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Marktanalyst David Iusow von IG: "Der Goldpreis hat sich sehr gut entwickelt. Wir haben ein neues Erholungshoch im Rahmen dieses Aufwärtstrends. Der Weg in Richtung 1.800 ist einigermaßen frei." Wie erklärt sich der aktuell relativ hoher Marktpreis für Öl? "Im Ölpreis sehen wir, dass Erwartungen sehr schnell eingepreist werden. Diese Erwartungen konnten in den letzten Wochen sogar übertroffen werden, wenn wir uns das Angebot und Nachfrageverhältnis anschauen … für den Ölpreis müsste der Sommer positiv sein, solange die Nachfrage stabil bleibt." Die Technologiewerte in den USA sind nicht mehr zu stoppen. Der NASDAQ-100 ist auf dem Weg zu neuen Rekorden. Könnte 2020 auch für den DAX ein Rekordjahr werden?
Der DAX legt am Dienstag deutlich zu. Aus charttechnischer Sicht orientiert er sich in Richtung einer interessanten Marke: seiner Kurslücke aus Fronleichnam. „Wir haben bei vielen Aktien am Feiertag Fronleichnam eine Kurslücke gehabt, ein sogenanntes Gab. Aktuell liegt diese Lücke im DAX bei 12.471 Punkten. Erst wenn der DAX darüber aus dem Handel geht, wäre diese Lücke geschlossen und der DAX kann die13.000 in Angriff nehmen.“ Auch die Aktie der Deutschen Telekom und VW hatten aktuell mit solchen Kurslücken zu tun. Werden solche Lücken immer geschlossen? Wie steht es um so volatile Aktien wie Wirecard, kann man da überhaupt noch chartanalytisch vorgehen?
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Der DAX ist stark gestiegen in der letzten Zeit. Am Montag gab es zunächst Minus, das wurde aber im Laufe des Tages wieder weggekauft. Was sagt uns die Charttechnik? Salah Bouhmidi: "Mehr als 13.053 Punkte erwarte ich kurzfristig erst mal nicht. Der Deckel ist ein bisschen erreicht." Und beim Blick nach unten, wenn es doch zu einer Korrektur kommt? "12.800 ist ein wichtiger Widerstand. Wenn es zu einem Rückprall kommen würde, könnten wir wieder Richtung 10.800 gehen. Das ist der Trading-Range-Korridor. Von da dürfte die Korrektur auch nicht mehr tiefer gehen." In den USA war die Erholung sogar noch schneller. Außerdem im Fokus: Bitcoin, Lufthansa und der DAX-Abstieg, Wirecard und die neuen Vorwürfe und Spekulationen.
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Der DAX steigt am Freitag über 12.700 Punkte, vor ein paar Wochen hätte sich das kaum jemand vorstellen können. Marktanalyst David Iusow von IG: "Das ist Wahnsinn, was wir hier zu sehen bekommen. Auch als Analysten haben wir das in dem Ausmaß nicht gesehen. Das ist der extreme Mix aus sehr starken Stützungsmaßnahmen der Regierungen plus der Geldpolitik. Das führt dazu, dass es kaum mehr Alternativen gibt für Anleger." DAX Charttechnik: "Der DAX kann auch nochmal bis auf 12.500 sinken. Aber wir befinden uns dann immer noch in einer Phase, in der die Bullen das Zepter in der Hand halten. Erst unter 12.000 wird es wieder kritisch." An einer Stelle wirken die Notenbankmaßnahmen sofort: beim Euro/US-Dollar.
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Christian Henke von IG: "Das Problem im DAX ist die Kurslücke". "Heute ist Reisetag an den Börsen: Fraport +7 %, Lufthansa +6 % TUI +25 %. Die Lufthansa ging in Folge der Corona-Krise bis auf 7 Euro abwärts. Der Deutsche, der Reiseweltmeister, darf im Juni 2020 wieder reisen. Das sehen wir im Kurs der Deutschen Lufthansa. Natürlich sieht das heute bei TUI mit +25 % auf dem Kurszettel beachtlich aus, aber charttechnisch kann ich keine Entwarnung geben". Wirecard: "Was kommt am meisten vor – Fehlsignale und Fehlausbrüche, so auch heute. Die Wirecard ist noch weit von einer Erholung entfernt"! Deutsche Wohnen: "Die Aktie hat sich seit Mitte März wieder gut erholt. Das vor Corona-Niveau konnte auch am letzten Freitag nachhaltig signifikant überwunden werden. Die Aktie ist wieder in den Aufwärtstrend zurückgekehrt."
