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Im aktuellen „Kompass“-Talk des IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis mit Olaf Scholz betonte der aktuelle Bundeskanzler, dass es wichtig sei, Deutschlands Industrie gerade im Angesicht der aktuellen Herausforderungen zu stärken. Im Vergleich mit anderen westlichen Nationen verfüge Deutschland immer noch über einen sehr großen Industriesektor. „Das wollen und werden wir erhalten“, so Scholz, der bei der anstehenden Bundestagswahl am 23. Februar als Kanzlerkandidat der SPD antritt.
Scholz verwies unter anderem auf den „Made-in-Germany-Bonus“, mit dem die SPD die Wirtschaft ankurbeln will. Diese Steuerprämie richte sich gezielt an Unternehmen, die in Deutschland beispielsweise in neue Maschinen investieren. „Das hilft nicht nur großen Unternehmen mit großen Gewinnen“, sagte er, sondern sei auch sinnvoll für Mittelständler und bei kleineren Gewinnen. Dabei handele es sich nicht um pauschale Steuersenkung für alle Unternehmen, sondern belohne unbürokratisch diejenigen, die in Deutschland investieren würden. Auch müssten die Strompreise weiter sinken, Unternehmen sollten sich auf ein stabiles Preisniveau verlassen können, erklärte der Kanzler.
Die Lage für Deutschlands Industrie ist wenige Wochen vor der Bundestagswahl angespannt. Welche Ideen und Pläne haben die Parteien, um den Unternehmen zu helfen? Welche Vorschläge machen sie in den Themenfeldern Industriepolitik, Zukunftsinvestitionen, Transformation und gute Arbeit?
Um diese Frage zu beleuchten, haben wir diese Extra-Ausgabe des „Kompass“-Talks zur Bundestagswahl organisiert, in der der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis mit Vertretern der demokratischen Parteien im Bundestag spricht: Von der SPD war Matthias Miersch dabei, die CDU vertrat Jens Spahn und die FDP wurde von Marco Buschmann repräsentiert. Der Vertreter der Grünen musste wegen einer kurzfristigen Erkrankung absagen.
Klar wurde im Gespräch: Alle Diskutanten wollen die Industrie auf dem schweren Weg der Transformation unterstützen, alle wollen den Energiepreis nachhaltig drücken. Die Unterschiede zeigten sich darin, auf welchem Wege man eine Senkung der Energiepreise erreichen will. Vor laufenden Kameras machte Jens Spahn zudem der SPD ein „unmoralisches Angebot“: Noch in dieser Legislaturperiode - also vor den Wahlen am 23. Februar – könne man zusammen den aktuellen Gesetzentwurf der Regierung zu der in Deutschland umstrittenen Technologie CCS/CCU (Speicherung und Abscheidung von CO2) im Bundestag beschließen.
Der „IGBCE Kompass“ erscheint alle zwei Monate. Ihr könnt ihn auf allen gängigen Podcast-Plattformen abonnieren, außerdem bei Youtube und igbce.de als Video sehen. Unsere Mitglieder finden ihn in der „Meine IGBCE“-App und als Zusammenfassung zum Nachlesen in der nächsten Ausgabe des Mitgliedermagazins „Profil“.
In der Politik überschlagen sich derzeit die Ereignisse – die Stichworte lauten Trump und Ampel-Aus. Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage in unseren Industrien, häufen sich die Meldungen über Produktionsschließungen und Personalabbau.
Wir haben deshalb kurzfristig einen „Kompass“-Talk mit Michael Vassiliadis allein anberaumt, um die Sicht der IGBCE auf die aktuellen Ereignisse einzufangen, die für die mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in ihren Branchen hochrelevant sind. Diese „Kompass“-Folge trägt denn auch den Titel: Politik und Industrie in der Krise: Wie baut die IGBCE für bewegte Zeiten vor?
Moderatorin Lea Karrasch und Michael Vassiliadis blicken dabei auch auf die Gewerkschaft selbst, auf ihre Ziele und Entwicklung in den kommenden Jahren, die für die Industrie und ihre Beschäftigten sehr herausfordernd werden. Die IGBCE hat eine Vielzahl von Modernisierungsprojekten angeschoben, die am Ende alle Mitglieder betreffen und angehen – nicht zuletzt mit Blick auf den nächsten Gewerkschaftskongress im Oktober 2025.
