Hörpositionen

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Hörpositionen episodes

  • Remember Wolfgang Tschernutter
    Am 26. Februar 1994 haben zwei Jugendliche in Innsbruck Wolfgang Tschernutter im Schlaf vor dem Höttinger Hallenbad zu Tode geprügelt. Dieser Mord sollte in Innsbruck deshalb nicht vergessen gemacht werden, weil das Opfer der beiden Jugendlichen wohnungslos gelebt hat. Der Komponist Bert Breit (1927–2004) widmete 1996 sein Klaviertrio „Schibboleth“ der Erinnerung an Wolfgang Tschernutter. Gelesen haben Rainer Egger und Johann Nikolussi.
    25 min
  • Ansprache, Sustain und Resonanz – Vom Tonholz für den Geigenbau
    In einem Gespräch mit dem Tonholzhändler Georg Fuchs geht es um die Besonderheiten des Tonholzes und das Handels damit. Georg Fuchs erläutert im Gespräch von einem Bauteil der Violine zum nächsten die speziellen Holzarten, ihre Eigenschaften, ihren Einfluss auf den Klang und die Vorlieben von Geigenbauern, die bei ihm einkaufen. Gelesen hat Johann Nikolussi. Musik Bert Breit.
    22 min
  • 125 Jahre "Collosal Rundgemälde": Alfred Polgar
    Im Sommer 1896, vor 125 Jahren, war das von Münchner Spezialisten der Dekorationsmalerei im Eilzugstempo hergestellte „Collosal Rundgemälde: Schlacht am Berg Isel“ fertig. // Im März 2011 wurde am Berg Isel das Tirol-Panorama eröffnet, in dessen Zentrum dieses in vielen historischen Details verfälschte Bild steht. // 1917 rückten im Habsburger Imperium narrative Elemente in den Vordergrund der Kriegspropaganda: Krieg, Tod, Schlacht mussten in eine weit zurückreichende Geschichte, eine Mission eingeordnet werden. Damit war die Stunde für das "Schlachten-Panorama Berg Isel" gekommen. Es wurd nach Wien zur Kriegsausstellung verfrachtet. Alfred Polgar schrieb darüber eine bis heute gültige Glosse. Gelesen haben Rainer Egger und Johann Nikolussi. Musik von Bert Breit.
    15 min
  • 27. April 1945 // Teil 05 // Befreiungsdenkmal Innsbruck
    Jan Assmann schreibt: „In ihrer kulturellen Überlieferung wird eine Gesellschaft sichtbar: für sich und für andere. Welche Vergangenheit sie darin sichtbar werden und in der Wertperspektive ihrer identifikaktorischen Aneignung hervortreten lässt, sagt etwas über das, was sie ist und worauf sie hinaus will.“ In diesem Sinn wird am Landhaus- bzw. Wallnöfer-Platz in Innsbruck gewollt und ungewollt vieles sichtbar. Gelesen haben Johann Nikolussi und Rainer Egger.
    24 min
  • 27. April 1945 // Teil 04 // Lucas Norer: Friktion u. a.
    Zwei Audio-Dokumentationen des Medienkünstlers Lucas Norer, die akustische Dimensionen des Befreiungsdenkmals aus dem Jahr 1948 auf dem Landhausplatz in Innsbruck zum Thema machen: Wie klingt ein Denkmal? Wie klingt ein Gedenkort? Wie charakterisiert Klang einen Ort? Und eine gekürzte Fassung des Denkmal-Essays von Robert Musil aus dem Jahr 1927. Gelesen hat Rainer Egger.
    20 min
  • 27. April 1945 // Teil 03 // Ruth Klüger: Erinnerung
