Serbien ist eine Autokratie am Rande einer Diktatur / Als weißes Blatt sind wir hier, um Fragen zu stellen / internationale Publizität und Unterstützung sind wichtig
Andrej Ivanji, Journalist des politischen Wochenmagazins VREME, beschreibt die politische Situation in SerbienDie Diskussion im Stuhlkreis; hier die Diskutanten in der Reihenfolge ihres Auftretens:
Manos Tsangaris erzählt von der Europäischen Allianz der Akademien; Ziel der Versammlung ist die Formulierung einer Belgrader ErklärungMarijana Cvetković, Kuratorin, kulturelle Aktivistin, Professorin an mehreren Unis: der Besuch der Delegation in Belgrad ist wichtig, da die aktuelle Situation in Serbien zu wenig internationale mediale Aufmerksamkeit bekommt; das derzeitige Regime in Serbien ist auch Ergebnis der Politik der EU; das Projekt der „Expo 2027“ in Belgrad sollte boykottiert werden; der Austausch mit Studierenden ist wichtigBorisav Matić, Kurator, Organisator des unabhängigen ne:bitef Kunstfestivals: die Kulturszene ist komplett am Boden; die Budgets wurden dramatisch gekürzt, die Situation war in den 1990er Jahren besser; erklärt den Zusammenhang zwischen den demonstrierenden Studierenden und den kommenden Wahlen in Serbien; Präsident Vučić unterdrückt Proteste mit Gewalt durch Polizei und paramilitärische Hooligans; Dejan Atanacković, Museumsdirektor, Organisator des Meetings: beschreibt die brutale Gewalt gegen die DemonstrierendenMarijana Cvetković: man ist mit einem unvorstellbar Bösen konfrontiertBorisav Matić: man soll die Erfolge des Widerstands nicht vergessen; es gibt die Hoffnung auf einen politischen WandelSrdjan Dragojević, Filmemacher: das Einzige, was die Regierung Serbiens fürchtet, sind die EU und internationale Organisationen; beschreibt die bizarre Situation, dass auf dem Grundstück der Fakultät für dramatische Künste der Uni Belgrad ein Polizeistützpunkt gebaut werden soll; für die Außenstehenden ist die Situation in Serbien bizarr, für die Menschen im Land allerdings LebensrealitätStefan Arsenijević, Filmemacher: es gibt seit 15 Monaten keine Filmförderung in Serbien für unabhängige Filmemacher; die Filmschaffenden sind arbeitslosManos Tsangaris: spontane Idee: „Serbien Fenster“Mrđan Bajić, Bildender Künstler und Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaft und Künste: was in Ungarn geschehen ist, wird es auch in Serbien geben; der Widerspruch zwischen der Realität und dem, was in den offiziellen Medien gezeigt wird, ist einfach zu groß; die Frage ist, was „danach kommen wirdAllianz-Mitglied Juraj Blaško, Akademie der Künste Bratislava: die Stärkung der Institutionen und deren Zusammenarbeit sind entscheidendInterview mit Andrej Ivanji, Journalist bei der politischen Wochenzeitschrift VREME: die derzeitigen Machthaber in Serbien sind wie die AfD hoch zehn; Drohungen seitens der EU bzgl. Einfrieren von Finanzmitteln sind wirkungsvoll;
Interview mit Marijana Cvetković: Aussichten auf die kommenden Wahlen in Serbien; es kann zu Gewalt kommen; die derzeitigen Machthaber zerstören mittlerweile alles gewaltsam; man muss Erfahrungen miteinander durch internationale Verbindungen teilen.
Fazit von Akademie-Präsident Manos Tsangaris und Projektleiterin der Europäischen Allianz der Akademien Christiane Lötsch