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Stichwortgeber war mir der inzwischen 100jährige Benediktiner David Steindl-Rast: In einem Interview sagt er, sein liebster Name für Gott sei "Überraschung"
Gott zeigt sich im Unerwarteten des Augenblicks. Sich für dieses Überraschungsmoment zu öffnen, es zu erwarten, darauf zu vertrauen, dass es sich immer wieder ereignet, das gibt mir Gelassenheit, Geduld, Neugier, Hoffnung, Zuversicht…
Da würde man wohl eher nicht drauf kommen, dass Geduld köstlich ist. Die Geschmacknuancen von Geduld hatte ich bisher nicht ergründet. Doch wie so oft verbirgt sich hinter dem etwas kryptischen Titel ein spannendes Erzählfeld.
Eine kleine rabbinische Geschichte:
Im Jubiläumsjahr von Rainer Maria Rilke soll hier auch seine Stimme nicht fehlen:
Und zuletzt:
Eine scheinbar zufällige Begegnung am Seerosenteich hat mich auf die Idee zu dieser Folge gebracht.
Zum Thema Wüste sind besonders die Bücher von Carlo Caretto eine wahre Fundgrube, auch auf das Wüstentagebuch "Lebensspuren im Sand" von Andreas Knapp möchte ich verweisen.
Vor einiger Zeit fiel mir das Buch von Byung-Chul Han, "Sprechen über Gott – Ein Dialog mit Simon Weil", in die Hand und hat mich gefesselt. Simone Weil kannte ich bis dahin nur aus der Ferne. Ihr Werk ist auch nicht unbedingt leicht zugänglich. Ich wusste nur, dass sie eine jüdische Philosophin war, die durch eine Gottesbegegnung in Assisi einen Weg mit Christus abseits der Kirche ging und auf sehr radikale Weise ihre Werte lebte und sehr jung starb. Sie war eine Frau, die immer zwischen den Stühlen saß, eine radikale Wahrheitssucherin, die sich von keiner Ideologie verführen ließ, eine Christin, die sich nicht taufen ließ und nie einer Kirche beitrat.
Wir leben in Zeiten, wo der Blick gefangen ist in Untergangsszenarien. Stärker werden die Kräfte, die sich nähren von der Angst und Unzufriedenheit, dem Schlechtreden, dem Herbeireden von Abstieg und Untergang. Sie hindern uns am Aufblicken, verstärken Vorurteile und Feindbilder. Und sie spalten. Wir leben mit einem Angstüberschuß und einem Hoffnungsmangel. Das Aufblicken in den offenen und weiten Himmel ist eine Haltung, die uns wehrhaft macht gegen die Angst und uns im Vertrauen gründet. Im Psalm 34 höre ich die Aufforderung: "Blickt auf zu IHM, so wird euer Gesicht leuchten."
In dieser österlichen Episode geht es um einen Glutkern des christlichen Glaubens. Er verbindet sich mit der Osterbegegnung von Maria aus Magdala mit dem Auferstandenen Christus.
Was ist das denn für ein Titel: Jesusliebhaber!
An Heiligabend steht in der Mitte ein Kind und auch wir kehren irgendwie an den Ort unserer Kindheit zurück. Manche ganz wörtlich, die zu ihren Elternhäusern heimkehren, andere tauchen zumindest in ihre Kindheitserinnerungen ein, die Weihnachten geweckt werden.
Nach Hause kommen, das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken kann, die weinen, wachen und wandern auf Erden.
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