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  • Peer Learning Workshop auf dem Lern geschehen! Summit von Masterplan in Berlin

    Simon Dückert und Christian Kaiser zeigten im Workshop “Peer Learning: Mit lernOS Learning Circles das formelle Lernen in Unternehmen erweitern” auf dem Lern geschehen! Summit am 14.10.2026 in Berlin, warum Peer Learning formelle Lernangebote ergänzen sollte. Der größte Teil des beruflichen Lernens findet schon heute informell statt, das Budget fließt aber überwiegend in Kurse. Kaiser schildert als Praxiscase, wie lernOS Learning Circles bei DATEV auf Freiwilligkeit setzen und wo diese Grenzen hat. Dückert zeigt, wie eine Organisation mit offizieller Einladung über Führungskräfte und Verteiler höhere Teilnahmequoten erreicht. Eine Umfrage unter 51 erfahrenen Teilnehmenden belegt die hohe Zufriedenheit. Als Erfolgsfaktoren nennt sie eine Facilitation, die Struktur gibt, ohne zu dominieren, sowie Verbindlichkeit und die gezielte Kopplung mit formellen Lernprogrammen. Gerade im KI-Zeitalter bleiben Beziehungen und Austausch mit Menschen knapp, während Lerninhalte reichlich verfügbar sind.

    Shownotes:

