Klassenreisen - wie Herkunft Karriere macht

Klassenreisen - wie Herkunft Karriere macht

By Dr. Isabell Lisberg-HaagSociety & CultureScienceEducation
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Klassenreisen - wie Herkunft Karriere macht episodes

  • #14: Ich will meine Wurzeln nicht vergessen | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Professor Frank Bradke über klare Sprache, ein nicht-akademisches Elternhaus, das unterstützt und wichtige Fragen stellt und zur Frage, warum es wichtig ist, mit 30 Leuten zu einer Preisverleihung zu gehen.

    Schon als Zwölfjähriger interessierte sich Frank Bradke für Nervenzellen und alles Naturwissenschaftliche. Der Neurobiologe wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, ist in der Spitzenforschung angekommen und weiß, was er seiner Familie zu verdanken hat. Er schätzt klare Sprache und vermittelt seinen Studierenden: „An der Uni wird auch nur mit Wasser gekocht.

    Mehr über Frank Bradke

    https://www.dzne.de/im-fokus/meldungen/2024/coaching-axone-und-oekosysteme/
    https://www.dzne.de/im-fokus/meldungen/2025/frank-bradke-ist-neues-mitglied-der-berlin-brandenburgischen-akademie-der-wissenschaften

    57 min
  • #13: In der Kirche will niemand reich sein | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Sarah Vecera über Scham, das schlechte Image von Reichen in der Bibel und ihre Vorstellung von einer diskriminierungsfreien Kirche.

    In einfachen Verhältnissen aufgewachsen und ausgestattet mit einem Sinn für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit zog es Sarah Vecera in die Kirche, dort wollte sie arbeiten und wirken. Die Theologin predigt, arbeitet in der interkulturellen Bildung und möchte eine Kirche, in der sich alle Menschen willkommen und nicht „fremd“ fühlen. Denn das Gefühl kennt sie selbst sehr gut, wenn sie in Diskussionen mit kirchlich-bildungsbürgerlichen Kolleg*innen immer wieder Distanz spürt.

    Sarah Vecera: Wie ist Jesus weiß geworden? Mein Traum von einer Kirche ohne Rassismus. 2022

    Podcast Stachel & Herz. https://unitedinmissionpodcast.podigee.io/

    52 min
  • #12: Weg vom Defizit! | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Marcus Kottmann über die Entdeckung von Talenten bei Jugendlichen, denen viele oft nichts zutrauen.

    Seit zehn Jahren leitet Marcus Kottmann das bundesweit einmalige „Zentrum für Talentförderung“ in Gelsenkirchen. Das Team arbeitet mit über 600 Schulen und 27 Hochschulen in NRW daran, jungen Menschen Mut zu machen. Über 100 Talentscouts gehen in Schulen, fragen nach Visionen und begleiten Schüler*innen bei ihrem Weg in eine Ausbildung oder zu einem Studium. Er erzählt, warum ein Verkehrsticket für manche junge Menschen der erste Schritt für eine persönliche Weiterentwicklung ist.

    www.nrw-talentzentrum.de

    Portrait Talent & Talentscout: „Hier rede ich nur darüber, was ich erreichen will“
    https://www.schub-magazin.org/64-reportage-talentscouts-nrw-2024/
    Filmportrait [„Der Traum vom Aufstieg: Julia will es schaffen“](https://www.ardmediathek.de/video/menschen-hautnah/der-traum-vom-aufstieg-julia-will-es-
    schaffen/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTI0ZWVhYjdiLWYyNTctNDdjZC1hMzU2LTIxNWQzNT
    c2ZDZjNA) (über 3 Millionen Views bei YouTube)

    1 hr 1 min
  • #11: Wir benoten oft das Elternhaus | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Britta Lammers über klassistische Vorurteile in der Schule, gute gemeinte aber schlecht gemachte Angebote und lückenhafte Lehrer*innen-Ausbildung

    Britta Lammers ist Lehrerin an einem Oldenburger Gymnasium. Als erste in der Familie, die studiert hat, ist sie besonders sensibel, wenn es um das Thema Bildungserfolg geht. An vielen Beispielen aus dem Schulalltag macht sie deutlich, dass häufig nicht das erworbene Wissen in der Schule, sondern Dinge aus dem Elternhaus bewertet werden. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber armutsbetroffenen Familien zeigt sich durch Bemerkungen, die schonmal im Lehrer*innenzimmer fallen. Sie fordert systemische Änderungen und eine Klassismus-sensible Ausbildung.