Der „IGBCE Kompass“ erscheint alle zwei Monate. Ihr könnt ihn auf allen gängigen Podcast-Plattformen abonnieren, außerdem bei Youtube und igbce.de als Video sehen. Unsere Mitglieder finden ihn in der „Meine IGBCE“-App und als Zusammenfassung zum Nachlesen in der nächsten Ausgabe des Mitgliedermagazins „Profil“.
Am Ende sei es nicht mal so schlimm gekommen, wie man befürchtet hatte, räumt Katarina Barley gleich zu Beginn des „Kompass“ in ihrer Bilanz zu den Europawahlen ein. Ja, es gebe nun drei rechte Fraktionen im Parlament. Aber nicht überall hätten sie so stark zugelegt wie in Deutschland oder Frankreich. In Skandinavien dagegen hätten sie massiv Stimmen verloren – „übrigens genau dort, wo sie mitregiert haben“.
Gleichwohl werde es in dieser Legislaturperiode für die progressiven Kräfte schwerer, Mehrheiten zu finden, räumt die Vizepräsidentin des EU-Parlaments im Gespräch mit dem IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis offen ein. Dabei wird die neue Legislaturperiode entscheidend werden mit Blick auf die Frage, in welche Richtung sich die EU bewegen wird: wirtschaftlicher Niedergang oder erfolgreiche Transformation und Modernisierung.
Um diese Kernfrage kreist das von Lea Karrasch moderierte Gespräch – mit all ihren Facetten: Wie umgehen mit China und den USA? Wie die Ziele des Green Deal erreichen, ohne dass er die Industrie überfordert? Wie die Kleinstaaterei beenden und Infrastruktur modernisieren und ausbauen? Welchen Beitrag muss Politik, welchen können die Gewerkschaften leisten. Über diese und andere Fragen entspannt sich ein reger Diskurs zweier europäischer Fachleute.
Der „IGBCE Kompass“ greift regelmäßig wichtige Themen aus der Arbeitswelt, der Industrie und der Politik auf, die die mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in den Branchen der IGBCE direkt betreffen, aber auch insgesamt die gesellschaftliche Diskussion bestimmen. Der „IGBCE Kompass“ erscheint alle zwei Monate.
Er ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu abonnieren, außerdem kann man ihn bei Youtube und igbce.de als Video anschauen. Gewerkschaftsmitglieder finden ihn in der „Meine IGBCE“-App und als Zusammenfassung zum Nachlesen in der folgenden Ausgabe des Mitgliedermagazins IGBCE Profil.
Über eines waren sich die beiden Diskutanten einig: Die Herausforderungen für die deutsche Chemieindustrie waren und sind groß. Hohe Energiepreise, starke Regulierung, viele gleichzeitige Transformationsvorhaben, internationale Nachfrageschwäche – das belastet viele Unternehmen stark. Deshalb sei es nun notwendig, die anstehenden Projekte zu priorisieren, erklärte VCI-Präsident Markus Steilemann. „Es ist dabei unerheblich, ob wir erst elektrifizieren wollen oder erst CO2-freier werden. Wichtig ist, dass man sich ein Thema konkret vornimmt und vom Ende her denkt“, sagte er. Ähnlich argumentierte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis : Deutschland leide „unter der schrecklichen Untugend, alles gleichzeitig erledigen zu wollen“, sagte er. Die Politik müsse nun entscheiden, was als erstes angegangen werden müsse. „Ein bisschen mehr Pragmatismus an dieser Stelle wäre sehr wünschenswert.“ Denn: „Wenn wir alle Probleme kombinieren und gleichzeitig angehen, können wir relativ sicher sein, dass es schwierig wird“, so Vassiliadis.
„Dem Thema die Schwere nehmen.“ „Weg von einem rein aktivistischen zu einem innovativen Diversity-Verständnis.“ Und vor allem: „Die Aufgabe ernst nehmen und wie jedes Budget- oder Innovationsthema im Unternehmen behandeln“: Das seien wichtige Voraussetzungen, um Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt voranzutreiben, sagt Tijen Onaran. „Ohne Druck passiert nichts – und das ist schon traurig genug.“ Die 39-Jährige weiß, wovon sie spricht. Sie berät nicht nur viele Konzerne in Diversity-Fragen, sie hat sich auch als Buchautorin und Investorin zu dem Thema einen Namen gemacht.
