hallo du! schön, dass du auf diese Folge gestoßen bist und auch einen Blick auf die Beschreibung wirfst ^^
eine neue Folge Kontraktion mit drei Texten wartet auf euch...Texte, die nach einer langen Zeit der künstlerischen Flaute entstanden sind. Nun endlich ist der Bann gebrochen und das Feuer brennt von neuem auf in einer neuen Periode! Unten könnt ihr gerne alle drei Texte mitlesen. Viel Spaß...
Wir danken natürlich wie immer unseren Förderern - dem Beirat Soziokultur Jena - die diese dritte Staffel Kontraktion möglich machen
Kunsttipps:
- Wann strahlst du? - Jacques Palminger, Erobique, Yvon (2009)
- I Saw the TV Glow- Jane Schoenbrun (2024)
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HARTE SCHATTEN
Ich tanze mir das Gesicht in den Schatten,
hör' die kratzige Stimme eines Buntspechts
und die Bewegungen ziehen mich von mir weg,
in eine taube und verängstigte Gewissheit.
Die Uhr steht wie der Mond am Himmel
und sie leuchtet weiß und sie läuft schnell.
Aus der tauben Gewissheit des Schattens,
blicke ich auf den Schein der Uhr hinaus
und auch wenn ich sie nicht schlagen höre,
schlägt ihr Schlaglicht harte Schatten, sodass,
für den Moment, die Welt frei von Zwielicht.
Kein vielleicht vielleicht und kein irgendwann,
ich bleibe hier oder fang von vorn' an.
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frühjahr
Die Sonne scheint, die jungen Blätter in den Kronen tanzen und du fährst mir durch die Haare.
Flieger kehren zurück. Die Tage des Frostes liegen hinter uns, doch du streichelst noch mein Gesicht.
Deine sanften, doch bestimmten Berührung spielen meinen Körper wie eine Tastatur und ich bekomme eine Haut wie die Vögel hoch über meinem Kopf.
Ich schließe die Augen und genieße deine Nähe, während du endlose Kreise in meinem Haaren ziehst und mich durchdringst.
Ich würde deine Berührungen niemals dauerhaft ertragen können, doch spüre ich dich, merke ich wie sehr ich dich gemisst habe, in der Zeit als du anderswo Kreise gezogen hast.
Ich öffne die Augen und lächle in die Sonne. Ich beginne meine Pfeife zu stopfen, auch wenn es mir deine Berührungen erschweren. Als der Kopf voll ist, hast du meinen bereits befreit und ich versuche vergeblich das Feuerzeug zu entzünden, denn du lässt mich nicht. Mein Genuss wird Verdruss und so gehe ich kurz hinein und lasse dich zurück.
Den Kopf nun endlich beruhigt und am brennen, trete ich wieder hinaus und du beginnst augenblicklich mit den Schwaden zu spielen und um mich tanzen zu lassen. Wie luftig-graue Vorhänge zieht der Rauch fort und steigt auf zu kleinen Haufen im endlosen Blau.
Ich schau wieder in die Sonne und blinzle. Die Strahlen scheinen in meinen leeren Kopf und füllen ihn mit Licht. So, blind vor Licht, kommt es mir fast vor als sehe ich dich so dicht. Ganz nah bei mir und doch überall und nirgendwo.
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selbstgelächelt
Mein Spiegelbild lächelt mir Grübchen ins Gesicht und die Trompete untermalt die Unterseite der bewegten Tasten.
Im Schein der Kerze scheint der Geruch vom Rauch, der aus meiner Kleidung aufsteigt fast schon passend, gar wärmend, haltend. Lege ich mich gleich zu Bett, werden die Dämpfe in die Träume aufsteigen und zu Wolken.
Doch lass sie regnen. Ich werde Grübchen in den Regen lächeln und mein Spiegelbild in jedem Tropfen sehen.