    • Warum Peer Learning? Einordnung zum formellen Lernen
      • Das 70-20-10-Modell (Eichinger/Lombardo): 70 % Lernen durch Erfahrung im Arbeitsprozess („Through Tough Jobs“), 20 % durch andere Menschen, 10 % durch Kurse.
      • Laut IW-Erhebung 2023 (Institut der deutschen Wirtschaft) entfallen 13,4 von 20,3 Lernstunden auf informelles Lernen. Das Budget fließt dennoch überwiegend in formale Angebote („Lernen aus der Konserve“).
      • Entwicklung vom Novizen zur Expertin: Anfangs helfen Kurse („ich weiß“), später wird der Austausch mit Peers wichtiger („ich wende an und passe an“). Ziel ist nicht „weniger Kurse“, sondern die richtige Methode zur richtigen Zeit.
      • ISO 30437 (Learning and Development Metrics) unterscheidet seit 2023 formelles und informelles Lernen und enthält Kennzahlen dafür. Nach dem Prinzip „What gets measured, gets done“ fehlen solche Metriken in den meisten Organisationen. Dückert empfiehlt, die Norm mit den Verantwortlichen durchzugehen.
      • KI-Perspektive: Lerninhalte sind nicht mehr der limitierende Faktor, denn LLMs (Large Language Models) erzeugen Kurse auf Zuruf. Knapp bleiben Beziehungen, Gemeinschaft und das Wissen, wer Erfahrung hat.
      • Das Format: lernOS Learning Circles
        • „Learning Circle in 60 Sekunden“: Kleine Gruppe von 4–6 Personen, Austausch auf Augenhöhe unter Gleichgesinnten (Peers), ein fester wöchentlicher Rhythmus mit etwa 2 Stunden. Statt eines Trainers gibt es Lernpfade bzw. Leitfäden.
        • Ein Durchlauf dauert meist ein Quartal (12–13 Wochen) und entspricht netto etwa drei Lerntagen. Eine Facilitation (Moderation) ersetzt den Trainer.
        • Working Out Loud (nach John Stepper) behandelt Sichtbarkeit und Vernetzung. lernOS ist das Modell von Simon Dückert: Es hat inzwischen fast 20 qualitätsgesicherte Lernpfade, etwa zu KI, digitalen Ökosystemen, Community Management und Sketchnoting. Die Lernpfade stehen unter einer offenen Lizenz (Corporate Open License) und kosten keine Lizenzgebühr.
        • Verwandte Formate sind Mastermind-Gruppen und kollegiale Fallberatung. Dückert trifft sich seit fast 30 Jahren quartalsweise mit seiner Mastermind-Gruppe aus dem Studium.
        • Praxiscase DATEV: Peer Learning auf Freiwilligkeit
          • Christian Kaiser (seit 30 Jahren bei DATEV, Stabsstelle, die mit Plattformen organisationalen Lernens die Rolle des „Trusted Irritator“ einnimmt) machte 2018 seinen ersten Working-Out-Loud-Kurs. Dieser veränderte ihn persönlich stark, was sich z. B. an seinem LinkedIn-Netzwerk zeigt.
          • Ernüchterung: Obwohl seit 2019 etwa 20 Mal öffentlich eingeladen wurde (9.000 Kolleginnen und Kollegen, 40.000 Genossenschaftsmitglieder, 1 Million Anwender), nahmen nur wenige teil.
          • Kickoff-Format: Aus einem 90-minütigen Kickoff mit „Tinder-Prinzip“ (Teilnehmende finden sich nach Thema und Sympathie, statt zugelost zu werden) wurde eine kürzere Infoveranstaltung. Zum Kickoff am 21.09. kamen überraschend 80 Personen.
          • Kanzleicamp (Barcamp): Von 400 Teilnehmenden meldeten sich 40 am folgenden Montag an, es bildeten sich 18 Learning Circles. Kritisch sind die Wochen 3 und 4, in denen Selbstdisziplin zählt und Circles gern auseinanderfallen.
          • Learning Circle Experience: Eine Einladung zum nächsten Durchlauf im Februar folgt. Kaisers Rat lautet, nicht zu warten und einfach anzufangen. Als Praxisbeispiele verweist er auf das Buch von Nele Graf mit knapp 40 Beispielen.
          • Erfolgsfaktoren aus der Umfrage
            • Datenbasis: 51 Teilnehmende mit mehreren Circles. Bewertung 4,5–5 Sterne, 90 % würden uneingeschränkt weiterempfehlen, 90 % planen weitere Circles („Serientäter“). Am häufigsten genannt wurden Mensch, Beziehung und Gemeinschaft.
            • Facilitation: Sie gibt Struktur, ohne zu dominieren, und die Rolle kann rotieren oder bei einer Person bleiben. Wer als „Lehrer“ auftritt, schadet dem Circle, und wer zu laissez-faire ist, ebenfalls. Termine, Einwahllink und Organisation müssen geklärt sein, weil Lernende aus dem formellen Kontext (z. B. dem Learning Management System, kurz LMS) Rundumorganisation gewohnt sind.
            • Zuverlässigkeit und Kontinuität: Vorab sollte vereinbart werden, ob bei Abwesenheit abgesagt oder durchgezogen wird, denn viele Circles „schlafen ein“.
            • Sozialer Effekt: Gemeinsame Verbindlichkeit wirkt wie bei den Weight Watchers. Man steigt gemeinsam auf die Waage, auch wenn jeder für sich abnimmt.
            • Future Skill Selbstorganisation: Dieser Skill geht durch die zunehmende Verschulung der Hochschulen verloren und wird in Circles nebenbei trainiert. Eine Do’s-and-Don’ts-Liste und das Learning Circle Facilitator Handbook der Peer-to-Peer University (2021 um virtuelle Formate erweitert) liefern weitere Hinweise.
            • Transfer: Formelles Lernen und Peer Learning koppeln
              • Kopplung statt Gegensatz: Kurse decken den unteren Teil der Kompetenzkurve ab, Peer Learning den oberen. Beide sollten sich „die Klinke in die Hand geben“.
              • Beispiele: Auf ein dreitägiges Projektmanagement-Training (z. B. IPMA Level A) folgt ein Peer-Circle zur Anwendung. Auf ein kurzes Prompting-Training folgt ein 12–13-wöchiger KI-Circle, in dem man sich z. B. selbstgebaute Agenten zeigt.
              • Nachdruck durch die Organisation: Offizielle Verteiler, Rollen und Führungskräfte erhöhen die Teilnahme. In einem KI-Projekt starteten nach 200 Pilotteilnehmenden 2.000 Personen in Fünfer-Circles, die freiwillig nie gekommen wären.
              • Checkliste und Kennzahlen: Die Folien enthalten Leitfragen für die Verbindung mit bestehenden Lernprogrammen. Passende Kennzahlen finden sich in der ISO 30437 (für HR-Leitung und Head of L&D).
              • Einstieg des Workshops: Zu Beginn tauschten sich die Teilnehmenden zwei Minuten im Tandem darüber aus, wann sie zuletzt im Job wirklich etwas gelernt haben, und erlebten so Peer Learning selbst.
              • 25 min
              • lernOS Convention 2026 Retrospektive

                Am 10 Juli 2026 traf sich das Orga-Team der lernOS Convention 2026 zur Retrospektive. Wir haben besprochen was gut lief und was wir fortführen wollen, aber auch welche Verbesserungspotentiale wir sehen.

