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Es kommt nicht oft vor, dass regionalhistorische Themen weltweit besprochen werden. Aber diese Nachricht eroberte die Medien im Sturm: Die Kirche von Rungholt wurde entdeckt! Hinter dieser Entdeckung steht ein Team aus Forscherinnen und Forschern aus Schleswig, Kiel und Mainz, die seit vielen Jahren zur versunkenen Stadt im Wattenmeer forschen. Wir haben uns das Team eingeladen und gehen in der aktuellen Episode von Küstory dem Mythos gemeinsam auf den Grund. Es geht darum, wie Rungholt eigentlich entdeckt wurde, welch fantastische Geschichte gesponnen wurden und wie das Team durch moderne Methoden versucht, erstmals ein realistisches Bild des historischen Ortes zu zeichnen.
Zu den Personen
Dr. Hanna Hadler
Dr. Bente Majchczak
Dr. Dennis Wilken
Dr. Ruth Blankenfeldt
weiterführende Literatur
Pressemitteilung: vermisst seit 1362. Wissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt lokalisiert die untergegangene Kirche von Rungholt im nordfriesischen Wattenmeer
Wilken et al., Lost in the North Sea—Geophysical and geoarchaeological prospection of the Rungholt medieval dyke system (North Frisia, Germany), in: PLoS ONE 17(4): e0265463. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0265463
Majchczak et al., Mehr als Rungholt. Spurensuche im nordfriesischen Wattenmeer, in: Huber, Florian (Hrsg.), Zeitreisen unter Wasser. Spektakuläre Entdeckungen zwischen Ostsee und Bodensee, Stuttgart 2020, S. 116-129
Dithmarschen ist eine der spannendsten historischen Regionen in Schleswig-Holstein. Grund genug also, um uns in nach fünf Episoden schon wieder mit der südlichen Westküste des Landes zu beschäftigen. Dieses mal geht es um das Innenleben dieser Region - genauer gesagt, um eine der zentralen Quellen für diese Region: das 1447 verfasste Dithmarscher Landrecht.
Diese stand im Zentrum einer Tagung, die im Juni im Dithmarscher Landesmuseum stattfand. In der aktuellen Episode haben wir die langjährige Direktorin des Dithmarscher Landesmuseums, Jutta Müller, zu Gast. Mir ihr sprechen wir über das Landrecht, seine Bedeutung und was uns die Tagung an neuen Erkenntnissen brachte. Es geht aber auch um das Landesmuseum als solche und die Frage, weshalb Dithmarschen eigentlich ein Landes- und kein Kreismuseum hat.
Zum Dithmarscher Landesmuseum
Zum Programm der Tagung
Zur Episode 7: Dithmarschens hansische Epoche (mit Stefan Brenner)
weiterführende Literatur:
Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende der Bauernrepublik
Band 2: 1559-1918
Band 3: 20. Jahrhundert
Das Danewerk ist das größte Kulturdenkmal des Nordens. Über eine Strecke von knapp 30 Kilometern ziehen sich seine Wälle von der Schlei bis zur Treene. Die Bedeutung der Wälle zieht sich jedoch auch quer durch die Geschichte der Region. Kaum eine Epoche verging, ohne dass am Danewerk gebaut wurde. Allerdings steht es in der öffentlichen Wahrnehmung weit hinter der nahegelegenen Siedlung Haithabu zurück, mit der es seit 2018 das UNESCO-Weltkulturerbe "Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk" bildet. Zeit also, um uns mal näher mit diesem spannenden wie wichtigen Denkmal auseinanderzusetzen!
Hierfür haben sich Stefan und Laura mit Lars Erik Bethge, Astrid Tummuscheit und Frauke Witte drei Expert*innen zum Thema eingeladen. Gemeinsam sprechen wir über die historische Wallanlage und was uns die jüngsten Ausgrabungen seit 2010 über die Wandlung dieses Bauwerks erzählen. Es geht aber auch um mögliche Vorbilder, Pfusch am mittelalterlichen Bau und die Frage, weshalb das Danewerk gerade für Dänen so wichtig ist.
Weiterführende Literatur zum Thema
Bethge, Lars Erik: Das Danewerk im 19. und 20. Jahrhundert, Danevirke Museum 2022.
Tummuscheit, Astrid: Mächtig gewaltig! Das Danewerk, in: Archäologische Nachrichten 26 (2020), S. 184-189
Tummuscheit, Astrid: Das "einzige" Tor im Danewerk. Drehscheibe des Verkehrs zwischen Skandinavien und dem Kontinent, in: Archäologische Nachrichten 26 (2020), S. 120-121.
Tummuscheit, Astrid/Carnap-Bornheim, Claus von: Das Danewerk. Eine Grenzbefestigung der Wikinger, in: Staecker, Jörn/Toplak, Matthias (Hg.), Die Wikinger, Berlin 2019, S. 104-118.
