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Judas Thaddäus wird in aussichtslosen Fällen angerufen – besonders in Wien. Der Apostel missionierte nach dem Tod Jesu im vorderasiatischen Raum und starb dort als Märtyrer. Im Neuen Testament ist von ihm nur ein einziger Satz überliefert. Beim letzten Abendmahl fragt er Jesus: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“ (Johannes 14,22).
Judas wurde Bischof von Edessa
Außerhalb der Bibel erzählt Eusebius von Cäsarea, dass König Abgar V. von Edessa (heute Urfa, Türkei) an Lepra erkrankt war und nach Jesus schickte. Der war aber schon gekreuzigt worden. So schickte man Judas, um ein Bild von Jesus zu malen. Dieser wurde bei der Arbeit vom himmlischen Glanz geblendet, sodass Gott selbst das Bild vollenden musste. Abgar wurde gesund und ließ sich und sein Volk taufen. Judas Thaddäus wurde Bischof von Edessa.
Krimkirche ist dem heiligen Judas geweiht
Vor allem in Kirchen findet man seit seiner Bekanntmachung durch einen andern Heiligen, Klemens Maria Hofbauer, Fürbittbücher, in die man Anliegen eintragen kann. Die Krimkirche in Wien-Döbling ist Österreichs einzige Kirche, die ihm geweiht ist.
Severin von Köln war im 4. Jahrhundert der dritte namentlich bekannte Bischof der Stadt. Zwei Quellen aus dem 6. Jahrhundert belegen seine Verehrung. Eine später verfasste Vita berichtet von Heiligtümern, die es zu Severins Zeit noch nicht gab. Zudem scheint es eine Verwechslung mit Severin von Bordeaux gegeben zu haben. Es hieß, Severin sei in Bordeaux gestorben und später nach Köln überführt worden.
Da sich in Bordeaux jedoch ein Leichnam im Grab befindet, vermutet man, dass die beiden Bischöfe miteinander verwechselt wurden. Die Severinskirche soll über seinem ersten Grab errichtet worden sein. Grabungen brachten römische Gräber und immerhin eine Apsis aus dem 4. Jahrhundert zutage.
Gedenktag vom heiligen Severin
Im Schrein der Kirche, zuletzt 1999 untersucht, fanden sich neben Gebeinen auch Textilien, Hölzer, Leder, Weintrauben und Mausknochen. Die Gebeine stammen von einem etwa 55 Jahre alten Mann, der ungefähr 1,59 Meter groß war. Er war vermutlich sozial höhergestellt und dürfte einbalsamiert worden sein. Ein eindeutiger Beweis für seine Identität als Severin fehlt. Jährlich wird sein Gedenktag mit einer Schreinprozession im Viertel begangen.
Dass der Mann auf dem Bild ein Christ ist, erkennt man nicht auf den ersten Blick, denn er trägt einen Turban. Dies nennt man Inkulturation. Der Mann war Bischof, Ordensgründer und Missionar, der im Sudan wirkte: Daniel Comboni. Im 19. Jahrhundert forderte er, dass Afrikaner und Afrikanerinnen Priester, Schwestern und Bischöfe werden sollten. Dies wurde von der Kirche erst viel später umgesetzt. Er wurde 1831 am Gardasee in eine arme Arbeiterfamilie geboren.
Lukas ist ein beliebter Vorname
Der Name Lukas zählt seit Jahren zu den beliebtesten Vornamen. Der Name hat die Bedeutung: der aus Lukanien stammende. Lukanien war die Bezeichnung einer Landschaft in Süditalien, die heute Basilicata heißt. Der Evangelist Lukas stammte nicht aus der Gegend, er wurde eher in Antiochia in der heutigen Türkei geboren und war Arzt. In Griechenland lernte er Paulus auf einer seiner Reisen kennen und schloss sich ihm an.
Der Tod von Lukas
Über Lukas Tod weiß man nichts Genaues. Er könnte in Griechenland oder der Türkei gestorben sein, das Spektrum der Legenden reicht von Kreuzigung bis zum Tod an Altersschwäche. Für diese letzte Legende spricht allerdings ein starkes Argument. Sie erzählt, dass Lukas in Theben starb und seine Gebeine nach Konstantinopel und später nach Padua und Prag gebracht wurden. Im Jahr 1998 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass die Gebeine aus Prag und Padua zu einem Mann orientalisch-syrischer Herkunft gehören, der um das Jahr 100 lebte und über 70 Jahre alt war.
Weniger sicher ist man, ob Lukas tatsächlich der Verfasser des Evangeliums und der Apostelgeschichte ist. Er wird nicht als Autor erwähnt und erst 100 Jahre nach Abfassung als solcher bezeichnet.
Ende September werden alle Engel und besonders die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel gefeiert. Streng genommen sind sie keine Heiligen, weil sie keine Menschen sind oder waren, sondern Engel.