                Die lernOS Convention 2027 wird vom 15.-16. Juni 2027 wieder im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals stattfinden. Ein erstes Zusammenkommen “der Band” für das Orga-Team wird es wieder im Dezember geben, die Orga-Calls starten dann wieder nach den Winterferien am 19.02.2027 (10:05-10:55 Uhr).

                Hinweis: im September 2026 werden wir ein monatliches lernOS Meetup starten, das wie die loscon hybrid angelegt sein wird. Informationen dazu folgen im lernOS Blog, auf CONNECT in der Kategorie lernOS und im lernOS Newsletter auf Linkedin.

                53 min
              • Neugier & Zukunftslust - von der Idee zum Leitfaden. Ein Werkstattbericht

                In diesem abendlichen Podcast auf der loscon26 berichten Jochen Robes und Annika Rupprecht, wie aus der Begegnung zweier Communities ein gemeinsames Projekt wächst: ein lernOS-Leitfaden für Neugier und Zukunftslust. Sie verbinden die Corporate Learning Community und das Ministerium für Neugier und Zukunftslust und schildern die Entstehungsgeschichte von den ersten zufälligen Überschneidungen bis zur heutigen Arbeitsgruppe. Anschaulich zeigen sie an einem konkreten Beispiel, wie

                Künstliche Intelligenz die Strukturarbeit am Leitfaden beschleunigt hat. Den Abschluss bildet ein Aufruf, am entstehenden Leitfaden mitzuwirken und ihn zu erproben (s.a. Linkedin-Beitrag dazu).

                19 min
              • Co-Creative Formate für die KI Transformation von AI Discovery, Agent Design bis Hackathons - Thomas Jenewein (loscon26)

                Der Workshop gibt einen praxisnahen Überblick über Formate, mit denen Organisationen Künstliche Intelligenz gemeinsam erkunden, erproben und in die Arbeit überführen

                können. Vom Discovery-Workshop über Agent-Design und Promptaton bis zum mehrtägigen Hackathon werden die Formate entlang des Weges aufgereiht, den eine KI-Einführung typischerweise nimmt. Ein durchgängiges Anliegen ist die Co-Kreation: Verschiedene Perspektiven – Fachbereich, IT, Management, Endnutzer – müssen zusammenkommen, weil sie höchst unterschiedliche Erwartungen an KI mitbringen.
                Über die reine Technik hinaus betont der Vortrag die Bedeutung von psychologischer Sicherheit, Reflexion und der organisatorischen Begleitung, damit aus Pilotprojekten
                dauerhafte Wirkung entsteht.

                45 min
              • AI Fluency Framework - Stefan Holtel (losocn26)

                Der Vortrag stellt das AI Fluency Framework vor, einen kostenlosen Online-Kurs, der sich von den üblichen Prompting-Trainings grundlegend unterscheidet. Statt isolierter Tricks für bessere Prompts vermittelt es eine wiederholbare Praxis des Denkens mit KI, getragen von vier Begriffen: Delegation, Description, Discernment und Diligence. Der Vortragende interpretiert dieses Modell als zwei ineinandergreifende Schleifen, die so lange gedreht werden, bis die Qualität stimmt – wobei die Verantwortung stets beim

                Menschen bleibt. Sein zentrales Argument lautet, dass die meisten Trainings einen Kardinalfehler begehen, weil sie sofort beim Formulieren des Prompts ansetzen, statt zuvor zu klären, was die eigene Aufgabe ist und wie die Arbeit zwischen Mensch und Maschine aufgeteilt wird.

