In dieser Folge spreche ich mit einer Freundin, die mich während meiner Burnout-Zeit begleitet hat. Wir sprechen darüber, wie sie mich damals erlebt hat, wann sie sich Sorgen gemacht hat und wie es für sie war, einen Menschen, der ihr wichtig ist, durch eine so schwierige Zeit zu begleiten.
Und eine kleine Anmerkung zum Video: Wenn ihr euch die Folge anschaut, werdet ihr vielleicht feststellen, dass das Mikrofon meiner Freundin an manchen Stellen etwas ungünstig vor ihrem Mund steht. 🙈 Früher hätte mich das wahrscheinlich wahnsinnig gemacht. Ich hätte alles noch einmal drehen wollen, nur damit es „perfekt“ ist.
Heute denke ich: Es ist nicht perfekt. Aber es ist echt. Und genau darum geht es bei Kapitel neu. Also habe ich – natürlich in Rücksprache mit meiner Freundin – entschieden: Wir lassen es so. Denn am Ende zählt für mich viel mehr, was sie zu erzählen hat und was hinter diesem Gespräch steckt, als ein perfekt sitzendes Mikrofon.
Vielleicht kennst du selbst jemanden, der gerade nicht mehr kann. Eine Freundin, einen Freund, deinen Partner oder deine Partnerin, ein Familienmitglied oder jemanden aus deinem engen Umfeld.
Was kannst du tun, wenn ein Mensch, der dir wichtig ist, an Burnout leidet?
💬 Kommuniziere offen und ohne Druck.
Sag zum Beispiel: „Ich möchte keinen Druck auf dich ausüben. Ich bin einfach da, wenn du mich brauchst.“
🤍 Frag konkret: „Was brauchst du gerade?“ oder „Was kann ich für dich tun?“
Und akzeptiere auch, wenn die Antwort lautet: „Gerade nichts.“
📱 Bleib in Kontakt, ohne eine Antwort zu erwarten.
Eine Nachricht wie „Ich denke an dich. Du musst nicht antworten“ kann unglaublich viel bedeuten.
🚪 Respektiere Rückzug.
Wenn jemand sich zurückzieht oder nicht antwortet, bedeutet das nicht automatisch, dass er dich nicht mehr mag oder dich nicht mehr in seinem Leben haben möchte. Oft fehlen schlicht die Kraft und die Energie für soziale Kontakte.
🫶 Nimm es nicht persönlich.
Auch wenn es schwerfällt: Versuche, Veränderungen oder Rückzug nicht als Ablehnung deiner Person zu verstehen.
💡 Frag, bevor du Ratschläge gibst.
Manchmal braucht ein Mensch keine Lösung, sondern einfach jemanden, der zuhört. Du kannst fragen: „Möchtest du, dass ich dir einfach zuhöre oder möchtest du hören, was ich darüber denke?“
🧠 Informiere dich.
Lies dich in das Thema Burnout und psychische Belastungen ein. Je mehr du verstehst, desto besser kannst du vielleicht nachvollziehen, was in deinem Gegenüber passiert.
🤝 Trau dich, offen zu kommunizieren.
Wenn es sich für dich richtig anfühlt, erzähl Menschen, denen du vertraust, wie es dir gerade geht. Hab keine Angst davor, dass die Menschen, die dir wirklich nahestehen, deswegen gehen könnten. Oft ist genau das Gegenteil der Fall: Offenheit kann Nähe schaffen und Verständnis ermöglichen.
🌿 Und vergiss dich selbst nicht.
Du kannst jemanden begleiten, aber du kannst nicht die Verantwortung für seine Genesung übernehmen. Auch als Freund oder Angehöriger darfst du Grenzen haben und auf deine eigene Kraft achten.
Und vielleicht ist das Wichtigste: Du kannst als Außenstehender nur so viel tun, wie du auch weißt. Wenn ein Mensch nicht darüber spricht, was in ihm passiert, kannst du nicht immer erkennen, wie schlecht es ihm wirklich geht.
Wenn du dir Sorgen um jemanden machst, kannst du dich selbst informieren, mit deinem Hausarzt oder einer anderen fachkundigen Person sprechen oder dir Unterstützung suchen.
Für Menschen, die selbst Unterstützung suchen, kann beispielsweise auch BetterHelp eine Möglichkeit sein, mit einer therapeutischen Fachkraft ins Gespräch zu kommen. Ich persönlich kann BetterHelp empfehlen.
👉 https://www.betterhelp.com
Am Ende wünsche ich mir, dass wir alle ein bisschen offener miteinander umgehen. Dass wir uns trauen zu sagen, wenn es uns nicht gut geht. Und dass wir nicht immer versuchen müssen, die perfekte Antwort oder die perfekte Lösung zu finden.
Manchmal reicht es, einfach zu sagen:
„Ich weiß vielleicht nicht, was ich tun soll. Aber ich bin da.“ ❤️