Michael: Seelenführer in den Himmel
Michael ist der Engel fürs Grobe oder Gottes Bodyguard. Er bekämpft alle Feinde Gottes, allen voran den Teufel. Man erkennt ihn als Engel mit Flügeln, in einer Rüstung und mit einem Schwert, das meist in einem Drachen oder Teufel steckt. Beim Jüngsten Gericht soll er Posaune blasen und damit die Toten aus den Gräbern wecken. Außerdem führt er ein Verzeichnis über die guten und schlechten Taten der Menschen und wiegt ab, ob sie in den Himmel dürfen. Oft wird er daher mit einer Waage dargestellt. Er gilt auch als Seelenführer in den Himmel.
Papst Gregor bat Michael um Hilfe
Im Jahr 590 bat Papst Gregor den Erzengel um Hilfe gegen die Pest. Michael erschien über dem Hadriansmausoleum und steckte sein Schwert in die Scheide. Daraufhin endete die Seuche. Der Papst änderte den Namen des Hadriansmausoleums zu „Engelsburg“. Eine Statue Michaels auf der Spitze des Gebäudes erinnert bis heute daran.
Notburga kam um 1265 in Rattenberg als Tochter eines Hutmachers zur Welt. Mit 18 wurde sie Magd bei Heinrich I. auf Schloß Rottenburg. Mit Wissens ihres Herrn versorgte sie Bedürftige mit Speiseresten. Dessen Nachfolger verboten es ihr aber. Notburga fastete von da an und verteilte ihr Essen.
Ein Bauer gab Notburga Arbeit
Aber sie wurde trotzdem entlassen und arbeitete dann bei einem Bauern. Dort verhandelte sie sich aus, am Vorabend von Sonn- und Feiertagen beim ersten Glockengeläut die Arbeit niederzulegen, um sich auf den Feiertag vorzubereiten. Als ihr das der Bauer eines Tages verbot, weil die Arbeit noch vor dem drohenden Gewitter gemacht werden musste, warf Notburga ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl hängen blieb, bis sie nach ihrer Andacht zurückkehrte und weiterarbeitete.
Notburga als Köchin
Notburga wurde bei ihrerer früheren Herrschaft schließlich Köchin. Sie verhandelte sich aus, wieder Arme zu versorgen und sogar Kranke auf der Burg pflegen zu dürfen. Notburga starb am 14. September 1313, wurde in Eben am Achensee beigesetzt und seither verehrt. Sie wird in Niederösterreich jeweils am zweiten Sonntag im September (nahe ihrem Namenstag), dem Dirndlgwandsonntag gefeiert.
Er ist der jüngste der vier Kirchenväter der Antike und lebte am Ende des Römischen Reiches, in einer Zeit der gewaltigen Umbrüche und Katastrophen. Gregorius, später Papst Gregor I.
Gregor wurde als erster Mönch Papst
Geboren wurde Gregor um 540 in Rom. Er war bereits mit 30 Leiter von Roms Zivilverwaltung und hatte damit das höchstmögliche Amt für einen Senator inne. Mit 35 zog er sich zurück, wandelte seinen Palast in ein Benediktinerkloster und wurde Mönch und Diakon. Danach war er sechs Jahre päpstlicher Gesandter in Konstantinopel und später Berater des Papstes. Als dieser 590 starb, wurde Gregor mit 50 Jahren als erster Mönch selbst Papst.
Gregor starb mit 65 Jahren
Als die Verwaltung in Rom zusammenbrach, kümmerte er sich um die Armen, indem er kirchliche Ländereien bündelte und Hilfe organisierte. Mit ihm begann die Christianisierung Britanniens. Interessant: Er führte die Liste der Todsünden. Gregor prägte die Ordensregel der Benediktiner, die gregorianische Messe und Choräle. So gilt er als Patron der Sänger und Musiker. Gregor der Große starb mit etwa 65 Jahren am 12. März 604.
Nach Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen, hat heute die zweite große Mutter eines Heiligen der Antike Gedenktag: Monika, die Mutter von Augustinus. Sie wurde um 332 im heutigen Algerien in eine christliche Familie geboren.
Heilige Monike: Die Mutter von Augustinus
Sie heiratete den Helden Patricius und bekam neben Augustinus noch mindestens zwei weitere Kinder. Ihren als schwierig und jähzornig bekannten Mann bekehrte sie, sodass er sich kurz vor seinem Tod 370 taufen ließ. Auch Augustinus wollte Monika als Christ sehen. Vom Studium in Karthago kehrte er jedoch als Mitglied einer Sekte zurück. Monika blieb nur, für seine Bekehrung zu beten, und sie folgte ihm später auf seinen Reisen nach Rom und Mailand.
