Der Tod ist ein Thema, das viele von uns verdrängen. Doch was passiert, wenn wir uns nicht damit auseinandersetzen? Und wie können wir Menschen, die einen Verlust erlebt haben, wirklich unterstützen?
In dieser Folge von Jans entspannt! spricht Jan mit Vanessa Stork, die beim Bayerischen Roten Kreuz in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) arbeitet. Vanessa gibt Einblicke in ihre wichtige, aber oft unsichtbare Arbeit: Sie und ihr Team sind vor Ort, wenn Menschen plötzlich mit dem Tod konfrontiert werden – sei es durch plötzliche Todesfälle, Suizide oder schwere Unfälle. Ihre Aufgabe ist es, Betroffene in der akuten Phase zu stabilisieren, ihnen beizustehen und sicherzustellen, dass sie nicht allein gelassen werden.
Warum diese Folge hören?
- Ein Tabuthema enttabuisieren: Warum es wichtig ist, über den Tod zu sprechen – und wie wir lernen können, Trauer und Verlust als Teil des Lebens zu akzeptieren.
- Psychosoziale Notfallversorgung: Was passiert eigentlich, wenn Rettungskräfte nicht nur körperliche, sondern auch seelische Erste Hilfe leisten? Vanessa erklärt, wie sie Betroffene und auch Einsatzkräfte unterstützen.
- Trauerbegleitung im Alltag: Wie können wir Menschen, die einen Verlust erlebt haben, wirklich helfen – ohne sie zu überfordern oder in ihrer Trauer allein zu lassen?
- Die unsichtbaren Helfer: Warum die Arbeit der PSNV so wichtig ist – und warum sie trotzdem oft unbemerkt und ungewürdigt bleibt.
Die zentralen Themen:
- Akute Krisenintervention: Wie Vanessa und ihr Team vor Ort psychologische Stabilisierung leisten und Betroffene durch die ersten, schwersten Stunden begleiten.
- Unterschiedliche Bedürfnisse: Warum es einen Unterschied macht, ob man Einsatzkräfte oder privat Betroffene unterstützt – und wie die PSNV auf beide Gruppen eingeht.
- Selbstwirksamkeit und Ressourcen: Warum es in der Trauerbegleitung nicht darum geht, den Schmerz wegzunehmen, sondern Ressourcen und Handlungsfähigkeit zu stärken.
- Gesellschaftlicher Umgang mit dem Tod: Warum wir als Gesellschaft lernen müssen, offener über Sterben und Trauer zu sprechen – und wie das unser Miteinander verändern kann.
Warum Vanessa Stork?Als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der psychosozialen Notfallversorgung bringt Vanessa nicht nur Fachwissen, sondern auch Empathie und praktische Erfahrungen mit. Sie zeigt, wie wichtig es ist, präsent zu sein und zuzuhören – und warum das manchmal mehr hilft als Worte.
Trigger-Warnung:Diese Folge behandelt Themen wie Tod, Trauer und Suizid, die für manche Menschen belastend sein können. Bitte achte auf dich und höre nur zu, wenn du dich damit wohlfühlst.
Kontakt für Hilfe
Hast du suizidale Gedanken oder hast du diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge:
0800/111 0 111 und 0800/111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.
Die 116 und 123 stehen dir als bundesweite Seelsorgennummern deutschlandweit zur Verfügung.
Auch die Notfallnummer 112 hilft dir nach einem Verlust eines geliebten Menschen jederzeit weiter, wenn die Erstbetreuung geleistet worden ist.
Nutze die Kontakt lieber häufiger, als zu wenig. Dafür sind die Expert:innen da und stehen an deiner Seite.
Buchtipp von Vanessa: Geht Sterben wieder vorbei? Von Mechthild Schroeter-Rupieper.