Jesu Ziehvater oder Bräutigam Mariens bezeichnet, ist als Alleinverdiener nämlich dafür zuständig, dass immer genug Geld im Haus ist. Viel weiß man von ihm nicht, deshalb ranken sich allerlei Legenden um ihn. Im Neuen Testament ist von ihm kein einziges Wort überliefert.

    Schweiger und Träumer

    Er gilt deshalb als Schweiger. Er gilt auch als Träumer, ähnlich wie Josef aus dem Alten Testament. Alles Wichtige erfährt er im Schlaf: dass Maria vom Heiligen Geist und nicht von einem anderen Mann schwanger ist und dass er vor Herodes schleunigst nach Ägypten fliehen soll. Seinen letzten Auftritt hat er beim zwölfjährigen Jesus im Tempel.

    Danach verschwindet er. Da man nicht annahm, dass er sich aus dem Staub gemacht hatte, vermutete man, dass er früh gestorben war. Warum? Vielleicht war er alt Vater geworden. Und das bot sich auch als Lösung für ein anderes Problem an, nämlich Jesu Geschwister, die der Evangelist Matthäus erwähnt. Die Kirchenväter nahmen an, dass es sich um Josefs Kinder aus erster Ehe handeln könnte und dass er Witwer war, als er Maria heiratete.

    2 min
  • 15. März: Klemens Maria Hofbauer

    Wien hat einen eigenen Stadtpatron: Klemens Maria Hofbauer, ein echter Wiener, wenn man so sagen darf, denn er stammte aus Mähren. Geboren wurde er 1751 im deutschsprachigen Taßwitz. Da er sich das Theologiestudium nicht leisten konnte, wurde er zunächst Bäcker. Mit Hilfe seiner Arbeit und einiger Sponsoren ging sein Traum, Priester zu werden, dann doch in Erfüllung, als Klemens 34 Jahre alt war. Kurz  darauf trat er dem Redemptoristenorden bei. Nach 20 Jahren in Warschau ging er nach Wien.

    Hofbauer hatte eine etwas derbe Art, die alle Bevölkerungsschichten ansprach, einfache Leute, aber auch Studenten, Gelehrte und Künstler wie Clemens von Brentano und Joseph von Eichendorff. Er hatte aber auch ein Herz für arme Menschen und versorgte sie. Er hat traditionelle Messen mit Blumen, Weihrauch und opulenter Musik gefeiert. Das zog die Menschen an, aber auch die Staatspolizei, die ihn bespitzelte, weil er als Gegner der Aufklärung galt. Aber selbst sie kam zu dem Schluss, dass Hofbauer nur den Glauben lebendig machen wollte.

    Der Tod von Klemens Maria Hofbauer

    Klemens Maria Hofbauer starb 1820. Seit 1914 ist er Stadtpatron von Wien und Patron der Bäcker. Seine Reliquien befinden sich in Maria am Gestade.

    2 min
  • 8. März: Heiliger Johannes von Gott

    Spanien, 1538. Ein 43-jähriger Mann läuft nackt durch die Straßen. Besorgte Bürger bringen ihn ins Krankenhaus. Dort stellt sich heraus, dass sein Verhalten die Reaktion auf eine Predigt des Bußpredigers Johannes von Avila war. Dieser erfährt davon und besucht den Kranken. Er rät ihm, seine Begeisterung in Bahnen zu lenken, die anderen nützen. Der Mann nimmt sich das zu Herzen – und begründet das moderne Spitalswesen.

    Not der Kranken

    Die Rede ist von Johannes von Gott. Vor dieser Episode war der 1495 geborene Portugiese Jobhopper: Hirte, Soldat, Bauarbeiter und Buchhändler. Im Spital lernt er nun die Not der Kranken kennen und findet seine Berufung: die Krankenpflege. Johannes eröffnet ein Spital nach völlig neuen Gesichtspunkten.