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Salah Bouhmidi, Head of Markets bei IG, beschäftigt sich heute besonders mit Blockchain und Kryptowährungen: zum einen wäre er heute eigentlich auf einer Konferenz zum Thema (wegen Corona nur virtuell, Glück für uns: wir konnten ihn deshalb heute im Gespräch haben), zum anderen gab es vor Kurzem das Bitcoin Halving. Hier blieb der große Effekt allerdings aus. "Der Halving Effekt ist schon seit April letzten Jahres eingepreist worden. Das war also eher ein Marketing Momentum und FOMO (Fear of Missing Out)." Um mit Bitcoin erfolgreich zu sein, empfiehlt er Chartanalyse. "Man kann mit Chartanalyse sehr gute Renditen erwirtschaften." Was ist da gerade zu erkennen? Und gilt das auch für andere Kryptowährungen als den Bitcoin?
Harte Zeiten für Analysten. Es ist fast unmöglich einzuschätzen, welche Nachricht welche Kurse macht. David Iusow, IG: "Das Rauschen im Markt ist ein extremes und die Spanne an Prognosen ist sehr weit. Das macht es für Marktteilnehmer sehr schwer einzuschätzen, wohin es jetzt wirklich geht. Ich glaube aber schon, dass der Markt fragiler geworden ist, weil er schon sehr viel eingepreist hat." Gerade deshalb sind aktuell die Entwicklungen der Infektionsraten und Lockerungen so wichtig. Davon hängt eine Umpreisung letztendlich ab. Nachdem es an den US-Aktienmärkten am Dienstag deutlich abwärts gegangen ist, kann man auch eine deutliche Belastung im DAX sehen: "Der DAX hängt momentan sehr stark an den US-Märkten … die wichtige Kurszone für den DAX liegt bei ungefähr 10.400 Punkten." Was macht der Ölpreis und könnte Gold möglicherweise auf 2000 US-Dollar steigen?
Salah Bouhmidi von IG: "Der DAX ist charttechnisch bei der Widerstandszone von 10.800 Punkten," könnte es hier nach oben Schluss sein und in ein W übergehen? Gibt es neue Korrekturen im Mai und Juni? "Das große Big Picture auf Basis der gleitenden Durchschnitte zeigt, dass wir hier noch lange keinen soliden Aufwärtstrend sehen werden." Öl-Preis: Könnte sich der negative Rohstoffpreis noch einmal wiederholen? "Bitcoin wieder über 7.000, diese Unsicherheit an den Märkten und die starken Währungsabverkäufe führen dazu, dass die Nachfrage nach Bitcoin steigt. Viele neuen Anfänger, die das Trading beginnen, haben hier Interesse in den Bitcoin zu investieren. Und das Eintrittstor in die Märkte."
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Der Preis für das WTI-Rohöl ist am Montagabend um rund 200 % auf minus 37 USD gefallen. David Iusow IG: "Öl wird ja auf Basis von Futures-Kontrakten gehandelt und wenn ein Futures-Kontrakt ausläuft, dann verlagert sich dieses Angebot- und Nachfrageverhältnis aus dem Futures-Markt in den physikalischen Markt. Und der physikalische Markt war in diesem Fall auch aufgrund der Corona-Krise, der schwachen Nachfrage und den sehr geringen Lagerkapazitäten aus den Fugen geraten … Letztendlich wollte keiner mehr Öl haben, sondern eher Öl loswerden. Weil man Sorgen hat, dass die Lagerkapazitäten irgendwann nicht mehr ausreichen. Zudem kommt noch hinzu, dass sehr viele Händler, die sich in den letzten Wochen wahrscheinlich positioniert haben, um auf einen Boden zu wetten, jetzt Ihre Positionen alle krass liquidieren mussten. Der Futures-Markt hat das Ganze noch verstärkt. Um das Öl zu jedem Preis loszuwerden, nahmen sie auch entsprechend negative Preise in Kauf.
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Eine Rückkehr zur Normalität ist in den kommenden Wochen nicht zu erwarten. Die Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen und zumindest in Europa wird es noch dauern, bis die Wirtschaft wieder hochfahren kann. Die Frage nach den ökonomischen Spätfolgen bleibt. Christian Henke: "Anbetracht dessen, was uns bevorsteht, würde ich sagen, dass DAX und Dow-Jones aktuell überbewertet sind … Das Rezessionsgespenst ist wieder zurückgekehrt. Der DAX hat eine deutliche Erholung gestartet, die auf wackligen Beinen steht. Es kann durchaus wieder abwärts gehen." Der Goldpreis hat seinen Höhenflug nach den Osterfeiertagen weiter gemacht. Zum Goldkauf ist es aber noch nicht zu spät: "Der Goldzug fährt schon aber noch kann man aufspringen." Kann die Bitcoin dem Gold als Krisenwährung Konkurrenz machen?
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