    Klassismus an Schulen: https://www.dkjs.de/publikation/klassismus-in-schulen/

    https://first-achiever.de/

    50 min
  • #10: Mit nem Polohemd ist es leichter im Journalismus | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Björn Staschen über den akademisch geprägten Alltag in Redaktionen, den von der Herkunft abhängigen Berufseinstieg und Vorschläge zur Veränderung.

    Björn Staschen ist Journalist und arbeitet seit vielen Jahren beim NDR. Er hat in seiner Studie „Dafür musst Du mit nem Polohemd aufgewachsen sein“ Journalist*innen nach ihren Wegen in den Journalismus befragt. Er ist überzeugt, dass mehr Vielfalt in Redaktionen dabei hilft, Vertrauen in die Medien zurückzugewinnen. Das Studium ist oft Voraussetzung für eine journalistische Ausbildung – warum eigentlich? Sein Fazit: Fehlende Netzwerke, die Scheu vor Journalistenschulen und das Fremdsein in Redaktionen – Journalismus funktioniert klassenspezifisch.

    Die Studie: https://www.publix.de/uploads/PDF/Publix-ReportsozialeHerkunftimJournalismus_2023.pdf

    42 min
  • #9: Stolz auf die eigene Herkunft und die Power von Mentor*innen | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Nicole Thräner über Stolz auf die eigene Herkunft, mangelnde Orientierung beim Berufseinstieg und die Power von Mentor*innen.

    Nicole Thräner arbeitet seit fast drei Jahren bei Arbeiterkind und leitet dort das Berufseinstiegsprogramm. Ihre Lehrerin unterstützte sie nicht bei ihrem Wunsch, auf’s Gymnasium zu gehen. Sie machte ihren ganzen Weg allein, schrieb sich heimlich an der Uni ein und zog es durch. Ihre Botschaft, an alle: Seid stolz, auf das, was ihr bisher geschafft habt! Ihre Erfahrung: Auch nach einem Studium fehlen wichtige Informationen, in welche Richtung es gehen kann. Sie selbst schrieb über 80 Bewerbungen und konnte nicht auf bestehende Netzwerke zurückgreifen. Kompetenz statt Qualifikation – lautet Ihr Appell an Unternehmen.

    Das Berufseinstiegsprogramm bei Arbeiterkind

    55 min
  • #8: Leben in Armut und die Kraft, ein solches Leben zu bewältigen | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Olivier David über ein Leben in Armut und über die Kraft, die es kostet, ein solches Leben zu bewältigen.

    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Olivier David über ein Leben in Armut und über die Kraft, die es kostet, ein solches Leben zu bewältigen.

    Olivier David ist Autor und Journalist. In seinem Buch „Keine Aufstiegsgeschichte – warum Armut psychisch krank macht“ schreibt er von seiner Wut, seinem Scheitern und seinem Weg zur Seite, nicht nach oben. Er setzt einen Kontrapunkt zu den vielen Erfolgsgeschichten und macht klar, wie sehr Armut die Psyche prägt. Noch heute hat er Angst vor offiziellen Briefen und arbeitet sich weg von dem Platz, den die Gesellschaft für ihn vorgesehen hat.

    Olivier David wuchs in Hamburg bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, der Vater dealt, kommt ins Gefängnis. Er bricht die Schule ab und später beendet er ein journalistisches Volontariat vorzeitig. Konfrontiert mit einer ADHS-Diagnose, Depressionen und Ängsten beginnt er zu schreiben.

    https://oliviercyrilldavid.com/

    Bücher von Olivier David:

    Keine Aufstiegsgeschichte – warum Armut psychisch krank macht. Eden Books 2022
    Von der namenlosen Menge - über Klasse, Wut & Einsamkeit. Haymon Verlag 2024

    45 min
  • #7: Class Pay Gap – Gehalt hängt auch von Herkunft ab | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Professor Marcel Fratzscher über den „Class Pay Gap“.

