Mit Karl-Heinz Grundböck, Parlamentsdirektion Österreich
Wir reden viel über die Krise der Demokratie.
Aber was, wenn das Problem woanders liegt?
In der neuen Folge von Let’s Start spreche ich mit Karl-Heinz Grundböck, Sprecher der Parlamentsdirektion im österreichischen Parlament.
Er verantwortet die gesamte Kommunikation des Parlaments, entwickelt neue Formate zwischen Medienarbeit und direkter Bürgerkommunikation und wurde für seine Arbeit mehrfach als Pressesprecher des Jahres ausgezeichnet.
Sein Gedanke aus dem Gespräch bringt es für mich auf den Punkt:
"Nicht die Demokratie ist in der Krise – sondern ihre Repräsentation."
Denn Demokratie funktioniert im Alltag ständig:
in Familien, in Schulen, in Organisationen.
Brüchig geworden ist vor allem das Vertrauen in das,
was in Parlamenten sichtbar wird – und wie darüber gesprochen wird.
Gerade deshalb ist die Rolle der Verwaltung entscheidend.
"Das Bekenntnis zum Primat der Politik beinhaltet die Verpflichtung, zwischen Politik und Verwaltung zu unterscheiden," so Karl-Heinz Grundböck.
Verwaltung schafft Orientierung und Kontinuität.
Sie sorgt für Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Berechenbarkeit.
Wie ein Fels in der Brandung.
Oder, wie Karl-Heinz es im Gespräch formuliert:
„Politische Kommunikation steht im Wettbewerb –
Verwaltungskommunikation muss Vertrauen schaffen.“
Wenn ich einen Bescheid bekomme,
wenn Zahlen veröffentlicht werden,
wenn Verfahren erklärt werden,
will ich keine politische Zuspitzung – sondern effiziente Abläufe.
Dieses Gespräch ist eine Erinnerung daran,
warum klare Rollen zwischen Behörden und Politik
in der Bevölkerung Vertrauen schaffen.