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Donald Trump ist wieder US-Präsident. Was nun? „Es gibt keinen Westen mehr“, meint Richard David Precht. „Aber unsere Politiker benehmen sich wie unmündige Kinder, die von ihren Eltern verlassen worden sind“. Eine neue Idee müsse her, aber die ist nicht in Sicht. „Wir wirken so hilflos, obwohl es eigentlich so viel politische Kompetenz gibt“, sagt Markus Lanz. In dieser Folge geht es um die zweite Amtszeit von Trump. Geht damit eine Epoche zu Ende? Welchen Einfluss haben Elon Musk, Mark Zuckerberg und Co.? Wird die US-Demokratie zur Oligarchie? Was ist das eigentlich für ein politisches System, in dem der Präsident allein eine Lawine an Dekreten lostreten kann? Und was erwartet uns die nächsten vier Jahre?
„Wir brauchen neue Ideen, wie man nicht nur eine Altbausanierung an einem Wirtschaftsmodell macht, das nicht zukunftsfähig ist, sondern in zukunftsfähige Wirtschaftsmodelle investiert,“ so startet Richard David Precht in diese Folge. Markus Lanz stimmt ihm zu und nimmt selbst eine totale Ratlosigkeit im Land wahr - keine Ideen, keine Visionen. Der Einzige, von dem Reformvorschläge kommen, sei der Grünen-Chef Robert Habeck. Der löst bei Precht allerdings nur negative Erinnerungen an seine Tee-Stubenzeiten aus, zu weit hat sich die Partei nach seinem Geschmack vom Pazifismus entfernt. Schließlich denkt Robert Habeck heute an 3,5 Prozent, Donald Trump sogar an 5 Prozent des BIP für den Verteidigungsetat. Diese Zahlen klingen klein, fein und irgendwie ganz überschaubar. Aber wenn wir 5 Prozent in die Verteidigung stecken, hätten wir auf einen Schlag fast den halben Jahreshaushalt verplant. Wofür genau? Sind tatsächlich deutsche Grenzen bedroht?
Donald Trump droht, Grönland zu annektieren. Was will der künftige US-Präsident? „Wir irren vorwärts und entwickeln uns rückwärts“, mit diesem Zitat von Robert Musil kommentiert Richard David Precht diese Entwicklung. Nimmt man Trump beim Wort, könnte die USA dänisches Gebiet angreifen. Löst das den Nato-Bündnisfall aus? Und wer tritt dabei für wen ein? Nach Ivan Krastev leben wir mittlerweile in einer Gesellschaft der „Null-Loyalität“, in der die Gemeinschaft nur wenig zählt. Das zeigt sich auch durch die Ausschreitungen in der Silvesternacht, in den Schulen oder im Straßenverkehr. „Vielleicht müssen wir über einen altmodischen Begriff wie Respekt mal neu diskutieren“, findet Markus Lanz.
Das neue Jahr beginnt und an Silvester haben wir wieder hoffnungsvoll hinauf geschaut: in den Sternenhimmel. Markus Lanz und Richard David Precht sprechen in dieser Folge davon, dass der Himmel nicht nur ein religiöser Sehnsuchtsort ist, sondern von Menschen wie Elon Musk oder Jeff Bezos als Paradies propagiert wird – ein Paradies für ihre Geschäfte. Werden wir auch in Zukunft noch diesen beeindruckenden Sternenhimmel bewundern können? Durch die vielen Satelliten könnten wir „in ein paar Jahren einen anderen Blick in den Himmel haben. Es könnte wie in einem Planetarium sein, indem langsam das Licht angeht,“ meint Markus Lanz. Wie schade, denn „der Sternenhimmel ist das größte Kino, das uns geboten wird,“ meint Precht und hofft, dass die Menschen ihre Probleme, die sie auf der Erde habe nicht in den Weltraum tragen mögen. Denn der eigentliche Weltraum des Menschen ist die Erde.
Ein Papagei überraschte im Februar im Wildpark von Lincolnshire mit einer perfekten Imitation des Nokia-Klingeltons. Im März suchte man auf Wangerooge nach einem neuen Leuchtturmwärter und im April erinnerten sich die Portugiesen an die Kellnerin Celeste Martins Caeiro, die Soldaten Nelken in die Gewehrläufe steckte und so den Mythos der Nelkenrevolution schuf. Was hat das alles miteinander zu tun? Es ist eine kleine Tradition dieses Podcasts, dass Markus Lanz und Richard David Precht in der letzten Sendung des Jahres ihren ganz persönlichen Jahresrückblick besprechen – über Ereignisse, die viel zu oft viel zu wenig beachtet werden, aber eine Menge über unsere Zeit und über Lanz und Precht verraten.