                40 min
              • Expert Debriefing - Die Rettung, die wir vermeiden müssen - Jürgen Latteyer (loscon26)

                Der Vortrag stellt das Expert Debriefing als Methode der Wissenssicherung vor und entwickelt zugleich eine grundlegende Kritik daran: Als rein reaktive Notmaßnahme

                beim Ausscheiden von Schlüsselpersonen kommt es meist zu spät und bleibt unvollständig. Der Vortragende plädiert stattdessen für ein kontinuierliches, KI-gestütztes Wissensmanagement, das ein Expert Debriefing im Idealfall überflüssig macht. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass gerade das implizite Wissen – das Können „im Kopf und im Bauch” – durch Erzählen und KI-gestützte Verarbeitung weit besser gehoben werden kann als durch mühsames Selbst-Aufschreiben. Mit dem Bild vom Puzzle und vom lebendigen Ökosystem wirbt er dafür, in kleinen, stetigen Schritten
                Wissen zu teilen, statt es in Ablagefriedhöfen zu begraben.

                41 min
              • Knowledge Readiness für KI: Wo steht eure Organisation? - Lukas Wünsch (loscon26)

                Der Workshop hinterfragt die verbreitete Erwartung, Künstliche Intelligenz lasse sich wie eine Plastikpflanze in die Organisation stellen und funktioniere dann von selbst. Die zentrale These lautet, dass die eigentliche Herausforderung selten in der Technologie liegt, sondern in der organisationalen Realität: in Daten, Kontext, Kultur und Mindset. KI wirkt dabei als Verstärker und als Linse, die sichtbar macht, wie gut

                eine Organisation bereits mit Wissen, Orientierung und Zusammenarbeit umgeht. Statt schneller Antworten auf Knopfdruck braucht es einen Prozess von Wissenszufluss
                über Analyse, Orientierung und Urteilskraft bis zur Handlungsfähigkeit – getragen von Reflexion und menschlichem Austausch.

                43 min
              • Konzepte entwickeln mit Claude - Joachim Haydecker (loscon26)

                Der Vortrag zeigt anhand zahlreicher Live-Beispiele, wie sich mit Claude in kurzer Zeit Konzepte und interaktive Prototypen für lernOS-Lernreisen entwerfen lassen – ganz ohne tiefe Programmierkenntnisse. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Claude Design und Claude Code, mit denen aus gut strukturierten Inhalten verschiedene Frontends, Navigationen und Klick-Dummys entstehen. Der Vortragende versteht die KI dabei ausdrücklich als „Buddy” und als „Second Brain”, in das er seine Ideen einspeist und das ihm hilft, diese rasch zu visualisieren und weiterzuentwickeln. Deutlich wird, dass

                es sich um eine Spiel- und Ideenfindungsphase handelt, deren pragmatischer Charme gerade in der niedrigen Einstiegshürde liegt.

                41 min
              • KI und Mensch - ethische Fragen - Daniel Prial (loscon26)

                Die Session öffnet einen offenen Diskussionsraum zu den ethischen Fragen, die der Einsatz Künstlicher Intelligenz in zwischenmenschlichen Beziehungen aufwirft. Ausgehend von der Frage, ob man emotionale Botschaften wie Trauer- oder Liebeskarten von der KI formulieren lassen sollte, weitet sich das Gespräch zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung darüber, wie KI uns selbst und unseren Umgang miteinander

                verändert. Statt fertiger Regeln entsteht ein vielstimmiges Nachdenken über die Grenze zwischen Prozess und Produkt, über Manipulation und Achtsamkeit sowie über die Rolle, die der Mensch im Zusammenspiel mit der Maschine behalten will. Als Leitgedanke bleibt: Die KI kann unterstützen, doch die Kontrolle und die Verantwortung bleiben beim Menschen.

                45 min
              • Von A1 bis C2: Prompting-Kompetenz sichtbar machen - Stefan Holtel (loscon26)

                Der Vortrag stellt ein Forschungsprojekt vor, das die Logik des europäischen Sprachreferenzrahmens auf das Prompten überträgt. Die Kernthese lautet, dass Prompting-Kompetenz keine isolierte Fähigkeit ist, sondern eine messbare, mehrdimensionale Dialogkompetenz im Umgang mit Chatbots, die sich gestuft von A1 bis C2 beschreiben lässt. Der Vortragende führt seine Argumentation nicht über klassische Folien, sondern über einen Chatbot-Dialog ein, in dem er sein rund 20-seitiges Papier befragt. Im Zentrum stehen sieben analytische Dimensionen, ein daraus ableitbarer Index von 0 bis 100 sowie die Grundüberzeugung, dass gutes Prompten nicht im Auswendiglernen von Befehlen besteht, sondern im souveränen Führen von Gesprächen mit der Maschine.

                44 min

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