Jagdwissen to go

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Jagdwissen to go episodes

  • Jägersprache (Teil 1)

    Ansprechen, Schweiß, Gebräch, verludern — wir benutzen diese Wörter täglich im Revier. Aber was steckt wirklich dahinter? In dieser Folge gehen wir 16 Fachbegriffe durch, schauen genau hin, wo die Jägersprache präziser ist als jede Umschreibung — und wo sie von der Alltagssprache gründlich missverstanden wird.
    Themen dieser Folge:
    • Ansprechen
    • Abkommen
    • abgekommen 
    • Gebrech 
    • Gebräch 
    • Schweiß 
    • Aufbrechen 
    • Luder und verludern 
    • Hege 
    • Brunft 
    • Blattzeit 
    • Äsung 
    • Einstand 
    • Strecke 
    • Beize
    • Losung
    11 min
  • Das Rehwild
    Capreolus capreolus — klein, anpassungsfähig und biologisch faszinierender als sein Ruf. In dieser Folge nehmen wir Deutschlands häufigstes Schalenwild gründlich unter die Lupe.
    Wir sprechen über Systematik und Körperbau, klären die Frage Geweih oder Gehörn, und gehen den Geweihzyklus von Abwurf über Bastwachstum bis zum Fegen durch. Dazu: Brunftverhalten, Territorialmarkierung, das Schmälen der Ricke und der richtige Einsatz des Rehblatts. Ein eigenes Kapitel widmen wir der embryonalen Diapause — dem biologischen Kunststück des Rehwilds. Außerdem: Ernährung, Verbiss, Sinne, natürliche Feinde und ein paar Worte zur Wildbrethygiene.
    Für alle, die das Reh täglich im Revier haben — und es vielleicht noch nicht ganz so gut kannten wie gedacht.
    24 min
  • Kitzrettung zur Mahd-Saison
    Jeden Mai sterben in Deutschland mehr als 100.000 Rehkitze durch landwirtschaftliche Mähmaschinen – obwohl es längst wirksame Methoden gibt, das zu verhindern. In dieser Folge erklärt ein Jäger, warum das Drückverhalten der Kitze, das sie vor Fressfeinden schützt, ihnen gegenüber Mähwerken zum Verhängnis wird – und wer dafür rechtlich in der Verantwortung steht.
    Ein Schwerpunkt liegt auf zwei weit verbreiteten Methoden, die einer ehrlichen Überprüfung standhalten müssen: Vergrämung durch Scheuchen und Geräusche funktioniert als ergänzende Maßnahme, ersetzt die aktive Suche aber nicht – mehr als ein Drittel der Kitze überlebt sie nicht. Der Hundeeinsatz zur Kitzsuche ist traditionell verankert, bei jungen Kitzen wegen deren fehlenden Eigengeruchs aber kaum wirksam und birgt eigene Risiken für die Tiere. Die Wärmebilddrohne ist heute das zuverlässigste Werkzeug: schneller, treffsicherer und inzwischen auch für kleinere Reviere durch Bundesförderung erschwinglich.
    Außerdem geht die Folge auf ein zunehmendes Phänomen ein: private Helfer, die ohne Absprache mit Landwirt oder Jäger handeln. Gut gemeint – aber biologisch riskant, wenn das Kitz an den falschen Ort verbracht wird, und rechtlich nicht ganz unkompliziert. Die Folge erklärt, wo die Grenze zur Jagdwilderei verläuft und wie engagierte Menschen ihre Hilfe sinnvoll und koordiniert einbringen können.
    Wer helfen möchte, braucht keinen Jagdschein – sondern einen Ansprechpartner vor Ort. Lokale Kitzrettungsteams und das Netzwerk Kitzrettung-Hilfe  vermitteln Einsätze in der ganzen Saison.

    Disclaimer

    In dieser Folge geht es auch um rechtliche Fragestellungen. Wir haben Euch alle Informationen nach bestem Wissen zusammengestellt und interpretiert. Gleichwohl sind wir keine Anwälte und können – und dürfen – keine Rechtsberatung durchführen. Diese Episode soll dazu dienen, Euch einen Überblick und Einstieg zu vermitteln, wir übernehmen aber ausdrücklich keine Haftung für die Richtigkeit der dargestellten rechtlichen Aspekte in dieser Episode.