Blog zur jüngsten Ausgrabung von 2022
Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg - zumindest in Europa. Doch wie soll man sich an diesen Tag erinnern? Auf diese Frage hat jede Generation seine eigenen Antworten gefunden. Seit dem Sommer 2020 ist der 8. Mai in Schleswig-Holstein nun offiziell ein Gedenktag. Doch was bedeutet das eigentlich? Und weshalb gerade in Schleswig-Holstein?
In der neuen Episode von Küstory unterhalten wir uns mit Uta Körby und Detlev Kraack. Beide gehören zum Initiativkreis "Gedenktag 8. Mai", einem Netzwerk, das sich federführend für diesen Gedenktag einsetzte. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie der 8. Mai in Schleswig-Holstein eigentlich aussah und was dieser Tag für Menschen im Norden bedeutete. Es geht aber auch um den Gedenktag und die Arbeit des Initiativkreises. Wir unterhalten uns darüber, von wo der Impuls zum Gedenktag eigentlich ausging, welche Hoffnungen man an ihn knüpfte und wie das Programm in diesem Jahr aussehen wird.
Bildquelle: Dr. Harald Schmid, Landeshaus Schleswig-Holstein, 7. Mai 2020
Zu den Initiatoren:
Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten
Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
zu den laufenden Veranstaltungen
Im Podcast genannte Literatur:
zur Petition von 2020
Landtagsstudie: Uwe Danker, Sebastian Lehmann-Himmel: Landespolitik mit Vergangenheit
zum Fall Fritz Sawade/Werner Heyde
zum Fall Heinz Reinefahrt
Schleswig-Holstein gilt heute eher als fußballerische Provinz. Dabei gab es durchaus Jahre, in denen der Norden, seine Vereine und Gesichter ganz oben mitmischten. Aber habt ihr schon einmal vom Adolf Jäger, Arthur Beier oder Georg P. Blaschke gehört? Und weshalb haben legendäre Fußballer wie der ehemalige Rekordnationalspieler Paul Janes oder Ottmar Walter, immerhin Weltmeister von 1954, einst in Schleswig-Holstein ihre Schuhe geschnürt?
Anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung ist nun das Buch "Von Malente, Meistern und Meeren" erschienen. Es erzählt erstmals die Geschichte des Fußballs zwischen den Meeren, von den frühsten Anfängen bis zum immer populärer werdenden Fußball der Frauen. Mit Tim Cassel und Christian Jessen haben wir uns zwei der an der Entstehung beteiligten Personen eingeladen. Eigentlich wollten wir uns über die gesamte Geschichte unterhalten, aber am Ende blieben wir doch bei den spannenden Pionierjahren hängen. Wir sprechen aber auch das Jubiläumsjahr und weshalb Rudi Völler mal in Malente anrufen sollte. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja noch einmal zu einer zweiten Halbzeit?
Zum Buch:
Zum Buch: Von Malente, Meister und den Meeren
die weiteren genannten Bücher:
Jessen, Christian: VfB Lübeck. Ein Jahrhundert Fußball-Geschichte in der Hansestadt, Göttingen 2019
Beyer, Bernd-M.: Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte. Das Leben des Walther Bensemann, Bielefeld 2003
Moderation: Stefan Magnussen, Laura Potzuweit
In dieser Bonusepisode zum Nachlass von Max Planck berichtet der Kieler Lehramtsstudent Hauke Seier über das Schicksal von Erwin Planck, dem zweiten Sohn Max Plancks, der im Januar 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.
Literatur:
Konzept & Aufnahme: Hauke Seier
Die Ereignisse der letzten Kriegsjahre machten auch vor einem großen Wissenschaftler wie Max Planck nicht halt. 1943 wurde auch seine Wohnung in Berlin-Grunewald zerstört, wodurch auch große Teile seiner privaten Unterlagen verloren gingen. Planck selbst floh nach Göttingen, wo er eine notdürftige Unterkunft fand. Im Gespräch mit Laura erzählt der Kieler Student Marco Büchmann vom Schicksal Max Plancks in den letzten Kriegsmonaten.
Diese Bonusepisode entstand als Ergebnis des praxisorientierten Seminars "Max Planck in Kiel. Sicherung, Sichtung und Auswertung seines unbekannten Nachlasses", das im Wintersemester 2022/23 am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angeboten wurde. Da wir Küstory als Forum für eine breite Vielfalt an der Auseinandersetzung mit der Regionalgeschichte verstehen, haben wir uns kurzfristig entschlossen, dem Thema Max Planck eine ganze Trilogie zu widmen. Die einzelnen Episoden können zwar losgelöst voneinander gehört werden. Solltet ihr jedoch noch nichts im Nachlass gehört haben, so beginnt doch am besten bei unserem Gespräch mit Anne Krohn und Michael Bonitz!
Skript: Marco Büchmann
Er gehört zu den ganz Großen Namen der deutschen Wissenschaft: Max Planck. Er entdeckte die Quantenphysik, erhielt den Nobelpreis und gab der größten deutschen Forschungseinrichtung seinen Namen. Was viele aber nicht wissen: geboren wurde er in Kiel!