    Wie steht es um die Chancengerechtigkeit im Arbeitsleben und warum verdienen FirstGen-Professionals weniger als ihre Kolleg:innen aus Akademiker:innen-Haushalten? Dr. Isabell Lisberg-Haag spricht mit Professor Marcel Fratzscher über den „Class Pay Gap“.

    Marcel Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er forscht u.a. zum Thema Ungleichheit und will als Ökonom die Verteilungsfrage diskutieren - denn dieses Thema ist eines der relevantesten gesellschaftlichen Themen.

    Marcel Fratzscher zum Class Pay Gap

    Studie der Boston Consulting Group: Das schlummernde Potential der „First-Generation Professionals“

    29 min
  • #6: Resilienz, hohe Motivation und Selbstständigkeit | Podcast
    Dr. Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Professorin Monika Huesmann über die Kernkompetenzen von Erstakademiker*innen, die viel zu selten gesehen werden: Resilienz, hohe Motivation und Selbstständigkeit.

    Monika Huesmann machte eine Ausbildung zur Erzieherin, holte dann das Abitur nach und studierte. Sie erhielt trotz hervorragender Leistungen über 100 Absagen auf ihre Bewerbungen. Heute ist sie Professorin an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht und forscht über „FirstGen Professionals“. In Unternehmen wird zu wenig auf jobrelevante Kompetenzen geschaut, prestigeträchtige Praktika zählen häufig mehr.

    Sie spricht an der Hochschule über ihre Herkunft und erzählt, welche ungeschriebenen Regeln sie im Studium immer wieder verunsichert haben.
    Monika Huesmann ist Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Sie engagiert sich für FirstGen-Professionals, forscht zu dem Thema und will für ihre Studierenden Rollenvorbild sein.
    https://www.hwr-berlin.de/hwr-berlin/ueber-uns/personen-von-a-bis-z/283-monika-huesmann/
    Studie von Monika Huesmann: FirstGen Ingenieure und ihre schwierigen Karriereschritte

    59 min
  • #5: Scheiblettenkind: über Außenseitertum, Scham und Sinn | Podcast
    Isabell Lisberg-Haag im Gespräch mit Eva Müller über Außenseitertum, eine Schlange namens Scham und die anstrengende Sinnlosigkeit körperlicher, monotoner, schlecht bezahlter Fabrikarbeit.

    Eva Müller stammt aus dem Saarland, ist Arbeiterinnenkind und zeichnet in ihrer Graphic Novel „Scheiblettenkind“ den Weg einer jungen Frau, die Abwertung erfährt, viele Ausbildungen und Jobs in ihrem Leben hatte, bevor sie zu ihrer Existenz als Künstlerin fand. Scheiblettenkind ist ein Schimpfwort für Menschen, die offensichtlich nicht reich sind, die über Generationen prekär leben und die Ängste und Scham weitergeben. Mit diesem Comic zeichnet sie eine Geschichte der Bundesrepublik, erzählt die Geschichte ihrer Großmütter und zeigt Dinge, die oft genug verschwiegen werden.

    Eva Müller ist Künstlerin und Zeichnerin. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, gibt Workshops und setzt sich in der Comic-Gewerkschaft für gerechte Bezahlung aller Künstlerinnen ein.

    https://www.evamueller.org/Eva-M%C3%BCller.html

    Buch: Scheiblettenkind.

    40 min

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Warum machen immer noch mehr Akademiker*innen-Kinder Abitur als junge Menschen aus nicht-akademischen Familien? Und wie kommt es, dass nur etwa 10 Prozent der Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen aus Arbeiter*innenfamilien kommen? Warum empfehlen Lehrer*innen häufiger Kindern aus Akademiker*innen-Familien das Gymnasium? In Deutschland ist der Zusammenhang zwischen Herkunft und Berufslaufbahn besonders eng verknüpft. „Das ist nichts für mich“ denken immer noch viel zu viele Menschen, deren Eltern nicht studiert haben. Klassismus – also Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft – wurde lange nicht thematisiert, dabei ist das Thema sehr wirkmächtig.