Musik-Interviews

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Musik-Interviews episodes

  • Alkohol und Attraktivität

    "Geh mal Bier holn, du wirst schon wieder hässlich!" lautet der Titel eines Partyschlagers von Micky Krause. So streitbar die Aussage des Liedes auch sein mag, ist sie doch ein Beleg für den weit verbreiteten Mythos, dass wir uns unser Gegenüber schöntrinken können. Der Mythos ist sogar so weit verbreitet, dass es das Wort schöntrinken in den Duden geschafft hat. Doch ist da überhaupt etwas dran oder ist das sogenannte "Schönsaufen" ein Mythos?


    Forschende vom Stanford Prevention Research Center in Kalifornien sind dieser Frage in einer Studie, die im "Journal for Studies of Alcohol and Drugs" veröffentlicht wurde, auf den Grund gegangen. Dazu haben sie Probanden in einer simulierten Trinksituation, die der Realität möglichst nahe kommen sollte, die Attraktivität von Personen beurteilen lassen. Die Probanden waren dabei in der Annahme, dass sie die vorgestellten Personen zu einem späteren Zeitpunkt auch kennenlernen würden. Die Forschenden entdeckten, dass der Blutalkoholgehalt zwar keinen Einfluss auf die Wahrnehmung von Attraktivität hat, aber die Bereitschaft der Männer erhöhte, mit den begehrten Personen in Kontakt treten zu wollen. Über den Alkoholkonsum im Dienst der Wissenschaft sprechen wir jetzt mit Dr. Mark Benecke. | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    6 min
  • Charly Hübner

    Es ist schon ungewöhnlich, auf wie viel Sympathie und Zustimmung unser heutiger Gast trifft. Unter Kolleginnen und Kollegen, in seiner alten und neuen Heimat, unter Kritikern und Journalistinnen und gerade auch unter Zuschauerinnen und Zuschauern. Alle sagen: der ist super. Gut, alle, das ginge nicht, niemand ist Everybodys Darling, aber er kommt schon verdammt nah heran an dieses Phänomen. Und dabei ist Charly Hübner nicht mal jemand, der in Charaktere schlüpft wie in Mäntel, die er beliebig wechselt. Virtuos schon, aber nicht wahllos. Er versieht die Personen, die er verkörpert, immer auch mit einem Teil seiner DNA. Der 1972 in Neustrelitz geborenen Schauspieler klappt jedes Mal ein ganzes Spektrum auf aus Wut, Verletzlichkeit und Fallhöhe, Staunen, Widersprüchlichkeit und immer auch Liebe. Filme wie Bornholmer Straße und Stille Trabanten zeigen das sehr gut. Den Buckow aus dem Polizeiruf hat er seit Jahren hinter sich gelassen, eine tolle Rolle war das, aber die liegt nun hinter ihm. Und nun feiert er sein Debüt als Spielfilmregisseur mit "Sophia, der Tod und ich" in den Kinos.


    Playlist:
    Marc Ribot - Aurora en penkin
    Nina Simone - Keeper of the Flame
    Die Anderen - Gelbe Worte
    Steiner & Madlaina - Folge me
    Hannah Williams - What can we do?
    Charlotte Brandi - Frieden

    Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    1 hr 29 min
  • Birnenbäume in der Nordsee

    Die Riffe in der Nordsee waren vor vielen Jahren reich an Leben. Als sie allerdings einmal entdeckt waren, wurden sie maßlos überfischt. An diesen Fundamenten konnten sich früher Schalentiere anlagern, heute sind die Riffe fast gänzlich verschwunden und mit den Riffen fehlt auch die Lebensgrundlage der Tiere. Forschende aus den Niederlanden haben jetzt im Rahmen eines Pilotversuches Birnenbäume in der Nordsee versenkt, um ein künstliches Riff aufzubauen. Der Versuch scheint erfolgreich zu sein, denn die neugebildeten Riffe aus dem Geäst der gefällten Birnbäume verwandelten sich schon nach wenigen Monaten in echte Hotspots des marinen Lebens. Der Fischreichtum stieg an. Das kostengünstige Konzept hat damit möglicherweise weitreichendes Potenzial, bedrohte Küsten-Ökosysteme zu stärken. Von den Obstbäumen in der Nordsee erzählt uns Dr. Mark Benecke | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    6 min
  • René Pollesch (Wdhl. vom 17.10.21)