    Quellen


    Wissenschaftliche Studien & Forschungsprojekte
    • BOKU Wien – Dirk Sachon (Abschlussarbeit Akademischer Jagdwirt) Untersuchung der Drohneneffektivität zur Kitzrettung; Ergebnis: Drohne findet Kitze 1,32-mal häufiger als andere Methoden, ist 12-mal schneller als manuelle Begehung. Zusammenfassung zugänglich über: Feldversuch: Wie effektiv ist die Kitzrettung mit der Drohne? 
    • TU München / Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) / Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) – Verbundprojekt „Reduktion von Mähtod bei Rehkitzen" Untersuchung von Habitatnutzung, Setzzeiten und Wirksamkeit von Rettungsmethoden; Daten von über 70 besenderten Rehkitzen; mittlerer Setzzeitpunkt 15. Mai (Tag 135). Strategien für die Rehkitzrettung  Gut getarnt und abgelegt: Kitze im Grünland  Reduktion von Mähtod bei Wildtieren – jetzt mitmachen! 
    • Baur, S.; Kauffert, J.; König, A.; Menzel, A.; Peters, W. (2024) „Gut getarnt und abgelegt: Kitze im Grünland." LWF aktuell 146. (Originalpublikation; zugänglich über Waldwissen.net – Informationen für die Forstpraxis , s.o.)
    • Jarnemo, A. (2002) Schwedische Studie zur Wirksamkeit optischer Wildscheuchen bei der Rehkitzrettung; zitiert von der Deutschen Wildtier Stiftung und Tierschutz Austria - Wiener Tierschutzverein - Seit 1846 . (Nicht frei online, aber zitiert unter:) Gemeinsam gegen den Mähtod | Deutsche Wildtier Stiftung 
    Rechtliche Quellen (Originalgesetzestexte)
    • Bundesjagdgesetz (BJagdG) – § 1 Inhalt des Jagdrechts (Hegepflicht) https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__1.html
    • Tierschutzgesetz (TierSchG) – § 17 Strafvorschrift https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__17.html
    • Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG) - § 45 Ausnahmen von den Besitzverboten https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__45.html
    • Strafgesetzbuch (StGB) – § 292 Jagdwilderei https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__292.html
    • Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) – § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__39.html
    Rechtsprechung und  juristische Aufbereitung
    • Amtsgericht Weilheim i. OB – Urteil wegen § 17 TierSchG Verurteilung eines Landwirts zu 70 Tagessätzen à 40 Euro; Begründung: billigende Inkaufnahme des Todes dreier Kitze trotz Hinweis vor Ort. Aufbereitet unter: https://thermaldrones.de/gesetzteslage/
    • Landgericht Trier (1 S 183/04) & Amtsgericht Bitburg (5 C 327/04) Schadensersatzpflicht eines Landwirts in Höhe von 1.377,35 Euro; Grundlage: Verletzung des Jagdausübungs- und Aneignungsrechts. Aufbereitet unter: https://thermaldrones.de/gesetzteslage/
    • BLHV (Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband) – Rechtsaufbereitung Mahd & Tierschutz Praxishinweise zur geteilten Sorgfaltspflicht, Empfehlung 24 Stunden Vorlauf (Bezug auf Empfehlung des Deutschen Bauernverbandes). Rehkitze und Mahd - BLHV 
    • Thermal Drones – Gesetzteslage zur Wildtierrettung Umfassende juristische Aufbereitung zur Frage Wilderei vs. Tierhilfe, § 292 StGB, § 17 TierSchG. https://thermaldrones.de/gesetzteslage/
    Fachverbände & Institutionen
    • Deutscher Jagdverband (DJV) – Jagdrecht in Deutschland Jagdrecht in Deutschland 
    • Deutsche Wildtier Stiftung – Stoppt den Mähtod Gemeinsam gegen den Mähtod | Deutsche Wildtier Stiftung 
    • Wildtierschutz Deutschland – Petition & rechtliche Einordnung Rehkitzrettung | Petition | Wildtierschutz Deutschland 
    • Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) – Merkblatt Nr. 137 (2012) „Wildrettung bei Bewirtschaftung Landwirtschaftlicher Nutzflächen" (Nicht frei verlinkt, aber zitiert bei PETA Deutschland)
    • Praxisberichte & regionale Kitzrettungsteams
    • Jägerschaft Göttingen – Kitzrettung im Landkreis Göttingen Dokumentation von Drohneneinsätzen, Erfahrungen mit Hundeeinsatz. Kitzrettung im Landkreis Göttingen
    • Kitzrettung Erfde e.V. – Arbeitsweise Begründete Ablehnung des Hundeeinsatzes zur Suche; Praxis der Drohnensuche ab 04:00 Uhr. Die Kitzrettung 
    • Kitzrettung-Hilfe (Netzwerk) Vernetzungsplattform für Landwirte, Jäger, Drohnenteams und Ehrenamtliche. https://kitzrettung-hilfe.de/
    • Kitzrettung Dänischer Wohld e.V. – Hundeeinsatz zur Vergrämung Infos | Kitzrettung - Dänischer Wohld e.V. 
    • JAGDFAKTEN informiert über Jagd, Wild & Natur in Österreich  (Österreich) – Rehkitz Rettung / Mähtod Biologische Grundlagen, Vergrämungsmethoden, Drohneneinsatz. Rehkitz Rettung - Mähtod - Jagdfakten.at Österreich 
    • Grangeneuve-Conseil (Kanton Freiburg / Schweiz) – Rehkitzrettung Praxisanleitung inklusive Kontakt Freiburger Jagdverband. Rehkitzrettung – was tun? 
    Förderung

    Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) – Förderung Wärmebilddrohnen
    Aufstockung des Förderprogramms von 1,5 auf 2,5 Mio. Euro (Stand 2025); über 350 Förderanträge bis Mai 2025. Aufbereitet unter: Rehkitzrettung im Grünland: Was ist zu tun? (Update Februar 2026)  (Direktlink BLE-Förderprogramm:) Startseite 
    Hinweis zur Quellenqualität

    Alle Gesetzestexte sind über gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz) verifiziert – das ist die maßgebliche amtliche Quelle. Die wissenschaftlichen Studien wurden über Waldwissen.net – Informationen für die Forstpraxis  (LWF Bayern) und Jagd-News und Wissen für Jäger | PIRSCH  zugänglich gemacht; die Originalpublikation von Baur et al. (2024) erschien im Fachjournal LWF aktuell. Das Urteil des AG Weilheim sowie die zivilrechtlichen Urteile aus Trier und Bitburg sind über thermaldrones.de dokumentiert, aber nicht als Primärquellen frei verfügbar – wer sie für formelle Zwecke benötigt, sollte die Aktenzeichen direkt bei den Gerichten anfragen.

    22 min
  • Wie Wildtiere riechen
    Warum wittert uns das Wild, bevor wir es sehen? In dieser Folge tauchen wir ein in die Geruchswelt des einheimischen jagdbaren Wildes — von der Nase des Rothirsches bis zur legendären Spürnase des Wildschweins — und ziehen praktische Konsequenzen für den Alltag im Revier.
    Wir schauen uns an, wie Rotwild, Rehwild und Schwarzwild ihren Geruchssinn zur Feindwahrnehmung, Revierkommunikation und in der Brunft einsetzen, warum Fuchs und Dachs den Geruch als soziale Sprache nutzen, und was beim Federwild wirklich stimmt — und was nicht.
    Den Abschluss bildet die Jagdpraxis: Wind, Geruchsminimierung, Duftmarken lesen, Kirrung und Lockstoffe.
    16 min
  • Jagdwissen to go – Folge 0
    In dieser Nullfolge stellt sich Euer Gastgeber vor: Ich bin aktiver Jäger aus Hamburg mit einem Revier in Niedersachsen und ausgebildeter Falkner aus Leidenschaft für Greifvögel. „Jagdwissen to go" ist kein Debattenformat – sondern ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs. In Folge 1 geht es ums Riechen – und darum, wie radikal anders Wildtiere ihre Umwelt wahrnehmen.
    5 min

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„Jagdwissen to go" ist ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs.