„Eigentlich hat er schon immer getrunken, aber eben nur Bier“,
sagt Christine Ludewig über ihren Ex-Mann. Lange hat sie sich eingeredet, dass das harmloser ist, als wenn er harte Sachen trinken würde. Betrunken war er dann irgendwann trotzdem jeden Abend, wollte nichts mehr unternehmen, auch nicht mehr mit Ihr sprechen. Sie fühle sich einsam, musste alles allein entscheiden. Zwei Kinder haben die Ludewigs. Christine hatte Angst davor, dass auch sie süchtig werden könnten, wenn sie sich nicht von ihrem Vater trennt. Auch davor, dass er handgreiflich werden könnte, hatte sie Angst. Als ihr alles zu viel wurde, bekam Christine massive Migräneanfälle, weinte still vor sich hin, auch an der Bushaltestelle, so fertig war sie.
Ein Schmerztherapeut hat ihr geraden, sich Hilfe in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken zu holen. Das hat Christine dann auch gemacht, bei der Suchtberatungsstelle der Diakonie.