    Dramatiker, Regisseur & Intendant der Berliner Volksbühne

    Normalerweise wird die Arbeit unseres heutigen Gastes mit Hymnen und wilden Worten bedacht. Das mit Abstand nüchternste, was über ihn zu lesen ist, lautet, er schreibe "moderne Komödien" für die Bühne. Nun ist diese Bezeichnung „Komödie“ schon für so vieles gebraucht worden, dass man sich erstmal schnell rückversichern möchte, ob sie dieses Spezielle, das seine Arbeit ausmacht, überhaupt einbezieht. Können solche Stücke Komödien sein? Das ist doch mehr. Auf jeder noch so vollen Festplatte scheint jedenfalls weniger los zu sein als im Kopf von René Pollesch, der im hessischen Friedberg aufwuchs, in Gießen studierte und mit seinen Theaterstücken fast zeitgleich zum Jahrtausendwechsel eine neue Währung für das postmoderne Theater schuf. Die Stücke des 60jährigen wurden vielfach ausgezeichnet. Preisgelder teilt der - wie es heißt - letzte Antikapitalist des Theaters paritätisch unter seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf. Seit diesem Jahr 2021 nun arbeitet René Pollesch auch als Intendant der Berliner Volksbühne. Und da seine Arbeiten immer auch von richtig guter Musik begleitet werden, freuen wir uns auf seinen persönlichen Soundtrack. | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    1 hr 16 min
  • Vergessen als Form des Lernens

    Neurowissenschaftler des Trinity College of Dublin haben eine Studie in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht, demnach Vergessen nichts schlechtes, sondern auch eine Form des Lernens ist. Langzeiterinnerungen werden in Gruppen von Neuronen, so genannter Engramme, gespeichert. Bisher wurde vor allem untersucht, wie diese Engramme beim Erinnern funktionieren, nicht aber beim Vergessen. Das spannende Ergebnis des Forscherteams: Im Alltag sind wir einem konstanten Informationsfluss ausgesetzt, Erinnerungen überlagern sich, wir vergessen. Diese Erinnerungen sind aber nicht für immer “verloren”, sondern können unter bestimmten Bedingungen wieder aktiviert werden. Das Vergessen hilft uns außerdem, uns an eine sich stets verändernde Umwelt anzupassen.

    6 min
  • Christoph Niemann (Wdhl. vom 06.10.2019)
    In der stündlich anschwellenden Podcast-Szene, in der es immer schwieriger wird, Aufmerksamkeit zu erzeugen, sind uns Gäste, die mit irgendeinem Superlativ aufwarten können, natürlich die Liebsten. Gerne Olympia-Gold, gerne eine Mondlandung, aber die Bezeichnung "weltbekannt" reicht zur Not auch. Christoph Niemann ist ein weltweit bekannter und erfolgreicher Illustrator und Graphiker, seine Bücher sind Schatztruhen, voll mit liebevollen Geschichten und Beobachtungen. Nach dem Studium in Stuttgart zog der heute 48-Jährige nach New York und es dauerte nicht lange, bis er dort reüssierte. Niemand weiß, wie viele Cover des New Yorker er inzwischen gestaltet hat und wie viele Auszeichnungen er für seine zahlreichen Arbeiten bekam. Seit 2008 lebt Niemann mit seiner Familie in Berlin, er hätte also längst schon mal vorbeischauen können. Schwamm drüber. Wir freuen uns sehr auf zwei Stunden mit Bild-Erzähler Christoph Niemann in der Hörbar Rust.
    1 hr 8 min
  • Weinte der echte Dracula blutige Tränen?

    Seit Bram Stokers Roman "Dracula" ist der Vampir eine feste Größe in der Popkultur. Draculas reales Vorbild, der rumänische Fürst Vlad Dragul, soll zwar kein Blut getrunken haben, könnte aber einer neuen Studie zufolge Blut geweint haben. Ein Team der Universität Catania in Sizilien ging nun historischen Berichten über die blutigen Tränen des brutalen Herrschers nach und untersuchte drei Briefe, die Dragul selbst verfasst hatte. Dazu analysierten sie organische Partikel auf der Papieroberfläche. Sie liefern überraschende Hinweise auf die Augen und Tränen von Vlad Dragul. Es besteht die Möglichkeit, dass der grausame Herrscher tatsächlich von der Krankheit Haemolacria betroffen war, bei der Blut in die Tränenflüssigkeit beigemengt wird. Was genau das bedeutet - darüber sprechen wir mit niemand Geringerem als dem Dracula-Experten Dr. Marc Benecke. | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    7 min

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