Autobahnen, Hochhäuser, Brücken, Parkplätze: Für nahezu alles, was gebaut wird, wird Beton gebraucht. Die wichtigste Zutat: Zement. Der Klebstoff im Beton und zugleich ein wahrer Klimakiller. Gute 10 Prozent der globalen CO2-Emissionen sind auf die Zementherstellung zurückzuführen. Das bedeutet nahezu dreimal so viel, wie durch den weltweiten Luftverkehr verursacht werden. Und auch die Umstellung auf erneuerbare Energien kann nur wenig daran ändern. Die Klimagasemissionen stammen aus dem kohlenstoffhaltigen Kalkstein selbst, den man zur Zementherstellung braucht. Wird er gebrannt, entweichen große Mengen des enthaltenen CO2. Ein möglicher Weg aus dem Dilemma ist die Wiedernutzung des Zementanteils im Altbeton am Ende seines Lebenszyklus. 2024 wurde auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie eine Pilotanlage für klimaneutralen Kreislaufbeton errichtet. Erste Erfahrungen sind vielversprechend. Gelingt die wirtschaftliche Umsetzung der Technologie im industriellen Maßstab, kann man nicht nur die CO2-Neutralität der Zementherstellung erreichen. Zugleich könnten auch knapper werdenden Deponiekapazitäten für die anfallenden großen Mengen an Altbeton eingespart werden.
Gesprächspartner: Dr. Peter Stemmermann, Institut für Technische Chemie des KIT
Campus Report vom 17. Juni 2025