In der aktuellen „IGBCE Kompass“-Folge diskutiert sie mit dem Gewerkschaftsvorsitzenden Michael Vassiliadis über die Frage „Female Empowerment in der Industrie: Auf dem Weg oder auf dem Abstellgleis?“. Rein formal gebe es in tarifgebundenen und mitbestimmten Betrieben der IGBCE-Branchen zwar keine Diskriminierungskontexte, so Vassiliadis, „in der Realität ergeben sie sich oft aber doch“. Das liege oft daran, dass Frauen in der für die Karriere wichtigen Phase zwischen 30 und 50 Jahren oft übergangen werden, weil sie häufig familienbedingt in Teilzeit arbeiten. Dieser Automatismus müsse ausgeschaltet werden, so der IGBCE-Vorsitzende. „Wir lassen Zukunftschancen liegen.“
Um die Fragen der Zukunftschancen durch Gleichstellung dreht sich auch der diesjährige Frauentag der IGBCE. Vom 30. Mai bis zum 1. Juni beschäftigt er sich in Hannover im Kern mit der Herausforderung, die Transformation in der Industrie geschlechtergerecht zu gestalten. Als Rednerinnen und Redner treten neben den IGBCE-Vorständen auch die Bundesministerin für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, Lisa Paus, und die Vorsitzende der Kommission des 4. Gleichstellungspolitischen Berichts der Bundesregierung, Silke Bothfeld, auf.
„Auf der Straße gegen Rechts – und nun? Was folgt den Demonstrationen für Demokratie und Vielfalt?“ So lautet der Titel der neuesten Folge unseres „IGBCE Kompass“. Diesmal trifft der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis auf Jochen Kopelke, Polizeioberrat und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Mit mehr als 200.000 Mitgliedern ist sie die größte Polizeigewerkschaft weltweit.
Sie benennen klar auch Gründe für Unsicherheiten und Unzufriedenheiten in den Belegschaften. Dabei wird deutlich, dass am Arbeitsplatz - sei es in der Industrie, sei es in der Dienststelle - häufig sehr konkrete konkrete Problem- oder Mangellagen die Diskussion eher beherrschen als große politische Parolen. Ohnehin ist es das Aufeinandertreffen der beiden vermeintlich sehr unterschiedlichen Arbeitswelten von Industrie und Polizei, die diese „Kompass“-Folge besonders hörens- und sehenswert macht.
Eine entscheidende Frage im Verlauf der Diskussion ist, welche Rolle die Arbeitswelt bei Integration und Vielfalt spielen kann. Schließlich wird ihr seit Jahrzehnten eine wichtige Vorreiterrolle zugeschrieben. Michael Vassiliadis bekräftigte im Talk seinen Aufruf zu gemeinsamen „Mahnstreiks für Demokratie und Vielfalt“ von Arbeitgebern und Beschäftigten während der Arbeitszeit. Jochen Kopelke begrüßte die Initiative und hält sie auch in anderen Bereichen der Arbeitswelt für denkbar.
Es geht um die deutsche Wachstumsschwäche, die Probleme der Haushaltspolitik und die Verantwortung Deutschlands für den Wohlstand in Europa. Es geht darum, dass andere Länder knallharte Industriepolitik betreiben, während Europa zuschaut.
„Wir kapieren nicht, dass uns die Felle davonschwimmen, weil alle anderen schon längst nach neuen Spielregeln spielen", mahnt Kern. Der Kontinent müsse dringend seine Prioritäten beim Ausbau der Industrie von morgen definieren, sagt Vassiliadis, der auch Präsident des Verbunds der europäischen Industriegewerkschaften IndustriALL ist. „Deutschland muss die Debatte auf den Tisch bringen, da ist Leadership gefragt."
Genau das allerdings vermisst der Österreicher Kern vom Nachbarn. „Ihr habt viele exzellente Leute -- aber als Team funktioniert es überhaupt nicht." Das habe er einst bei der Deutschen Bahn so erlebt, heute gelte das in der Nationalmannschaft genauso wie auch in der Politik. „Der eine spielt Schubert, der zweite Vivaldi und der Dritte Chopin. Es gibt da im Moment niemanden, der sagt: Heute spielen wir alle Beethoven."
Zum Video der "IGBCE-Kompass"-Folge:
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