    2006 hat Ruth Klüger (1931–2020) den Aufsatz „Mißbrauch der Erinnerung: KZ-Kitsch“ veröffentlich. Sie erinnert vehement daran, dass das Erinnern kein kategorischer Imperativ ist, kein Sollen oder Wollen, schon gar kein Verdienst, sondern Erinnern ist ein psychologischer Normalzustand. Die Störung oder das Erlöschen der Erinnerung dagegen ist krankhaft. Demnach ist die Frage nach dem Erinnern eine Frage des „Wie“, nicht des „Ob“. Eine gekürzte Fassung dieses Textes war am 9. November 2020 im Ferdinandeum in Innsbruck als Teil 3 des Abends mit der Klaviersonate „27. April 1927“ von Karl Amadeus Hartmann vorgesehen. Gelesen hat Rainer Egger. Musik Bert Breit.
    24 min
  • 27. April 1945 // Teil 02 // Das "Kommando Ötztal"
    Am Montag, 23. April 1945 wurde im KZ Dachau die Bildung eines Häftlingszuges befohlen. Dieses „Kommando Ötztal“, bestehend aus 1700 bis 1800 jüdischen, sowjetischen und deutschen Gefangenen, sollte vermutlich die Errichtung eines Großwindkanals im Tiroler Ötztal vorantreiben, damit die letzte „Wunderwaffe“, das strahlgetriebene Flugzeug, im Herbst 1945 den Krieg entscheiden hätte können. Aber viele der insgesamt ca. 10.000 Menschen aus Dachau, die Ende April Richtung Tirol getrieben und gefahren werden, erreichen die Grenze nicht mehr lebend. Albert Knoll von der KZ-Gedenkstätte in Dachau berichtet von diesem Todesmarsch.
    34 min
  • 27. April 1945 // Teil 01 // Klaviersonate
    Das Ziel der Todesmärsche aus dem KZ Dachau Ende April 1945 war Tirol und der Komponist Karl Amadeus Hartmann war ein Augenzeuge davon. Am 27. April 1945 sieht er unmittelbar vor seinem Haus in Kempfenhausen am Starnberger See, wie SS-Männer hunderte entkräftete und ausgehungerte Häftlinge Richtung Alpen treiben. Hartmann, der sich zwischen 1933 und 1945 dem NS-Regime verweigert und daher nicht aufgeführt wird, versucht in den letzten Tagen des Nazismus dem Vergessen der Todesmärsche mit der Komposition einer Klaviersonate entgegenzutreten. Sie erhält den Titel »27. April 1945«. Gespielt hat Michael Schöch.
    27 min
  • Blasmusik – Oder die kulturelle Dimension gesellschaftlicher Ordnung
    Ein Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Dr. Franz Gratl: Die Geschichte der Musikkapellen reicht weit zurück und verliert sich mitunter in Legenden und Mythen. Musikkapellen sind – jenseits der Musikgeschichte – auch als Teil einer obrigkeitlich geförderten Öffentlichkeit von Interesse: Ihre große Zahl, ihre flächendeckende Verbreitung und ihre Sozialstruktur sind einerseits ein Spiegelbild der regionalen Gesellschaft. Andererseits bilden ihre Musik, ihr Auftreten und die den Musikkapellen zugeordnete symbolische Bedeutung eine zentrale kulturelle Dimension von Macht … nicht nur in Tirol.
    31 min
  • postmax 1520 // Teil 3 // Utopie aus Tirol
    Michael Gaismair, der sich am 7. Oktober 1525 durch Flucht aus der Gefangenschaft Ferdinands befreit hatte, brütete während der Wintermonate 1525/26 über einer Landesordnung, die zu jenen Texten des Bauernkrieges gehört, die am meisten Interesse auf sich gezogen haben. Das war Republikanismustheorie pragmatischen, nicht utopischen Zuschnitts. Das Kopfgeld, das Ferdinand 1526 auf ihn ausgesetzt hat, führt allerdings erst sechs Jahre später zur Ermordung Gaismaiers in Padua. Es lesen Rainer Egger und Johann Nikolussi. Musik von Bert Breit.
    26 min

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Eine Podcast-Kooperation von Musiksammlung der Tiroler Landesmuseen mit dem Museum im Ballhaus Imst und dem Gemeindemuseum Absam