Syrien zwischen Frieden oder neuem Bürgerkrieg? Zwischen islamistischer Diktatur oder Demokratie? Was wird aus den syrischen Flüchtlingen? In dieser Folge beschäftigen sich Markus Lanz und Richard David Precht mit dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad. Lanz ist schockiert von der Grausamkeit des Assad-Clans, die das Land „wie Privatbesitz“ behandelten und willkürlich folterte und mordete. „Schäbig“ findet außerdem Precht, dass in Deutschland gleich nach dem Regime-Sturz über die Rückführung der syrischer Flüchtlinge diskutiert wurde.
Syrer jubeln weltweit, Assads Terrorsystem ist implodiert. Aber wohin wird die Entwicklung gehen? Klar scheint bisher nur, ein demokratisches System nach europäischem Vorbild liegt noch in weiter Ferne. Anders in Georgien. Dort gehen Tausende mit der Europaflagge auf die Straßen. Sie fordern die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Aber kann Europa diese Erwartung erfüllen? Das fragt sich Markus Lanz. Eine ganz „eigenartige Ungleichzeitigkeit“ können wir gerade beobachten, erwidert Richard David Precht, denn zugleich nehmen in der EU die Zahl ihrer Kritiker zu. „Europa kann sterben“ resümiert der französischen Präsident Emmanuel Macron, einer der letzten großen Europäer. Aber ist er das wirklich oder folgt auch Macron nur seinen nationale Interessen?
„Der deutsche Hang, ein bisschen zu nörgeln, ist nicht unbedingt etwas Negatives“, meint Markus Lanz. Aber der aktuelle Pessimismus geht zu weit. Wir brauchen dringend mehr Zuversicht! Schon der Philosoph Immanuel Kant weist auf „eine innere Verpflichtung zur Hoffnung hin“, so Richard David Precht. Unsere krisengeschüttelte Gegenwart ist wie gemacht für die Philosophie. Vieles muss neu durchdacht werden, einfache Lösungen gibt es nicht, nur große Aufgaben, die wir vor allem mit Zuversicht angehen müssen. Die Philosophin Thea Dorn schreibt, „Zuversicht ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss“. Wir sollten den Muskel der Zuversicht alle mehr trainieren, meinen Lanz und Precht.
Thyssen-Krupp, BASF, Autoindustrie – überall werden Stellen gestrichen. Ein schwere Bürde für die nächste Regierung. Was kann, was sollte die Politik tun? Was will die CDU? Hilft weniger Klimaschutz, damit neue Jobs entstehen? „Wir werden in diesem Wahlkampf wenig vom Klimawandel hören“, prognostiziert Richard David Precht. Dabei gebe es kein wichtigeres Thema. Anderseits erleben wir in der deutschen Wirtschaft nicht nur eine zyklische Delle, sondern ein strukturelles Problem, sagt Markus Lanz. Er fragt sich, warum wir Klima und Jobs immer getrennt denken. Wäre es möglich beides zusammen zu denken? So wie es anscheinend gerade die Chinesen sehr erfolgreich tun? Ist denn der Solarweltmeister China wirklich so erfolgreich beim Klimaretten?
„Es gibt eine große Verzweiflung in der Ukraine, weil man ständig beschossen wird und nicht die Mittel hat, sich wirklich zu wehren“, meint Markus Lanz und fragt sich, ob genug für die Ukraine getan wurde. In diesen Tagen eskaliert der Konflikt immer stärker, der Krieg scheint in eine entscheidende Phase gekommen zu sein. Es ist daher an der Zeit wieder etwas grundsätzlicher auf die Fragen nach Krieg und Frieden zu schauen. War die Freigabe der Mittelstreckenraketen zwischen dem scheidenden Präsidenten Biden und seinem Nachfolger Donald Trump abgestimmt? Spielt eine deutsche Taurus-Lieferung überhaupt noch eine Rolle? Welche Chancen werden Verhandlungen nach dem Amtswechsel in Washington haben? Diese Fragen diskutieren Markus Lanz und Richard David Precht in dieser Folge.
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