    Als Erster trennt er Patienten nach Geschlecht und Krankheit. Jeder bekommt ein eigenes Bett, der Behandlungs- und Pflegeprozess wird dokumentiert. Bald gibt man Johannes den Beinamen „von Gott“, denn er kümmert sich auch um Straßenkinder, Prostituierte und Arbeitslose. Seine ersten beiden Helfer sind Mörder. Und immer mehr junge Männer schließen sich ihm an. Erst nach Johannes Tod wird daraus der Orden der Barmherzigen Brüder.

    Der Tod von Johannes von Gott

    Nach dem Versuch, einen Mann vor dem Ertrinken zu retten, erkrankt Johannes und stirbt 1550. 1690 wurde er heiliggesprochen.

    2 min
  • 25. Februar: Heilige Walburga

    Die Nacht zum ersten Mai ist die Walpurgisnacht. Wieder in Mode gekommen ist der Glaube, dass in dieser Nacht auf dem höchsten Berg des Harzes in Norddeutschland Hexen zusammenkommen. Der Name der Nacht stammt von einer Heiligen, nämlich Walburga. Sie ist am 1. Mai heiliggesprochen worden. Und die Nacht davor ist daher die Walpurgisnacht. Walburga hatte mit Hexenglauben aber definitiv nichts am Hut.

    Walburga und die Klöster

    Vielmehr zählt sie zu den größten deutschen Heiligen, obwohl sie – streng genommen – keine Deutsche war, sondern Engländerin. Sie kam als Missionarin nach Deutschland, wohin sie ihr Onkel Bonifatius holte. Zunächst lebte sie wohl in einem der mainfränkischen Klöster. Als im Jahre 761 ihr Bruder Wunibald in Heidenheim starb, übernahm sie die Leitung des dortigen Benediktinerklosters, also des Männerklosters, und eröffnete dazu ein Frauenkloster. Sie leitete also ein Frauen- und ein Männerkloster. Heute undenkbar, im 8. Jahrhundert möglich.

    Walburgas Tod

    Durch die Leitung dieses mächtigen Doppelklosters wurde sie zu einer der bedeutendsten Frauen des christlichen Europas. Walburga starb 70-jährig am 25. Februar 779 oder 780 in Heidenheim. Ihre Reliquien befinden sich heute in der Abtei Sankt Walburg in Eichstätt.

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    3 min
  • 16. Februar: Heilige Juliana

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.


    An sich weiß man fast nichts über Juliana von Nikomedien. Ihr Name weist auf ihre Abstammung hin, nämlich auf das Geschlecht der Julier.


    Juliana verweigerte die Eheschließung

    Das war eine altrömische, sehr vornehme Sippe, ein Patriziergeschlecht, dem unter anderem Julius Cäsar angehörte. Sie sollte im Jahr 304 mit 19 Jahren standesgemäß verheiratet werden. Die Wahl fiel auf den Sohn des Stadtpräfekten. Diese Eheschließung aber verweigerte Juliana mit der Begründung, sie sei Christin und er nicht.


    Die Anklage gegen Juliana

    Juliana wurde angeklagt und, als sie dem Glauben nicht abschwor, gefoltert. Danach wurde sie in den Kerker geworfen. Interessant ist, wie Juliana oft dargestellt wird. Sie hat nämlich den Teufel an der Leine. Das hat folgenden Hintergrund: Im Kerker erschien er ihr in Engelsgestalt, aber sie erkannte ihn. Nicht nur das. Selbst ist die Frau, von wegen wehrloses Hascherl. Sie fesselte ihn mit ihren eigenen Ketten, die von ihr abfielen.


    Julianas Tod

    Als man sie aus dem Kerker holte, zog sie ihn hinter sich her und warf ihn auf dem Marktplatz in die Latrine. Danach wurde sie enthauptet und mit ihr Hunderte weitere Christen, darunter ihre Henker, die sich spontan bekehrt hatten. Der Richter ertrank später auf einer Meerfahrt, heißt es.


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