Wie schreibt man über einen Aufstand? Die Erzählung „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ erschien 1928, Anna Seghers war 28 Jahre alt. Ihr Debüt machte die Autorin aus Mainz, gebürtig Netti Reiling, nach ihrer Ehe Netty Radványi, schlagartig berühmt. Dabei ist das Werk angesichts der großen Romane wie „Das siebte Kreuz“ oder „Transit“ weitgehend vergessen. Im selben Jahr der Erscheinung trat Seghers in die KPD ein und war Gründungsmitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller von 1929.
In dieser Folge spreche ich mit der Literaturwissenschaftlerin und Aktivistin Alina Essberger über die Schwierigkeit und das Gelingen einer Aufstandserzählung vom Standpunkt der Unterdrückten. Wo liegt St. Barbara? Wie fließen die Klassenkämpfe der 1920er Jahre in den Text ein? Welche Rolle spielt der Kommunismus für Seghers und ihre Literatur? Welchen Einfluss hat die Neue Sachlichkeit auf sie? Bleibt am Ende nur die individuelle Sabotage gegen ein System der Not, der Ausbeutung und der Gewalt?
Das Projekt wird ausschließlich mit Eigenmitteln bestritten, auch um dem bürgerlichen Kommerz ein klassenbewusstes Kulturverständnis von unten entgegenzusetzen. Es lebt von eurer Unterstützung und Solidarität. Teilt und kommentiert die Episode und folgt dem Instagram-Kanal: @klasseliteratur