Monika starb mit 55 Jahren
In Mailand lernte er 385 Bischof Ambrosius kennen und ließ sich zwei Jahre später taufen. Monika war erleichtert. Auf der Heimreise nach Afrika starb Monika mit etwa 55 Jahren in Ostia an Fieber. In den berühmten Confessiones, seinen Bekenntnissen, dankt Augustinus seiner Mutter für ihre Bemühungen um seine Bekehrung. Dargestellt wird Monika oft mit dem Krug. Er steht für die Tränen, die sie bis zur Bekehrung ihres Sohnes vergoss.
Sie ist die erste Heilige Amerikas und Südamerikas: Rosa von Lima. Eigentlich hieß sie Isabel Flores de Oliva und wurde 1586 in Peru geboren. Genannt wurde sie schon als Kind Rosa, weil sie, spanischstämmig, einen rosigen Teint hatte.
Rosa von Lima gründete kontemplatives Kloster in Südamerika
Mit 20 Jahren sollte sie heiraten, setzte aber ihren Willen durch, ledig zu bleiben und Dominikanerterziarin zu werden. Das bedeutete, dass sie nicht im Kloster lebte, sondern als geweihte Jungfrau allein in einer Hütte in der Nähe ihrer Eltern. Sie ernährte sich und ihre Familie durch Weber- und Gärtnerarbeit, half Armen und Kranken und mahnte Priester zu einem ordentlichen Leben. Auch politisch war sie mutig und wies auf die schädlichen Folgen der spanischen Eroberung hin. Mit 28 Jahren gründete sie das erste kontemplative Kloster Südamerikas, benannt nach ihrer Lieblingsheiligen Katharina von Siena.
1671 wurde Rosa von Lima heiliggesprochen
Durch strenge Bußübungen geschwächt, starb sie bereits drei Jahre später, am 24. August 1617. Die Beisetzung musste aufgrund des großen Andrangs der Menschen, die sie noch einmal sehen wollten, mehrfach verschoben werden. 1671 wurde sie als erste Südamerikanerin heiliggesprochen.
Da es Patrone für jede Lebenslage gibt, gibt es auch einen fürs Fernsehen, nämlich Klara von Assisi. Sie kam um 1193 in Assisi als Tochter eines adeligen Ritters zur Welt.
Klara von Assisi floh zu Franziskus
Um einer arrangierten Ehe zu entkommen, floh sie mit 19 Jahren zu Franziskus, der sie zunächst in einem Kloster unterbrachte und ihr später half, die Gemeinschaft der Armen Frauen von San Damiano zu gründen. Weil sie mit der Ordensregel nicht einverstanden war, schrieb sie als erste Frau eine eigene Regel für eine Frauengemeinschaft und kämpfte jahrzehntelang um deren Anerkennung. Klara war eine geduldige, liebevolle Frau, die aufgrund ihrer schwachen Gesundheit bereits mit 33 Jahren ans Krankenbett gebunden war. Am 9. August 1253 erhielt sie die päpstliche Anerkennung ihrer Regel. Zwei Tage später starb sie im Alter von 60 Jahren. Nur zwei Jahre später wurde Klara heiliggesprochen.
Heilige Klara: Patronin des Fernsehens
Die letzten Weihnachten vor ihrem Tod sah sie, obwohl sie im Bett lag, die Messfeier in der Kirche in einer Art Liveübertragung, und das ganz ohne technische Hilfsmittel. Daher wurde sie Patronin des Fernsehens.
Er zählt zu den bedeutendsten Theologen des Mittelalters, er wurde Fürst aller Mystiker genannt und Doctor Seraphicus, engelsähnlicher Kirchenlehrer: Bonaventura.
Geburtsort von Bonaventura
Er wurde um 1220 in der Nähe von Viterbo in Italien als Giovanni di Fidanza geboren. Er studierte in Paris Philosophie und Theologie, wurde mit 25 Franziskaner und nannte sich fortan Bonaventura. Den Namen soll ihm Franziskus persönlich schon als Kind gegeben haben. Später wurde er Professor am Vorläufer der Sorbonne in Paris, Kardinal und 17 Jahre lang, bis zu seinem Tod, Ordensgeneral.
Bonaventuras Talent: Theologie und Mediation
Bonaventuras Talent war neben der Theologie die Mediation. So vermittelte er in seinem Orden zwischen zwei Gruppen. Die eine wollte die Armut radikal leben, die andere weniger. Er verfasste eine Regel und konnte beide Parteien versöhnen. Bonaventura bewies außerdem, dass wissenschaftliche Arbeit auch in Armut möglich ist, und hinterließ etwa 45 theologische Werke. Er vermittelte zwischen der West- und der Ostkirche und leitete das Konzil von Lyon vom Beginn im Mai 1274 bis zu seinem Tod im Juli. Bonaventura starb noch vor Ende des Konzils am 15. Juli 1274 und wurde 1482 heiliggesprochen.
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