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Woher wissen wir, ob das, was wir als Nachrichten oder als Realität übermittelt bekommen, auch wahr und richtig ist? Der Pulitzer-Preisträger Christo Buschek ist Investigativjournalist und Softwareentwickler und befasst sich mit der Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen. Er berichtet von der Methode der „datengestützten Recherche“, die er einsetzt, um der Ungewissheit – was ist Wahrheit, was ist Lüge – mit nachvollziehbaren Daten entgegenzutreten und Transparenz und Rechenschaft in der Gesellschaft herzustellen.
Mensch! – Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten war der Titel eines Vortrags von Michel Friedman im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Landschaft des Wissens zur Radikalisierung der Gesellschaft als Gefahr für die Demokratie. Dabei begründete er ausdrucksstark seine Verzweiflung, weil ein großer Teil der Menschen aus der Geschichte nicht lernt und die Demokratie, die Grundlage unseres gesellschaftlichen Miteinanders, zerbröselt. Demokratie lebt durch die Menschen, die ununterbrochen an ihr arbeiten. In diesem Zusammenhang verweist Horst Peter Groß auf den Beitrag von Politischer Bildung und wie zivilgesellschaftliches Engagement als dauerhafter Reflexionsprozess eingerichtet werden kann.
Gerne wird heute davon gesprochen, dass die Demokratie in Gefahr sei, bedingt durch eine zunehmende politische Radikalisierung und Polarisierung der Gesellschaft. Horst Peter Groß präsentiert und kommentierte den Vortrag von Konrad Paul Liessman, der darauf hinweist, dass die Demokratie selbst der Inbegriff eines radikalen Programms gewesen ist, welches das Zusammenleben der Menschen von Grund auf neu denken wollte. Im Mittelpunkt stand eine radikale Auslegung des Freiheitsbegriffs, der nun auf alle Menschen gleichermaßen zutreffen sollte. Insofern lebt Demokratie davon, dass diese Idee in ihrer Radikalität ernst genommen und gelebt wird.
Soziale Medien können zwar demokratische Debatten erweitern, in ihrer derzeitigen Form verstärken sie jedoch Polarisierung, Desinformation und Radikalisierung. Die Konzentration von Eigentum und Kontrolle über digitale Plattformen in den Händen weniger Konzerne gefährdet sogar die demokratische Selbstbestimmung. Barbara Prainsack und Horst Peter Groß fordern daher, dass Demokratie digitale Räume sowie analoge, direkte Kommunikation braucht, welche Transparenz, Rechenschaftspflicht und Teilhabe sichern.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wage zu denken 2025“ des Wissenschaftsverein Kärnten zeigte Univ.-Prof. Dr. Andreas Novy auf, wie schwer es sowohl für Individuen als auch Unternehmen möglich ist, ökologisch nachhaltig zu handeln. Als wirkmächtigen Gegner der klimafreundlichen Transformation identifizieren er und Dr. Horst Peter Groß den reaktionären Neoliberalismus. Als Bastion dagegen gilt es, die liberale Demokratie zu verteidigen, denn ein gutes Leben für alle ist nur in einer demokratisch verfassten und öko-sozial orientierten Welt möglich. Doch ohne die Änderung des vorherrschenden Wirtschaftssystems und unseres Lebensstils wird eine menschenwürdige Zukunft nicht zu bewerkstelligen sein.
Unsere Demokratie lebt von Vertrauen – doch wie stabil ist dieses Fundament in Zeiten, in denen Wahrheit von Manipulation und Täuschung kaum noch unterschieden werden kann? Vielfach unbemerkt von Wählerinnen und Wählern werden Wahlkämpfe von datengetriebenen Strategien manipulativ beeinflusst. Diese Problematik wurde im Rahmen der 14. Ausgabe der „Kärntner Gespräche zur demokratiepolitischen Bildung“ kritisch in den Blick genommen. Anhand des Vortrags von Philipp Blom greift Horst Peter Groß die Frage auf, wie Demokratie unter den Bedingungen unserer Zeit bestehen kann. Da liberale Demokratien zunehmend von innen her ausgehöhlt werden, warnt er davor, nicht naiverweise davon auszugehen, dass dies bei uns nicht passieren könnte.
In der Veranstaltung „Mega-Herausforderung Nachhaltigkeit“ (2017) stellte der Wissenschaftsverein Kärnten die Frage, ob wir nicht unser Denken überdenken müssten, um ins Handeln zu kommen. Der Umweltwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker forderte in diesem Sinne, dass Nachhaltigkeit eine „neue Aufklärung“ brauche. Die erste Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts war zwar eine große Befreiung, zugleich aber auch ein Aufbruch zur „Eroberung der Welt“, mit der Kolonialisierung, Rodungen, Loblieder auf Egoismus, Individualismus und Rationalismus einhergingen. Daher müssen das Denken, die Moral und auch die politischen Strukturen neu aufgestellt werden. Statt Dogmen brauchen wir mehr Balance und Toleranz. Das war auch der philosophische Kern Weizsäckers Berichts an den Club of Rome.
Im Anthropozän erhält Nachhaltigkeit offenbar eine gänzlich neue Dimension. Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen sehen sich mit der Problemstellung konfrontiert, die jeweiligen unbeabsichtigten oder bisher unbekannten Konsequenzen vorangegangener Eingriffe in Natur und Leben zu korrigieren – und zwar auch durch weiterreichende technologische Maßnahmen. Diese heikle Herausforderung thematisierte Klaus Töpfer 2017 in seinem Vortrag beim Wissenschaftsverein Kärnten vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die unter dem Diktat der Kurzfristigkeit ein immer größeres Spannungsverhältnis zur Wissenschaft erlebt.
Bei den Carinthischen Dialogen 2025 hat die bekannte Gerichtsgutachterin Heidi Kastner, Autorin des Buches „Dummheit“, die Frage beleuchtet, was Menschen, die an sich rational denken können, dazu treibt, sich und anderen durch „dumme“ Entscheidungen zu schaden? Wie lässt sich die kollektive Bereitschaft zur Ignoranz erklären, und warum nimmt dieses Phänomen eklatant zu? Dazu lieferte sie einen aktuellen Befund über Anmaßung, Arroganz und Ahnungslosigkeit.
Aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion über ein Handyverbot für Kinder greift Horst Peter Groß noch einmal einen Vortrag des Neurowissenschaftlers Joachim Bauer auf. Der Beitrag führt uns hinein in die oft unbequeme Frage, welche Auswirkungen unsere digitale Allgegenwart auf die jüngsten und sensibelsten Mitglieder unserer Gesellschaft hat: auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
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