Seit 2020 befindet sich sein privater Nachlass in der Universität seiner Heimatstadt, wo er von einem interdisziplinären Team bearbeitet wird. Karen und Laura haben in der aktuellen Episode die Historikerin Anne Krohn und den Physiker Prof. Dr. Michael Bonitz zu Gast. In dem Gespräch geht es einerseits um den Forscher. Wir sprechen über seine Entdeckung der Quantenphysik, die Verleihung des Nobelpreises und seine große Bedeutung für die Wissenschaft im frühen 20. Jahrhundert. Wir unterhalten uns aber auch über den Nachlass, wie dieser seinen Weg nach Kiel fand und was uns dieser über den Privatmann Max Planck erzählt.
Zu den Gästen:
Prof. Dr. Michael Bonitz
Diesen Monat haben Stefan und Karen ihren Kollegen Stefan Brenner zu Gast. Stefan ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Regionalgeschichte und hat jüngst ein neues Buch zu den Beziehungen Dithmarschens zu den Hansestädten in der Region verfasst.
Wir sprechen darüber, welches Verhältnis die Region Dithmarschen zu Städten wie Lübeck, Hamburg oder Lüneburg hatte und warum gerade die Jahre zwischen der Schlacht von Hemmingstedt (1500) und der "letzten Fehde" (1559) eine hansische Epoche waren. Wir sprechen aber auch über den Entstehungsweg des Buches. Es geht darum, wie Stefan den Weg zur Regionalgeschichte gefunden hat und mit welchen Projekten er sich zukünftig beschäftigen wird - und was dann mit der Hanse zu tun haben könnte.
Zur Person: Stefan Brenner
Zum Buch: Im Fahrwasser regionaler Hansestädte
Weiterführende Literatur und Angebote :
Dithmarscher Landesmuseum
Stoob, Heinz: Geschichte Dithmarschens im Regentenzeitalter, Heide 1959.
Geschichte Dithmarschens, 3 Bde., hrsg. vom Verein für Dithmarsische Landesgeschichte, Heide 2013-2015.
Wir freuen uns, wenn ihr euren Verwandten oder Freunden von uns erzählt und wenn ihr uns eine Bewertung bei Apple Podcast hinterlasst, da wir somit leichter gefunden werden können! Für Fragen und Feedback, schreibt uns gerne eine E-Mail an [email protected]
Diese Episode wurde konzipiert von Karen Bruhn und Stefan Magnussen und produziert von Stefan Magnussen. Intro von Lucie Kogelheide. Artwork von Melf Petersen.
In der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gibt es eine Sammlung von 31 krankhaft deformierten weiblichen Becken. Sie wurden Frauen entnommen, die im 19. Jahrhundert während einer Geburt oder im folgenden Wochenbett im Kieler Geburtshaus verstarben. Auch wenn diese Becken als Teil der Sammlung über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind, weiß man über die Biographien dieser Frauen bis heute wenig.
In dieser Episode haben Laura und Stefan den Historiker Dr. Christian Hoffarth von der Universität Kiel und den Mediziner Prof. Dr. Ibrahim Alkatout vom Kieler Universitätsklinikum zu Gast. Beide beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit dieser Sammlung und verfassen derzeit ein Buch, mit dem sie das Thema Armut und Geburt im 19. Jahrhundert sowie die Geschichte einiger dieser Frauen aufarbeiten.
Wir sprechen gemeinsam über dieses Vorhaben und welche Einblicke es in das Thema der Armut und Geburt im 19. Jahrhundert ermöglicht. Wir reden über die Hintergründe dieser Sammlung und der Geschichte der Frauen, aber auch darüber, was die Ärzte dazu bewegte, diese deformierten Becken zu sammeln. Uns interessieren aber auch die persönlichen Wege unserer Gäste, was hat sie zu diesem Thema gebracht hat und wie sie von der interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren.
Das Buch wird den Titel
Arm, ledig, schwanger. Die Kieler Gebäranstalt des 19. Jahrhunderts als Spiegel medizinischer und sozialer Herausforderungen
tragen und beim Kieler Solivagus-Verlag erscheinen.
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zu den Gästen
Christian Hoffarth
Prof. Dr. Ibrahim Alkatout, Oberarzt des Endometriosezentrums des UKSH
Zum Verleger: Solivagus
Zur Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung der CAU
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weiterführende Literatur
Christian Hoffarth, Ab osse ad os. Die Kieler geburtshilfliche Beckensammlung, Gebäranstalten und die Schicksale schwangerer Frauen im 19. Jahrhundert, in: Archiv für Familiengeschichtsforschung, Jg. 17 (2013), Heft 4, S. 143–152.
Hans-Christoph Seidel, Eine neue „Kultur des Gebärens“. Die Medikalisierung von Geburt im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland (= Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Beiheft 11), Stuttgart 1998.
Eva Labouvie, Andere Umstände. Eine Kulturgeschichte der Geburt, Köln/Weimar/Wien 2000.
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