In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, warum er seine Bienenköniginnen zeichnet und wie das in der Praxis wirklich abläuft. Für ihn hat das Markieren vor allem zwei Gründe: Die Königin lässt sich bei der Durchsicht schneller finden, und über die Farbe erkennst du sofort ihr Alter.
Warum Königinnen zeichnen Eine gezeichnete Königin spart Zeit und Stress. Statt jede Wabe minutenlang abzusuchen, findest du den markierten Punkt viel schneller, und das ganze Volk wird dabei weniger gestört. Zusätzlich sagt dir die Farbe auf einen Blick, aus welchem Jahr sie stammt.
Der internationale 5-Jahres-Farbcode Für die Markierung gilt ein internationaler Farbcode, der sich alle fünf Jahre wiederholt: Weiß, Gelb, Rot, Grün und Blau. Markus nutzt dafür einen Merkspruch, damit die Reihenfolge sitzt. So erkennst du an der Farbe zuverlässig das Alter der Königin, ohne in Aufzeichnungen blättern zu müssen.
Die Königin sicher fangen Beim Fangen setzt Markus auf ruhiges, langsames Arbeiten. Er bevorzugt ein Fangröhrchen statt der Klammer, weil das Risiko sinkt, die Königin zu quetschen. Wichtig ist ein sauberer Ablauf: erst sicher fixieren, dann in Ruhe markieren.
Werkzeuge und Markierungsarten Markus beschreibt seine bevorzugten Hilfsmittel: Fangröhrchen, Käfig, Zeichenkolben, Stirnlupe und kleine Leimfläschchen. Zum Markieren nennt er drei Wege: den Lackstift, das aufgeklebte Opalitblättchen und nummerierte Marken, teils mit UV-Kennzeichnung. Der Punkt kommt sauber auf den Thorax, nicht auf Kopf oder Hinterleib.
Wenn die Markierung fehlt Ein Praxis-Tipp, den kein Lehrbuch so klar sagt: Ist die Königin plötzlich unmarkiert oder nicht zu finden, prüfe zuerst das Brutbild, bevor du von einem Verlust ausgehst. Frische Eier und junge Larven zeigen, dass eine Königin da ist. Eine fehlende Markierung kann auch an einer stillen Umweiselung liegen, das Volk hat sich unbemerkt eine neue Königin herangezogen.